Putins Warnung an den Westen
Putins Warnung an den Westen

Putins Warnung an den Westen

Wladimir Putin / Quelle: CNN Wladimir Putin / Quelle: CNN
Wenn die Sanktionen fortgesetzt würden, wären Konsequenzen unumgänglich, sagt Russlands Präsident Wladimir Putin. Und er sagt auch, was er an Donald Trump schätzt.

Russlands Präsident Wladimir Putin mahnt den Westen zu Verhandlungen. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN sagte Putin vor dem Hintergrund der sich weiter zuspitzenden Konfrontation zwischen der Nato und Russland, Verhandlungen seien der einzige Weg, die „beide Seiten“ akzeptieren könnten.

In seiner Show „The Global Public Square“ hatte CNN-Moderator Fareed Zakaria die Gelegenheit, mit dem russischen Staatsoberhaupt über die anstehenden Wahlen in den USA und die beiden mutmaßlichen Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump zu sprechen.

Schlüssel zu internationalen Beziehungen

Auf Zakarias Frage, ob man sich seit der andauernden wirtschaftlichen Sanktionen seit 2014 auf eine abgeschwächte Variante des Kalten Krieges zwischen dem Westen und Russland hinbewege, sagte Putin:

„Ich möchte nicht daran denken, dass wir auf irgendeine Art von Kaltem Krieg zusteuern und bin mir sicher, dass niemand daran Interesse hat. Zumindest sind wir nicht diejenigen, die das forcieren, weil es keine Notwenigkeit dafür gibt. Noch wichtiger jedoch ist, dass der Schlüssel zu internationalen Beziehungen, mögen die Entwicklungen noch so dramatisch erscheinen, nicht internationale Konfrontation ist. Ich werde jetzt niemandem Vorwürfe machen, aber was ich sagen möchte, ist, dass, sollte die Politik der einseitigen Sanktionen ohne Rücksicht auf die internationale Gemeinschaft fortgesetzt werden, Konsequenzen unumgänglich wären. Die unterschiedlichen Länder sollten einander zuhören, um das Gleichgewicht zu halten. So könnten die Konsequenzen abgewendet werden – in der Tat ist der Verhandlungsprozess sehr schwierig, aber der einzige Weg zu beiderseitig akzeptierten Lösungen.“


Putin äußerte sich auch zum US-Wahlkampf und sein früheres Lob für Donald Trump, den er in früheren Interviews als „brillant, talentiert und hervorstechend“ bezeichnet haben soll. Putin:

„Ich sagte lediglich, dass er ein strahlender Mensch ist. Ist er etwa nicht strahlend? Er ist es. Darüber hinaus habe ich nichts weiter über ihn gesagt. Es gibt jedoch eine Sache, die mir aufgefallen ist und die ich befürworte: Mr. Trump sagte, dass er bereit sei, die amerikanisch-russischen Beziehungen vollständig zu erneuern. Kann das schlecht sein? Würden Sie das nicht begrüßen? Wir tun es.“

Wie die Macht Menschen verändert

Über Hillary Clinton sagte Putin, er habe während Ihrer Amtszeit nicht besonders viel mit ihr zusammengearbeitet. Russlands damaliger Außenminister habe den Kontakt gehalten. Putin wörtlich:

„Doch auf eine Sache würde ich Sie gerne aufmerksam machen. Es ist zwar für die amerikanisch-russischen Beziehung irrelevant, hat aber mit Personalführung zu tun. Meiner eigenen Erfahrung nach kann ich Folgendes sagen: Ich habe gesehen, wie sich viele Menschen veränderten, nachdem sie zu einem gewissen Amt berufen wurden. Wenn man einen anderen Verantwortungsbereich übernimmt, verändert man sich. Man denkt, redet und tritt auch anders auf. Als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika übernimmt man international eine große Verantwortung.  Und wir hoffen, dass diese Verantwortung den künftigen Präsidenten dazu ermutigt, für eine sicherere Welt konstruktiv zusammenzuarbeiten.“