Patrioten sind keine Nationalisten

Jubelnde Revolutionäre im März 1848 in Berlin / See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMaerz1848_berlin.jpg Jubelnde Revolutionäre im März 1848 in Berlin / See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AMaerz1848_berlin.jpg
Heute werden Patriotismus und Nationalismus bewusst gleichgesetzt, um politische Gegner gesellschaftlich zu ächten. Besinnen wir uns auf Goethe und Schiller.

Wer sich heute für den Erhalt des deutschen Volkes, der deutschen Nation als Kulturgemeinschaft einsetzt, wird in den überwiegend linksgrün orientierten Propaganda-Medien der Herrschenden schnell als „Rechtspopulist“ oder, schlimmer noch, als „Nationalist“ bezeichnet. Nun besagt es ja nichts, dass Linke Nichtlinke rechts einordnen und mit den heute gängigen Mitteln politischer Verlogenheit und Skrupellosigkeit verleumden. Aber es beteiligen sich auch liberale und angeblich konservative Kreise und Publikationen. Offensichtlich wird eine generelle globale Linie verfolgt, alle Verankerung der Menschen in Völkern und kleineren Staaten zu diskreditieren und diese in übernationalen Organisationen wie EU, Nato, IWF etc. und schließlich in einem Weltstaat aufgehen zu lassen.[1]

Das Wesen des Patriotismus

Es ist ja zunächst etwas ganz Natürliches, das eigene Volk und das Vaterland, in dem es beheimatet ist, zu lieben. Man ist hier auf- und hineingewachsen in eine kulturelle Hülle, die einem für das eigene geistige Streben viel gegeben hat. Und indem man später auch mit vielen anderen Volkskulturen bekannt und vertraut wird, wächst das Bewusstsein für die besondere Eigenart, das Spezifische der eigenen Kultur, das im Chor der anderen seine Bedeutung hat und als bereichernder Beitrag zur geistigen Menschheitsentwicklung nicht fehlen darf. Ein Patriot ist daher ein Mensch, dem es Ernst ist um das Wohlergehen seines Vaterlandes und der dafür eintritt. Damit ist keinerlei Herabwürdigung anderer Völker verbunden. Es ist nur die berechtigte Sorge für das Wohlergehen des eigenen. Rudolf Steiner brachte das in einen treffenden Vergleich:

„Die Attacke, der Angriff auf das andere Volk beginnt erst, wenn man anfängt zu schimpfen über das andere Volk. Das sind Dinge, die heute ganz besonders tief verstanden werden müssen: Das positive Eintreten für das, was das Wesen eines Volkes ist, bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als das, was sich vergleichen läßt in dem individuellen Bewußtsein mit der Tatsache, daß man ja nur für seinen eigenen Körper sorgen kann, daß er möglichst in Ordnung ist, und nicht in derselben Weise für einen anderen Körper.“[2]

Jemand, der in dieser Weise sein Vaterland liebt, hat auch Verständnis und Achtung für die Patrioten anderer Völker. Und er wird für deren Kultur Interesse entwickeln, das sich gar zu besonderer Liebe steigern kann. Je mehr andere Völker und Kulturen er kennen und schätzen lernt, desto mehr wird ihm für die geistige Entwicklung der Menschheit bewusst,

„wie nur in der individuellen Gestaltung der über die Erde hin differenzierten Völker etwas von dem erreicht werden kann, was erreicht werden soll – nun nicht etwa dadurch, daß von irgendeiner Seite eine Einheitskultur ausgeht, die eben durchaus eine westliche und nur für den Westen berechtigte ist, die Mitteleuropa überflutet hat, nicht durch die Schuld des Westens allein, sondern vor allen Dingen dadurch, daß sich Mitteleuropa hat überfluten lassen und alles entgegengenommen hat. Und dieses Bewußtwerden, worauf es ankommt, das ist es, was heute verbreitet werden muß von denjenigen, die es gut meinen.“[3]

Wir wissen, wie diese Überflutung durch den US-Imperialismus nach 1920 und dann nach dem 2. Weltkrieg noch ungeheuer zugenommen und die eigene geistige Kultur unter sich begraben hat. Der inzwischen herangewachsenen Generation ist das überhaupt nicht bewusst, wenn es ihr nicht von wissenden Älteren klar gemacht wird. In einer gewissen Gefahr auszuarten, ist ein Patriotismus, der sich primär stolz auf die Nation als politische Organisation, als Staat, richtet, und der nicht mehr in innerem Zusammenhang mit dem zentralen Wesen des Volkes als Kulturgemeinschaft steht. Heinrich Heine verspottete ihn als fahnenschwenkende „Teutomanie“ und „Phrasenpatriotismus“, der vor falscher Treue zur Obrigkeit nicht gefeit ist. Heines Patriotismus richtete sich auf Deutschland als Kulturgemeinschaft, auf seine Musik, die Besonderheit des Dichtens und Denkens, das aus Deutschland hervorwuchs, und er rief seinen nationalen Kritikern entgegen:

„Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschentums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben.“[4]

Der nationale Phrasenpatriotismus nahm dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere nach der Reichsgründung 1871, stark zu. Solche Patrioten treten auch oft sehr lautstark auf. Wer jedoch mit dem inneren Wesen des deutschen Geistes verbunden ist, der nach heller Erkenntnis der tiefen Rätselfragen des Lebens strebt, die nur im Geistigen gelöst werden können, für den ist Vaterlandsliebe im Grunde eine so intime Angelegenheit, dass ihn eine gewisse Scham zurückhält, laut davon zu sprechen.

