132 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen

Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/ Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/
 

Seit Jahresbeginn wurden 132 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen. Doch die Kurse bisher kaum gefallen. Dahinter verbirgt sich ein Schreckenszenario.

Ein Gastbeitrag von
Roland Leuschel*

Die amerikanische Bank of America Merrill Lynch hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die bei jedem Anleger die Alarm-Glocken läuten lassen sollte: Allein in der vorletzten Woche wurden auf der ganzen Welt 10,3 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen. Davon entfielen 8,4 Milliarden auf amerikanische Aktienfonds. Insgesamt wurden seit Anfang des Jahres 132 Mrd. Dollar abgezogen und seit Dezember 2018 sogar 237 Mrd. Dollar.       

Diese wichtige Frage stellt sich niemand       

Angesichts dieser Statistik stellt sich die Frage: Wie ist es überhaupt möglich, dass die Aktienkurse trotz dieser Verkäufe bisher noch kaum gefallen sind? Irgendjemand muss offenbar noch großen Appetit auf Aktien haben, sonst wären die Verluste höher.

Die Antwort lautet: Es sind die Unternehmen, die enorme Zurückkaufaktionen (sogenannte buy backs) tätigen, also ihre eigenen Aktien kaufen und dabei ihre Schulden dramatisch erhöhen. Was angesichts der negativen Zinsen ein lohnendes Geschäft zu sein scheint, denn die Aktienrendite schwankt um die 3%.

Und da schließt sich wieder der Kreis: Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken ist der Hauptgrund dafür, dass die Akteure an den Märkten so handeln und damit die Grundlagen für einen gewaltigen Crash an den Finanzmärkten legen.       

Studie warnt vor Zombiebanken

Als die EZB im Juni 2014 eine negative Verzinsung der von Geschäftsbanken bei ihr gehaltenen Einlagen einführte, war das eine solide Bestätigung der bereits von der Schweiz eingeleiteten negativen Einlagezinsperiode.

Erst jetzt werden Studien bekannt, die auf die Risiken einer solchen Politik hinweisen. Danach tendieren gerade jene Banken, die von den negativen Einlagezinsen der EZB besonders betroffen sind, zu einer starken Vergabe neuer Kredite, im Klartext, um Anleihen und Aktien zu kaufen.

Diese Banken kumulieren damit ihre Risiken, um ihre Rentabilität zu sichern, und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Und so sagte der Bundesbankpräsident Weidmann: »Je länger die Niedrigzinsphase andauert, umso mehr dürfte sie die Banken belasten.«        

Wir haben 2008 bereits eine Finanzkrise erlebt, die die Weltmärkte durchgeschüttelt hat. Anleger sollten sich darauf vorbereiten, dass die jetzt kommenden Turbulenzen die Erschütterungen von 2008 als eine Art Warmlaufen für das kommende Ereignis erscheinen lassen, nicht mehr.

Physisches Gold und andere Edelmetalle werden in diesen Turbulenzen vor Verlusten schützen. Sie sind die persönliche Absicherung, wenn Papiergeld nur noch das wert ist, aus dem es besteht.

Der Krug der Notenbanken wird zerbrechen

Inzwischen haben wir eine inverse Zinsstruktur in Amerika, und in der Vergangenheit hat das fast immer zu einer Rezession geführt. Es gibt noch andere wichtige Indikatoren, die darauf hinweisen, dass womöglich schon Ende des Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres, vielleicht auch erst etwas später, so genau lässt sich das nicht vorhersagen, die amerikanische Wirtschaft und damit auch die Weltwirtschaft in eine Rezession gleiten werden.

Für die Banken bedeutet das ganz einfach: Zu den Ausfällen im Kreditgeschäft werden riesige Abschreibungen auf das Wertpapier-Portefeuille kommen. Der gefüllte Krug der Notenbanken wird zerbrechen.

*Roland Leuschel gibt gemeinsam mit Claus Vogt den Börsenbrief „Krisensicher Investieren“ heraus.

