Reise zur anderen Seite des Lebens

Gezeiten @ GEOLITICO Gezeiten @ GEOLITICO

Wo kommen wir her, und wo gehen wir hin? Es gibt Menschen, die, nach durch einen Unfall oder einer Krankheit die Reise auf die Rückseite des Lebens antraten.

Durch die Geburt treten wir ins irdische Leben ein, und durch den Tod verlassen wir es wieder. Wo kommen wir her, und wo gehen wir hin? Das sind die großen Rätselfragen, ohne deren Lösung wir im Grunde nicht wissen, wer wir sind. Sensible Naturen fühlen sich daher irgendwie fremd in diesem Leben.

„Fremd bin ich eingezogen, / Fremd zieh ich wieder aus“ beginnt der von Heinrich Heine hochgeschätzte Romantiker Wilhelm Müller seinen Gedichtzyklus „Die Winterreise“, die von Franz Schubert kongenial vertont wurde. Es ist im Grunde die Beschreibung unserer Lebensreise durch die kalte Erdenwelt. „Unverrückt“ zeigt uns ein Wegweiser die Richtung zum Tode, auf den jeder zugehen muss. Von dem, was danach kommt, kann uns niemand berichten: „Eine Straße muss ich gehen, / Die noch keiner ging zurück“.

Zurück ins Leben

Doch inzwischen gibt es zahlreiche Menschen, die, nach Unfall oder Krankheit medizinisch für tot erklärt, auf dieser Straße wieder für eine gewisse Zeit zurückgekommen sind. Sie berichten, dass sie sich außerhalb ihres Leibes befanden, ohne das Bewusstsein verloren zu haben. Forscher wie die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, der Psychologieprofessor Kenneth King oder der Arzt Pim van Lommel, der 344 Patienten untersuchte, die einen Herzstillstand hatten, haben sich mit der Thematik intensiv befasst. Auch der Spiegel brachte darüber einen sachlichen Bericht.[1] Und die Universität Bern hat eine Webseite zum Thema Nahtoderfahrungen eingerichtet.[2]

Am weltweit bekanntesten sind die Untersuchungen des amerikanischen Philosophen und Psychiaters Raymond A. Moody von 150 Nahtoderfahrungen geworden, die er 1975 in einem Buch unter dem Titel „Life After Life“ (deutsch unter „Leben nach dem Tode“) veröffentlichte, von dem inzwischen 13 Millionen verkauft worden sind. Der erste Fall, mit dem Moody schon als Student 1965 bekannt wurde, war der des Arztes George Ritchie, den er über eigene, 22 Jahre zurückliegende Erfahrungen erzählen hörte. Ritchies Buch-Veröffentlichung nannte Moody im Vorwort einen

„von drei oder vier der großartigsten und bestdokumentierten Berichte über die Erfahrung mit dem Sterben, die ich kenne. Sogar allein genommen, ist Dr. Ritchies Geschichte aufsehenerregend; vielleicht ist dies umso mehr der Fall, wenn man erkennt, dass Hunderte und aber Hunderte von Personen, die vom Tode überrascht wurden und in das Leben zurückkamen, ähnliche Aussagen machten.“[3]

Erkrankung und merkwürdige Reise

Ende September 1943 meldete sich der 20-jährige Medizinstudent George Ritchie aus Richmond (Virginia) freiwillig zur Armee und wurde in das für 250.000 Mann aufgebaute Ausbildungslager Barkeley in Texas eingezogen. Unter den widrigen kalten Bedingungen erkrankte er am 11. Dezember 1943 schwer und kam mit hohem Fieber in die 24-Betten-Isolierstation des 5000-Betten-Lazaretts. Noch hoffte er, die Sache in wenigen Tagen überstanden zu haben, denn er war wegen des großen Ärztemangels in der Armee dazu ausersehen worden, am 18. Dezember mit dem Zug in seine Heimatstadt Richmond geschickt zu werden, wo am 22. Dezember im dortigen Medizinischen College das spezialisierte Ausbildungsprogramm der Armee begann, das ihn mit anderen zum Militärarzt trimmen sollte.

Die Krankheit besserte sich, und ein Jeep sollte ihn am Morgen des 19.12. zum Bahnhof bringen. Doch die Erkältung wuchs sich in der Nacht zu einer schweren beidseitigen Lungenentzündung aus mit 41° Fieber. Beim Röntgen verlor er das Bewusstsein. Er erwachte in einem kleinen Einbett-Zimmer. Mit einem Ruck setzte er sich auf. Wieviel Uhr war es? Sein Wecker war weg, seine Uhr, seine Sachen.

„Der Zug! Ich würde den Zug verpassen! Eilig sprang ich aus dem Bett und suchte nach meinen Kleidern. … Meine Uniform war nicht auf dem Stuhl. Ichschaute darunter. Dahinter. Auch kein Armeesack. … Vielleicht unter dem Bett? Ich drehte mich um und erstarrte. Jemand lag in diesem Bett. … Es war ein ziemlich junger Mann mit kurzem braunem Haar. Er lag sehr still. Aber – das war doch unmöglich. Ich war doch gerade aus diesem Bett aufgestanden! Einen kurzen Moment beschäftigte mich das Geheimnis. Es war zu fremd, darüber nachzudenken – und überhaupt, ich hatte doch keine Zeit. Der Nachtpfleger! Vielleicht waren meine Kleider in seinem Raum!“[4]

Im Korridor kam ihm ein Feldwebel entgegen. Er fragte ihn nach dem Sani. Doch der antwortete nicht und ging weiter auf ihn zu, als sähe er ihn nicht. George sprang im letzten Moment zur Seite.