Das Wesen des Nationalismus

Demgegenüber ist der Nationalismus „eine auf Erwählung- und Sendungsbewusstsein beruhende, streitbare, zur Selbstüberhebung gesteigerte politische Haltung.“[5] Er ist die „übersteigerte, intolerante Erscheinungsform des Nationalgedankens und des Nationalbewusstseins. Während ein maßhaltender, die gegenseitige Anerkennung und Achtung der Nationen nicht ausschließender Patriotismus eine unentbehrliche Voraussetzung jeder Staatlichkeit ist, gefährdet der Nationalismus, besonders in seiner schärfsten Form (Chauvinismus) den internationalen Frieden, indem er das nationale Eigeninteresse (sacro egoismo) über alle anderen Werte erhebt.“ [6] Der Nationalismus ist gemeinsamer, nationaler Egoismus, der sich mit Herabsetzung und Unterdrückung anderer Nationen auslebt.

Der Begriff der Nation (lat. natio von nasci = geboren werden) wurde ab dem 14. Jahrhundert immer mehr für den aus dem Germanischen stammenden Begriff Volk geläufig. Im Westen, insbesondere in England, Frankreich und Spanien, kam zu dem durch die Gemeinsamkeit von Sprache und Kulturüberlieferung bestimmten Nationalgefühl bereits im Ausgang des Mittelalters das Streben, die Nation zu einem geschlossenen, souveränen Staatskörper zu machen. Diese Verbindung des Volkhaft-Kulturellen mit dem Politisch-Staatlichen zum Bewusstsein eines nationalen Einheitsstaates sollte die Geschichte bis in die Gegenwart bestimmen.

Doch dieses geschlossene Nationalbewusstsein nahm schon in der englischen Revolution von 1640-1660 mit dem religiös-nationalen Überlegenheitsanspruch, England sei das neue, von Gott auserwählte Israel, eine nationalistische Tendenz in sich auf. In noch stärkerer Form trat der Nationalismus in der Französischen Revolution von 1789 auf und erreichte einen Höhepunkt im nationalen Imperialismus Napoleons.

Deutsche Kulturnation

Demgegenüber lebte in den deutschen Dichtern und Denkern der Klassik, der idealistischen Philosophie und der Romantik das Nationalbewusstsein nur in seiner volkhaft-kulturellen Ausprägung. Einen deutschen Gesamtstaat gab es auch nicht. Der deutsche Sprachraum war in eine Vielzahl von sich voneinander abgrenzenden territorialen Fürstentümern zergliedert, die ein Einheitsbewusstsein der Deutschen, das zu einem einheitlichen Staat führen könnte, bekämpften. Bei den Franzosen war es die größte Ehre, sich einen Franzosen zu nennen; sich einen Deutschen zu nennen, war bei den Deutschen gleichsam ein Verbrechen. Man durfte nur Württemberger, Bayer, Preuße usw. sein.

„Die Leute haben es vergessen. Es war das schlimmste politische Verbrechen, sich als ein Deutscher zu fühlen. Denn in diesem Deutschland hat das Territorialfürstentum alles überflutet, und es war verboten, innerlich verboten als Gesinnung, das Territorium, das bewohnt ist von Deutschen, als eine Einheit aufzufassen. (…) Lesen Sie nach, wie solche Menschen, die wahrhaftig über solche Dinge nachgedacht und auch gesprochen haben, wie Herman Grimm, zurückschauten auf ihre eigene Jugend, die noch hineinfiel in die Jahre vor den fünfziger Jahren (des 19. Jahrhunderts), wie die es schildern, daß sie keine Möglichkeit hatten, irgendwie das Urteil des Gefühls, das Gemütsurteil zu äußern: Ich bin ein Deutscher. (…)
Aber betrachten Sie diese gewaltige Differenz innerlich. Betrachten Sie einmal die Tatsache, daß, trotzdem es ein politisches und ein Polizeiverbrechen war noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sich einen Deutschen zu nennen, damals schon längst die einheitliche geistige Kultur Deutschlands fertig war. Der Goetheanismus mit alledem, was zu ihm gehörte, war da; man las zwar Goethe nicht, aber er hatte gewirkt; man verstand zwar Goethe nicht, aber er hatte großartige Sachen gesagt für alle Deutschen. Aber diese «alle Deutschen» durften niemals für das äußere Leben gestehen, daß sie irgendwie zusammengehörten. Wenigstens durfte das kein auf Realität Anspruch machender Gedanke sein, das heißt, es lebte im deutschen Volke etwas wie in den Untergründen des Bewußtseins, was ja keine äußere politische Realität hatte.“[7]

Schiller und Goethe dichteten in den Xenien gemeinsam: „Deutschland? Aber wo liegt es? Ich weiß das Land nicht zu finden, wo das gelehrte beginnt, hört das politische auf.“ Für sie war die kulturell-geistige Nation das Entscheidende, hinter der die politische als unbedeutend verschwand. Die äußere politische Einheit wurde von den Kultur-Schaffenden auch gar nicht angestrebt. Dies geschah erst in der gegen die Restauration der Adelsherrschaft gerichteten demokratischen Revolutionsbewegung von 1848. Schiller schrieb:

„Deutsches Reich und deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät der Deutschen ruhte nie auf dem Haupt seiner Fürsten. Abgesondert von dem Politischen hat der Deutsche sich einen eigenen Wert gegründet, und wenn auch das Imperium unterginge, so bliebe die alte Würde unangefochten. Sie ist eine sittliche Größe, sie wohnt in der Kultur und im Charakter der Nation, der von ihren politischen Schicksalen unabhängig ist.“[8]

