Patrioten sind keine Nationalisten

Jubelnde Revolutionäre im März 1848 in Berlin / See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMaerz1848_berlin.jpg Jubelnde Revolutionäre im März 1848 in Berlin / See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMaerz1848_berlin.jpg
Heute werden Patriotismus und Nationalismus bewusst gleichgesetzt, um politische Gegner gesellschaftlich zu ächten. Besinnen wir uns auf Goethe und Schiller.

Wer sich heute für den Erhalt des deutschen Volkes, der deutschen Nation als Kulturgemeinschaft einsetzt, wird in den überwiegend linksgrün orientierten Propaganda-Medien der Herrschenden schnell als „Rechtspopulist“ oder, schlimmer noch, als „Nationalist“ bezeichnet. Nun besagt es ja nichts, dass Linke Nichtlinke rechts einordnen und mit den heute gängigen Mitteln politischer Verlogenheit und Skrupellosigkeit verleumden. Aber es beteiligen sich auch liberale und angeblich konservative Kreise und Publikationen. Offensichtlich wird eine generelle globale Linie verfolgt, alle Verankerung der Menschen in Völkern und kleineren Staaten zu diskreditieren und diese in übernationalen Organisationen wie EU, Nato, IWF etc. und schließlich in einem Weltstaat aufgehen zu lassen.[1]

Das Wesen des Patriotismus

Es ist ja zunächst etwas ganz Natürliches, das eigene Volk und das Vaterland, in dem es beheimatet ist, zu lieben. Man ist hier auf- und hineingewachsen in eine kulturelle Hülle, die einem für das eigene geistige Streben viel gegeben hat. Und indem man später auch mit vielen anderen Volkskulturen bekannt und vertraut wird, wächst das Bewusstsein für die besondere Eigenart, das Spezifische der eigenen Kultur, das im Chor der anderen seine Bedeutung hat und als bereichernder Beitrag zur geistigen Menschheitsentwicklung nicht fehlen darf. Ein Patriot ist daher ein Mensch, dem es Ernst ist um das Wohlergehen seines Vaterlandes und der dafür eintritt. Damit ist keinerlei Herabwürdigung anderer Völker verbunden. Es ist nur die berechtigte Sorge für das Wohlergehen des eigenen. Rudolf Steiner brachte das in einen treffenden Vergleich:

„Die Attacke, der Angriff auf das andere Volk beginnt erst, wenn man anfängt zu schimpfen über das andere Volk. Das sind Dinge, die heute ganz besonders tief verstanden werden müssen: Das positive Eintreten für das, was das Wesen eines Volkes ist, bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als das, was sich vergleichen läßt in dem individuellen Bewußtsein mit der Tatsache, daß man ja nur für seinen eigenen Körper sorgen kann, daß er möglichst in Ordnung ist, und nicht in derselben Weise für einen anderen Körper.“[2]

Jemand, der in dieser Weise sein Vaterland liebt, hat auch Verständnis und Achtung für die Patrioten anderer Völker. Und er wird für deren Kultur Interesse entwickeln, das sich gar zu besonderer Liebe steigern kann. Je mehr andere Völker und Kulturen er kennen und schätzen lernt, desto mehr wird ihm für die geistige Entwicklung der Menschheit bewusst,

„wie nur in der individuellen Gestaltung der über die Erde hin differenzierten Völker etwas von dem erreicht werden kann, was erreicht werden soll – nun nicht etwa dadurch, daß von irgendeiner Seite eine Einheitskultur ausgeht, die eben durchaus eine westliche und nur für den Westen berechtigte ist, die Mitteleuropa überflutet hat, nicht durch die Schuld des Westens allein, sondern vor allen Dingen dadurch, daß sich Mitteleuropa hat überfluten lassen und alles entgegengenommen hat. Und dieses Bewußtwerden, worauf es ankommt, das ist es, was heute verbreitet werden muß von denjenigen, die es gut meinen.“[3]

Wir wissen, wie diese Überflutung durch den US-Imperialismus nach 1920 und dann nach dem 2. Weltkrieg noch ungeheuer zugenommen und die eigene geistige Kultur unter sich begraben hat. Der inzwischen herangewachsenen Generation ist das überhaupt nicht bewusst, wenn es ihr nicht von wissenden Älteren klar gemacht wird. In einer gewissen Gefahr auszuarten, ist ein Patriotismus, der sich primär stolz auf die Nation als politische Organisation, als Staat, richtet, und der nicht mehr in innerem Zusammenhang mit dem zentralen Wesen des Volkes als Kulturgemeinschaft steht. Heinrich Heine verspottete ihn als fahnenschwenkende „Teutomanie“ und „Phrasenpatriotismus“, der vor falscher Treue zur Obrigkeit nicht gefeit ist. Heines Patriotismus richtete sich auf Deutschland als Kulturgemeinschaft, auf seine Musik, die Besonderheit des Dichtens und Denkens, das aus Deutschland hervorwuchs, und er rief seinen nationalen Kritikern entgegen:

„Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschentums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben.“[4]

Der nationale Phrasenpatriotismus nahm dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach der Reichsgründung 1871, stark zu. Solche Patrioten treten auch oft sehr lautstark auf. Wer jedoch mit dem inneren Wesen des deutschen Geistes verbunden ist, der nach heller Erkenntnis der tiefen Rätselfragen des Lebens strebt, die nur im Geistigen gelöst werden können, für den ist Vaterlandsliebe im Grunde eine so intime Angelegenheit, dass ihn eine gewisse Scham zurückhält, laut davon zu sprechen.

Das Wesen des Nationalismus

Demgegenüber ist der Nationalismus „eine auf Erwählung- und Sendungsbewusstsein beruhende, streitbare, zur Selbstüberhebung gesteigerte politische Haltung.“[5] Er ist die „übersteigerte, intolerante Erscheinungsform des Nationalgedankens und des Nationalbewusstseins. Während ein maßhaltender, die gegenseitige Anerkennung und Achtung der Nationen nicht ausschließender Patriotismus eine unentbehrliche Voraussetzung jeder Staatlichkeit ist, gefährdet der Nationalismus, besonders in seiner schärfsten Form (Chauvinismus) den internationalen Frieden, indem er das nationale Eigeninteresse (sacro egoismo) über alle anderen Werte erhebt.“ [6] Der Nationalismus ist gemeinsamer, nationaler Egoismus, der sich mit Herabsetzung und Unterdrückung anderer Nationen auslebt.

Der Begriff der Nation (lat. natio von nasci = geboren werden) wurde ab dem 14. Jahrhundert immer mehr für den aus dem Germanischen stammenden Begriff Volk geläufig. Im Westen, insbesondere in England, Frankreich und Spanien, kam zu dem durch die Gemeinsamkeit von Sprache und Kulturüberlieferung bestimmten Nationalgefühl bereits im Ausgang des Mittelalters das Streben, die Nation zu einem geschlossenen, souveränen Staatskörper zu machen. Diese Verbindung des Volkhaft-Kulturellen mit dem Politisch-Staatlichen zum Bewusstsein eines nationalen Einheitsstaates sollte die Geschichte bis in die Gegenwart bestimmen.

Doch dieses geschlossene Nationalbewusstsein nahm schon in der englischen Revolution von 1640-1660 mit dem religiös-nationalen Überlegenheitsanspruch, England sei das neue, von Gott auserwählte Israel, eine nationalistische Tendenz in sich auf. In noch stärkerer Form trat der Nationalismus in der Französischen Revolution von 1789 auf und erreichte einen Höhepunkt im nationalen Imperialismus Napoleons.

Deutsche Kulturnation

Demgegenüber lebte in den deutschen Dichtern und Denkern der Klassik, der idealistischen Philosophie und der Romantik das Nationalbewusstsein nur in seiner volkhaft-kulturellen Ausprägung. Einen deutschen Gesamtstaat gab es auch nicht. Der deutsche Sprachraum war in eine Vielzahl von sich voneinander abgrenzenden territorialen Fürstentümern zergliedert, die ein Einheitsbewusstsein der Deutschen, das zu einem einheitlichen Staat führen könnte, bekämpften. Bei den Franzosen war es die größte Ehre, sich einen Franzosen zu nennen; sich einen Deutschen zu nennen, war bei den Deutschen gleichsam ein Verbrechen. Man durfte nur Württemberger, Bayer, Preuße usw. sein.

„Die Leute haben es vergessen. Es war das schlimmste politische Verbrechen, sich als ein Deutscher zu fühlen. Denn in diesem Deutschland hat das Territorialfürstentum alles überflutet, und es war verboten, innerlich verboten als Gesinnung, das Territorium, das bewohnt ist von Deutschen, als eine Einheit aufzufassen. (…) Lesen Sie nach, wie solche Menschen, die wahrhaftig über solche Dinge nachgedacht und auch gesprochen haben, wie Herman Grimm, zurückschauten auf ihre eigene Jugend, die noch hineinfiel in die Jahre vor den fünfziger Jahren (des 19. Jahrhunderts), wie die es schildern, daß sie keine Möglichkeit hatten, irgendwie das Urteil des Gefühls, das Gemütsurteil zu äußern: Ich bin ein Deutscher. (…)
Aber betrachten Sie diese gewaltige Differenz innerlich. Betrachten Sie einmal die Tatsache, daß, trotzdem es ein politisches und ein Polizeiverbrechen war noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sich einen Deutschen zu nennen, damals schon längst die einheitliche geistige Kultur Deutschlands fertig war. Der Goetheanismus mit alledem, was zu ihm gehörte, war da; man las zwar Goethe nicht, aber er hatte gewirkt; man verstand zwar Goethe nicht, aber er hatte großartige Sachen gesagt für alle Deutschen. Aber diese «alle Deutschen» durften niemals für das äußere Leben gestehen, daß sie irgendwie zusammengehörten. Wenigstens durfte das kein auf Realität Anspruch machender Gedanke sein, das heißt, es lebte im deutschen Volke etwas wie in den Untergründen des Bewußtseins, was ja keine äußere politische Realität hatte.“[7]

Schiller und Goethe dichteten in den Xenien gemeinsam: „Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden, wo das gelehrte beginnt, hört das politische auf.“ Für sie war die kulturell-geistige Nation das Entscheidende, hinter der die politische als unbedeutend verschwand. Die äußere politische Einheit wurde von den Kultur-Schaffenden auch gar nicht angestrebt. Dies geschah erst in der gegen die Restauration der Adelsherrschaft gerichteten demokratischen Revolutionsbewegung von 1848. Schiller schrieb:

„Deutsches Reich und deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät der Deutschen ruhte nie auf dem Haupt seiner Fürsten. Abgesondert von dem Politischen hat der Deutsche sich einen eigenen Wert gegründet, und wenn auch das Imperium unterginge, so bliebe die alte Würde unangefochten. Sie ist eine sittliche Größe, sie wohnt in der Kultur und im Charakter der Nation, der von ihren politischen Schicksalen unabhängig ist.“[8]

Die Nationalismus-Vorwürfe an Fichte

Auch dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte kam es gerade während der Besetzung durch Napoleon darauf an, das Gemeinsamkeitsgefühl aller Deutschen als Kulturnation zu wecken, um nicht die Eigenständigkeit als Kultur-Volk aufzugeben, sondern Widerstand zu leisten. Doch schon die Eingangsworte seiner „Reden an die deutsche Nation“, die er 1807/1808 in Berlin hielt: „Ich spreche für Deutsche schlechtweg und von Deutschen schlechtweg“, wurden missverstanden und nationalistisch ausgelegt, indem man nicht berücksichtigte, dass es ihm gerade darum ging, gegen das Verbot der Territorialfürsten die kulturelle Einheit aller Deutschen zu beschwören.