„Ich konnte nicht begreifen, dass wir nicht zusammengestoßen waren. … Weiter hinten im Korridor war eine der schweren Metalltüren, die nach draußen führten. Ich eilte dorthin. Wenn ich auch den Zug verpasst haben sollte, ich würde schon eine Möglichkeit finden, nach Richmond zu kommen! – Fast unbewusst fand ich mich draußen wieder und eilte geschwind dahin, mit einer Schnelligkeit, wie ich mich nie zuvor in meinem Leben bewegt hatte. Es war nicht so kalt, wie es vorher am Abend gewesen war – ja, eigentlich empfand ich weder Hitze noch Kälte.“ (s. Anm. 4)

Er merkte, dass er über den Spitzen einiger Büsche und die dunkle gefrorene Wüste dahinjagte.

„Mein Verstand versuchte mir klarzumachen, dass das, was ich tat, unmöglich war, und doch – es geschah. … Das Land schien jetzt mehr bewaldet: breite, schneebedeckte Felder, umgeben von dunklen Bäumen. … Ich ging nach Richmond; irgendwie hatte ich das von dem Augenblick an gewusst, als ich durch die Krankenhaustür stürmte. Ich ging hundertmal schneller nach Richmond, als irgendein Zug … mich hätte befördern können.“ (s. Anm. 4)

Da sah er unter sich eine größere Stadt an einem breiten Fluss. Er wünschte, dass er dort hinunter könnte, um jemanden nach der Richtung zu fragen. Und gleich bemerkte er, wie er sich langsamer fortbewegte. Da, wo vor ihm zwei Straßen zusammenkamen, sah er

„ein flackerndes, blaues Licht. Es kam von einem Neonschild über der Tür eines einstöckigen Gebäudes mit einem roten Dach, mit einem ´Pabst Blue Ribbon Beer` – Schild im Fenster. ´Café`, entzifferte ich die tanzenden Buchstaben über der Tür.“ (s. Anm. 4)

Er kam zum Stillstand, und als ein Mann auf das Café zuging, den er fragen wollte, fand er sich – als ob Gedanke und Bewegung identisch geworden wären – auf dem Fußweg. Doch der Mann reagierte auf seine Fragen überhaupt nicht. George wollte ihm auf die Schulter klopfen – aber er griff ins Leere. Und als er sich ratlos gegen das Halterungsseil eines Telefonmastes lehnen wollte, ging sein „Körper durch das Seil hindurch, als ob es nicht da wäre“.

In ihm stieg eine furchtbare Ahnung auf:

Hatte er „auf irgendeine unmögliche, unvorstellbare Weise meinen Körper verloren, meine Fähigkeit, Dinge zu greifen, mit dieser Welt in Berührung zu kommen? Sogar gesehen zu werden! … Was hatte es überhaupt für einen Sinn, nach Richmond zu eilen, wenn bei meiner Ankunft doch keiner auf mich aufmerksam würde? … Eine entsetzliche Einsamkeit überfiel mich. Irgendwie, auf irgendeinem Wege musste ich diesen – diesen Körper zurückbekommen, den andere Leute sahen, auf den sie reagierten. – Und plötzlich erinnerte ich mich an den jungen Mann, den ich im Bett in dem kleinen Krankenzimmer gesehen hatte. Wie, wenn das womöglich – ich gewesen wäre? Oder nur der stoffliche, feste Teil von mir, der auf irgendeine unerklärliche Weise von mir getrennt wurde?“ [5]

Die verzweifelte Suche nach seinem Körper

Er jagte in noch größerer Geschwindigkeit zurück, kam wieder zum Lazarett und eilte hinein. Verzweifelt suchte er den kleinen Raum, in dem er seinen Körper verlassen hatte. Er war ja bewusstlos gewesen, als er vom Röntgen dort hineingebracht worden war, und hatte so keine Anhaltspunkte. Wo, in welchem Flügel des gewaltigen Krankenhauskomplexes mit 200 Baracken befand er sich?

„Ich eilte in diesem enormen Komplex von einer Station zu anderen, hielt in jedem kleinen Raum an, bückte mich über jeden, der in den Betten lag, und eilte weiter. Es gab Hunderte und Hunderte und Aberhunderte von diesen engen Einbettschlafkammern, eine gleich der anderen, und die Stationen sahen sich so ähnlich, dass ich bald ganz verwirrt war, in welcher ich wohl schon gewesen war.“ (s. Anm. 5)

Auch wurde ihm klar, dass er sich ja niemals selbst von außen gesehen hatte, die raumerfüllte Gegenwart seiner selbst kannte er von außen gar nicht. Wie konnte er feststellen, dass er sich gefunden hatte? Er ging weiter und weiter, hielt an, studierte die schlafenden Gesichter und wandte sich ab. Die Einsamkeit, die er bereits in der unbekannten Stadt empfunden hatte, wurde nun zu einer wachsenden Panik.

Da erinnerte er sich, dass er an seiner linken Hand einen Ring seiner Phi-Gamma-Delta-Studentenverbindung trug, mit einem schwarzen ovalen Onyx, auf dem eine goldene Eule eingeritzt war. Er musste mit der Suche noch einmal von vorne beginnen und hastete erneut durch die Einzelzimmer. Wenn die linke Hand der Soldaten jedoch unter der Decke lag, musste er warten, bis der Schlafende die Stellung wechselte. Schließlich kam er bei seinem Umherirren in die Röntgenabteilung und erkannte den Techniker wieder. Verzweifelt schrie er ihn an, doch der notierte ruhig nur etwas.

„Waren nur wenige Stunden vergangen, seitdem sie mich auf der Trage in diesen Raum gebracht hatten? Sicher waren es bereits Wochen. Jahre. Oder – waren es vielleicht nur Minuten? Irgendetwas war auch merkwürdig im Blick auf die Zeit, in einer Welt, wo die Regeln über Raum und Geschwindigkeit und körperliche Substanzen anders waren. Ich hatte vollkommen das Empfinden dafür verloren, ob eine Erfahrung einen Bruchteil einer Sekunde ausmachte, oder ob sie gar Stunden dauerte.“ (s. Anm. 5)

Er riss sich weiter, mehr Korridore, mehr Stationen und Betten. In einem der kleinen Räume weinte ein junger Mann.