Die Nationalismus-Vorwürfe an Fichte

Auch dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte kam es gerade während der Besetzung durch Napoleon darauf an, das Gemeinsamkeitsgefühl aller Deutschen als Kulturnation zu wecken, um nicht die Eigenständigkeit als Kultur-Volk aufzugeben, sondern Widerstand zu leisten. Doch schon die Eingangsworte seiner „Reden an die deutsche Nation“, die er 1807/1808 in Berlin hielt: „Ich spreche für Deutsche schlechtweg und von Deutschen schlechtweg“, wurden missverstanden und nationalistisch ausgelegt, indem man nicht berücksichtigte, dass es ihm gerade darum ging, gegen das Verbot der Territorialfürsten die kulturelle Einheit aller Deutschen zu beschwören.

 „Aber warum sagt er das? Weil Deutschland in lauter kleine Individualstaaten zerfallen ist, und er nicht zu den Preußen, zu Schwaben, zu Sachsen und was weiß ich, zu Oldenburgern, Mecklenburgern, Österreichern und so weiter sprechen wollte, sondern zu Deutschen. Zusammenfassen die Individualitäten, das war es, worauf es ihm ankam. Also es ist eine Angelegenheit, die er mit den Deutschen selber abmacht.“
„Welches ist das Ziel, das Fichte im Auge hat? Selbsterziehung des deutschen Volkes! Er will nicht, daß die andern getroffen werden durch seine «Reden an die deutsche Nation», sondern er spricht davon, daß die Deutschen ergriffen werden sollen, daß sie sich selber besser machen sollen.“[9] 

Auch für Fichte liegt das Volk „weit hinaus über den Staat“, den er als Anstalt für „die Erhaltung des inneren Friedens, des Eigentums, der persönlichen Freiheit, des Lebens und Wohlseins aller“ bezeichnet. Der Staat ist nur „Mittel, Bedingung und Gerüst“ für das Volk. Daher steht die „Vaterlandliebe“ über „der bürgerlichen Liebe zur Verfassung.“ Von Nationalismus kann also keine Rede sein. Fichte versucht, die (kulturelle) Nationalität mit der Internationalität auf der Basis der gegenseitigen Anerkennung der Verschiedenheit jeder Nation zu verbinden. Er versteht es als Hauptaufgabe, dass der Mensch „zunächst seine Nation, und vermittelst ihrer das ganze Menschengeschlecht, innigst mit ihm selber verknüpft“, dass die Nation „ihre Eigentümlichkeit beibehalten und […] auch den anderen Völkern die ihrigen zugestehen“, dass jedes Volk sich zu „nicht engherzigem, und ausschließendem, sondern allgemein und weltbürgerlichen Geiste“ erhebt.[10]

Für Fichte ist das Volk auch weniger eine leibliche Abstammungs-, als eine seelisch-geistige Kulturgemeinschaft. Und der Mensch ist imstande, sich zu einem über dem Alltags-Ich lebenden höheren Ich zu erheben, in dem er sich als ein geistiges Wesen erfasst, das sich frei und unabhängig von allen materiellen Bedingungen erlebt.11 Dazu sei der Deutsche besonders veranlagt. Und wer das in sich anstrebe und vollziehe, gehöre zu den Deutschen. So sagte er in den „Reden an die deutsche Nation“:

„Was an Geistigkeit und Freiheit  dieser Geistigkeit glaubt und die ewige Fortbildung dieser Geistigkeit durch Freiheit will, das, wo es auch geboren sei und in welcher Sprache es rede, ist unseres Geschlechts, es gehört uns an, und es wird sich zu uns tun.“

Es ist eindeutig: Der unentwegte Appell Fichtes an die Einheit der Deutschen als Kulturnation und den Eigenwert des spezifisch deutschen geistigen Strebens hat nichts mit Nationalismus zu tun. Es ist reiner Patriotismus, edle, vergeistigte Vaterlandsliebe oder besser: sorgende Liebe für die deutsche Kultur.

Grenzverwischungen als politische Kampf-Methode

„Nationalismus“ wird heute, insbesondere von den Politikern und Agitatoren des linken Spektrums, vielfach sinnentstellt als politischer Kampfbegriff verwendet, um politische Gegner zu diskreditieren und zu verleumden. Dafür liefern linke geschichtspolitische Autoren bei Wikipedia oft scheinbar objektives Material, das zur Rechtfertigung herangezogen werden kann. So erscheint bei Wikipedia zum Nationalismus gleich zu Beginn die Definition:

„Nationalismus bezeichnet Weltanschauungen und damit verbundene politische Bewegungen, die die Herstellung und Konsolidierung eines souveränen Nationalstaats und eine bewusste Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder mit der Nation anstreben.“

Was im dtv/Brockhaus-Lexikon und im klassischen Wörterbuch zur Geschichte von Erich Bayer   gerade als zentrales Kennzeichen des Nationalismus bezeichnet wird: die auf Sendungsbewusstsein und Selbstüberhebung beruhende intolerante Erscheinungsform des Nationalgedankens, die Erhebung des nationalen Eigeninteresses über alle Werte (s. oben) fehlt in Wikipedia völlig. Identifizierung und Solidarisierung mit der Nation, dem Volk, also Patriotismus, wird einfach als Nationalismus bezeichnet; ebenso die Herstellung und Konsolidierung eines Nationalstaates, die im Westen (England, Frankreich, Spanien) vielfach zum Nationalismus geführt hat, es aber ja nicht von vorneherein zwingend ist. Erst weiter unten wird „ein übersteigertes Wertgefühl, das auf die teilweise aggressive Abgrenzung von anderen Nationen zielt“, als Kennzeichen eines „exklusiven Nationalismus oder Chauvinismus“ bezeichnet.