 „Aber warum sagt er das? Weil Deutschland in lauter kleine Individualstaaten zerfallen ist, und er nicht zu den Preußen, zu Schwaben, zu Sachsen und was weiß ich, zu Oldenburgern, Mecklenburgern, Österreichern und so weiter sprechen wollte, sondern zu Deutschen. Zusammenfassen die Individualitäten, das war es, worauf es ihm ankam. Also es ist eine Angelegenheit, die er mit den Deutschen selber abmacht.“
„Welches ist das Ziel, das Fichte im Auge hat? Selbsterziehung des deutschen Volkes! Er will nicht, daß die andern getroffen werden durch seine «Reden an die deutsche Nation», sondern er spricht davon, daß die Deutschen ergriffen werden sollen, daß sie sich selber besser machen sollen.“[9] 

Auch für Fichte liegt das Volk „weit hinaus über den Staat“, den er als Anstalt für „die Erhaltung des inneren Friedens, des Eigentums, der persönlichen Freiheit, des Lebens und Wohlseins aller“ bezeichnet. Der Staat ist nur „Mittel, Bedingung und Gerüst“ für das Volk. Daher steht die „Vaterlandliebe“ über „der bürgerlichen Liebe zur Verfassung.“ Von Nationalismus kann also keine Rede sein. Fichte versucht, die (kulturelle) Nationalität mit der Internationalität auf der Basis der gegenseitigen Anerkennung der Verschiedenheit jeder Nation zu verbinden. Er versteht es als Hauptaufgabe, dass der Mensch „zunächst seine Nation, und vermittelst ihrer das ganze Menschengeschlecht, innigst mit ihm selber verknüpft“, dass die Nation „ihre Eigentümlichkeit beibehalten und […] auch den anderen Völkern die ihrigen zugestehen“, dass jedes Volk sich zu „nicht engherzigem, und ausschließendem, sondern allgemein und weltbürgerlichen Geiste“ erhebt.[10]

Für Fichte ist das Volk auch weniger eine leibliche Abstammungs-, als eine seelisch-geistige Kulturgemeinschaft. Und der Mensch ist imstande, sich zu einem über dem Alltags-Ich lebenden höheren Ich zu erheben, in dem er sich als ein geistiges Wesen erfasst, das sich frei und unabhängig von allen materiellen Bedingungen erlebt.11 Dazu sei der Deutsche besonders veranlagt. Und wer das in sich anstrebe und vollziehe, gehöre zu den Deutschen. So sagte er in den „Reden an die deutsche Nation“:

„Was an Geistigkeit und Freiheit  dieser Geistigkeit glaubt und die ewige Fortbildung dieser Geistigkeit durch Freiheit will, das, wo es auch geboren sei und in welcher Sprache es rede, ist unseres Geschlechts, es gehört uns an, und es wird sich zu uns tun.“

Es ist eindeutig: Der unentwegte Appell Fichtes an die Einheit der Deutschen als Kulturnation und den Eigenwert des spezifisch deutschen geistigen Strebens hat nichts mit Nationalismus zu tun. Es ist reiner Patriotismus, edle, vergeistigte Vaterlandsliebe oder besser: sorgende Liebe für die deutsche Kultur.

Grenzverwischungen als politische Kampf-Methode

„Nationalismus“ wird heute, insbesondere von den Politikern und Agitatoren des linken Spektrums, vielfach sinnentstellt als politischer Kampfbegriff verwendet, um politische Gegner zu diskreditieren und zu verleumden. Dafür liefern linke geschichtspolitische Autoren bei Wikipedia oft scheinbar objektives Material, das zur Rechtfertigung herangezogen werden kann. So erscheint bei Wikipedia zum Nationalismus gleich zu Beginn die Definition:

„Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.“

Was im dtv/Brockhaus-Lexikon und im klassischen Wörterbuch zur Geschichte von Erich Bayer   gerade als zentrales Kennzeichen des Nationalismus bezeichnet wird: die auf Sendungsbewusstsein und Selbstüberhebung beruhende intolerante Erscheinungsform des Nationalgedankens, die Erhebung des nationalen Eigeninteresses über alle Werte (s. oben) fehlt in Wikipedia völlig. Identifizierung und Solidarisierung mit der Nation, dem Volk, also Patriotismus, wird einfach als Nationalismus bezeichnet; ebenso die Herstellung und Konsolidierung eines Nationalstaates, die im Westen (England, Frankreich, Spanien) vielfach zum Nationalismus geführt hat, es aber ja nicht von vorneherein zwingend ist. Erst weiter unten wird „ein übersteigertes Wertgefühl, das auf die teilweise aggressive Abgrenzung von anderen Nationen zielt“, als Kennzeichen eines „exklusiven Nationalismus oder Chauvinismus“ bezeichnet.

Demgegenüber grenzt auf Wikipedia der Text über Patriotismus diesen von Nationalismus und Chauvinismus ab, zunächst, „insofern Patrioten und Patriotinnen sich mit dem eigenen Volk und Land identifizieren, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker ausdrücklich abzuwerten.“ Doch unter „Rezeption“ kommt auch hier die Aufweichung: „Bisweilen wird eine patriotische Einstellung oft mit Nationalismus gleichgesetzt oder als Euphemismus (Verbrämung) für nationalistische Ansichten betrachtet, da Nationalisten für sich den Anspruch erheben, Patrioten zu sein.“

Diese „Logik“ muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Weil Nationalisten natürlich auch beanspruchen, Patrioten zu sein, sollen deshalb alle Patrioten Nationalisten sein! Mehr kann ein ideologisch gesteuertes Denken kaum korrumpiert sein!

Dann geht es scheinwissenschaftlich weiter:

„Sozialpsychologische Studien des 21. Jahrhunderts legen nahe, dass die Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus und kritikwürdigem Nationalismus oder Chauvinismus keine Grundlage in der Realität hat. Der Jenaer Psychologe Christopher Cohrs kommt zu dem Ergebnis: ´Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand`“.

Die normale mitmenschliche Beobachtung legt nahe, dass solche „sozialpsychologischen Studien des 21. Jahrhunderts“ keine Grundlage in der Realität haben. Es gibt eben gute Patrioten und kritikwürdige Nationalisten nebeneinander. Und es gibt auch Nationalisten, die sich als Patrioten tarnen. „Das Ergebnis“ des Jenaer Psychologen Cohrs, „Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab“, mag für die von ihm mit entsprechenden Fragen konfrontierten Personen zutreffen, das zu verallgemeinern, ist logisch nicht statthaft und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Es widerspricht auch aller Erfahrung. Im nachfolgenden Satz, beides gehe oft Hand in Hand, schränkt er die Aussage auch selber ein, wobei das „oft“ noch angezweifelt werden kann. Wer über mich als Patrioten im oben gekennzeichneten Sinne behauptet, ich würde Nationalismus nicht ablehnen, lügt! Er ist ein Verleumder!

Fazit

In geschichtspolitischer Verfälschung werden in der medial vergrößerten politischen Auseinandersetzung bereits die normale Identifizierung und Solidarisierung mit der Nation, dem Volk (also Patriotismus) und das Anstreben eines gemeinsamen staatlichen Schutzes als Nationalismus bezeichnet. Es wird so eine scheinbare Rechtfertigung dafür geschaffen, politische Gegner Nationalisten zu nennen.

Dabei weiß man, dass heute allgemein unter Nationalismus eine Überhebung über andere Völker, die mit deren Abwertung verbunden ist, verstanden wird. Dadurch werden Menschen, die in Wahrheit von einer berechtigten Vaterlandsliebe erfüllt sind, bei den unkritischen Massen wahrheitswidrig in den Geruch gesetzt, üble Nationalisten zu sein, denen die eigene Nation auf Kosten der anderen über alles gehe – was in der Vergangenheit zu furchtbaren Kriegen geführt hat.

Es geht heute nicht mehr darum, in Anerkennung und Achtung des Anderen und seiner Argumente nach gemeinsamen gesellschaftlichen Lösungen zu suchen. Es geht um die Ausschaltung der Meinungsfreiheit des Anderen, seine gesellschaftliche Ächtung und Zerstörung mit allen Mitteln. Lüge und Verleumdung großen Ausmaßes als Mittel politischer Auseinandersetzung gehen letztlich aus blindem Hass gegen den Anderen hervor. Sie sind Kennzeichen allgemeiner moralischer Verwilderung und politischer Dekadenz, die konsequent zu gesellschaftlichem Verfall führen.[11]

 

[1] Vergl. GEOLITICO: Von fremden Mächten beherrscht

[2] Rudolf Steiner am 3.12.1914, Gesamtausgabe Nr. 174a, S. 50

[3] Rudolf Steiner am 4.10.1920, GA 73a, S. 545-546

[4] Vergl: GEOLITICO: Die Deutschen und die Obrigkeit

[5] Erich Bayer: Wörterbuch zur Geschichte, 1965

[6] dtv-Lexikon 1975, das auf Unterlagen des Brockhaus beruht

[7] Rudolf Steiner im Vortrag vom 15.2.1920, GA 196, S. 235 f.

[8] Zitiert nach Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, 20064, S. 45

[9] Rudolf Steiner 8.1.1917 in GA 174, Dornach 1966, S. 97

[10] https://dasathenaeum.wordpress.com/2013/06/03/die-reden-an-die-deutsche-nation-von-fichte/

[11] Vergl. GEOLITICO: Totalitäre Meinungsmacher

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

32 Kommentare zu Patrioten sind keine Nationalisten

  1. davidjk // 24. März 2017 um 13:37 //

    Eines muss man den Imperialisten lassen, sie haben es nämlich geschafft den Begriff Nationalismus (Selbstbestimmungsrecht der Völker) als etwas verwerfliches darzustellen. Das ist quasi das Erfolgsgeheimnis der US-Imperialisten und ihrer Vasallen.