„Vielleicht Heimweh. Viele von uns weinten, wenn sie dachten, dass niemand uns beobachten würde, besonders jetzt um die Weihnachtszeit. In der nächsten Schlafkammer – keiner. … In der letzten – Ich erschrak. Da war jemand im Bett, aber das Laken war ihm ganz über den Kopf gezogen worden, nur die Arme lagen außerhalb der Decke. Merkwürdig steif und gerade sahen diese Arme aus, unnatürlich, die Handflächen nach unten gekehrt. – Am dritten Finger der linken Hand war eine kleine goldene Eule auf einem Oval eines schwarzen Onyx.“ (s. Anm. 5)

 Er stand vor seinem Körper, und unabweisbar stieg der furchtbare Gedanke in ihm auf, dass er tot sei. Aber er war doch nicht tot, er war bei Bewusstsein, dachte, machte Erfahrungen! War der Tod etwas ganz anderes, als er bisher gedacht hatte?

„Ich war ich, hellwach, nur ohne Körper, mit dem ich mich sonst bewegte.“

Wie wahnsinnig versuchte er das Betttuch zurückzuziehen, um die Gestalt zu enthüllen, seine materielle Gestalt. Doch sie war real so weit von ihm entfernt, als ob sie beide sich auf verschiedenen Planeten befänden. Voller Verzweiflung sank er vor dem Bett nieder.

Das Wesen aus Licht

Da bemerkte er, wie das Licht im Raum auf einmal heller wurde, immer heller, wie alle Glühbirnen der Station, ja letztlich in der Welt nicht so viel Licht ausstrahlen konnten.

„Es war wie das Licht von einer Million Schweißbrennern, die auf einmal arbeiteten.“

Hätte er, ging es ihm durch den Kopf, jetzt noch seine körperlichen Augen:

„Dieses Licht würde die Netzhaut in dem Zehntel einer Sekunde zerstören. Nein, korrigierte ich mich selbst, nicht das Licht. Er! Er würde zu hell sein, um ihn anschauen zu können. Denn jetzt sah ich, dass es nicht ein Licht war, sondern ein Mann aus Licht, obwohl dies genauso wenig möglich war für meinen Verstand wie die unbeschreibliche Intensität der Helligkeit, die seine Gestalt ausmachte.“[6]

In dem Moment, als er ihn wahrnahm, bildete sich in seinem Innern wie von selbst die Aufforderung:

„Steh auf! – Die Worte kamen aus meinem Inneren, dennoch hatten sie eine Autorität, wie sie meine Gedanken nie hatten. Ich sprang auf meine Füße, und als ich das tat, bekam ich die erstaunliche Gewissheit: Du bist in der Gegenwart des Sohnes Gottes. Und wieder entstand eine Vorstellung in mir wie von selbst, aber nicht als Gedanke oder Spekulation. Es war eine Art Wissen, plötzlich und vollständig. Ich wusste …, dass er das vollkommenste menschliche Wesen war, dem ich je begegnet war. … Aber dies war nicht der Jesus aus meinen Sonntagsschulbüchern. Jener Jesus war nett, freundlich, verständnisvoll. Diese Person war selbst Kraft, älter als die Zeit und dennoch moderner als irgendjemand, dem ich jemals begegnet war.“ Und über allem wusste „ich mit derselben wunderbaren Gewissheit, dass dieser Mann mich liebte. Weit größer als die Kraft, die von seiner Gegenwart ausströmte, war die bedingungslose Liebe. … Eine Liebe jenseits meiner kühnsten Vorstellungen.“ (s. Anm. 6)

Lebenspanorama

„Diese Liebe kannte jede meiner lieblosen Regungen. … Er wusste alles über mich. … Denn gleichzeitig mit seiner strahlenden Gegenwart … war in diesen Raum jede einzelne Episode meines Lebens eingetreten. Alles, was um mich herum geschehen war, war einfach da, in voller Sicht, gleichzeitig und fließend, so, als ob in einem Moment alles zu gleicher Zeit stattfinden konnte. … Das kleine Einbettzimmer war immer noch sichtbar, aber es engte uns nicht länger ein. Dagegen war an allen Seiten um uns herum etwas, was ich nur mit einer Art Wandgemälde bezeichnen könnte – nur, dass die Gestalten dreidimensional waren, sich bewegten und sprachen. Und viele dieser Gestalten waren anscheinend ich selbst.“ (s. Anm. 6)

Er sah sich von Geburt an in allen Lebenssituationen, was mit ihm geschah, was er getan, gefühlt und gedacht hatte.

„Es hätte in normaler Zeit Wochen gebraucht, um nur einen flüchtigen Blick auf die vielen Ereignisse zu werfen, und dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass überhaupt Minuten vergingen. … Jede Einzelheit eines zwanzigjährigen Lebens war zu sehen. Das Gute, das Schlechte, die Höhepunkte, das, was Zum-davon-Laufen war. Und mit dieser Allesinklusive-Schau entstand eine Frage. Sie war in jeder Szene gegenwärtig, und, wie die Szenen selbst, schien sie von dem lebendigen Licht neben mir gesteuert zu sein. ´Was hast du aus deinem Leben gemacht´?“

Und er bemerkte, dass er es selbst war, der die Begebenheiten beurteilte, sie als unwesentlich, egoistisch oder bedeutungslos erkannte.