Demgegenüber grenzt auf Wikipedia der Text über Patriotismus diesen von Nationalismus und Chauvinismus ab, zunächst, „insofern Patrioten und Patriotinnen sich mit dem eigenen Volk und Land identifizieren, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker ausdrücklich abzuwerten.“ Doch unter „Rezeption“ kommt auch hier die Aufweichung: „Bisweilen wird eine patriotische Einstellung oft mit Nationalismus gleichgesetzt oder als Euphemismus (Verbrämung) für nationalistische Ansichten betrachtet, da Nationalisten für sich den Anspruch erheben, Patrioten zu sein.“

Diese „Logik“ muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Weil Nationalisten natürlich auch beanspruchen, Patrioten zu sein, sollen deshalb alle Patrioten Nationalisten sein! Mehr kann ein ideologisch gesteuertes Denken kaum korrumpiert sein!

Dann geht es scheinwissenschaftlich weiter:

„Sozialpsychologische Studien des 21. Jahrhunderts legen nahe, dass die Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus und kritikwürdigem Nationalismus oder Chauvinismus keine Grundlage in der Realität hat. Der Jenaer Psychologe Christopher Cohrs kommt zu dem Ergebnis: ´Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand`“.

Die normale mitmenschliche Beobachtung legt nahe, dass solche „sozialpsychologischen Studien des 21. Jahrhunderts“ keine Grundlage in der Realität haben. Es gibt eben gute Patrioten und kritikwürdige Nationalisten nebeneinander. Und es gibt auch Nationalisten, die sich als Patrioten tarnen. „Das Ergebnis“ des Jenaer Psychologen Cohrs, „Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab“, mag für die von ihm mit entsprechenden Fragen konfrontierten Personen zutreffen, das zu verallgemeinern, ist logisch nicht statthaft und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Es widerspricht auch aller Erfahrung. Im nachfolgenden Satz, beides gehe oft Hand in Hand, schränkt er die Aussage auch selber ein, wobei das „oft“ noch angezweifelt werden kann. Wer über mich als Patrioten im oben gekennzeichneten Sinne behauptet, ich würde Nationalismus nicht ablehnen, lügt! Er ist ein Verleumder!

Fazit

In geschichtspolitischer Verfälschung werden in der medial vergrößerten politischen Auseinandersetzung bereits die normale Identifizierung und Solidarisierung mit der Nation, dem Volk (also Patriotismus) und das Anstreben eines gemeinsamen staatlichen Schutzes als Nationalismus bezeichnet. Es wird so eine scheinbare Rechtfertigung dafür geschaffen, politische Gegner Nationalisten zu nennen.

Dabei weiß man, dass heute allgemein unter Nationalismus eine Überhebung über andere Völker, die mit deren Abwertung verbunden ist, verstanden wird. Dadurch werden Menschen, die in Wahrheit von einer berechtigten Vaterlandsliebe erfüllt sind, bei den unkritischen Massen wahrheitswidrig in den Geruch gesetzt, üble Nationalisten zu sein, denen die eigene Nation auf Kosten der anderen über alles gehe – was in der Vergangenheit zu furchtbaren Kriegen geführt hat.

Es geht heute nicht mehr darum, in Anerkennung und Achtung des Anderen und seiner Argumente nach gemeinsamen gesellschaftlichen Lösungen zu suchen. Es geht um die Ausschaltung der Meinungsfreiheit des Anderen, seine gesellschaftliche Ächtung und Zerstörung mit allen Mitteln. Lüge und Verleumdung großen Ausmaßes als Mittel politischer Auseinandersetzung gehen letztlich aus blindem Hass gegen den Anderen hervor. Sie sind Kennzeichen allgemeiner moralischer Verwilderung und politischer Dekadenz, die konsequent zu gesellschaftlichem Verfall führen.[11]

 

[1] Vergl. GEOLITICO: Von fremden Mächten beherrscht

[2] Rudolf Steiner am 3.12.1914, Gesamtausgabe Nr. 174a, S. 50

[3] Rudolf Steiner am 4.10.1920, GA 73a, S. 545-546

[4] Vergl: GEOLITICO: Die Deutschen und die Obrigkeit

[5] Erich Bayer: Wörterbuch zur Geschichte, 1965

[6] dtv-Lexikon 1975, das auf Unterlagen des Brockhaus beruht

[7] Rudolf Steiner im Vortrag vom 15.2.1920, GA 196, S. 235 f.

[8] Zitiert nach Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, 20064, S. 45

[9] Rudolf Steiner 8.1.1917 in GA 174, Dornach 1966, S. 97

[10] https://dasathenaeum.wordpress.com/2013/06/03/die-reden-an-die-deutsche-nation-von-fichte/

[11] Vergl. GEOLITICO: Totalitäre Meinungsmacher

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Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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davidjk
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Eines muss man den Imperialisten lassen, sie haben es nämlich geschafft den Begriff Nationalismus (Selbstbestimmungsrecht der Völker) als etwas verwerfliches darzustellen. Das ist quasi das Erfolgsgeheimnis der US-Imperialisten und ihrer Vasallen.