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hubi stendahl
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hubi stendahl

“Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken ist der Hauptgrund dafür, dass die Akteure an den Märkten so handeln und damit die Grundlagen für einen gewaltigen Crash an den Finanzmärkten legen.” Das ist einfach nur falsch. Der beschriebene “Hauptgrund” ist nur eine Wirkung, keine Ursache. Die Zentralbanken haben nur zwei Möglichkeiten auf das DURCH SYSTEMISCHE FEHLER entstandene Ungleichgewicht zu reagieren: 1) Die Fallhöhe als “lender of last resort” für die fehlenden Nachschuldner in unserem Schuldgeldsystem weiter über Liquiditätshergabe zu erhöhen, was derzeit für politische Zwecke (u.a. kontrollierte Destabilisierung der Staaten) gemacht wird, um am Ende wieder in der ersten Reihe zu sitzen,… Read more »

Konrad Kugler
Gast
Konrad Kugler

Sehr geehrter Her Stendahl.

ich habe mich mit dem Schuldgeldsystem noch nicht genauer auseinander gesetzt, aber die Misere, in der wir uns befinden, ist nicht allein dessen Schuld.
Alle unsere Probleme erkläre ich aus einem anderen Blickwinkel. Der Sozialismus scheitert am falschen Menschenbild und der Kapitalismus an der Gier.
Ich will an einem Beispiel zeigen, wo der Haken ist. Ein Geldiger kauft einen Betrieb und statt ihn mit seiner Finanzkraft für das Gemeinwohl zu sanieren, schlachtet er ihn aus um noch mehr Geld zu machen. Welchen Sinn hat ein noch größerer Geldhaufen?

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

Hallo Konrad Kugler, Sie zäumen das Pferd meiner Meinung nach von der falschen Seite auf und argumentieren auch mit einem Widerspruch. Die Feststellung, dass der Sozialismus am falschen Menschenbild scheitert findet auch meine Zustimmung. Dabei ist es in der Tat wurscht unter welchem Geldsystem klassischer Sozialismus betrieben wird. Es bleibt Staatskapitalismus. Er scheitert am falschen Menschenbild der unterstellt, dass Menschen stets solidarisch handeln. Ein Unsinn der nur von Profiteuren stammen kann, denn der Mensch handelt immer eigennützig, nicht aber gierig, weil Gier ohne Rücksicht auf Verluste, auch die eigenen, ausgelebt wird, während Eigennutz richtig eingesetzt dem Gemeinnutz dienen kann und… Read more »

Skyjumper
Gast
Skyjumper

Nun ja. Wie Sie schon sagen: Die Summe ist eigentlich viel zu gering um da so ein Geschiss draus zu machen. Zudem kursieren auch andere Studien, das Investment Company Institute spricht saldiert (Jahresanfang bis Ende April) bspw. nur von minus 60 Mrd. für US-Aktienfonds. Zieht man die Veröffentlichungen zu Mittelabflüssen für europ. Fonds hinzu landet man lediglich bei ~ 100 Mrd. US-$ (Mai ’19 eingeschätzt). Auch dies hier: “Insgesamt wurden seit Anfang des Jahres 132 Mrd. Dollar abgezogen und seit Dezember 2018 sogar 237 Mrd. Dollar.” erscheint wenig glaubwürdig. Was soll der zeitliche Unterschied zwischen “Dezember 2018” und “Anfang des… Read more »

dragaoNordestino
Gast

Wow … erneut eine Crash-Propheten Session …. Soweit mir bekannt, wurden im Jahre 2018 von amerikanischen Unternehmen, eigene Aktien im Werte von etwa 1 Billion US-Dollar zurück gekauft… also nichts besonderes.. Diese müssen sich dazu auch nicht verschulden… dass Gegenteil ist der Fall.. hat doch der schlaue Trump, durch seine Steuerreform (Anfang 2018) dafür gesorgt, dass US Unternehmen sich wie Dagobert Duck fühlen und im Gelde baden. Auch dem Rest des Crash-Artikels, muss man sich nicht unbedingt anschliessen, denn diese Aktienrückkäufe haben für die Unternehmen und Investoren vor allem possitive Seiten. Der Unternehmensgewinn verteilt sich auf weniger Aktien, somit entfällt… Read more »

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@dragao “Diese müssen sich dazu auch nicht verschulden…dass Gegenteil ist der Fall.. hat doch der schlaue Trump, durch seine Steuerreform (Anfang 2018) dafür gesorgt, dass US Unternehmen sich wie Dagobert Duck fühlen und im Gelde baden.” Haben Sie eigentlich die Spur einer Ahnung, wann solche Steuerreformen tatsächlich greifen? Wenn für das Geschäftsjahr 2018 die Steuern von 36 auf 21 % gesenkt werden, dann kann ein Gewinn erwirtschaftendes Unternehmen frühestens Mitte 2019 nach Abgabe der Steuerklärung bzw. Bilanz über “Steuergeschenke” verfügen und z.B. Aktien zurückkaufen, Dividenden ausschütten oder wie erhofft, Investitionen tätigen. Im übrigen betrifft die Steuerreform vor allem 95 Prozent… Read more »