„Keine solcher Verurteilungen kam von der Herrlichkeit, die mich umgab. Er tadelte nicht, er warf mir nichts vor. Er – liebte mich ganz einfach. Er erfüllte die ganze Welt mit ihm selbst, und dennoch, irgendwie näherte er sich mir persönlich. Er wartete auf meine Antwort auf die Frage, die immer noch in der Luft hing. ´Was hast du aus deinem Leben gemacht. Was kannst du mir zeigen?` … Die Frage hatte, wie alles andere, was von ihm ausging, etwas mit Liebe zu tun. Wieviel hast du mit deinem Leben geliebt? Hast du andere geliebt, so wie ich dich liebe? Ganz? Bedingungslos?“

Überirdische Reise

Mit einem Mal bemerkte er, dass sie sich fortbewegten und das Lazarett verlassen hatten. Das Lebenspanorama war verschwunden, und sie schienen hoch über der Erde zu sein. Die Lichtgestalt zeigte ihm in einer entfernten, dicht bevölkerten Stadt, wie sich überall unter die Lebenden Verstorbene mischten, die unaufhörlich versuchten, Einfluss auf das Handeln ihrer Verwandten oder Bekannten zu nehmen, welche sie aber gar nicht bemerken konnten. Er zeigte ihm Selbstmörder, die ihre Tat bereuten und sich den Zurückgebliebenen klagend verständlich zu machen suchten; oder trinkende Menschen in Bars, welche „die verzweifelt durstigen körperlosen Wesen“ neben sich nicht sahen und „ihr wahnsinniges Stoßen nicht fühlten, an eines der vollen Gläser heranzukommen“. Es waren alles verstorbene Menschen, die mit ihren Begierden noch an den irdischen Dingen hingen und sich davon nicht lösen konnten.

„´Richte deine Augen auf mich`, so hatte es mir Jesus gesagt, bevor wir unsere außergewöhnliche Reise begannen. Und wenn ich es tat, verschwand die Angst. … Ohne ihn und seine Gegenwart hätte ich in der Tat all das nicht verkraftet, was er mir zeigte.“[7]

Sie verließen die Stadt und kamen auf eine weite Ebene, auf der es von Horden körperlosen Wesen wimmelte.

„Zuerst dachte ich, wir schauen auf einen großen Kriegsschauplatz: überall waren die Menschen dazu verdammt, einen Kampf miteinander zu führen, sie krümmten sich, schlugen sich, kämpften wie wild. … Keine Waffen irgendwelcher Art sah ich, … nur nackte Hände und Füße.“

Doch sie konnten sich nicht wirklich berühren, da sie ja keine Körper hatten.

„Sie konnten sich nicht töten, obwohl sie den eindeutigen Wunsch dazu hatten, ihre Opfer waren bereits tot. Und so stürmten sie aufeinander im Wahnsinn machtloser Raserei. … Diese Kreaturen schienen an Gewohnheiten der Sinne und Gefühle, an Hass, Lust und zerstörerische Gedanken und Vorstellungen gebunden zu sein. (…)
Auch dieses Mal kam kein Verdammungsurteil von der Gegenwart neben mir, nur ein Mitleid mit diesen unglücklichen Kreaturen, die ihm das Herz brachen. Mit Sicherheit war es nicht sein Wille, dass irgendjemand von ihnen an diesem Ort war. …Vielleicht war es nicht Jesus, der sie verlassen hatte, sondern vielleicht waren sie es selbst, die aus dem Licht geflohen waren, das ihnen ihre Dunkelheit zeigte. …“ (s. Anm. 7)

Und er führte ihn in einen schönen, sonnigen Park, in dem gewaltige Gebäude eines riesigen Studienzentrums standen, das ihm erschien, „als ob alle Schulen und Universitäten dieser Welt nur stückweise Reproduktionen dieser Wirklichkeit hier waren.“ In einem alles durchdringenden Frieden forschten Menschen in langen Kapuzenmänteln konzentriert nach der Wahrheit in all ihrer Vielfalt, und ihre Ergebnisse füllten riesige Bibliotheken. „Sie wuchsen und wachsen immer noch“, kam ihm auf seine stumme Frage die Antwort Jesu. Aber dann musste auch diesen selbstlos suchenden Wesen noch etwas fehlen. Verpassten auch sie

„bis zu einem gewissen Grade, Jesus zu sehen? Oder vielleicht ihn als ihn zu sehen? … Wenn sogar der Durst nach Wahrheit von der Wahrheit selbst trennen könnte, die hier in ihrer Mitte stand, während sie nach ihm in Büchern und Reagenzgläsern suchten …“

Schließlich kamen sie auf eine höhere Ebene, die nichts mehr mit der Erde zu tun hatte, und er sah in unendlicher Ferne eine strahlende Stadt, in der alles aus demselben Licht geschaffen schien, „wie die Person neben mir.“ Konnten die strahlenden Wesen dort, so fragte er sich erstaunt,

„diejenigen sein, die in der Tat Jesus als den Brennpunkt ihres Lebens behalten hatten? … Als ich gerade diese Frage stellte, schienen sich zwei strahlende Wesen von dieser Stadt zu entfernen und geradewegs auf uns zuzukommen. … Aber so schnell sie auch auf uns zukamen, wir zogen uns noch schneller zurück. … Wenn ich auch über den Verlust laut aufschrie, so wusste ich doch, dass meine unvollkommene Schau jetzt nicht mehr ertragen konnte, als einen winzigen Schimmer … des endgültigen Himmels. Er hatte mir alles gezeigt, was er konnte.“[8]

Rückkehr

Die Wände des kleinen Lazarettraumes schlossen sich wieder um ihn, und er sah seinen Körper vor sich im Bett liegen. Jesus stand noch neben ihm. Doch das Licht seiner Gestalt verlöschte.