    • Conrath // 24. März 2017 um 19:35 //

      @david

      Nationalismus ist nicht einfach Selbstbestimmungsrecht der Völker. Das hatte die Nation immer schon mit einer Monarchie oder einem Fürstentum gemeinsam, die Souveränität und Notwendigkeit von Bündnispolitik. Nationen im neueren Sinne, sind eben, neben der gewachsenen Realität von Völkern und Vielvölkermonarchien/ Reichen, in erster Linie moderne Machtstrukturen eines Handelsstaates.

      Und der willige Soldat lässt, wenn es hart auf hart kommt, für die Interessen des Nationalkapitals, sein Leben oder seine Gesundheit, das ist die neue Grundgleichung. Und nationale Konkurrenz ist eben in erster Linie Kapital- und Interessenskonkurrenz, etwa um die Kolonien, heute um die Absatzmärkte und erst ganz zum Schluss betrifft es die gewachsene Kultur, die sich mit gleicher Sprache und ähnlichen Lebensbedingungen immer vollauf begnügt hat.

      Die Nähe zu den Deutschschweizern z.B. ist eine kulturell gewachsene. Die Nationalkapitale stehen dazwischen, werden durch den Rhein getrennt. Mit der EU ist es kopfüber genau umgekehrt! Hier vereint ein künstliches neues und die Nationalkapitalien verdrängendes Eurokapital die Strukturen und presst sie als verschiedene Kulturen von außen zusammen, was eigentlich nur locker nebeneinander existiert sollte und braucht. Der ganze Vorgang hat sich damit pervers umgekehrt.

      Und die EU-Kultur, die es so gar nicht gibt, wird dann durch eine Dauerpropaganda der Kalergi-Agenda suggeriert, ist nicht gewachsen.

      Die Habsburger und die USA haben diese Art von Nationenbildung aus einheitlichen Kapitalstöcken vorgemacht. Die Vielvölkernation Russland ebenfalls, etwas verspätet aber mit der Dominanz einer Sprache, so wie es der Norddeutsche-Bund auch, allerdings ‚in‘ einer bereits lange vorher gewachsenen Sprache, gemacht hat (Einigung von Fürstentümern/ Kleinmonarchien).

      Die USA hat, GB folgend, irgendwann den Rest der handelsfreien Welt, zu ihrer Kolonie erklärt, das war die Steigerungsform des europäischen Kolonialismus mit Selbstbestimmung für die Kolonialherren! Und wir sind gerade Zeugen für die Auflösung dieses Hyperkolonialismus.

      • hubi stendahl // 24. März 2017 um 20:40 //

        conrath

        Zitat.
        „Die USA hat, GB folgend, irgendwann den Rest der handelsfreien Welt, zu ihrer Kolonie erklärt, das war die Steigerungsform des europäischen Kolonialismus mit Selbstbestimmung für die Kolonialherren! Und wir sind gerade Zeugen für die Auflösung dieses Hyperkolonialismus.“

        Und im Zusammenhang mit den kommenden geopolitischen und wirtschaftlichen Verschiebungen werden Südtirol, Österreich und die deutsche Schweiz mittelfristig in einer Einheit wieder auferstehen.

        Eine zwangsläufige Entwicklung, bei der uns die Vorgänge bis zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend verschlossen sind, aber hoffentlich nicht zu den von mir befürchteten erheblichen Verwerfungen führen wird. Immer wenn die Gäule die Tränke wechselten, wurde es bekanntlich ungemütlich.

        Die politische Konstruktion ist ebenfalls noch unklar. Despotismus? oder wieder verschleierte Demokratur? Oder sehen wir tatsächlich einen Kaiser, als Sprechpuppe einer Wiederauflage eines neuen heiligen Reichs deutscher Nationen, mit Drucklizenz für den Taler 2.0? So weit hergeholt ist das nicht, denn es hat in solchen Endzeiten die verrücktesten Entwicklungen gegeben.

        http://www.heiliges-römisches-reich.de/HeiligesRoemischesReich1000.jpg

        Jedenfalls müsste Polen diesmal keine Angst haben, wie die folgende Karte zeigt:

        Ich würde dann um Venetien herum mein neues Zelt aufschlagen. Prima Klima. Und italienisch müsste ich nicht mehr im Crashkurs von meinem Sohn lernen, weil die alle nach Sizilien ausgemustert werden und mein Englisch könnte ich auch einstampfen, denn alle im Umkreis von 3000 km sprechen deutsch.

        Meint Walter „Sparbier“ von hartgeld.com.

      • Conrath // 24. März 2017 um 22:45 //

        @Hubi

        Jein,
        habe meine Glaskugel leider verlegt, aber warum nicht etwas zu Europa spekulieren? Es könnten tatsächlich in einer Zwischenzeit, zur Erreichung der Leopold-Kohr-Kleinstaaterei, auf bereits geldmacht-entspannter Basis in, sagen wir, 2 bis 3 Generationen, also bis etwa 2110 oder 2120, neue Übergangskonglomerate entstehen. Sie wären deutlich größer als Kohrs 5 Millionen-EW-Einheiten, aber immer noch deutlich kleiner, als FR, SP, IT und DE heute.

        Gehen wir mal von NRW aus. Das ist eigentlich schon defakto das vierte Beneluxteilglied, durch den eisernen Rhein und Kanäle damit verbunden, die gewachsene enge Bindung, vor allem an die Westfriesen und die belgischen Flamen könnten dies bewirken. Es könnte sich um Maastricht herum neu formieren, in der Tat. Frankreich zerfällt in vier Teile, es will ja weiter als Grand Nation handeln, aber die Zeit gibt es nicht mehr her. Daher ein Nordfrankreich mit der Isle der France bis zur Bretagne, wenn die sich nicht über die Kanalinseln mit Wales und Irland zusammenschließt. Passen würde auch das. Dann gehen wir in den Süden. Saarland, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt eine neue Einheit? Und wie steht es mit der Pfalz, dem Elsass, Baden und der Deutschschweiz, alles Alemannen. Bayern und Österreich samt Südtirol bis Triest, vielleicht mit Slowenien zusammen? Norditalien und ein Teil Südostfrankreichs passen auch ganz gut zusammen, doppelsprachlich, mit vielen Gemeinsamkeiten usw… Portugal und Teile von Südspanien könnten ebenfalls zusammenkommen. Südostspanien um Barcelona wären ein eigenes Gebiet usw.. Warum nicht? Die Nationalstaaten sind eigentlich bereits entkernt und treiben wie zerborstene Riesentreibeisschollen auseinander. Der Kultur und Technik in den neuen Konglomeraten wird das alles wenig anhaben. Norddeutschland kann bis an die polnische Grenze eine neue Westhanse mit Hinterland werden einschließlich Westfriesland, mit eigenem Nord-Ostsee-Kanal großen Hafenstädten. Berlin-Brandenburg könnte zusammen mit Leipzig und Dresden eine Mittelsüd-DDR werden, vielleicht um Franken erweitert, das sich gerne von Bayern lostrennen würde und um Böhmen zweisprachig erweitert. Nordpolen und das Baltikum könnten die Osthanse werden und Galizien würde wieder auferstehen, sich arrondieren usw…

        Es ist wie mit den Menschen. Neue Partnerschaften einzugehen gibt eine gewisse Stimulans. Und wenn sich Westfalen mit Lippe und dem Weserland und dem südöstlichen Niedersachsen ergänzt, wäre auch das zu verstehen. Wo bleibt das stolze Hannover, käme es zur Westhanse oder doch an das alte preußische Westfalen? Egal, das Motto wäre dann sowieso: ‚Nichts muss, alles kann‘ und Größe ist kein absoluter Trumpf mehr, dank Trump und Putin, die die Ketten des marktradikalen Globalismus zerrissen hatten, nach einigen bangen Jahren des Übergangs. Russland würde gut damit fahren, als Bund zusammenzubleiben aber einen starken Föderalismus zu entfalten, als Block aber den westlichen Schutz der Weltinsel dauerhaft übernehmen, nach Aufforderung der vielen neuen Mittelstaaten. Und in Asien würde man, durch Europa angeregt zu ähnlichen regionalen Umgruppierungen kommen können. China würde ebenfalls einen Föderalismus neuer Art bilden, dito Afrika. Und die USA müssten sich sogar kurzfristiger in mindestens 3 Gebiete teilen, jedes dann föderalistisch weiter untergliedert.

  2. Der Herr Herbert Ludwig hat bei seinem Theoretisieren (Patriotismus = gut, Nationalismus = schlecht) nicht erkannt, worum es heute überhaupt geht.
    Das deutsche Volk ist von vielen Seiten in Gefahr, dazu gehört auch in Gefahr durch die antinationalen, „sendungsbewußten“ BRD-Einheitsparteien. Und unsre Regierung! Und gegen DIE müssen wir uns wehren!
    Das schaffen wir nicht mit Patriotismus, wofür die gar nicht mehr fähig sind, sondern mit Nationalismus unsrer eigenen antideutschen Herrschaftsclique gegenüber. Das ist eine KAMPFANSAGE!

    Diese Kampfansage hat die grünrotschwarze Politik und deren Straßenmob sehr wohl verstanden, denn sie wollen (sollen) Deutschland auflösen. Ein Patriotismus ist da überhaupt nicht ihr Gegner, weil er sich vor allem nur auf kulturelle Aspekte bezieht.

    Nein, wir müssen das schon knallhart sagen, daß die Zielrichtung der Rot-Grün-Schwarzen, mit Hilfe der ahnungslos verdummten Gutmenschen, die Zerstörung Deutschlands und durch die Überfremdung die Zerstörung der deutschen Kultur ist.

    Kulturell sind wir schon einer Amerikanisierung ausgesetzt. DAGEGEN könnte ja ein Patriotismus(?) etwas ausrichten, wenn er gefördert werden würde.
    Aber diesem Problem sind nicht nur wir ausgesetzt, auch die anderen Länder. Die nationalbewußten Franzosen, Italiener, Spanier vielleicht etwas weniger. Die (alte) Bewunderung letzterer für die USA bedeutet aber nicht, sich den Amerikanismus überzuziehen. Das geschieht aber in Deutschland, und als besetztes Land schon seit 70 Jahren.