Greenhoop
Gast
Greenhoop

Mir persönlich gefallen die Interviews mit Dr.Krall wesentlich besser, als die knapp bemessenen Artikel hier auf GEOLITICO zu diesem Thema. Auch wenn Krall an keine Verschwörung glauben mag (was ich als Schutzfunktion ansehe), so erläutert er mit klaren und nachvollziehbaren Worten, wie sich die gegenwärtig beobachtbare Erosion der Bankerträge und die damit nicht annähernd Schritt haltende Kostenentwicklung der Banken, zum Teil die Folge der Überregulierung des Sektors, zu einer Zerstörung der Profitabilität und damit der Innenfinanzierung führt. Wer er anschliessend sagt… Die resultierende Kreditrationierung wird die Zombieunternehmen, die sich dank der Nullzins-Subvention des Herrn Draghi mittlerweile auf 12 bis 15%… Read more »

Zeitzeuge
Gast
Zeitzeuge

Wenn es so weiter geht, ist hier in D in zehn bis ca. 30 Monaten alles platt. Die defaltionäre Krise hat inzwischen schon Ausmaße erreicht, daß an sich bisher konzeptionell solide aufgestellt Unternehmen in den Zombi-Zustand übergehen, behelfsweise Kurzarbeit beantragen oder gleich schließen müssen, weil sie nicht mehr genug Erträge erwirtschaften können (Wettbewerb, Preisverfall, büokratische Auflagen, Abgabenlast, Stagnation/Regression im Investitionsverhalten im Zuge wachsenden Vertauensschwund ins Gesamtsystem, einbrechender Absatz, veränderte Kreditvergabe der Banken).

dragaoNordestino
Gast

@ Greenhoop …. Mir persönlich gefallen die Interviews mit Dr.Krall wesentlich besser, als die knapp bemessenen Artikel hier auf GEOLITICO zu diesem Thema.

Ja @greenhoop, dies ist schon klar.. Crash-Propheten wie Dr.Krall / Claus Vogt und Roland Leuschel & CO gehören natürlich zu Ihrer persönlichen Agenda…

Denn in Wirklichkeit ist …. das Gejammer der Banken einfach unerhört, im Moment, wo diese gleich zweimal abkassieren können. Denn wann gab es das schon mal, dass diese für das Entgegennehmen von wie für das Ausleihen von Geld abkassieren.

Quem não chora não mama ….

Greenhoop
Gast
Greenhoop

@dragao

Ist schon klar, dass Sie die Realität ignorieren und nicht an Aufklärung interessiert sind. Was mich aber stört ist die Tatsache, dass Sie die “Daumen hoch” Liste manipulieren und glauben, Ihre schwachsinnigen Beiträge würden höher bewertet, als die eines @hubi stendahl. Werde mich demnächst auch über entsprechende proxies und VPN´s mehrmals unterschiedlich anmelden und Ihren Schwachsinn unter 1000 bringen – versprochen.

dragaoNordestino
Gast

@greenhoo … Was mich aber stört ist die Tatsache, dass Sie die „Daumen hoch“ Liste manipulieren und glauben, Ihre schwachsinnigen Beiträge würden höher bewertet, als die eines @hubi stendahl.

Hmmm … interessant…. sonst fällt Ihnen nichts ein.?

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@Greenhoop Nicht nur dieses leere Zeug nervt gewaltig. Mindestens genauso schlimm sind Sätze wie der nachfolgende: “Denn wann gab es das schon mal, dass diese für das Entgegennehmen von wie für das Ausleihen von Geld abkassieren.” Wenn man die einfachsten Zusammenhänge nicht kapiert ist das in Ordnung, wenn man über soviel Charakter verfügt, sich zumindest fragend zu äußern. Wenn man sozialistisch schlampig Sätze in den virtuellen Raum wirft, die jedem Leser die Haare zu Berge stehen lassen, dann ist das einfach ein Grund die Besuche der Seite zu minimieren. Die Banken im Euroraum haben selbstverständlich große Probleme mit den Niedrigzinsen… Read more »

dragaoNordestino
Gast

@stendahl …

Argentinien und Uruguay sind nicht Brasilien und etwa 5000 km vom Nordosten entfernt….. genau so wenig ist Ihr gewerbliches Kontokorrentkonto nicht die Banken….