„Verzweifelt schrie ich nach ihm, dass er mich nicht verlassen möge, … der Gedanke, von ihm getrennt zu werden, war mehr, als ich ertragen konnte.“

Gerade als er so bat, merkte er, wie sich sein Bewusstsein veränderte. Sein Hals brannte, und er fühlte auf einmal ein Gewicht auf seiner Brust, das ihn fast erdrückte. Er öffnete die Augen, doch war etwas auf seinem Gesicht. Seine Arme auf der Decke waren wie Blei. Schließlich fühlte seine rechte Hand den Ring mit dem ovalen Stein am linken Ringfinger, während Dunkelheit über ihn hereinbrach.

Das nächste, woran er sich erinnern konnte, war das Öffnen seiner Augen unter riesigen Kopfschmerzen und der Anblick einer Krankenschwester, die zu ihm herunterlächelte: „Es ist gut, dass wir Sie wieder bei uns haben“, sagte sie, „Eine Weile dachten wir, Sie würden es nicht schaffen.“ Ein Tag nachdem er beim Röntgen bewusstlos geworden war, konnte ein Sanitäter bei ihm keinen Puls mehr finden, auch Atmung und Blutdruck waren nicht mehr feststellbar. Der alarmierte Arzt kam zum selben Ergebnis. „Er ist tot, wirklich“, sagte er zum Sanitäter. „Wenn Sie Ihre Runde beendet haben, machen Sie ihn bitte fertig für das Leichenhaus.“ Es hatte schon eine Anzahl Tote im Camp gegeben, und widerstrebend zog er das Betttuch über das Gesicht. [9]

Ungefähr neun Minuten später kehrte der Sani zurück und meinte bemerkt zu haben, dass sich die Hand auf der Wolldecke bewegt hatte. Aber der herbeigerufene Arzt konnte nur erneut den Tod feststellen. Doch, eigentlich undenkbar, weigerte sich der Sani, das Urteil seines vorgesetzten Offiziers anzuerkennen, und entgegen der medizinischen Aussichtslosigkeit gelangen die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche mit einer Adrenalinspritze in den Herzmuskel. Noch drei Tage vergingen, bis George Ritchie sein volles Bewusstsein wiedererlangte. Der Arzt schrieb später, diese erstaunlichste Wiederherstellung müsse „auf andere als natürliche Weise erklärt werden.“

Ende Januar konnte er entlassen werden und machte sich, 40 Pfund leichter, auf den Weg zu der vorgesehenen medizinischen Ausbildung in seiner Heimatstadt Richmond. Doch er war einen Monat hinter den anderen zurück, und seine Schwäche war größer, als er gedacht hatte. Und trotz monatelanger Anstrengungen musste er das Studium abbrechen. Drei andere Versager und er machten sich im Oktober in einem alten Auto auf den Weg zurück in das Camp Barkley.

Unterwegs passierte das Merkwürdige: Als sie durch Vicksburg am Mississippi fuhren, kamen ihm auf einmal die Anlage der Stadt und die Straßen bekannt vor. Und obwohl er hier zuvor nie gewesen war, wusste er, „wie das Ufer hinter der nächsten Kurve aussehen würde. Wie die Straßen sich kreuzen würden.“ Er dirigierte den Fahrer dahin, wo er nach wenigen Häuserblöcken ein weißes Fachwerkhaus mit rotem Dach sah und über der Tür in Neonbuchstaben das Wort „Cafe´“.

„Dort war der Fußweg, wo ich neben dem Mann ging, der mich nicht sehen konnte. Da war der Telefonmast, wo ich so lange gestanden hatte … wie lange? In welcher Art von Zeit und in welcher Art Körper? … Hier war es, wo ich bei dem zielstrebigen körperlosen Flug anhielt. Hier hielt ich an und dachte nach und kehrte um …“[10]

Sehnsucht

George Ritchie hatte seit seiner Rückkehr in dieses Leben den unaufhörlichen Drang, jedem, der es hören wollte, zu erzählen, was er in der gewaltigen Begegnung mit der Lichtgestalt Jesu erlebt hatte. Er dachte ständig an ihn, sehnte sich nach der unendlichen Liebe zurück, die von ihm ausgegangen war und konnte sich kaum vorstellen, wie er leben konnte, ohne ihn zu sehen. Es war die Herrlichkeit jener Welt, die ihm die Rückkehr in das Leben so schwer machte.

„Der Kontrast zwischen der Liebe Jesu und der Welt, in der ich mich vorfand, in der ich weiter leben sollte, ließen die Jahre, die meiner Krankheit folgten, zu den schwersten meines Lebens werden.“[11]

Nach der Invasion in Frankreich, an der er in einer Sanitätseinheit teilnahm, und dem Einmarsch in Deutschland hatte er ein einschneidendes Erlebnis. In einem befreiten KZ bei Wuppertal diente ihnen einer der Gefangenen als Dolmetscher, der ihm durch seine besonders aufrechte Gestalt, seine hellen Augen und seine unermüdliche Energie auffiel. Sie nannten ihn wegen seines Bartes Wild Bill. Er war seit 1939 im KZ gewesen, mit der gleichen Hungertoddiät wie alle, doch ohne die geringste körperliche oder geistige Verschlechterung. Er war im Lager bei allen beliebt gewesen, und Streitigkeiten zwischen den Insassen verschiedenster Nationalitäten, „die einander fast so sehr hassten, wie sie die Deutschen hassten“, wurden ihm zum Schiedsspruch vorgelegt. Er riet ihnen allen stets, Vergebung zu üben.

Ritchie erklärte ihm, dass das doch nicht leicht sei, viele von ihnen hätten ihre Familienangehörigen verloren. Da erzählte ihm „Wild Bill“, dass er aus Warschau stamme, wo im jüdischen Sektor seine Frau, ihre zwei Töchter und drei kleine Jungen vor seinen Augen von den Deutschen erschossen wurden. Ihn benötigten sie wegen seiner Deutschkenntnisse.