Conrath
Gast
@david Nationalismus ist nicht einfach Selbstbestimmungsrecht der Völker. Das hatte die Nation immer schon mit einer Monarchie oder einem Fürstentum gemeinsam, die Souveränität und Notwendigkeit von Bündnispolitik. Nationen im neueren Sinne, sind eben, neben der gewachsenen Realität von Völkern und Vielvölkermonarchien/ Reichen, in erster Linie moderne Machtstrukturen eines Handelsstaates. Und der willige Soldat lässt, wenn es hart auf hart kommt, für die Interessen des Nationalkapitals, sein Leben oder seine Gesundheit, das ist die neue Grundgleichung. Und nationale Konkurrenz ist eben in erster Linie Kapital- und Interessenskonkurrenz, etwa um die Kolonien, heute um die Absatzmärkte und erst ganz zum Schluss betrifft… Read more »
Conrath
Gast
@Hubi Jein, habe meine Glaskugel leider verlegt, aber warum nicht etwas zu Europa spekulieren? Es könnten tatsächlich in einer Zwischenzeit, zur Erreichung der Leopold-Kohr-Kleinstaaterei, auf bereits geldmacht-entspannter Basis in, sagen wir, 2 bis 3 Generationen, also bis etwa 2110 oder 2120, neue Übergangskonglomerate entstehen. Sie wären deutlich größer als Kohrs 5 Millionen-EW-Einheiten, aber immer noch deutlich kleiner, als FR, SP, IT und DE heute. Gehen wir mal von NRW aus. Das ist eigentlich schon defakto das vierte Beneluxteilglied, durch den eisernen Rhein und Kanäle damit verbunden, die gewachsene enge Bindung, vor allem an die Westfriesen und die belgischen Flamen könnten… Read more »
hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
conrath Zitat. „Die USA hat, GB folgend, irgendwann den Rest der handelsfreien Welt, zu ihrer Kolonie erklärt, das war die Steigerungsform des europäischen Kolonialismus mit Selbstbestimmung für die Kolonialherren! Und wir sind gerade Zeugen für die Auflösung dieses Hyperkolonialismus.“ Und im Zusammenhang mit den kommenden geopolitischen und wirtschaftlichen Verschiebungen werden Südtirol, Österreich und die deutsche Schweiz mittelfristig in einer Einheit wieder auferstehen. Eine zwangsläufige Entwicklung, bei der uns die Vorgänge bis zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend verschlossen sind, aber hoffentlich nicht zu den von mir befürchteten erheblichen Verwerfungen führen wird. Immer wenn die Gäule die Tränke wechselten, wurde es bekanntlich… Read more »
nathan
Gast
Der Herr Herbert Ludwig hat bei seinem Theoretisieren (Patriotismus = gut, Nationalismus = schlecht) nicht erkannt, worum es heute überhaupt geht. Das deutsche Volk ist von vielen Seiten in Gefahr, dazu gehört auch in Gefahr durch die antinationalen, „sendungsbewußten“ BRD-Einheitsparteien. Und unsre Regierung! Und gegen DIE müssen wir uns wehren! Das schaffen wir nicht mit Patriotismus, wofür die gar nicht mehr fähig sind, sondern mit Nationalismus unsrer eigenen antideutschen Herrschaftsclique gegenüber. Das ist eine KAMPFANSAGE! Diese Kampfansage hat die grünrotschwarze Politik und deren Straßenmob sehr wohl verstanden, denn sie wollen (sollen) Deutschland auflösen. Ein Patriotismus ist da überhaupt nicht ihr… Read more »
Conrath
Gast
@Nathan Wenn Sie sich da mal nicht überschätzen. Herr Ludwig weist auf die Solidarität hin, die andere Patrioten, im Kampf mit den Globalisten, entfalten können/ müssen/ sollen/ werden. Ein Patriot ohne diese Solidarität macht eigentlich die Arbeit für die Globalisten, ist also gar keiner. Das ist schwer zu verstehen, darum haben wir im Moment hier auch einige Probleme und Verwirrungen. Aber bedenken Sie bitte, wie wollen Sie sich ernsthaft mit einem (ehemalig souveränen) Kapitalstock verbünden, sagen wir mit der Rheinischen Republik, die ist untergegangen wie die DDR? Die Berliner Republik gab es nie (in souveräner Form), da gehen Sie auf… Read more »
Conrath
Gast
Hallo Nathan, muss gleich zur Köln-Messe. Daher nur kurz. Achten Sie nur darauf, nicht die Arbeit für andere zu machen, für die Kapitalstockhalter, dann sind wir da nahe zusammen. Und Untätigkeit!? Schreiben Sie einmal aus der Glaskugel ab, dann bewerte ich das, in Ordnung? Ansonsten muss Mitteleuropa wieder kulturell reorganisiert werden usw… viele Aufgaben stehen da an, die uns die Effizienzsteigerung der Technologie auch ermöglicht, zusammen mit der RF und China und der anderen Karlsnation (als Monarchie gemeint/ Doppelbedeutung von Nation > KBM). Sie muss besser verteilt werden, also nach den Ergebnissen, nicht nur in ihrer Rohform, der Maloche. Bringen… Read more »
nathan
Gast
@Conrath Sie leben da aber in einer fernen Welt und wollen sich nicht mit dem Heute befassen. Ihre Passivität ist schon erstaunlich – und deshalb erschreckend zugleich. Außerdem verwirbeln Sie da eingeworfene Bruchstücke mit Fantasien (Tsunami) und wollen nicht konkret werden. Es sucht erstens keiner „wieder einen großen Friedrich“ als „Ziel in der Zukunft“ noch sind Nationalstaaten abzulehnen. Ihrer Aussage „es braucht keinen nationalen Großstaat mehr“ setzen Sie also zwingend einen Zerfall in kleine Elemente voraus und zeigen damit, daß der Mensch WEHRLOS wird! Warum wollen Sie das? Die Nation war und ist als SCHUTZ gedacht und wirksam. Zum Wohle… Read more »
Conrath
Gast
@Nathan Sie bewegen eine ganze Reihe weiterer Fragen, die nicht so einfach auf den Punkt zu bringen sind. Der Witz, wenn man es mir gestattet so über die Vergangenheit zu urteilen, ist, dass es der deutschen Kultur gut tat, sich in dem Konglomerat des sehr losen Rechtsverbundes, eines ganz schwachen Kaisers, über 500 Jahre lang entwickeln zu können, schließlich in 37 Ministaaten endend. Das war die Vergangenheit und Friedrich der Große begann dann den nationalen Kapitalstock aufzubauen, eine Nation aus diesem Kulturflickenteppich zu formen. Diesen großen Fritz wieder als Ziel in der Zukunft zu suchen, muss nicht sinnvoll sein, nein,… Read more »
nathan
Gast
@Conrath Solidarität mit anderen Patrioten im Kampf gegen die Globalisten? Der Pope in Rom dagegen forderte heute Solidarität der „Europäer“ gegen die Populisten. DAS wird einfach so propagiert. Er gehört halt zur NWO. Ihre Patrioten (ein Ausdruck zu seiner Zeit aus dem vorletzten Jahrhundert) machte nur Sinn zum Erreichen der verhinderten NATIONALEN Einheit. Und sie haben sich als „Kämpfer“ verstanden, für eine freie Nation! Wo ist heute das Kämpferische, wenn man „nur“ Patriot wofür ist? Es geht im Gegensatz zu damals um die RETTUNG der Nation! Wie kann man die Schlafschafe erwecken? Ihnen fehlen die praktischen Ideen, Herr Conrath! Wenn… Read more »
Conrath
Gast