    Für die augenblicklich anstehenden Probleme und Entwicklungen haben wir neben dem Feind von außen auch und vor allem den Feind im Inneren, gegen den wir uns stellen müssen. Und gegen die ist der Nationalismus ein SCHUTZ für uns!

    • Conrath // 24. März 2017 um 19:52 //

      @Nathan

      Wenn Sie sich da mal nicht überschätzen. Herr Ludwig weist auf die Solidarität hin, die andere Patrioten, im Kampf mit den Globalisten, entfalten können/ müssen/ sollen/ werden.

      Ein Patriot ohne diese Solidarität macht eigentlich die Arbeit für die Globalisten, ist also gar keiner. Das ist schwer zu verstehen, darum haben wir im Moment hier auch einige Probleme und Verwirrungen.

      Aber bedenken Sie bitte, wie wollen Sie sich ernsthaft mit einem (ehemalig souveränen) Kapitalstock verbünden, sagen wir mit der Rheinischen Republik, die ist untergegangen wie die DDR? Die Berliner Republik gab es nie (in souveräner Form), da gehen Sie auf eine geschickte Täuschung der Globalisten ein!

      Die Berliner Republik kam bereits als Europäisch-Amerikanische Kolonialprovinz zur Welt. Das kann man beweinen und versuchen die DR auf seinem privaten Grundstück zu reanimieren, aber als Kapitalstock fungierte die Kalergi-Nation. Der können Sie aber nur kräftig in den Arsch treten, ich bin dafür und dabei, wenn Sie den Unterschied auch erkennen!

      Als Kampf um eine Repartriierung der europäischen Kulturen erfordert Solidarität aller europäischen Patrioten! Sie zusammen rekonstruieren dann gemeinsam, was sonst nur das Kapital vereint.

      Zwischenwege sind bewusst organisierte Irrwege und Sackgassen. So ist das.

      Und eine neue Geldordnung ist schon deswegen nötig, weil sich sonst diese Riesenkapitalstöcke nicht aufbrechen lassen. Im Moment bewaffnet sich der europäische Kapitalstock. Die Farben die man sich dabei überhängt sind reine Tarnung. Das schwarz-rot-gold des EU-Kapitals hat mit deutscher Kultur nichts zu tun, da kann nichts untergehen.

      • Conrath // 24. März 2017 um 19:54 //

        Fehler entdeckt

        Das kann man beweinen und versuchen das DR (Deutsche Reich) auf seinem privaten Grundstück zu reanimieren…

      • @Conrath
        Solidarität mit anderen Patrioten im Kampf gegen die Globalisten?

        Der Pope in Rom dagegen forderte heute Solidarität der „Europäer“ gegen die Populisten. DAS wird einfach so propagiert. Er gehört halt zur NWO.

        Ihre Patrioten (ein Ausdruck zu seiner Zeit aus dem vorletzten Jahrhundert) machte nur Sinn zum Erreichen der verhinderten NATIONALEN Einheit. Und sie haben sich als „Kämpfer“ verstanden, für eine freie Nation! Wo ist heute das Kämpferische, wenn man „nur“ Patriot wofür ist? Es geht im Gegensatz zu damals um die RETTUNG der Nation! Wie kann man die Schlafschafe erwecken?
        Ihnen fehlen die praktischen Ideen, Herr Conrath!
        Wenn Sie ausnahmsweise mal von „Kalergi-Nation“ reden, warum nennen Sie dann nicht den Kalergi-Plan?
        Und wenn Sie von der „Berliner Republik als europäisch-amerikanische Kolonialprovinz“ sprechen, warum erklären Sie den „Schlafschafen“ nicht, daß sich der WK3 auf dem restdeutschen Boden zwischen der US-NATO und der UdSSR abgespielt hätte? Keiner auch nur ein bißchen Interesse an den Deutschen hatte und alle froh waren, daß vor allem das unterwürfige geknebelte Deutschland dran hätte glauben müssen?
        Das hatte weniger mit Globalisten als mit antideutscher Vernichtungs- oder Beherrschungsstrategie zu tun! Und unsre Regierungen haben uns NIEMALS reinen Wein eingeschenkt!
        Von Putin geht keine Gefahr aus, aber vom imperialistischen US-NATO-Westen sehr wohl! Auch das könnten Sie Ihren Schlafschafen erklären!
        Wann haben Sie jemals einen Apell an die Schlafschafe gerichtet, um sich friedensbewegt zu präsentieren und zu fordern, statt sich patriotische Händchen zu halten? Gegen Ihren „globalistischen Kapitalstock“?
        Sie verfremden das Thema und verschieben es auf eine ganz andere rein theoretische Ebene, um nicht scharfe Kante zeigen zu müssen.
        Nun ja, Conrath saß am wohligen Kamin.
        Es kommt nur hintergründig darauf an, wer uns warum überfremdet (denn das liegt ja so fern), sondern DASS wir überfremdet und verdrängt werden OHNE Aufschrei und Schutz unsrer Regierung!
        Klären Sie Ihre Schlafschafe darüber auf?
        Denn nicht wir (als Deutsche) spielen „für die Welt“ eine Rolle, sondern wer (UNSER) Deutschland als SCHLÜSSEL für den Kontinent Europa beherrscht!
        Da macht uns kein kulturell begründeter Patriotismus frei sondern nur ein Nationalismus, der die real existierenden ERREICHBAREN Feinde (= unsre Regierungen und Parteien) kennt!

      • Conrath // 24. März 2017 um 23:30 //

        @Nathan

        Sie bewegen eine ganze Reihe weiterer Fragen, die nicht so einfach auf den Punkt zu bringen sind. Der Witz, wenn man es mir gestattet so über die Vergangenheit zu urteilen, ist, dass es der deutschen Kultur gut tat, sich in dem Konglomerat des sehr losen Rechtsverbundes, eines ganz schwachen Kaisers, über 500 Jahre lang entwickeln zu können, schließlich in 37 Ministaaten endend. Das war die Vergangenheit und Friedrich der Große begann dann den nationalen Kapitalstock aufzubauen, eine Nation aus diesem Kulturflickenteppich zu formen. Diesen großen Fritz wieder als Ziel in der Zukunft zu suchen, muss nicht sinnvoll sein, nein, kann nicht sinnvoll sein!

        Die Versuche dazu gingen ordentlich daneben, waren sie auch von Britannien aus organisiert und durchgeführt, mit direktem Zugriff auf den Österreicher.

        Es stimmt natürlich, wenn Sie auf die Wächterfunktion des westlichen Endes von Eurasien verweisen, dann ist Schwäche, genau hier, ein schlimmes Versäumnis, das stimmt. Wer sollte denn für Ordnung sorgen und perfide Seemächte in die Schranken verweisen? Denn darum ging/ geht es doch im Kern, oder?

        Aber beide Karlsnationen haben es mehrfach versucht und verspielt, nacheinander. Und nun kommt Russland, als mittelwestliche Schutzmacht Eurasiens, zum Zuge. Das 21. Jahrhundert wird mAn ein russisch-chinesisches werden, oder sollte ich sagen, ist es schon geworden, ab September 2015? Egal.

        Unter diesem Schirm kann sich das, von den Römern her fortzeugende, bischöfliche Mittelwesteuropa wieder auf sich selber besinnen, eine späte Renaissance seiner slawisch-keltischen Vorgeschichte ausbauen und neu beleben.

        Und Engeland, das perfide Albion – nicht seine Bevölkerung – aber seine Führung in ‚NeuRom‘ an der Themse? Es geht ja bereits unter, teilt sich vor unseren Augen. Und wenn es mit der CoL gar zu sehr bockt, dann kann es eine Nordsee-Tsunamiüberraschung bekommen/ geben, gratis. Das passt zu einem Land der systematisch ausgebauten Seeräuberei. Der Themsehub würde dann bei ca. 75 – 110 Metern über Normalnull liegen, einen Teil der Nordseeküsten Europas kollateral mit erfassen. Das wäre die Konsequenz, wenn sich allzu viele Globalisten dort verstecken um weiter Großmacht zu spielen. GB und die Niederlande sind zurzeit, neben Berlin und Frankfurt, die Orte höchster Konzentration von Globalisten in Westeuropa. Der gesamte Süden hat sich davon praktisch bereits losgesagt und die Visegradregierungen werden entweder von selber klug oder durch die Völker gestürzt, soviel Empörung gibt es dort noch, das müsste eigentlich reichen.

        Wissen Sie, die eigentliche germanisch-slavische Tiefenkultur ist eben durch und durch föderal eingestellt, das Zusammenwirken von Gleichen, der erste unter Gleichen wird gewählt und durch den Nachfolger wieder abgesetzt. Und das kann alles wunderbar in europäischen Mittelstaaten geschehen.

        Es braucht keine nationalen Großstaaten mehr, das haben wir nur geglaubt, weil man uns das Muster des römischen Reichs durch den Vatikan vermittelt, immer wieder in’s Hirn geblasen hat. Ist der Spuk einmal vorbei, zählt nur noch die solidarische Zusammenarbeit, in friedlicher Ordnung von Handel (Hanse) und Sesshaftigkeit (Kants Friedensordnung), keine Kolonien, keine Seeräuberavancen!! Damit kann Schluss gemacht werden und ich hoffe darauf.

        Also vieleicht sind wir nicht so fern von einander, wie es zunächst erscheint? Und halte nSie sich nicht mit dem altmodisch klingenden Wort Patriot auf, Herr Ludwig erklärt ja, welche Funktion/ Aufgabe/ Mission er damit meint verbunden sehen zu können. Es ist eben kein römischer, imperialistischer Patriotismus, sondern ein föderaler. –

        Mal schau‘n wie’s dann kommt.

      • @Conrath
        Sie leben da aber in einer fernen Welt und wollen sich nicht mit dem Heute befassen.
        Ihre Passivität ist schon erstaunlich – und deshalb erschreckend zugleich.
        Außerdem verwirbeln Sie da eingeworfene Bruchstücke mit Fantasien (Tsunami) und wollen nicht konkret werden.
        Es sucht erstens keiner „wieder einen großen Friedrich“ als „Ziel in der Zukunft“ noch sind Nationalstaaten abzulehnen. Ihrer Aussage „es braucht keinen nationalen Großstaat mehr“ setzen Sie also zwingend einen Zerfall in kleine Elemente voraus und zeigen damit, daß der Mensch WEHRLOS wird! Warum wollen Sie das?

        Die Nation war und ist als SCHUTZ gedacht und wirksam. Zum Wohle des, hier deutschen, Volkes.

