Arbeitnehmer füllen die Staatskasse

Arbeit am Bau / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/geb%C3%A4ude-professional-mitarbeiter-2762319/ Arbeit am Bau / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/geb%C3%A4ude-professional-mitarbeiter-2762319/

 

Die vereinnahmten Gemeinschaftssteuern betrugen im Jahr 2017 rund 540 Milliarden Euro. Ein erheblicher Anteil davon wurde allein von Arbeitnehmern aufgebracht.

Wer an Steuern denkt, dem fällt oft als erstes die Einkommensteuer ein.  Doch dieses Steuer ist nur eine von vielen Steuerarten. Wenn man sich die Statistiken der Bundesrepublik Deutschland jedoch etwas genauer anschaut, kann man erkennen, dass die Einkommensteuer nur einen Bruchteil der Einnahmen ausmachen. Da gibt es Gemeinschaftssteuern, Bundessteuern, Landes- und Gemeindesteuern. Was bedeutet nun der Begriff Gemeinschaftssteuern und wie teilen sich diese auf?

Größter Anteil in der Haushaltskasse

Die Gemeinschaftssteuern betrugen im Jahr 2017 ca. 540 Milliarden Euro von insgesamt 734 Milliarden Euro Steuereinnahmen. Sie werden im gesamten Bundesgebiet erhoben und setzen sich aus Lohnsteuer, veranlagter Einkommenssteuer, nicht veranlagten Steuern vom Ertrag, der Körperschaftssteuer, der Umsatzsteuer, der Abgeltungssteuer und der Einfuhrumsatzsteuer zusammen. Von diesen Einnahmen sind die Lohnsteuer und die Umsatzsteuer die größten Posten. Das bedeutet in einer Auswertung, dass ein erheblicher Anteil der Steuern von Arbeitnehmern aufgebracht wird. Umsatzsteuer wird bei jedem Verkauf von Waren und Dienstleistungen fällig, wobei es ermäßigte Steuersätze gibt.

 

Lohnsteuer und Einkommenssteuer

Die Lohnsteuer wird bei jeder Gehaltsabrechnung direkt abgezogen und an die Finanzkasse überwiesen. Eine veranlagte Einkommenssteuer wird erst dann erhoben, wenn die Steuerpflichtigen eine Steuererklärung abgegeben haben und auf dieser Grundlage vom Finanzamt eine bestimmte Summe an Steuern festgelegt wird. Diese Fälle treffen zum Beispiel für Selbstständige wie Freiberufler oder Gewerbetreibende zu. Da die betreffenden Gruppen ihre Steuern meist erst im Folgejahr nachzahlen oder Vorauszahlungen zu leisten haben, überschneiden sich die Beträge aus mehreren Jahren. Man kann also von diesen Zahlen nicht direkt auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes schließen, sondern müsste einen längeren Zeitraum betrachten.

Steuern für Kapitalerträge

Auf Kapitalerträge werden Abgaben in Höhe von 25% plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer erhoben. Dieses Geld fließt zum Beispiel bei Verkauf von Wertpapieren mit Gewinn in die Kassen. Es werden auch Erträge aus Zertifikaten sowie die Dividendenausschüttungen besteuert. Auch bei den Zinsen für Sparbücher, Tagegeldkonten und andere Anlagen greift der Staat zu. Allerdings gibt es hier eine Grenze, damit Personen mit geringem Einkommen nicht zu sehr belastet werden. Jedem Bürger steht ein Sparerfreibetrag zu. Außerdem werden die Kapitalertragssteuern nur zum tatsächlichen Steuersatz besteuert. Die Bank zieht zwar bei jedem Handel die 25% ab, aber man kann sich mit seiner Steuererklärung einen Teil des Geldes wiederholen, wenn man wegen eines geringen Einkommens einen günstigeren Steuersatz hat. Mit der Abgeltungssteuer hat der Bund im Jahr 2017 ca. 7 Milliarden Euro eingenommen.