Fehler entdeckt

Das kann man beweinen und versuchen das DR (Deutsche Reich) auf seinem privaten Grundstück zu reanimieren…

Conrath
Gast
Lieber Herr Ludwig, volle Zustimmung und Dank für Ihren neusten Artikel hier. „Jemand, der in dieser Weise sein Vaterland liebt, hat auch Verständnis und Achtung für die Patrioten anderer Völker. Und er wird für deren Kultur Interesse entwickeln, das sich gar zu besonderer Liebe steigern kann.“ Zitatende L. Das ist das Hypomochlion, um es etwas verstaubt mit Steiners älterer Diktion zu sagen, der Drehpunkt des Problems. Es gibt nämlich zwei parallele Entwicklungen, die immer und immer wieder, im Laufe der letzten 200 – 250 Jahren planmäßig verwechselt werden, der Begriff von Nation und der von Kultur. Im Nationenbegriff ist noch… Read more »
hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
Herr Ludwig. „Es geht heute nicht mehr darum, in Anerkennung und Achtung des Anderen und seiner Argumente nach gemeinsamen gesellschaftlichen Lösungen zu suchen. Es geht um die Ausschaltung der Meinungsfreiheit des Anderen, seine gesellschaftliche Ächtung und Zerstörung mit allen Mitteln.“ Danke für die differenzierte Erklärung der bewusst neu inszenierten Begriffe Patriotismus und Nationalismus. Ich möchte einen Schritt weiter gehen und die biologische und soziologischen Bedürfnisse berücksichtigt wissen, weil in das Zentrum des Denkens um ein prosperierendes Lebensumfeld der Mensch mit seinen Bedürfnissen, er erst biosoziologisch verstanden werden muss. Hier ist einer Kommentarfunktion angemessen zunächst die evolutionäre Ethik zu nennen, die… Read more »
Falkenauge
Gast
Hallo, Herr Stendahl, vielen Dank für das verständnisvolle Eingehen auf den Artikel und das treffliche Zurechtrücken der Einwände von dragaoNordestino. 1. Zitat von Ihnen: „Unsere inneren ethischen Gesetze, denen wir nie widersprechen, sind also größtenteils auf ein biologisches Erbe zurückzuführen. Diese Grundlage ist der Kern des Kant´schen Satzes: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ Es gibt in der Tat Kinder, die sehr früh feste moralische Vorstellungen haben, die sie unmöglich so aus dem Umfeld haben können, gewissermaßen geborene Genies der Moralität. Das führe ich aber eher auf eine geistige Vererbung… Read more »
hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
Hallo Falkenauge, Danke für die ausführliche Stellungnahme. Ich denke, es handelt sich zumindest teilweise um ein Missverständnis. Wenn ich die biologischen Aspekte in den Ausführungen in den Vordergrund gestellt habe, dann ist es der Kürze eines Kommentars geschuldet. Auch ich gehe davon aus, dass der Bauplan jeder in Erscheinung tretenden Materie geistigen Ursprungs ist. Dabei trenne ich in Kommentaren die ererbten Eigenschaften nicht streng wissenschaftlich in geistige und materielle Vorgänge, sondern will es (der Einfachheit halber) zusammenfassend sehen. Mit dem Vorbehalt Details nicht mehr richtig in Erinnerung zu haben: Steiner hielt mal einen Vortrag in Düsseldorf. Ich erinnere mich an… Read more »
dragaoNordestino
Gast
Ja Herr Ludwig, Patriotismus kann man so sehen wie in Ihrem Artikel beschrieben… Muss man aber nicht. Der Patriotismus verdirbt die Geschichte. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) Patriotismus ist die Tugend der Bosheit. Oscar Wilde (1854 – 1900) Fatal ist mir das Lumpenpack, das, um die Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit allen seinen Geschwüren. Heinrich Heine (1797 – 1856) Der Patriotismus wird sich immer als ein gemeinnütziges Streben äußern, und nie hat noch ein Demagog oder ein Intrigant ein Volk verführt, ohne es auf irgend eine Weise glauben zu machen, es sei eine patritotischer… Read more »
hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
@dragaoNordestino Heinrich Heine: „Das Vaterland wird nie verderben, Jedoch die alte Frau kann sterben“ (aus Nachtgedanken). Ich denke, man sollte Zitate stets im historischen Kontext sehen. Heine war kein Feind von Nationen oder Grenzen aber auch kein Freund von Nationen der damaligen Zeit. “ Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“. Nicht etwa, weil er Grenzen einreißen wollte, sondern weil er die Herrschaftsverhältnisse ablehnte. Das gilt nahezu 1:1 auch für das Zitat Richard Wagners, der zeitlebens in seiner Weltanschauung zwischen den Sichtweisen hin und her sprang. Mal wollte er (Verehrer von Schopenhauer) die Welt… Read more »
Conrath
Gast