        Was Sie richtig sehen, ist, daß Eurasien die Zukunft gehört mit einem Gesicht und Gehirn nach Westen und einem nach Osten, ohne trennende Ozeane. Die Achse wird sein Berlin – Moskau – Peking, Paris wird sich wohl gezwungenermaßen anschließen, der ausschweifende französische und russische Lebensstil, wenn man sie läßt, ist ja ähnlich, mit dem nüchternen Gehirn Deutschland dazwischen. DAS ist unsere Aufgabe und um diese Vision geht es.
        Und genau diese Vision will die USA mit den deutschen Vasallen gezielt verhindern. Dazu dient auch, Deutschland UNDEUTSCH zu machen.
        Und nur HIER setzt, egal ob man es Patriotismus oder Nationalismus oder sonstwie nennt, die AUFBAUENDE Funktion Deutschlands in diesem neuen, alten Rahmen Eurasien an!

        Durch künstliche Patriotismus- oder Nationalismusdebatten will man sich ja BEWUSST dem eigentliche Thema verweigern und bewußt ABLENKEN!
        Diese Verzahnung muß man erkennen und versuchen, UMZUSETZEN. D.h. das zugehörige Publikum zu bilden und gesellschaftlich tongebend AUFZUBAUEN!

        Ihre Vision von „kleinen Elementen“ ist ja die andere FALSCHE transatlantische Nachkriegs-Idee, Deutschland als einem Agrarstaat den Zahn zu ziehen. Genau DAS führt uns ins Abseits und ins endgültige Aus.

        Egal welche Parteien, an der Bildung einer „eurasischen Vision“ kommen die nicht mehr vorbei, versuchen mit Putin-Feindbildern noch die US-Dominanz und unser Vasallentum am Leben zu erhalten.
        Um Patriotismus oder Nationalismus geht es gar nicht, ist reine Ablenkung durch falsche Feindbilder. Es geht für das System um die Verhinderung der eurasischen Idee durch bedingende Verhinderung eines freien Deutschlands!
        DAS muß erst mal klar im Hier und Heute erkannt werden und gegengesteuert werden!

      • Conrath // 25. März 2017 um 10:50 //

        Hallo Nathan,

        muss gleich zur Köln-Messe. Daher nur kurz. Achten Sie nur darauf, nicht die Arbeit für andere zu machen, für die Kapitalstockhalter, dann sind wir da nahe zusammen.

        Und Untätigkeit!?

        Schreiben Sie einmal aus der Glaskugel ab, dann bewerte ich das, in Ordnung?

        Ansonsten muss Mitteleuropa wieder kulturell reorganisiert werden usw… viele Aufgaben stehen da an, die uns die Effizienzsteigerung der Technologie auch ermöglicht, zusammen mit der RF und China und der anderen Karlsnation (als Monarchie gemeint/ Doppelbedeutung von Nation > KBM).

        Sie muss besser verteilt werden, also nach den Ergebnissen, nicht nur in ihrer Rohform, der Maloche.

        Bringen Sie sich ein, zitieren Sie gute Leute und zeigen Sie Ihre Visionen hier.

        Schalte mich abends wieder dazu, jetzt erst mal einige Stunden Stress, Verhandlung und schlechte Hallenluft.

        Sie grüssend

  3. Conrath // 24. März 2017 um 18:16 //

    Lieber Herr Ludwig, volle Zustimmung und Dank für Ihren neusten Artikel hier.

    „Jemand, der in dieser Weise sein Vaterland liebt, hat auch Verständnis und Achtung für die Patrioten anderer Völker. Und er wird für deren Kultur Interesse entwickeln, das sich gar zu besonderer Liebe steigern kann.“ Zitatende L.

    Das ist das Hypomochlion, um es etwas verstaubt mit Steiners älterer Diktion zu sagen, der Drehpunkt des Problems. Es gibt nämlich zwei parallele Entwicklungen, die immer und immer wieder, im Laufe der letzten 200 – 250 Jahren planmäßig verwechselt werden, der Begriff von Nation und der von Kultur.

    Im Nationenbegriff ist noch die alte Feudalordnung enthalten, obwohl mit dem Beginn der modernen Nationenbildung gerade das Ende des Feudalsimus gegeben war, bzw. eingeleitet wurde. Aber oft entstehen in dieser paradoxen Lage dann neue Wortbegriffe, die es ‚in sich‘ haben.

    Dem steht die lange Zeit einer gemeinsamen, immer wieder durchdringenden und vermischenden, Kulturalisierung gegenüber. In Europa wurde die Kulturalisierung von vier Hauptfaktoren bestimmt:
    a) den Sprachen,
    b) dem Religions-/ Freiheitskampf der Fürsten und freien Bürger,
    c) der geografischen Lage und
    d) der Heranbildung eines nationalen Kapitalstocks, Summierung wirtschaftlicher Macht in Form staatlicher Gewaltenteilung.

    Gegenüber dem langen Mittelalter und der frühen Neuzeit ist d) erst spät hinzugekommen, wird oft gar nicht in dem Problemkreis erkannt und dann in allgemeinen Phrasen bekämpft.

    Aus dieser Lage und der zunehmenden Entrechtung hat sich dann erst ein fünftes Kräftemoment herausgebildet, es ist:
    e) der zu d) kontradiktorische Part als:
    e1) grenzüberschreitende Kapitalinteressen und deren Verwalter und
    e2) das rechte- und teilhabemäßig abgehängte Proletariat

    e2 ist nicht leicht zu verstehen, wenn man es nicht direkt mit früheren Zuständen vergleicht, etwa dem Alltagsleben einer landwirtschaftlichen Hintersassenfamilie, die nach strengen Maßstäben nur teilfrei waren, also Bodensklaven waren, aber eben am Leben des Gutshofes, der Kirche, des Klostersprengels ihren festen, geordneten Anteil hatten. Diese Ordnung war erst zum Ende hin brüchig und lausig, wie das Leben der verhungernden, aber immer noch freien Schlesischen Weber. Die landlos-freie Arbeiterfamilie die in einer Einraumwohnung von Siemensstadt hauste, war von der Gesamtentwicklung (a,b,c,d) in gewisser Weise freigestellt. Alle früheren Bindungen an die Kultur wurden durch eine Währung, das Lohngeld, ersetzt. Proletariat und Pauperiat unterschieden sich nur gradweise, aber sie waren modern und globalisiert, weil sie nur noch durch das Geld mit dem Rest der Welt verbunden waren. Natürlich gab es viele Mischformen dazu, Industriearbeiter mit kleinem Kotten, den die Familie betrieb um mehr Essen zu haben usw… Und natürlich bestand die Obrigkeit und Kirche weiterhin. Aber entscheidend für die Kulturteilhabe wurde nun das Geldverhältnis dieser Freigesetzten.

    Und die nationale Kapitalstockbildung ist nur die eine Seite dieses Freisetzungsprozesses, also Nationalisierung des Kapitals und Globalisierung der geldvermittelten Anteilsrechte.

    Als die Herrschenden das erkannten erfanden sie einen gefährlichen Zwitter, die Kulturnation, auf die auch der Entrechtete stolz sein kann, für sie in den Krieg zu ziehen, sich als Teil des Feudalreiches oder seiner Nachfolger fühlen zu dürfen. Die Deutsche Brust entschädigte für die ungleiche Rechteverteilung. Und so konnten die Mächtigen mal die eine Seite vorführen – Globalismus und Kampf um das Butterbrot – und dann, wenn nötig die andere Seite – Nationalismus als Kriegsformation. Beide Seiten wurden dann mit Namen und Eigenschaften ausstaffiert und fortan gegeneinander eingesetzt.

    „Der nationale Phrasenpatriotismus nahm dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach der Reichsgründung 1871, stark zu.“ Zitatende L.

    Patriotismus ist ein Gefühl für:
    1) echte Kulturteilhabe (a,b,c,d) und Kampf um allgemeine Rechtsteilhabe ‚Hambacher Fest‘ oder
    für ein Ersatzgefühl für:
    2a) die neuen und alten Eliten im Kampf miteinander und
    2b) eine unseelige Allianz von Nationalkapital und nationalem Staatskommando und den Abgehängten als (nationalverbrämter-) Patriotismus

    Zwischen 1) und 2a) gibt es einen scharfen Schnitt in der deutschen Geschichte, die Zurückweisung der sogenannten ‚Schweinekrone‘ durch den preußischen König Friedrich IV, die ihm vom Paulskirchenkonvent – der patriotischen Versammlung aus 1), 2a) und 2b) überreicht wurde. Der Monarch, als Vertreter des Alten, wies alles zurück und stimmte schließlich nur unwillig ein. Die alte Nation (Erbmachtregelung) war damit durch den (Fichteschen) Handelsstaat ersetzt. Er ist die Basis eines Wettstreites zwischen Nation und Kultur, kann nur durch ein viertes Element, den aufgeklärten allgemeinen Souverän befriedet und in Zukunft sinnvoll ´gestaltet werden.

    Aber wie jeder heute täglich mitbekommen kann, der allgemeine Souverän – wir alle, jeder einzelne – muss noch geboren werden, ist heute erst als Bürgerdarsteller verpuppt auf der Bühne der Geschichte eingetroffen.

  4. hubi stendahl // 24. März 2017 um 22:06 //

    Herr Ludwig.

    „Es geht heute nicht mehr darum, in Anerkennung und Achtung des Anderen und seiner Argumente nach gemeinsamen gesellschaftlichen Lösungen zu suchen. Es geht um die Ausschaltung der Meinungsfreiheit des Anderen, seine gesellschaftliche Ächtung und Zerstörung mit allen Mitteln.“

    Danke für die differenzierte Erklärung der bewusst neu inszenierten Begriffe Patriotismus und Nationalismus.

    Ich möchte einen Schritt weiter gehen und die biologische und soziologischen Bedürfnisse berücksichtigt wissen, weil in das Zentrum des Denkens um ein prosperierendes Lebensumfeld der Mensch mit seinen Bedürfnissen, er erst biosoziologisch verstanden werden muss.