Körperschaftssteuer für Gesellschaften aller Art

Juristische Personen wie Kapitalgesellschaften oder bestimmte Vereine müssen eine Körperschaftssteuer abführen. Der Steuersatz ist für alle Gesellschaften gleich und beträgt zur Zeit 15% vom Gewinn plus den üblichen Solidaritätszuschlag. Wer zum Beispiel plant, eine GmbH oder eine andere Personengesellschaft zu gründen, sollte diese zusätzliche Steuer unbedingt einplanen. Sie wird in jedem Fall für die erzielten Gewinne fällig. Bei einer Ausschüttung der Gewinne an die Gesellschafter wird außerdem eine Kapitalertragssteuer fällig. Falls diese Gesellschaften einen gemeinnützigen Zweck haben oder als Unternehmen des Bundes agieren, können sie von der Zahlung der Körperschaftssteuer befreit sein. Dazu muss die Satzung entsprechend gestaltet sein und es dürfen keine Gewinne erwirtschaftet werden. Die Körperschaftssteuer im Jahr 2017 betrug ca. 30 Milliarden Euro.

Ihr Beitrag zur politischen Kultur!

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter

Invalid email address

Selbstverständlich können Sie den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.


Print Friendly, PDF & Email

6
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
3 Comment threads
3 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
4 Comment authors
becconder-5-minuten-blog.deWayne PodolskiKarl Bernhard Möllmann Recent comment authors
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
Karl Bernhard Möllmann
Gast
Karl Bernhard Möllmann

. . . Die HORRENDEN Steuern für Arbeitnehmer – also für die ARBEITER – sind der Grund für die panische ANGST der Etablierten vor dem angeblich so gefährlichen “POPULISMUS”! . Denn “Populismus” bedeutet auf die Stimme des VOLKES (lateinisch: “populus”) zu hören – bedeutet also DEMOKRATIE – in seiner reinsten Form! . Wenn nämlich die ARBEITER eines Tages kapieren, wie schamlos sie einerseits abkassiert werden – und welcher Schindluder andererseits mit ihrem Geld von der Regierung getrieben wird – DANN ist auch in Deutschland die Hölle los, weil die Arbeiter auf die Barrikaden gehen. . Sogenannte “PFLEGE-KRÄFTE” sind zum Beispiel… Read more »

beccon
Gast
beccon

Problem ist nur, daß Staatsschulen, Staatsuniversitäten und das Staatsfernsehen immer noch den Staat als Löser aller Probleme anpreisen und das auch noch geglaubt wird. Klar daß die Kapitalisten schuld sind, daß die Einkommen so schlecht sind unabhängig von der Steuerquote von >50% und den Steuern und Regulierungen, die die Preise für alles auf die Spitze treiben.

Wayne Podolski
Gast

” Es werden auch Erträge aus Dividendenauschüttungen besteuert …”

Und dann doppelt zurückerstattet an die Bankster-Mafia, was den Behörden seit 1992 bekannt ist. Steuerumverteilung im großen Stil als Mittel zur Zerstörung dieses Landes unter den Augen der Politik, die das geschehen lässt.

Die größten Feinde der Deutschen sind DEUTSCHE.

beccon
Gast
beccon

Naja – weniger geklaut ist nicht geschenkt

der-5-minuten-blog.de
Gast

DIE GANS

Man muss nicht im 20. oder 21. Jahrhundert geboren worden sein, um über unser aktuelles Steuersystem alles nötige zu wissen. Jean Baptiste Colbert hatte den Kern schon vor mehr als 300 Jahre erfasst:

Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, daß sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich läßt

beccon
Gast
beccon

Mag sein, aber der Spitzensteuersatz zu Kaisers Zeiten war 4% und der war erst so ab 100.000 Mark fällig – Goldmark wohlgemerkt. (100M = 35g Gold – also heute über EUR 1081 – ein Millioneneinkommen – pro Jahr) Heute zahlt jeder popelige Facharbeiter oder ITler 42% “Spitzensteuersatz” und einen Haufen Sozialabgaben (welche dem Arbeitnehmer durch kreative Buchführung (“Arbeitnehmeranteil”) verschleiert werden)