„Ich musste mich entscheiden …, ob ich mich dem Hass den Soldaten gegenüber hingeben sollte, die das getan hatten. Es war eine leichte Entscheidung, wirklich. Ich war Rechtsanwalt. In meiner Praxis hatte ich zu oft gesehen, was der Hass im Sinn und an den Körpern der Menschen auszurichten vermochte. Der Hass hatte gerade sechs Personen getötet, die mir das meiste auf der Welt bedeuteten. Ich entschied mich dafür, dass ich den Rest meines Lebens – mögen es nun wenige Tage oder viele Jahre sein – damit zubringen wollte, jede Person, mit der ich zusammenkam, zu lieben.“[12]

Diese Worte trafen George Ritchie ins Herz.

„Jede Person zu lieben“, sagte er sich, „das war die Kraft, die den Mann in allen Entsagungen so wohl erhalten hatte. Es war die Kraft, die mir zuerst im Krankenzimmer von Texas begegnet war, und, das lernte ich Stück für Stück, wo Jesus Christus hindurchscheinen wollte – ob der menschliche Träger sich dessen bewusst war oder nicht.“

Zuvor schon hatte er in einem Lazarett in Frankreich einen schwer verletzten Feldwebel kennengelernt, der trotz großer Schmerzen mehr Interesse für die anderen hatte als für sich selbst. Er hatte ein Lächeln, „das unvergesslich war. Es teilte sein Gesicht von einem Ohr zum anderen und umschloss einen und das große grüne Zelt und das ganze schlammige Transportlazarett in einer Glut von Dankbarkeit.“[13] George Ritchie erzählte ihm seine Erlebnisse an der Schwelle des Todes.

„Ich hielt unvermittelt inne und starrte Jack an. Wieder beschlich mich das Gefühl, dass ich ihn vorher schon gekannt hatte. Dieses sonderbare Empfinden, das ich vom allerersten Tag an hatte, in der Nähe eines bekannten Freundes zu sein. – Es war der Christus, der mich die ganze Zeit über aus Jack Helms` Augen angeschaut hatte. Das Angenommen-Sein. Die Fürsorge. Die Freude. Natürlich ich erkannte das alles! Ich war ihnen im Krankenhauszimmer in Texas begegnet, und jetzt, 5.000 Meilen entfernt, traf ich sie wieder, auf einem Hügel in Frankreich. Dieses Mal waren sie nur wie ein Echo, unvollkommen, übertragen durch ein fehlerhaftes menschliches Wesen.“

 Und ihm wurde bewusst, dass seine Sehnsucht zurück zu der Nähe Jesu, wie er sie erlebt hatte, falsch war.

„Das Wesen der Person, der ich begegnet war, war ihr ´Jetzt-Sein`. … Wenn ich die Nähe Christi zu fühlen wünschte – und ich wünschte dies mehr als alles andere – dann musste ich sie in den Menschen finden, die er an jedem Tag vor mich stellte.“

Zwei Wochen zuvor hatte er auf einem Baumstumpf gesessen und noch gebetet, „dass mir zu sterben erlaubt würde. Und plötzlich wusste ich etwas anderes, an diesem Tage neuer Erkenntnisse. Das Gebet war beantwortet worden. Auf eine Weise, wie ich es niemals gedacht hatte, war ich in der Tat gestorben.“

Er erkannte, dass ein Teil von ihm, der seit dem nahtodlichen Erlebnis in Texas im Mittelpunkt seines Bewusstseins stand, gewissermaßen gestorben war: sein Selbstmitleid, sein selbstbezogener Wunsch zurück nach der seligen Nähe Jesu in der anderen Welt, alle Gedanken, die auf irgendeine Weise um sich selbst kreisten.

„Und indem ich mich selbst verlor, hatte ich Christus entdeckt. Es war seltsam, dachte ich: Ich hatte auch in Texas zu sterben, um ihn zu sehen. Ich fragte mich, ob wir immer zu sterben hatten, zumindest irgendein widerspenstiger Teil von uns, bevor wir mehr von ihm erkennen konnten.“

Man könnte auch sagen: Müssen wir nicht den niederen Teil von uns erst überwinden, damit unser höheres Wesen geboren werden kann, das allein in der Lage ist, Christus erkennend nahe zu kommen?

 

Anmerkungen

[1] http://www.spiegel.de/spiegelwissen/nach-einem-nahtoderlebnis-wollen-viele-menschen-ihr-leben-aendern-a-898592.html

[2] http://www.nahtod.ch/forschung/studien/

[3] in: George Ritchie: Rückkehr von morgen, Marburg 1984, S. 5

[4] a.a.O. S. 27

[5] a.a.O. S. 31 f.

[6] a.a.O. S. 37 f.

[7] a.a.O. S. 45 f.

[8] a.a.O. S. 57 f.  

[9] a.a.O. S. 61 f.

[10] a.a.O. S. 77, 78

[11] a.a.O. S. 66

[12] a.a.O. S. 92

[13] a.a.O. S. 85 u. f.

