Papst Franziskus fehlt die Kraft zur Auferstehung

Papst Franziskus / Quelle: Pixabay, lizenzfreie bilder, open library: Annett_Klinger; https://pixabay.com/de/photos/papst-rom-vatikan-italien-5678520/ Papst Franziskus / Quelle: Pixabay, lizenzfreie bilder, open library: Annett_Klinger; https://pixabay.com/de/photos/papst-rom-vatikan-italien-5678520/

Die katholische Kirche ist in der Dauerkrise und ihr spiritueller Führer mäandert durch die Weltgeschichte. Scheitert Franziskus?

Der Zirkus ist zu Ende! So soll der frischgewählte Pontifex im März 2013 den obersten Zeremonienmeister des Vatikans angeherrscht haben. Guido Marini war wie vom Donner gerührt. Er wollte nicht mehr als traditionsgemäß dem neuen Papst die rote Mozetta umhängen, das Pallium anlegen und die roten Schuhe anziehen.

Was unter den päpstlichen Vorgängern noch üblich war, beendete Franziskus ad hoc. Eine neue Bescheidenheit sollte in die Mauern des Vatikans und die ganze Kirche einziehen. Nach gut zehn Jahren mit dem Argentinier auf dem Stuhl Petri herrscht jedoch Ratlosigkeit.

Friedensfürst auf Abwegen?

Liebesgrüße aus Moskau kamen zum elften Jahrestag seines Amtsantritts von der russischen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Mit seinem harsch kritisierten Aufruf an die Ukraine, die weiße Fahne zu hissen, hat Franziskus erneut die vatikanische Diplomatie vor den Kopf gestoßen. Der Papst sei ein wahrer und aufrichtiger Förderer von Humanismus, Frieden und traditionellen Werten. Franziskus gehöre zu den wenigen politischen Führern, die einen strategischen Blick auf die Probleme der Welt hätten, lobten die Diplomaten Moskaus den Pontifex.

Dass es sich um vergiftetes Lob handelte, dürfte dem Franziskus klar sein. Er erscheint als nützlicher Idiot für Putins Politik und gleichzeitig erodiert die Autorität des Papsttums immer weiter. Seit Beginn seines Pontifikats fällt er durch seine spontanen, nicht abgestimmten Kommentare auf. Nicht erst zum Krieg in der Ukraine, auch bei theologischen und kirchenrechtlich bedeutenden Fragen wie zur Segnung homosexueller Paar gibt es Ärger.

Dazu hat Franziskus im letzten Jahr einen Vorstoß gemacht, der sofort von der konservativen afrikanischen Bischofskonferenz in Bausch und Bogen abgelehnt wurde. Franziskus‘ oberster Glaubenswächter ruderte zurück und sprach maximal von einer sehr kurzen Segnung in einer Kapelle ohne Gemeinde. Kurzum: am besten doch keinen Segen. Die Bischöfe Afrikas haben den Papst zur Ordnung gerufen und nicht umgekehrt, wie es eigentlich üblich ist.

Martin Luther lässt grüßen

Auch mit den deutschen Katholiken gibt es seit Jahren Probleme. Es geht um den Synodalen Weg, der Laien mehr Mitsprache ermöglichen soll. Die Ergebnisse hat der Vatikan für schlecht befunden, und auch Franziskus möchte keine Gleichstellung von Priestern und Laien. Allerdings hat er die Rechnung ohne den Widerstand der deutschen Bischofskonferenz gemacht, die bislang die Ermahnungen Roms ignoriert. Experten raunen von einer zweiten reformatorischen Bewegung aus Deutschland gegen den Heiligen Stuhl.

Dass der Papst die Weltkirche und auch ihre abgelegenen Regionen stärker berücksichtigt, hat mit seiner eigenen argentinischen Herkunft zu tun. Aber auch mit dem Zulauf zu Römischen Kirche in Afrika und Asien, wo der Katholizismus im Vergleich zu Europa wächst und gedeiht. Mit Peking geht Franziskus ähnlich milde um, wie mit Moskau. Für den Vatikan ist ein besseres Verhältnis zu Chinas Machthaber Xi wichtig. Rom will offizielle diplomatische Beziehungen erreichen und die Lage der chinesischen Katholiken im Sinne einer Anerkennung unter dem Primat des Papstes stabilisieren. Das dürfte schwierig bleiben, da der Vatikan immer noch Taiwan diplomatisch anerkennt.

