Wie viel Schäuble erträgt Europa?
Wie viel Schäuble erträgt Europa?

Wie viel Schäuble erträgt Europa?

Wolfgang Schaeuble © GEOLITICO Wolfgang Schaeuble © GEOLITICO
Wolfgang Schäuble sieht die europäische Gesellschaft ohne massive Zuwanderung durch „Inzucht degenerieren“. Was redet dieser Mann? Und wer will ihm folgen? Ein Beitrag von Siegfried Schaefer.

In einem Interview äußerte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble entwaffnend offen unter anderem zum Verhältnis von Europa zum Mittleren Osten und zu Afrika sowie zur Einwanderungswelle aus diesen Regionen. Er ging dabei von einer Degeneration Europas durch „Inzucht“ ohne notwendige Immigranten aus und bezeichnete Muslime als Bereicherung Deutschlands.

In dem Interview mit der „Zeit“ erteilte Schäuble der Idee, Europa könne sich gegenüber der Einwanderung abschotten, eine klare Absage:

„Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe. Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt. Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen! Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!“[1]

Was Schäuble unterschlägt

Wie ist diese Aussage des altgedienten, erfahrenen Politikfuchses zu werten? Was will er mit der kruden Inzucht-Theorie für Europa mit seinen ca. 500 Millionen Menschen unterschiedlicher, aber auch verbundener Kultur ausdrücken? Inzucht bei Menschen ist als Fortpflanzung relativ naher Blutsverwandter miteinander definiert. Schäuble projiziert diese Definition nun auf die Grundgesamtheit von 500 Millionen Europäern. Seine Aussage entbehrt jeglicher genetischer Grundlage.

Weiter führt er aus, dass Muslime für die Offenheit und Vielfalt Deutschlands eine Bereicherung seien und bezieht sich auf türkische Frauen der dritten Generation. Warum unterschlägt er die Wirklichkeit, also die Wucht des Aufpralls der archaischen islamisch/afrikanischen Kultur auf die freiheitliche, aufgeklärte christlich/europäische Kultur? Warum unterschlägt er, dass Autokratie, Stolz, Ehre, Zorn, Gewalt und eine eroberungsorientierte Religion der Migranten gegen Konsens, Toleranz, Kompromiss, Fleiß, Disziplin, Kreativität, Emanzipation etc. stehen? Warum blendet er die hohen Integrationsverweigerungs-, Arbeitslosen-, Schulabbrecher-, Sozialhilfe- und Kriminalitätsquoten der muslimischen Immigranten (auch in Folgegenerationen) aus?

Steckt hinter seiner Glorifizierung der massiven Aufmischung, „Auffrischung“ der europäischen Bevölkerung durch archaische fremde Kulturen ohne substanzielle Beiträge zu Wissenschaft, Technik und Zivilisation, Aufklärung etc. die politische Absicht der konsequenten Durchführung? Wird dabei die Gefahr von großräumigen (muslimischen) Parallelgesellschaften, Unruhen, gar Bürgerkriegen und des Herabsinkens auf den Status von Dritte-Welt-Staaten zu Gunsten eines „Neuen Europas“ billigend in Kauf genommen? Fragen, die sich eventuell nur aus der jüngeren politischen Geschichte Europas unter Einbeziehung von sogenannten „Verschwörungsaspekten“ beantworten lassen? Dazu folgende Quellen:

Der Coudenhove-Kalergi-Plan

Coudenhove-Kalergi war ein österreichischer Adeliger, der schon 1922 einen paneuropäischen Plan entwickelte und später die Paneuropaunion gründete (vergl. „Europa ist ein Machtprojekt“). Er sah die Demokratie als ein „klägliches Zwischenspiel zwischen zwei aristokratischen Epochen, dem des Blutadels und dem des Geistesadels“. Der „plutokratische Demokratismus“ sollte durch die Aristokratie eines neuen Geistesadels ersetzt werden, in der die verschiedenen Völker in einer „eurasisch-negroiden Zukunftsrasse“ aufgehen sollten (in seinem Buch S. 22, 23). Unterstützung fand er etwa vom Franzosen Jean Monnet und anderen europäischen und amerikanischen Politikern.