Wie auch immer schwatzen Sie weiter..

Halleluja! Nullzins füllt Kantonalbank-Säcke

Staatsinstitute profitieren maximal, kassieren doppelt: Minuszins bei Sparern, Pluszins bei Hypos – Giga-Absahnen.

https://insideparadeplatz.ch/2019/06/07/halleluja-nullzins-fuellt-kantonalbank-saecke/

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@dragao Warum verlinken Sie einen Artikel von einem Verfasser, der vom Banking so viel Ahnung hat wie Sie? Die Kommentare unter dem Artikel sprechen eine eindeutige Sprache und helfen Ihnen den Unsinn des Artikels zu verstehen. Im übrigen sind die staatlichen Kantonalbanken der Schweiz nicht gerade das Spiegelbild der internationalen Bankenlandschaft. Tagesgeld-/ bzw. Girokonten in Deutschland: ING DIBA 0,01 % DKB 0,20 % Sparkasse 1822 direkt 0,1 % Norisbank 0,01 % Postbanken 0,01 % Deutsche Bank 0,00% und viele weitere. Alle außer DB gebührenfrei!!!! Natürlich eine Schweinerei, dass die Menschen ihre gespeicherte Arbeitsleistung nicht zumindest erhalten können (nach Inflation). Ein… Read more »

dragaoNordestino
Gast

@stendahl … Warum verlinken Sie einen Artikel von einem Verfasser, der vom Banking so viel Ahnung hat wie Sie?

Ja nun dies ist Ihre Meinung…

Mein verlinkter Artikel zeigt Gewinn der CH Banken pro Angestellter…. so hoch wie nie, trotz Null ja sogar Minuszinsen… Sie können sich Ihre Grafiken ersparen

Vielleicht ist dies in der BRD oder USA oder sonstwo anders ….. ich glaube nicht….. wenn ja, sollte man wahrscheinlich das dortige Bankenmodell überdenken.

dragaoNordestino
Gast

Interessanter Verein hier….. Banken ok.. arme Leute… Geldsystem schlecht.. Zinsen und Zinseszinsen schlecht … Nullzinsen und negativzinsen auch schlecht…..

….. Hmmmmmmm

Was den nun.????????????????

Incamas SRL
Gast

Die Mittelschicht stellt mit 47,5 Prozent hierzulande die größte Bevölkerungsgruppe dar. Demnach zählen jene dazu, die Einkünfte um das mittlere Einkommen der Gesellschaft erzielen. Exakt ausgedrückt: Bei 80 bis 150 Prozent des Mittelwerts, sprich: bei einem Single zwischen 1440 bis 2710 Euro netto im Monat. 32,9 Prozent der Bevölkerung liegt darunter, 19,5 Prozent darüber. Stirbt der Mittelstand, stirbt auch die soziale Marktwirtschaft. Und stirbt die soziale Marktwirtschaft, stirbt auch die Demokratie! Nicht zu vergessen, dass die hiesige Mittelschicht mitunter hoch verschuldet ist. Wenn Sie jetzt vielleicht meinen, das ist etwas zu krass formuliert, muss ich Sie leider eines Besseren belehren.… Read more »

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@Incamas SRL Ja, der Mittelstand ist das Fundament jeder sozialen Marktwirtschaft, um den sozialen Frieden zu erhalten. Mittelstand erschöpft sich aber nicht in abhängig Tätigen, sondern ist ebenso wichtig im Gewerbe, wo die Einkommen ungleich höher sind als bei abhängig Tätigen, jedoch auch die Risiken und Belastungen aus der Solidargemeinschaft hoch sind und aufgrund des fehlerhaften Geldsystems das die Reichen bevorzugt permanent wuchsen. Die wirklich kleine reiche Klasse von 0,2 % der Gesellschaft, die nie Teil des Solidarvertrages war, hat über Jahrzehnte nach dem Krieg mit der Globalisierung, u.a. mit Unterwanderung der Protestbewegungen wie die damals noch ehrlichen Grünen (70… Read more »