Kirche aus den Fugen

Franziskus geht auf die 90 zu und ist in letzter Zeit öfter krank. Über den genauen gesundheitlichen Zustand gibt der Vatikan keine Auskunft. Es schwirren in Rom viele Gerüchte, die von chronischen Atemwegsinfektionen bis Krebs reichen. Franziskus bewegt sich häufiger im Rollstuhl fort, was für einen hochaltrigen Menschen nicht ungewöhnlich ist.

An Abdankung habe er nie gedacht, lässt das vatikanische Presseamt verbreiten. Geistig scheint er klar und sieht seine Amtszeit als noch nicht vollendet. Es gebe noch viel zu tun und er wolle noch viele Projekte realisieren. Doch in Rom und der Weltkirche rätseln die Beobachter, was er tatsächlich will. Was sind seine letzten Ziele?

Der Zirkus sei zu Ende, meinte er zu seinem Dienstantritt. Doch gleicht seine Amtsführung mehr einer Zirkusvorstellung als durchdachter und kluger Kirchenpolitik. Franziskus hat mit der Dezentralisierung der Katholischen Kirche begonnen und diese Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schließen: Sein Pontifikat ist aus dem Ruder gelaufen mit noch unabsehbaren Folgen für die katholische Welt.     

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winfried
winfried
2 Monate her

Die Westkirche geht unter, sie kann sich nur noch an der Ostkirche orientieren und nicht an der satanischen Politik!

Andreas A. Rocher
Andreas A. Rocher
2 Monate her

Schlimm, dass Sie es sich selbst an Ostern nicht verkneifen können, gegen Russland und Putin Stimmung zu machen! Auch ich sehe im Übrigen diesen Papst kritisch, doch seine Aufforderung, endlich zu Verhandlungen zu kommen, war eine von wenigen guten, zielführenden Initiativen seiner Person. Was der „Wertewesten“ inklusive der hiesigen Kriegstreiber wie Baerbock, Hofreiter, Strack-Zimmermann, Kiesewetter und Co., deren wahnhafte Kriegsrhetorik gerade mich als Konservativen inzwischen ohne Ende anwidert, natürlich um jeden Preis verhindern möchte. Die Anbiederung an den megakorrupten Selenskij und dessen Spießgesellen ist für mich unerträglich. Dort und von diesen zwielichtigen Figuren vom Schlage Selenskij, Klitschko, Melnik werden meine… Read more »

Ketzerlehrling
Ketzerlehrling
2 Monate her

Er ist ohnehin ein Papst, den die Welt nicht braucht. Allerdings kommt in diesen Zeiten nichts nach, was tragbar wäre.

fufu
fufu
2 Monate her

Er wird als der Impf-Papst in die Geschichte eingehen, „Impfen ist ein Akt der Liebe“, das war der Supergau. Er haette sich besser aus weltlichen Dingen herausgehalten.

fufu
fufu
Reply to  fufu
2 Monate her

Der Vatikan hat sogar eine Euro-Muenze mit dem Motiv der Impfung herausgegeben. Man sieht zwar auf der Rueckseite nicht das sehende Auge wie einige Verschwoerungstheoretiker faelschlich behaupteten, aber auf der Vorderseite einen maulkorbtragenden, gottergebenen Probanden der von zwei maskierten und augenscheinlich fuersorgenden Autoritaeten der Behandlung unterzogen wird. Ist der arme Tropf eventuell der EU-Buerger?

https://www.cfn.va/en/home/2631-20-05-2022-euro-coin-set-proof-version-year-2022.html

Nathan
Nathan
2 Monate her

Alle Religionen sind nun mal Verschwörungstheorien, die ansonsten verdammt werden. Hier aber nicht, denn das System braucht sie zur Unterdrückung der Menschheit.

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