    Hier ist einer Kommentarfunktion angemessen zunächst die evolutionäre Ethik zu nennen, die ( ich weiß, derzeit links – wissenschaftlich umstritten) davon ausgeht, dass das soziale Verhalten des Menschen teilweise aus genetischer Disposition herrührt. Unsere inneren ethischen Gesetze, denen wir nie widersprechen, sind also größtenteils auf ein biologisches Erbe zurückzuführen. Diese Grundlage ist der Kern des Kant´schen Satzes:

    „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“

    Die Reichweite der evolutionären Ethik leitet sich folgerichtig aus der biologischen Evolution ab und steuert damit Verhaltens- und Antriebsstruktur, aber auch unsere Neigungen und Fähigkeiten zur sozialen Organisationsfähigkeit und damit zu einem guten Teil deterministisch (d.h. angeboren). Diese Eigenschaften sind nicht beliebig überschreibbar durch Konditionierung und Erziehung (im Sinne von Programmierung). Im Gegenteil, die Natur des Menschen setzt enge Grenzen bei der Beliebigkeit und Belastbarkeit von ethisch-moralische biologisch mitgebrachten Eigenschaften, denn die „erste Natur“, die „vorrationale Disposition“, die einer Anpassung an die Lebensverhältnisse des Pliozäns und Pleistozäns (Jäger und Sammler; Jäger- und Sammlervölker) und des postglazialen Neolithikums (Anfänge von Ackerbau und Viehzucht; Jungsteinzeit) entspringt, lässt nur begrenzten Spielraum zur Umerziehung. Der Mensch ist zwar von Natur aus kognitiv anpassungsfähig, aber eben nicht grenzenlos.

    Und damit sind wir bei der räumlichen Reichweite, die sich auch heute noch an den Möglichkeiten des Pleistozän orientiert und das nicht verstehen mit verantwortlich ist, dass wir Kriege führen und die Natur nicht als Teil unseres Daseins identifizieren, sondern als Außenstehender die Natur designen (wollen).

    Der Mensch hat rein soziologisch betrachtet eine Reichweite von 180 Personen, wie erst kürzlich von Prof. Robin Dunbar in umfangreichen Studien feststellte. Das hat mit den technischen Möglichkeiten in Stunden einen Flug um die Erde zu realisieren nichts zu tun. Es ist vielmehr unverstanden, dass selbst ein Staatskonstrukt und damit verbundener Nationalismus, niemals die tatsächlichen Bedürfnisse wiedergeben kann.

    Aber auch der Patriotismus wird erst dann schlüssig wenn man versteht, dass nicht unnatürlich gezogenen Grenzen das Maß sein können, sondern die sozio-biologischen Grenzen des Menschen selbst, der sich mit seiner Kulturfähigkeit nicht an Staatsgrenzen, sondern an den inneren ererbten Werten orientiert. erst hieraus ergibt sich ein zusammengehöriges Gebiet, dass einen gemeinsamen Kulturraum definiert.

    Deshalb werden auch alle Versuche von Profiteuren, die Grenzen wider der soziobiologischen Grenzen einzureißen, über kurz oder lang scheitern. Aus einem Araber und seinem soziobiologischen Erbe, lässt sich eben kein Perser basteln, weil das Erbe unterschiedliche Entwicklungen hatte.

    Irgendwann werden das auch die Globalisten erkennen und eine Umkehr einleiten, weil eine Zusammenarbeit, wie es die Chinesen und Russen mit der Seidenstraße anbieten, für alle Beteiligten nur Vorteile bietet.

    • Falkenauge // 25. März 2017 um 10:58 //

      Hallo, Herr Stendahl,

      vielen Dank für das verständnisvolle Eingehen auf den Artikel und das treffliche Zurechtrücken der Einwände von dragaoNordestino.

      1. Zitat von Ihnen:
      „Unsere inneren ethischen Gesetze, denen wir nie widersprechen, sind also größtenteils auf ein biologisches Erbe zurückzuführen. Diese Grundlage ist der Kern des Kant´schen Satzes: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“

      Es gibt in der Tat Kinder, die sehr früh feste moralische Vorstellungen haben, die sie unmöglich so aus dem Umfeld haben können, gewissermaßen geborene Genies der Moralität. Das führe ich aber eher auf eine geistige Vererbung zurück, d. h. auf von sich selbst „vererbte“, mitgebrachte moralische Fähigkeiten ihres eigenen Geistes aus seinen vorherigen Erdenleben.

      Im allgemeinen stammt moralisches Verhalten meines Erachtens nicht größtenteils, sondern kleinstenteils aus der biologichen Vererbung. Ich denke nicht, dass sich Ethik in der Hauptsache substanziell biologisch vererbt. Gewisse seelische Verhaltensweisen gehen sicher in die Vererbung über, ganz im Sinne Goethes: „Vom Vater hab ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur, die Lust zu fabulieren.“

      Die moralischen Prinzipien werden aber großteils noch von außen aus der Gesellschaft aufgenommen, wirken jedoch insofern noch unfrei machend. Der moralische Imperativ Kants ist der Tod der individuellen Freiheit des Handelns. Das hat Rudolf Steiner in seinem philosophischen Grundlagenwerk „Die Philosophie der Freiheit“ klar auseinandergelegt.

      „Wer nur handelt, weil er bestimmte sittliche Normen anerkennt, dessen Handlung ist das Ergebnis der in seinem Moralkodex stehenden Prinzipien. Er ist bloß der Vollstrecker. Er ist ein höherer Automat. Werfet einen Anlaß zum Handeln in sein Bewusstsein, und alsbals setzt sich das Räderwerk seiner Moralprinzipien in Bewegung und läuft in gesetzmäßiger Weise ab, um eine christliche, humane, ihm selbstlos geltende, oder eine Handlung des kulturgeschichtlichen Fortschritts zu vollbringen.“

      2. Zitat von Ihnen:
      „Aber auch der Patriotismus wird erst dann schlüssig wenn man versteht, dass nicht unnatürlich gezogenen Grenzen das Maß sein können, sondern die sozio-biologischen Grenzen des Menschen selbst, der sich mit seiner Kulturfähigkeit nicht an Staatsgrenzen, sondern an den inneren ererbten Werten orientiert. erst hieraus ergibt sich ein zusammengehöriges Gebiet, dass einen gemeinsamen Kulturraum definiert.“

      Auch das ist rein materiell biologisch gedacht und natürlich eine Vermutung, eine Hypothese.
      Für viel wahrscheinlicher halte ich auch hier geistige Einflüsse.
      Sprache und einheitlicher Duktus einer Volkskultur gehen m.E. auf den Einfluss von über dem Menschen stehenden Wesen zurück.

      „Wenn jemand irgendwo einen ihm unbekannten komplizierten Motor findet, wird er nicht auf die schwachsinnige Idee kommen, die verschiedenen Teile hätten sich an dieser Stelle zufällig so zusammengefügt, sondern er wird den Motor vernünftigerweise auf den gedankenvollen Bauplan eines Menschen, also eines intelligenten Wesens zurückführen, nach dem er konstruiert und in seine funktionsfähige Form gebracht worden ist. Vor dem menschlichen Organismus setzt aber bei vielen Menschen ein solch vernünftiges Denken plötzlich aus. Seine hochkomplexen Funktionsabläufe und Zusammenhänge sinnvollerweise auf einen intelligenten Bauplan zurückzuführen, scheitert am versteckten Hochmut des materialistischen Intellekts, der kein höheres intelligentes Wesen über sich anerkennen kann, und sich deshalb in den gedankenlosen neuen Aberglauben flüchtet, die Teile des Menschen hätten sich halt irgendwann durch einen wundersamen Zufall so zusammengefügt. Entsprechend hält man das Kunstwerk der Sprache und den einheitlichen Charakter der Kultur eines Volkes für zufällige Entwicklungsprodukte.

      Doch bereits Johann Gottfried Herder bildete Ende des 18. Jahrhunderts den Begriff des Volksgeistes als einer übermenschlichen Wesenheit, die jedem Volk als inspirierendes Wesen zugehöre. Rudolf Steiner hat dies aus seinen geistigen Forschungen konkretisiert und dahin differenziert, dass es sich um zwei zusammenwirkende Wesen handele, einen Sprachgeist und einen Volksgeist, die in der christlichen Engelhierarchie, wie sie auf den Paulus-Schüler Dionysius Areopagita zurückgeht, jeweils dem geistigen Range der Erzengel angehörten. Es sind gewaltige Wesen, die mit ihrer Seele ein ganzes Volk umfassen und unterbewusst deren Seele und Lebensorganisation durchdringen und im Sinne einer bestimmten Sprache bzw. eines besonderen Volkscharakters und Volkstemperamentes inspirieren. Der Volksgeist durchdringt aber auch die Lebensvorgänge der Landschaft, in der das Volk lebt, und wirkt so prägend auch von außen. Es gehen unterschiedliche Einflüsse auf den Menschen aus, je nachdem wie die Elemente Erde, Wasser, Luft, Wärme und Licht im Gebirge, im Flachland, am Meer oder im Innern des Kontinents verteilt sind. Der Volksgeist ist die Quelle der Volks-Kultur.“
      Aus: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/10/07/volk-oder-bevoelkerung-von-den-quellen-der-deutschen-kultur/

      • hubi stendahl // 25. März 2017 um 15:24 //

        Hallo Falkenauge,

        Danke für die ausführliche Stellungnahme.

        Ich denke, es handelt sich zumindest teilweise um ein Missverständnis. Wenn ich die biologischen Aspekte in den Ausführungen in den Vordergrund gestellt habe, dann ist es der Kürze eines Kommentars geschuldet. Auch ich gehe davon aus, dass der Bauplan jeder in Erscheinung tretenden Materie geistigen Ursprungs ist. Dabei trenne ich in Kommentaren die ererbten Eigenschaften nicht streng wissenschaftlich in geistige und materielle Vorgänge, sondern will es (der Einfachheit halber) zusammenfassend sehen.

        Mit dem Vorbehalt Details nicht mehr richtig in Erinnerung zu haben:

        Steiner hielt mal einen Vortrag in Düsseldorf. Ich erinnere mich an das Papier, weil es sorgsam bei mir in einer der Bücherkisten mit anderen seiner Veröffentlichungen verpackt ist. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann erklärte er anhand Dantes „Göttlicher Komödie“ den hier in Rede stehenden Zusammenhang und machte deutlich (irgendwann Anfang des 20. Jhd?) wie sich im Zeitgeist der Bezug zu Materie und Geist änderte.

        Ich sehe in diesem Kontext deshalb auch keinen Widerspruch. Während die junge biosoziologische Forschung bis zur Schnittstelle zur Anthropologie und Anthroposophie interessante Ergebnisse vorwiegend durch Beobachtung vorweisen kann, wird die Zukunft vielleicht eine erneute Zusammenführung mit den reinen Geisteswissenschaften zulassen, um sich wieder ganzheitlicher mit den Urthemen, woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? beschäftigen zu können.

        Danke für Ihre interessanten Artikel.

  5. Ja Herr Ludwig, Patriotismus kann man so sehen wie in Ihrem Artikel beschrieben… Muss man aber nicht.

    Der Patriotismus verdirbt die Geschichte.

    Johann Wolfgang von Goethe
    (1749 – 1832)

    Patriotismus ist die Tugend der Bosheit.

