Die alte Feindschaft zwischen Juden und Schiiten im Iran

Iran / Schiiten / Jerusalem / Hamas / Al-Husseini / Hitler / Himmler / Palästina / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 6969188; https://pixabay.com/de/photos/jerusalem-verehrung-geschichte-597025/ Iran / Schiiten / Jerusalem / Hamas / Al-Husseini / Hitler / Himmler / Palästina / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 6969188; https://pixabay.com/de/photos/jerusalem-verehrung-geschichte-597025/

Das Verhältnis von Juden und den Schiiten im Iran ist gekennzeichnet von religiösen Differenzen, politischen Konflikten und territorialen Rivalitäten.

Schon lange nicht mehr war die Lage im Nahen Osten so explosiv wie derzeit. Erstmals in der jüngeren Geschichte gibt es direkte kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel. Auf einen iranischen Angriff reagierte Israel offenbar mit einem Luftangriff auf die zentraliranische Provinz Isfahan. Nicht wenige Beobachter fürchten, die Lage könnte eskalieren. Wer die besondere Beziehung zwischen Israel bzw. Juden und Schiiten verstehen will, muss einen Blick zurück in die Geschichte werfen.

Das Verhältnis ist geprägt von einer historischen Feindschaft. Ihre Beziehung ist gekennzeichnet von einer Vielzahl von Faktoren wie religiösen Differenzen, politischen Konflikten, territorialen Rivalitäten und historischen Ereignissen. Diese Elemente haben im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zu Spannungen und Feindseligkeiten geführt, die bis heute Auswirkungen auf die Region haben.

Tiefes Misstrauen zwischen Juden und Schiiten

Religiöse Unterschiede spielen eine entscheidende Rolle in der Feindschaft zwischen Schiiten und Juden. Der Islam und das Judentum haben unterschiedliche Glaubensvorstellungen, Rituale und Heilige Schriften, die zu einem Gefühl der Fremdheit und des Misstrauens führen können. Insbesondere zwischen Schiiten, die dem islamischen Zweig folgen, der die Nachfolge des Propheten Muhammad durch Ali und seine Nachkommen betont, und Juden, die eine andere religiöse Tradition haben, existieren Spannungen aufgrund ihrer divergierenden Glaubenspraktiken und Überzeugungen.

Im historischen Kontext des Nahen Ostens waren Schiiten und Juden oft in Auseinandersetzungen um territoriale Kontrolle und politische Dominanz verwickelt. Während des Mittelalters, als das Gebiet von muslimischen Herrschern regiert wurde, gab es Phasen der Unterdrückung und Diskriminierung von Juden, die unter dem Schutz des islamischen Staates lebten. Unter den Abbasiden im Irak erlebten jüdische Gemeinden Verfolgung und Zwangskonversionen, was zu einem tiefen Misstrauen gegenüber schiitischen Herrschern führte.

Wendepunkt und die Gründung Israels

Ein bedeutender Wendepunkt in der Feindschaft zwischen Schiiten und Juden war die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Für viele Schiiten war die Schaffung eines jüdischen Staates in der überwiegend muslimischen Region eine Provokation und ein Akt des Kolonialismus. Einige schiitische Gruppen betrachten den Staat Israel bis heute als illegitim und unterstützen anti-israelische Bewegungen wie die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen. Dies hat die Feindseligkeit und Gewaltbereitschaft noch verstärkt und die Beziehungen zwischen Schiiten und Juden weiter belastet.

Trotz dieser Konflikte und Feindseligkeiten gibt es auch Beispiele für Zusammenarbeit und Koexistenz zwischen Schiiten und Juden. Insbesondere in Persien (dem heutigen Iran) haben Schiiten und Juden seit Jahrhunderten nebeneinander gelebt und kulturelle sowie wirtschaftliche Beziehungen aufgebaut.

Vor der Islamischen Revolution von 1979 gab es eine blühende jüdische Gemeinde im Iran, die sich relativ sicher und wohl fühlte. Einige Historiker betonen die Zusammenarbeit zwischen schiitischen Herrschern und jüdischen Gemeinden in der islamischen Welt, insbesondere während des islamischen Goldenen Zeitalters.

Entwicklungen im Iran

In jüngerer Zeit haben einige schiitische Führer versucht, den Dialog mit jüdischen Gemeinden zu fördern und die historischen Feindseligkeiten zu überwinden. Im Iran hat der ehemalige Präsident Mahmoud Ahmadinejad trotz seiner anti-israelischen Rhetorik öffentlich die Existenz von jüdischen Gemeinden im Iran anerkannt und ihre Rechte verteidigt. Darüber hinaus haben einige schiitische Gelehrte und Intellektuelle versucht, eine Brücke zwischen Schiiten und Juden zu schlagen, indem sie die gemeinsamen Wurzeln und Werte betonen, die sie teilen.

Trotz dieser Bemühungen bleiben die Spannungen zwischen Schiiten und Juden in vielen Teilen der Welt bestehen, insbesondere im Nahen Osten, wo politische Konflikte und geopolitische Spannungen weiterhin die Beziehungen prägen. Die historische Feindschaft zwischen Schiiten und Juden ist ein komplexes Phänomen, das die aktuellen Spannungen im Nahen Osten so explosiv macht.

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Über Thomas Castorp

Thomas (Hans) Castorp blickt vom Zauberberg herab auf die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Fragenstellungen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Nathan
Nathan
1 Monat her

Komisch. Und von der viel größeren Zahl der Sunniten ist nicht die Rede? Da wird hier propagiert, daß die weit entfernteren Religionen der Juden und Schiiten sich um Frieden bemühen, aber das Hauptproblem im Islam, die zu überwindende Feindschaft zwischen Sunniten und Schiiten, wird nicht erwähnt? Die Schiiten haben mit dem Iran ihre Hausmacht, die Sunniten mit den Scheichs und der Türkei die ihre. Da aber die Scheichs total verwestlicht sind, aber die Macht und das Geld haben, sind sie wesensartig den Juden und „american way of life“ viel näher. Durch die mangelnde Hilfe der Führer der Sunniten, für die… Read more »

fufu
fufu
1 Monat her

Es gab immer religioes motivierte Konflikte, zwischen Schiiten und Juden, Sunniten und Schiiten, im Mittelalter zwischen Christen und Juden und innerhalb des Christentums. In Relation zur geschaffenen Nachkriegsordnung nach WWII mit der Schaffung eines zionistischen Staates in einem feindlichen Umfeld und der aktuellen Situation ist dieser Artikel voellig sinnfrei, zu hoffen, dass er vor irgendeiner AI geschrieben wurde. Von Frieden zu sprechen wenn eine Partei, in diesem Fall Israel, die andere als Untermenschen und Tiere betrachtet und entsprechend behandelt ist wohl fern der Realitaet. Vor 2012 hat Kissinger angeblich prophezeit, dass es Israel in 10 Jahren nicht mehr existieren wuerde… Read more »

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