@Notarzt & Hubi

Volle Zustimmung,

und Hubi differenziert ja den Patriotismus auch in den verschiedenen zeittypischen Erscheinungsweisen. Goethe schwankte, es lassen sich auch andere Zitate bei ihm finden, aber es gibt eben viele Nuancen des Patriotismus, denken wir nur an den Sportpatriotismus, ein Zwitter.

Notarzt
Gast

„National sein..“

wusste ein großer, österreichischer Schriftsteller zu formulieren

„National sein, heißt nicht fremde Länder zu hassen, sondern das eigene Volk zu lieben“
(Peter Rosegger, der Waldbauernbub)

Karl Bernhard Möllmann
Gast
Karl Bernhard Möllmann
AST ZITAT @ Herbert Ludwig: . „Heute werden Patriotismus und Nationalismus bewusst gleichgesetzt, um politische Gegner gesellschaftlich zu ächten.“ . ALSO räumen wir mal auf! . WER andere Menschen DIREKT verletzt – ist ein Krimineller. . Auf die Wahl der Waffe kommt es NICHT an. . WER per AUFTRAG andere Menschen INDIREKT verletzen läßt – wie die MAFIA oder die Politik durch Soldaten im ANGRIFFS-KRIEG – ist ein Psychopath. . Auch HIER spielt die Wahl der Waffen KEINE Rolle. . Auch Ruf-Mord durch Worte ist MORD. . Weder „Vaterland“ noch „Nation“ sind Begriffe – die irgendwo auf diesem Planeten „anrüchig“… Read more »
waltomax
Gast

Patriotismus ist die emotionale Falle für die Dummen, für das Großkapital zu kämpfen. Nationalismus ist demgegenüber nichts als kollektiver Egoismus. Was bringt es denn hier, mit hohlen Begriffen zu spielen und diese differenzieren zu wollen? Nichts.

Greenhoop
Gast

G

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
@waltomax Da bin ich anderer Meinung. Auch das -geschriebene- Wort steht für den Ausdruck einer Idee, die schnell zu Propagandazwecken missbraucht werden kann. Wenn Sie schreiben, dass Patriotismus eine „emotionale Falle für Dumme ist“, dann müssten Sie eine anderweitige Bezeichnung für Ihre (und meine) Vorliebe für regionalen Gruppen finden, denen Sie sich verbunden fühlen. Vorschlag? Im Gegensatz zum Nationalismus, den man durchaus als Falle bezeichnen könnte, weil er den wenigen Profiteuren Gelegenheit gibt, eine ganze, durch unnatürliche Grenzen zustande gekommene Gruppe zu manipulieren und für unlautere Ziele zu begeistern. Es dürfte unter uns unstrittig sein, dass der Mensch ein Zugehörigkeitsgefühl… Read more »
Greenhoop
Gast

Ich kann mit dem Begriff „Gesinnung“ viel mehr anfangen:

Die Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, die den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrunde liegend betrachtet werden kann.

Persönlich habe ich micht über Grenzen hinweg immer mit Menschen der gleichen/ähnlichen Gesinnung bestens verstanden und niemals auf Regionen/Länder begrenzt.

Ähnliche Werte zu verteidigen ist aus meiner Sicht die maßgebliche Antriebsfeder und niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen.