    Oscar Wilde
    (1854 – 1900)

    Fatal ist mir das Lumpenpack,
    das, um die Herzen zu rühren,
    den Patriotismus trägt zur Schau,
    mit allen seinen Geschwüren.

    Heinrich Heine
    (1797 – 1856)

    Der Patriotismus wird sich immer als ein gemeinnütziges Streben äußern, und nie hat noch ein Demagog oder ein Intrigant ein Volk verführt, ohne es auf irgend eine Weise glauben zu machen, es sei eine patritotischer Bewegung begriffen.

    Richard Wagner
    (1813 – 1883), deutscher Komponist

    Ein großer Teil von dem, was heutzutage für Vaterlandsliebe ausgegeben wird, besteht aus bloßem Pharisäertum und aus Engherzigkeit, die sich als nationale Vorurteile, nationale Eitelkeit und nationaler Haß äußern.

    Samuel Smiles
    (1812 – 1904), englischer Arzt, Biograph und Sozialreformer

    Je schlechter Land desto bessere Patrioten.

    Johann Wolfgang von Goethe
    (1749 – 1832)

    Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen haßt die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und haßt die eignen, weil sie die eignen sind. Den letzteren Haß nennt man Patriotismus.

    Kurt Tucholsky
    (1890 – 1935)

    Patriotismus: leicht entflammbarer Müll, gebrauchsfertig für die Fackel jedes Ehrgeizigen, der seinen Namen leuchten lassen will.

    Ambrose Gwinnett Bierce
    (1842 – 1914)

    Der Patriotismus ist oft nur ein Hochmut gegenüber anderen Völkern und schon deshalb außerhalb des Pfades der Wahrheit, oft aber auch nur eine Art der Parteisucht innerhalb des eigenen vaterländischen Kreises; ja er besteht oft nur im Wehtun gegen andere.

    Jacob Christoph Burckhardt
    (1818 – 1897)

    • hubi stendahl // 25. März 2017 um 09:14 //

      @dragaoNordestino

      Heinrich Heine:

      „Das Vaterland wird nie verderben, Jedoch die alte Frau kann sterben“
      (aus Nachtgedanken).

      Ich denke, man sollte Zitate stets im historischen Kontext sehen. Heine war kein Feind von Nationen oder Grenzen aber auch kein Freund von Nationen der damaligen Zeit. “ Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“. Nicht etwa, weil er Grenzen einreißen wollte, sondern weil er die Herrschaftsverhältnisse ablehnte.

      Das gilt nahezu 1:1 auch für das Zitat Richard Wagners, der zeitlebens in seiner Weltanschauung zwischen den Sichtweisen hin und her sprang. Mal wollte er (Verehrer von Schopenhauer) die Welt einreißen, mal trat er als Nationalist auf. Antisemit war er übrigens zeitlebens. Eine Zeit lang kann man ihn sicher in einem „Germanenkult“ verorten. Am Lebensende kümmerte er sich viel um den Tierschutz, offenbar vom Menschen enttäuscht. Von den Unterschieden zwischen Nationalisten und Patrioten wie sie der Artikel versucht zu vermitteln, ist Wagner weit entfernt.

      Samuel Smiles Zitat kritisiert weder Nationalismus, noch Patriotismus. Es verurteilt die damit verbundenen Vorurteile wie Hass, nationale Eitelkeiten und nationale Vorurteile seiner Zeit. Daraus kann man kaum ableiten, dass er Grenzen einreißen wollte. Eher war er der Meinung, dass die Völker sich dieser negativen Auswirkungen bewusst werden und sie abstellen sollen. Er war ja Sozialreformer und kümmerte sich vor allem um die ARBEIT als zentrales Element seines Denkens. Smiles sagte auch mal:“Die Wahrheit ist das eigentliche Band der Gesellschaft. Ein Haushalt kann nicht durch Lügen regiert werden, eben so wenig ein Staat.“ Was wohl deutlich macht, dass er nie daran dachte Grenzen einzureißen. Er war ein früher Liberaler im Geiste Hayeks, aber kein Globalist.

      Goethe lehnte den Patriotismus ab. Ganz klar. In seiner Zeit des Napoleonismus stand bei ihm Frankreich oft Pate. Er verstand in diesem Zeitfenster den Patriotismus als Nationalismus, wie er heute ebenfalls oft verwendet wird. Patriotismus als Zugehörigkeit zu einem Volk hat er m.W. nie abgelehnt, wie seine Äußerung im Zusammenhang mit der Farbenlehre beweist: „Der Geist des deutschen Volkes, dem ich dort nahe bin und den ich in meinem Werk geoffenbaret habe, er kann auf mich rechnen. Mögt ihr ihn verleumden: ich trete dennoch für euch ein.“

      http://www.excelsior-berlin.org/index.php/literatur-und-dokumente/doc_view/60-goethe-ueber-die-deutschen

      Ich will mir den Rest sparen. Denn ich habe aufgezeigt, dass es diesen Rezensenten nicht um das Einreißen von Grenzen ging, sondern im Zusammenhang mit der seinerzeitigen Definition von Nationalismus und Patriotismus um das Aufzeigen von Gefahren und Wirkungen. An eine Weltregierung hatte da sicher noch niemand gedacht und schon gar nicht an eine Flutung epischen Ausmaßes.

      Wie wäre es mal mit meinem weiter oben eingestellten biosoziologischen Ansatz, in dem kein System, sondern vorwiegend der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt steht?

      • Conrath // 25. März 2017 um 10:04 //

        @Notarzt & Hubi

        Volle Zustimmung,

        und Hubi differenziert ja den Patriotismus auch in den verschiedenen zeittypischen Erscheinungsweisen. Goethe schwankte, es lassen sich auch andere Zitate bei ihm finden, aber es gibt eben viele Nuancen des Patriotismus, denken wir nur an den Sportpatriotismus, ein Zwitter.

  6. Notarzt // 25. März 2017 um 08:42 //

    „National sein..“

    wusste ein großer, österreichischer Schriftsteller zu formulieren

    „National sein, heißt nicht fremde Länder zu hassen, sondern das eigene Volk zu lieben“
    (Peter Rosegger, der Waldbauernbub)

  7. Karl Bernhard Möllmann // 25. März 2017 um 09:01 //

    AST
    ZITAT @ Herbert Ludwig:

    .

    „Heute werden Patriotismus und Nationalismus bewusst gleichgesetzt, um politische Gegner gesellschaftlich zu ächten.“

    .

    ALSO räumen wir mal auf!

    .

    WER andere Menschen DIREKT verletzt – ist ein Krimineller.

    .

    Auf die Wahl der Waffe kommt es NICHT an.

    .

    WER per AUFTRAG andere Menschen INDIREKT verletzen läßt – wie die MAFIA oder die Politik durch Soldaten im ANGRIFFS-KRIEG – ist ein Psychopath.

    .

    Auch HIER spielt die Wahl der Waffen KEINE Rolle.

    .

    Auch Ruf-Mord durch Worte ist MORD.

    .

    Weder „Vaterland“ noch „Nation“ sind Begriffe – die irgendwo auf diesem Planeten „anrüchig“ sind – außer in Deutschland!

    .

    WARUM?

    .

    Weil PSYCHOPATHEN das völlig wertfreie, also neutrale Wort „NATION“ mit dem politischen KAMPF-Begriff „SOZIALISMUS“ verknüpft haben!

    .

    DIESE politische Zwangs-Ehe genannt „National-Sozialismus“ ist DAS Schmuddelkind des zwanzigsten Jahrhunderts!

    .

    Wie in JEDEM Rosenkrieg so üblich – geben sich BEIDE Seiten gegenseitig die Schuld . . .

    .

    Nationalisten schimpfen aus Sozialisten.

    .

    Sozialisten schimpfen auf Nationalisten.

    .

    BEIDE liegen FALSCH – denn die wahren VERBRECHER waren PSYCHOPATHEN, also echte KRIMINELLE – und die verstecken sich hinter JEDER beliebigen TARNUNG!

    .

    WAS bleibt, ist die nüchterne Feststellung – daß sowohl NATIONALISTEN, als auch SOZIALISTEN das gleiche Recht auf Entfaltung in Deutschland gebührt – wie überall sonst auf der Welt.

    .

    Während Sozialisten in USA als „Demokraten“ GETARNT auf Wählerfang gehen, ist Sozialismus in Frankreich Salon-fähig.

    .

    Während Nationalismus ÜBERALL auf der Welt Salon-fähig ist – gilt das nur NICHT in Deutschland – HIER hat die sozialische Linke den Ruf-MORD am Nationalismus zur beliebten aber KRIMINELLEN ANGRIFFS-WAFFE gemacht.

    .

    WEM es gefällt – der sollte sich also OHNE WENN & ABER als „NATIONALIST“ zu seiner NATION bekennen – und verbale ANGRIFFE gegen die NATION als „kriminell“ den PSYCHOPATHEN zur LAST legen, und sich wie gegen JEDEN kriminellen ANGRIFF zur Wehr setzen.

    .

    Ich jedenfalls erzähle jedem Franzosen schon bei der Begrüßung mit viel Stolz – daß ich ein „ALLEMAND“ bin – ein echter GERMANE.

    .

    Gab noch nie das geringste Problem . . .

    .

    Und wenn einer blöd fragt, WARUM ich dann in Frankreich lebe . . . ?

    .

    DANN antworte ich ihm, daß wir Deutschen zwar die besten Auto’s bauen – DA STIMMEN ALLE FRANZOSEN GERNE ZU – aber die Franzosen verstehen mehr von den mentalen, den GEISTIGEN Zusammenhängen des Lebens . . .

    .

    Und auch dann sind wir uns schnell einig . . . !

    .

    Bin ich jetzt ein deutscher PATRIOT – oder ein französischer NATIONALIST – oder kommt es am Ende vielleicht auf ganz andere WERTE im Leben an . . . ?

  8. waltomax // 25. März 2017 um 09:34 //

    Patriotismus ist die emotionale Falle für die Dummen, für das Großkapital zu kämpfen. Nationalismus ist demgegenüber nichts als kollektiver Egoismus. Was bringt es denn hier, mit hohlen Begriffen zu spielen und diese differenzieren zu wollen? Nichts.

    • hubi stendahl // 25. März 2017 um 11:53 //

      @waltomax

      Da bin ich anderer Meinung. Auch das -geschriebene- Wort steht für den Ausdruck einer Idee, die schnell zu Propagandazwecken missbraucht werden kann.

      Wenn Sie schreiben, dass Patriotismus eine „emotionale Falle für Dumme ist“, dann müssten Sie eine anderweitige Bezeichnung für Ihre (und meine) Vorliebe für regionalen Gruppen finden, denen Sie sich verbunden fühlen.