Die Begriffe „Vereinigten Staaten von Europa“, „europäischer Superstaat“ begleiteten auch nach dem zweiten Weltkrieg die vielfältigen Aktivitäten der Europa-Protagonisten diesseits und jenseits des Atlantiks. Schon Monnet konstatierte, was Jean-Claude Juncker später sinngemäß wiederholte:

„Europas Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die Bevölkerung versteht, was geschieht. Schrittweise jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand.“[2]

Bei kritischer Betrachtung des aktuellen Status’ der EU, kann man eine weit fortgeschrittene aristokratische Konstruktion a la Coudenhove-Kalergi/Monnet feststellen. Es fehlt neben der Perfektionierung zum Superstaat vorerst noch der ausgeprägte eurasisch-negroide Bevölkerungsaspekt zur „Bereicherung“. Interessant mag in diesem Zusammenhang sein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel am 13.01.2011 von der Europa-Gesellschaft Coudenhove-Kalergi der Europapreis der Coudenhove-Kalergi-Stiftung verliehen wurde.[3]

Die Bilderberg- Konferenz, Bilderberg-Group

Die Bilderberg-Group ist eine 1954 im niederländischen Hotel Bilderberg gegründete transatlantische informelle Gruppe von ca. 130 höchst einflussreichen Personen aus Politik, Militär, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Geheimdiensten etc., die unter strenger Vertraulichkeit eine jährliche Konferenz zu wichtigen aktuellen Themen veranstaltet. Die oft sehr bedeutsamen Ergebnisse dieser Konferenzen werden nicht veröffentlicht. Es wird von Insidern vermutet, dass selbst weltpolitische Personalentscheidungen in diesem Kreis vorbereitet werden. Kritiker sprechen wegen der Zusammensetzung und vermuteten, auch später durchgesickerten Ergebnisse, von einer informellen „Weltregierung“.

An der diesjährigen Konferenz in Dresden (09.-12-06.16) nahmen von deutscher Regierungsseite Finanzminister Schäuble, Innenminister Thomas de Maizière und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen teil. Ein wissenschaftlicher Teilnehmer dieser Veranstaltung, der renommierte konservative britische Historiker Niall Ferguson äußerte sich jüngst unter anderem auch zu Migration und Deutschland. Er konstatierte, dass Deutschland ein nahöstlicheres Land (mit all seinen Folgen) sein wird.[4] Ein direkter Ausfluss seiner Erkenntnisse aus der Konferenz der „Weltregierung“?

Fazit

Neben Kanzlerin Merkel ist Finanzminister Schäuble ein sehr potenter Promotor eines europäischen Staatsgebildes. Dazu verleugnet er die Souveränität Deutschlands und betrachtet Krisen als notwendiges Vehikel zur Vollendung des Europäischen Superstaates. Selbst krudeste Argumente scheinen ihm nunmehr wert für sein Ziel Europa zu sein.

Ein Nationalstaat Deutschland mit relativ homogener Bevölkerung und eigener nationaler Identität kann darin natürlich keinen Platz finden. Eine Aufmischung mit fremden Kulturen zu einem identitätsleeren Staatsgebilde erleichtert naturgemäß den Übergang zu einem multikulturellen „eurasisch-negroiden“ Europa mit einer „aristokratischen Regierung“, wie auch immer sich diese darstellen mag.

Wird sich die deutsche Bevölkerung damit ebenso abfinden wie mit der autokratischen Kanzlerin, die ihre Partei nur noch für Ovationen benutzt und das Parlament nur noch als Demokratie-Alibi betrachtet?

 

Anmerkungen

[1] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-06/wolfgang-schaeuble-aussenpolitik-wandel-afrika-arabische-welt

[2] Focus 34/210

[3] https://www.bundeskanzlerin.de/ContentArchiv/DE/Archiv17/Artikel/2011/01/2011-01-13-merkel-europapreis.html

[4] http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156137545/Deutschland-wird-ein-nahoestlicheres-Land-sein.html