Patriotismus oder Nationalismus sind daher eher zu vernachlässigen, so zumindest meine Einstellung zu diesem Thema.

hubi stendahl
Gast
hubi stendahl
@Geenhoop Zitat: „Ähnliche Werte zu verteidigen ist aus meiner Sicht die maßgebliche Antriebsfeder und niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen.“ Absolut. Die richtige Sichtweise, die jeden einzelnen Menschen antreiben sollte. „Niemals nur die Herkunft, Sprache oder Landesgrenzen“ macht aber auch deutlich, dass die richtige Sicht des Einzelnen, in Harmonie mit den Werten der Gruppe (Volk, Staat, Land-(Kreis) stehen muss. Kultur und Werte können nun einmal nicht durch einzelne Menschen, sondern nur durch Gesellschaften entstehen. Dass dabei Kulturen mit ihren Werten, spätestens seit dem 17. Jahrhundert, durch politische Grenzen geteilt wurden, tut dieser Erkenntnis keinen Abbruch. Streng genommen müsste der… Read more »
hubi stendahl
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hubi stendahl

Hallo @Greenhoop

Ja die Milner Fabian Conspricacy habe ich. Gibts bei Amazon über die English Site: Für 10 Pfund. Hatte mal 2013 glaube ich, diesen Tipp auf konjunktion.info gesehen. Spannend, dass der Autor Ioan Ratiu bis heute nicht eruiert werden konnte. Mal soll es ein Inder, mal ein Australier sein. Ich glaube, dass es ein ausgestiegener Insider ist.

https://www.amazon.co.uk/Milner-Fabian-Conspiracy-international-destroying-America/dp/B009DPBG60

Das Buch von Rickards kenne ich nur in Auszügen. Habe es gerade in den Warenkorb gelegt. Deshalb Danke für den Tipp.

Greenhoop
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@hubi

Ich lese gerade das äusserst interessante Buch von James Rickards „Der Weg ins Verderben“ welches gerade die nahe Zukunft m.E. sehr treffend beschreibt. Aus meiner Sicht ist es naheliegend – Selbsterhaltungstrieb – sich den neuen Begebenheiten zu stellen und einzustellen.

https://www.amazon.de/Weg-ins-Verderben-vorbereiten-sch%C3%BCtzen/dp/3959720246

Es wird sich sehr viel ändern und auch wenn ich vieles davon ablehne bin ich naiv genug zu glauben, ich könne aktiv etwas daran ändern (ausser dem Erkenntnisgewinn).

Trotzdem vielen Dank für Ihre weiterhin sehr wertvolle Kommentare !

PS: Mit Sicherheit kenne Sie auch dieses Buch, leider aktuell nicht zu bekommen, aber mit Sicherheit sehr lesenswert.

https://www.amazon.de/Milner-Fabian-Conspiracy-International-Destroying-America/dp/0957426208/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1490442689&sr=8-1&keywords=The+Milner-Fabian+Conspiracy

Mitspieler
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Es gibt so etwas wie ein nationales Gewissen. Es ist das, was uns durch die gemeinsame Erfahrung verbindet. Die Erfahrungen anderer Völker unterscheiden sich davon, weshalb verschiedene Völker eine unterschiedliche Form von nationalem Gewissen haben. Man kann auch von kulturellem Gewissen sprechen. Das setzt Nation und Kultur auf dieselbe Stufe. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen ist nur politischer Art. Wenn eine Kultur ein gemeinsames Gewissen besitzt, dann kann sie daran wachsen und sich entwickeln.

Gruß
Der Mitspieler

Greenhoop
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@Mitspieler

Französische Wurzeln, in London geboren und in Düsseldorf aufgewachsen, lassen mich zu der oben geäußerten Überzeugung kommen. Es muß gar nicht immer in einem akademisch begründetem Aufsatz münden, um diese grenzüberschreitenden Gefühle zu artikulieren.

Der Westfälische Friede mag den Ursprung der Nationen in Europa darstellen und solche Gedanken/Gefühle mögen in vielen Köpfen „spuken“, meine Gedankenwelt ist eine andere. Das will nicht heißen, dass ich die Nationen abgeschafft wissen möchte – ganz im Gegenteil – aber darüber hinaus gibt es eben mehr.

GH

Mitspieler
Gast

Mein Kommentar war an @Greenhoop gerichtet.

nathan
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Müssen wir eigentlich über jedes Stöckchen springen, das die SYSTEM-Gesellschaft uns vorhält? Daß wir uns womöglich gegenseitig zerfleischen sollen nach der System-Regel „divide et impera“ und das System grinsend dann bei unsrer eigenen gegenseitigen zerstörerischen Abgrenzung und Ausgrenzung zuschaut? Ist es also überhaupt, gerade in unsrer DEUTSCHEN Lage, wichtig, zwischen Patriotismus und Nationalismus, zwei unsinnigen uns vom System vorgehaltenen Begriffe, zu unterscheiden und zu wählen und uns etwa im Sinne des Systems zu einer diesem genehmen Formel bekennen? Das System bekennt sich doch sowieso zu KEINEM dieser beiden Begriffe, nutzt beide als Ausgrenzung für uns und will uns vielleicht etwas… Read more »
Observer_1
Gast
Bei den als Beschimpfung und Herabwürdigung gedachten Worten „Rechtspopulist“ bzw. „Nationalist“ handelt es sich um altbekannte Methoden der Inversion, wie sie i.d.R. von linksextremen Randgruppen er- und angelernt sind. Einerseits werden die Begriffe „Nationalismus“ und „National-Sozialismus“ bewusst verwechselt, andererseits geht es dabei um die übliche „political correctness“-Masche, um einfältige Untergriffigkeiten, Unterstellungen, und pubertäres Bullying. Nach Ansicht und Doktrin der Linken ist Patriotismus klarerweise schlecht, Links-Liberalismus, weil den linken Dogmen der Beliebigkeit und des „anything goes“ folgend, hingegen gut. Nationalismus, weil traditionsbewußt und die Konsolidierung des souveränen Nationalstaats im Fokus habend, ist selbstverständlich schlecht, Globalismus hingegen gut, da er dem verführerischen… Read more »