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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hubi stendahl
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hubi stendahl

In einer Zeit, in der die Menschen einmal inne halten sollten, ist dieser Artikel für die einen ein schönes Märchen, für die anderen die Bestätigung, dass das irdische Leben mehr bereit hält, als das tägliche Gegeneinander in der kurzen Phase des materialisierten Seins. Kübler Ross und Moody habe ich Anfang der 80ziger als Kompensation zum stupiden Oekonomiestudium gelesen. Wenn ich auch solchen Geschichten, von denen mittlerweile gut recherchiert viele tausend bekannt sind, eher kritisch gegenüberstehe, so gibt es doch auch ohne esoterische Sicht der Dinge, einige überraschende Parallelen, die sich sowohl mit dem allgemeinen Verständnis der Quantenphysik decken, als auch… Read more »

Gast 2
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Gast 2

“Wenn ich auch solchen Geschichten, von denen mittlerweile gut recherchiert viele tausend bekannt sind, eher kritisch gegenüberstehe….” und “Die Geschichte mag der Betroffene aufgeblasen haben.” 1. Gehen Sie davon aus, daß es diese Phänomene gibt und sie dürften häufiger als vermutet sein. Je nach erzählter “Geschichte” können Auslöser z.B. das plötzliche Erkennen einer unmittelbar bevorstehenden (lebensbedrohlichen) Extremsituation sein. Auch Zustände in Halbwachphasen mit fast real empfundenen, traumhaften “Mitteilungen” kann man in die Kategorie parapsychische Erlebnisse sortieren. Sauerstoffmangel im Gehirn, den viele Neurochirurgen als Ursache von Nahtod-Visionen ansehen, ist dann wohl nicht relevant. 2. Scharlatanerie und nachträgliches Ausschmücken von (subjektiv) tatsächlich… Read more »

Zitrone
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Zitrone

Die rein sinnliche Welt, wird dem Menschen keine auf das äußere bezogene ER-LÖSUNG geben können. Deshalb hat die rein materialistische Anschauung, die in diesen Zeiten Hochkonjunktur feiert und von den Logen gelenkt wird, nur einen Zweck, sie soll auf den Menschen wirken, wie ein Ring der sie fest umschließt, der sie unbeweglich macht. Er, der Mensch, wird auf Dauer ein Gefangener seiner egoistischen Triebe, die um Umkehr Schluß zerstörend und vernichtend wirken. Nahtod Berichte/Erfahrungen könnten an dieser Stelle hilfreich ansetzen, damit das edle im Menschen wieder zu Tage treten, der Zusammenhang zwischen Mensch und Kosmos offiziell wieder hergestellt und anerkannt… Read more »

waltomax
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waltomax

Es scheint eine Welt des Potentiellen zu geben, in welcher sich alle realen Möglichkeiten überlagern. Das bedeutet ein Meer an potentieller Information, aus welchem man eine Auswahl treffen kann, welche dann die Realität erschafft, die man erlebt. Das Meer der Möglichkeiten bildet damit eine weit fundamentalere Ebene der Existenz, als die “Schaumkrönchen” all der “Realitäten”, die sich auf dessen Oberfläche bilden und wieder vergehen. Der Alltgsverstand begreift als “harte Realität” lediglich das, was er aus dem Meer der Möglichkeiten ausfiltert. Nun manifestiert sich ein Schaumkrönchen auf einer Welle, die sich aus dem Meer der Möglichkeiten bildet, nur dann, wenn dafür… Read more »

MutigeAngstfrau
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MutigeAngstfrau

Für mich war eines der beeindruckendsten Bücher zu diesem Thema jenes im verlinkten Video besprochene. Besonders faszinierend, dass ein bis dato skeptisch Eingestellter, noch dazu über Wissen höchst präziser Chirurgie Verfügender, hier die Grenzen seiner eigenen Beeinträchtigung durch Schulwissen überschreiten musste.

Es ist doch einfach lächerlich anzunehmen, dass diese drei Dimensionen, in denen wir uns körperlich bewegen können, und in denen wir durch die etablierte Wissenschaft zu denken gezwungen werden, die Krone der Erkenntnis darstellt!
Das ist ebenso wenig der Fall, wie der Zweibeiner mit der heute atombetriebenen Steinkeule diejenige der Schöpfung sein soll.

www.youtube.com/watch?v=MFTW8Fm821o

waltomax
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waltomax

“Jede Geburt bedeutet Trennung vom All, bedeutet Umgrenzung,
Absonderung von Gott, leidvolle Neuwerdung. Rückkehr ins All,
Aufhebung der leidvollen Individuation, Gott werden bedeutet:
seine Seele so erweitert haben, daß sie das All wieder zu
umfassen vermag.” – Hermann Hesse

Es gilt nicht, das All, das nicht erfssbar ist, umfassen zu wollen. Es gilt vielmehr zu erkennen, dass die innere Unendlichkeit und die äußere Unendlichkeit einander bedingen.

waltomax
Gast
waltomax

…Was uns zu der Frage führt, wie sich ein Erfahrungshorizont (eine mommentane Lebensrealität, oder eine Erfahrungsebene) als Phasengrenze zwischen der inneren Unendlichkeit und der äußeren Unendlichkeit herausbildet, wie er verschoben wird und wie sich das auch physikalisch darstellt.

waltomax
Gast
waltomax

Das Nichts, das unmanifestierte Plenum, das Plenum, das manifestierte Nichts.

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

@waltomax

Zitat:
“Das Nichts, das unmanifestierte Plenum, das Plenum, das manifestierte Nichts.”

Ihren obigen längeren Kommentar habe ich mit Interesse zweimal gelesen, um ihn einigermaßen zu verstehen.

Das o.e. Zitat jedoch, lässt mich gänzlich aussteigen. Wenn ein Nichts, ein nicht manifestiertes Plenum (Gemeinschaft, Versammlung oder ähnliches) sein soll, wie kann dann dieses (Nichts) Plenum zu einem manifestierten Nichts werden? Nichts ist Nichts.

Meinten Sie alles ist nicht oder doch?

waltomax
Gast
waltomax

@Hubi: Wissen Sie, was man in der Lehre des ZEN also KOAN bezeichnet? So können Sie dies auffassen. Die Lösung dieses Koans ist aber nicht zwingend notwendig, um hinter den “realen Dingen” ein Meer an Information und Energie zu vermuten. Man könnte das Meer als das “All” bezeichnen und einen Kosmos als “Auswahl” daraus.