      Vorschlag?

      Im Gegensatz zum Nationalismus, den man durchaus als Falle bezeichnen könnte, weil er den wenigen Profiteuren Gelegenheit gibt, eine ganze, durch unnatürliche Grenzen zustande gekommene Gruppe zu manipulieren und für unlautere Ziele zu begeistern.

      Es dürfte unter uns unstrittig sein, dass der Mensch ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln muss, um gesund zu bleiben. Es beeinflusst seine spätere Sozialisierung entscheidend. Eine Schnittstelle zwischen Patriotismus und Nationalismus lässt sich leicht herausfinden, wenn man den Patriotismus nicht mit staatlicher Zugehörigkeit, sondern korrekt mit einem soziokulturellen Kontext verbindet. Auch einem Sportverein kann ich patriotisch angehören.

      Also suchen wir einfach eine neue Wortkreation, um eine Vermischung zu verhindern.

    • Greenhoop // 25. März 2017 um 12:30 //

      G

  9. Greenhoop // 25. März 2017 um 12:31 //

    Ich kann mit dem Begriff „Gesinnung“ viel mehr anfangen:

    Die Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, die den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrunde liegend betrachtet werden kann.

    Persönlich habe ich micht über Grenzen hinweg immer mit Menschen der gleichen/ähnlichen Gesinnung bestens verstanden und niemals auf Regionen/Länder begrenzt.

    Ähnliche Werte zu verteidigen ist aus meiner Sicht die maßgebliche Antriebsfeder und niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen.

    Patriotismus oder Nationalismus sind daher eher zu vernachlässigen, so zumindest meine Einstellung zu diesem Thema.

    • hubi stendahl // 25. März 2017 um 14:34 //

      @Geenhoop

      Zitat:
      „Ähnliche Werte zu verteidigen ist aus meiner Sicht die maßgebliche Antriebsfeder und niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen.“

      Absolut. Die richtige Sichtweise, die jeden einzelnen Menschen antreiben sollte. „Niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen“ macht aber auch deutlich, dass die richtige Sicht des Einzelnen, in Harmonie mit den Werten der Gruppe (Volk, Staat, Land-(Kreis) stehen muss. Kultur und Werte können nun einmal nicht durch einzelne Menschen, sondern nur durch Gesellschaften entstehen.

      Dass dabei Kulturen mit ihren Werten, spätestens seit dem 17. Jahrhundert, durch politische Grenzen geteilt wurden, tut dieser Erkenntnis keinen Abbruch. Streng genommen müsste der gesamte Nahe Osten in diesem Sinne, nachdem die Briten es nach eigenem Gusto seit 1916 aufgeteilt haben, orientiert an den unterschiedlichen Kulturentwicklungen, erneuert werden. Gewissermaßen zurück in die Zukunft. Das gilt auch für Mitteleuropa und Afrika. Die Kapitalinteressen kleiner Cliquen sind derzeit aber noch größer, sodass die Briten zusammen mit den Franzosen und den Amerikanern und spätestens seit Übernahme der Kanzlerschaft auch Deutschland, ein zweites 1916 inszeniert haben, die die Feindschaften untereinander, nicht zuletzt durch Einsatz der Moslembruderschaft, anheizten. Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass Frankreich der Al Kaida die Rückzugsräume mit dem Konzern Lafarge (Braas Dachziegel) baute, an denen sich Assad zunächst die Zähne ausbiss und erst Russland mit Bunker brechenden Bomben für eine Wende sorgte. Thierry Meyssan will ein Buch darüber schreiben.

      • Greenhoop // 25. März 2017 um 18:25 //

        @hubi

        Ich lese gerade das äusserst interessante Buch von James Rickards „Der Weg ins Verderben“ welches gerade die nahe Zukunft m.E. sehr treffend beschreibt. Aus meiner Sicht ist es naheliegend – Selbsterhaltungstrieb – sich den neuen Begebenheiten zu stellen und einzustellen.

        https://www.amazon.de/Weg-ins-Verderben-vorbereiten-sch%C3%BCtzen/dp/3959720246

        Es wird sich sehr viel ändern und auch wenn ich vieles davon ablehne bin ich naiv genug zu glauben, ich könne aktiv etwas daran ändern (ausser dem Erkenntnisgewinn).

        Trotzdem vielen Dank für Ihre weiterhin sehr wertvolle Kommentare !

        PS: Mit Sicherheit kenne Sie auch dieses Buch, leider aktuell nicht zu bekommen, aber mit Sicherheit sehr lesenswert.

        https://www.amazon.de/Milner-Fabian-Conspiracy-International-Destroying-America/dp/0957426208/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1490442689&sr=8-1&keywords=The+Milner-Fabian+Conspiracy

      • hubi stendahl // 25. März 2017 um 20:14 //

        Hallo @Greenhoop

        Ja die Milner Fabian Conspricacy habe ich. Gibts bei Amazon über die English Site: Für 10 Pfund. Hatte mal 2013 glaube ich, diesen Tipp auf konjunktion.info gesehen. Spannend, dass der Autor Ioan Ratiu bis heute nicht eruiert werden konnte. Mal soll es ein Inder, mal ein Australier sein. Ich glaube, dass es ein ausgestiegener Insider ist.

        https://www.amazon.co.uk/Milner-Fabian-Conspiracy-international-destroying-America/dp/B009DPBG60

        Das Buch von Rickards kenne ich nur in Auszügen. Habe es gerade in den Warenkorb gelegt. Deshalb Danke für den Tipp.

  10. Mitspieler // 25. März 2017 um 15:32 //

    Es gibt so etwas wie ein nationales Gewissen. Es ist das, was uns durch die gemeinsame Erfahrung verbindet. Die Erfahrungen anderer Völker unterscheiden sich davon, weshalb verschiedene Völker eine unterschiedliche Form von nationalem Gewissen haben. Man kann auch von kulturellem Gewissen sprechen. Das setzt Nation und Kultur auf dieselbe Stufe. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen ist nur politischer Art. Wenn eine Kultur ein gemeinsames Gewissen besitzt, dann kann sie daran wachsen und sich entwickeln.

    Gruß
    Der Mitspieler

    • Mitspieler // 25. März 2017 um 15:39 //

      Mein Kommentar war an @Greenhoop gerichtet.

    • Greenhoop // 25. März 2017 um 18:18 //

      @Mitspieler

      Französische Wurzeln, in London geboren und in Düsseldorf aufgewachsen, lassen mich zu der oben geäußerten Überzeugung kommen. Es muß gar nicht immer in einem akademisch begründetem Aufsatz münden, um diese grenzüberschreitenden Gefühle zu artikulieren.

      Der Westfälische Friede mag den Ursprung der Nationen in Europa darstellen und solche Gedanken/Gefühle mögen in vielen Köpfen „spuken“, meine Gedankenwelt ist eine andere. Das will nicht heißen, dass ich die Nationen abgeschafft wissen möchte – ganz im Gegenteil – aber darüber hinaus gibt es eben mehr.

      GH

  11. Müssen wir eigentlich über jedes Stöckchen springen, das die SYSTEM-Gesellschaft uns vorhält? Daß wir uns womöglich gegenseitig zerfleischen sollen nach der System-Regel „divide et impera“ und das System grinsend dann bei unsrer eigenen gegenseitigen zerstörerischen Abgrenzung und Ausgrenzung zuschaut?
    Ist es also überhaupt, gerade in unsrer DEUTSCHEN Lage, wichtig, zwischen Patriotismus und Nationalismus, zwei unsinnigen uns vom System vorgehaltenen Begriffe, zu unterscheiden und zu wählen und uns etwa im Sinne des Systems zu einer diesem genehmen Formel bekennen? Das System bekennt sich doch sowieso zu KEINEM dieser beiden Begriffe, nutzt beide als Ausgrenzung für uns und will uns vielleicht etwas zahnlos Verharmlosendes wie „Patriotismus“ aufzwingen?

    Deshalb: Um welches Anliegen geht es uns TATSÄCHLICH, was das System NIE anspricht und NIE zur Diskussion stellt?

    Es geht um einen ganz ANDEREN Begriff, nämlich um den Ruf nach NATIONALEM SELBSTBEWUSSTSEIN, denn genau DAS ist es, wie Höcke klar erkannt hat, was das System VERHINDERN will!

    Nicht verunsichern lassen und dem System mit seinen Schreiern auf der Straße und in der Lügenpresse auf den Leim gehen, sondern die Bürger AUFKLÄREN über das, was wichtig ist: Nationales Selbstbewußtsein. Denn DAS würde dem System im Weg stehen! Deshalb würde DIES sofort als Populismus verschrieen! Und gerade dieser Begriff ist der Ruf nach nationaler Freiheit und Freiheit von Gehirnwäsche und Zensur!
    Zwischen Patriotismus oder Nationalismus gezwungen zu wählen, ist völlig fehl am Platz und soll von unserem eigentlichen Anliegen nur ablenken!

  12. Observer_1 // 25. März 2017 um 21:04 //

    Bei den als Beschimpfung und Herabwürdigung gedachten Worten „Rechtspopulist“ bzw. „Nationalist“ handelt es sich um altbekannte Methoden der Inversion, wie sie i.d.R. von linksextremen Randgruppen er- und angelernt sind. Einerseits werden die Begriffe „Nationalismus“ und „National-Sozialismus“ bewusst verwechselt, andererseits geht es dabei um die übliche „political correctness“-Masche, um einfältige Untergriffigkeiten, Unterstellungen, und pubertäres Bullying.

    Nach Ansicht und Doktrin der Linken ist Patriotismus klarerweise schlecht, Links-Liberalismus, weil den linken Dogmen der Beliebigkeit und des „anything goes“ folgend, hingegen gut. Nationalismus, weil traditionsbewußt und die Konsolidierung des souveränen Nationalstaats im Fokus habend, ist selbstverständlich schlecht, Globalismus hingegen gut, da er dem verführerischen Motto des marxistischen Manifesto „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ folgt. Welches darüber hinaus auch noch insinuiert, daß man – aus proletarischer Sicht – nur vereinigt stark, andernfalls aber „schawach“ ist.

    Schlussfolgerungen: Diese Leute sind auf einem Power-Trip. Sie kommen sich gut vor, wenn sie friedliche und politisch weniger interessierte Bürger beflegeln und persönlich beleidigen können. Sie sind aufgrund ihrer meist linksextremen Ansichten auch noch deklarierte Feinde der geltenden demokratischen Verfassungen. Solange sie nur vereinzelt auftreten ist es wohl am besten, man beachtet sie nicht.

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