Merkwürdigerweise haben die Australischen Ureinwohner den Begriff der “Traumzeit” erfunden, um der unmanifestierten Realität einen Ebene unterzulegen, die weit fundamentaler ist. Die unmanifestierte Realität ist aber nicht nichts.

Wir sind es nicht gewohnt, eine Bibliothek, in welcher alle Bücher stehen, die geschrieben werden können, als wirklich zu begreifen.

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl

Hallo @waltomax,

eigentlich wollte ich mit meinem Einwand nur zum Ausdruck bringen, dass ein Kommentar sicher mehr Leser findet, wenn Zusammenhänge derart darstellt sind, dass sie von einer möglichst großen Leserschaft VERSTANDEN werden. Welchen Sinn sollte sonst ein Kommentar haben? Er würde zum Selbstgespräch mutieren.

Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das Nicht.
(Joachim Ringelnatz)

waltomax
Gast
waltomax

@Hubi:

Wenn das All (unendliche Möglchkeiten) existiert und viele Kosmen als Realitäten hervorbringen kann, dann würde der (göttliche) Geist also sowohl unmanifstiert als auch manifestiert erscheinen können. In jedem Falle wäre das Ausdruck einer “positiven Existenz”. Das Nichts als Ausdruck einer negativen Existenz, also als “Nicht-Sein” gibt es nicht.

waltomax
Gast
waltomax

@Hubi:

Sie verstehen Nichts als negierte Existenz, ich verstehe es als unmanifestierte Realität. Dieses “Nichts” existiert.

waltomax
Gast
waltomax

Woher kommen wir, wohin gehen wir? Die Unendlichkeit hat weder Ort noch Zeitpunkt. Wir tauchen aus ihr auf und sinken in diese formlos zurück.

www.youtube.com/watch?v=wqhR37qSUMA

waltomax
Gast
waltomax

Wenn wir sterben, ergeht es uns wie einem Zuckerwürfel, der sich im Kaffee auflöst.

waltomax
Gast
waltomax

Der Einbruch der Unendlichkeit in unser Bewusstsein. 2017?

waltomax
Gast
waltomax

GIORDANO BRUNO reloaded…

Zitrone
Gast
Zitrone

Kein Wesen kann zu nichts zerfallen!
Das Ewge regt sich fort in allen,
Am Sein erhalte dich beglückt!
Das Sein ist ewig: denn Gesetze
Bewahren die lebendgen Schätze,
Aus welchen sich das All geschmückt.

Das Wahre war schon längst gefunden,
Hat edle Geisterschaft verbunden;
Das alte Wahre, faß es an!
Verdank es, Erdensohn, dem Weisen,
Der ihr, die Sonne zu umkreisen,
Und dem Geschwister wies die Bahn,

Sofort nun wende dich nach innen:
Das Zentrum findest du da drinnen,
Woran kein Edler zweifeln mag.
Wirst keine Regel da vermissen:
Denn das selbständige Gewissen
Ist Sonne deinem Sittentag.

Johann Wolfgang von Goethe

waltomax
Gast
waltomax

Soisses.

waltomax
Gast
waltomax

Matrix:

Die elektronische Maschinenmatrix als Träger der individuellen Realitäten der zu Biomaschinen degradierten Menschen. Programm letztlich endlicher Möglichkeiten.

Neo (Jesus): Die Personifizierung der photonischen Matrix, welche auch die elektronische Maschinenmatrix umfasst, bestimmt und hervorbringt.
Programm schöpferisch unendlicher Möglichkeiten.

Lallajunge
Gast
Lallajunge

Gute Gedanken die eines gemeinsam haben, Licht und die Hoffnung einer Existenz nach dem Tod. Die Zeit des einzelnen ist relativ kurz im Vergleich zu der Dauer des Todes vor und nach dem Leben. Niemand muss sich Sorgen machen, wir werden die Wahrheit alle rechtzeitig erfahren.

Gast
Gast
Gast

Ich wollte mich hierzu nicht äußern da es mir nicht zusteht das weiterzugeben: es gibt Menschen die dort hinschauen können —ich entnehme es einer Grabrede ” Wo wir Menschen nicht hinschauen dürfen ” doch es gibt wenige… Man nennt es das Schattenreich, dort wo die Seelen weiterleben bis zu Ihrer Wiedergeburt. Es ist sehr schwer dorthin zu gelangen, meist erfolgt eine Einladung mittels eines Spiegels, wobei sich der Bote (die Botin= nur Frauen können das ) im Spiegelbild zu erkennen gibt–es kann nur ein weiblicher Mutant sein, den Namen dieser Wesen ist mir nicht bekannt irgend was mit Ezebel–sie sind… Read more »

Karl Bernhard Möllmann
Gast
Karl Bernhard Möllmann

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Zitat @ Gast:
“Ich wollte mich hierzu nicht äußern da es mir nicht zusteht das weiterzugeben:”
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Schade, daß Sie sich dennoch haben gehen lassen . . .

Karl Bernhard Möllmann
Gast
Karl Bernhard Möllmann

. . . Wer den VULKAN-AUSBRUCH der DIANETIK im Jahre 1950 bis heute ignoriert & verschweigt – der darf sich nicht wundern, wenn Lichtgestalten wie Jesus von Nazareth, spektakuläre Nahtod-Erlebnisse und allerlei Hokus-Pokus sich mit wilden Spekulationen der modernen Quanten-Physik mischt – um letzten Endes die Menschen nur noch mehr zu verunsichern & zu verblöden! . DAS IST DAS IM GEHEIMEN ERKLÄRTE ZIEL DER GLOBALSTEN SEKTE ! . Nur komplett verblödete Menschen lassen sich am Nasen-Ring in die Irre führen – lassen sich MATERIE als das angeblich “wahre” & “wichtige” im Leben verkaufen – lassen sich so willig als Arbeits-Sklaven… Read more »