Werte müssen verteidigt werden
Werte müssen verteidigt werden

Werte müssen verteidigt werden

Graffitti auf dem Plaster der Straße Unter den Linden in Berlin © Foto und Illustration GEOLITICO Graffitti auf dem Plaster der Straße Unter den Linden in Berlin © Foto und Illustration GEOLITICO
Die Flüchtlingskrise verändert unsere Kultur. Und die Meinungsführer setzen weiter unbeirrt auf Konfliktvermeidung und die Unterdrückung heimischer Werte.

Falschparker sind fein raus. Weil in Berlin die Politessen eingesetzt werden, um die Ordnungsämter im Flüchtlingswesen zu unterstützen, werden hier keine oder deutlich weniger Knöllchen geschrieben. Das geschieht natürlich auch zulasten gesetzestreuer Autofahrer und anderer Verkehrsteilnehmer, denn selbst Busspuren sind kein Tabu für motorisierte Krisenprofiteure mehr.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die Überlastung des Systems durch die Flüchtlingsflut zur Aufkündigung bisher einigermaßen einvernehmlich geregelter alltäglicher Prozesse führt. Aber auch die Bekannte, die auf offener Straße von Nichtdeutschen angespuckt und als Hure beschimpft wurde, ist so ein „weiches“ Symptom, das in keiner Statistik über die direkten Folgen der neuen Wende auftauchen wird.

Druck auf die Sozialsysteme und das Lohnniveau

Der Übergang zu den „soften“ Härten ist fließend. Was bedeutet zum Beispiel die Überforderung des Systems für den Kranken, der sich die (für ihn) verfügbaren Ärzte nun mit Flüchtlingen teilen muss? Und was bedeutet es für seine Versicherungsprämie, wenn man sicher davon ausgehen kann, dass die Versicherungen die Leistungen für Flüchtlinge nicht aus ihrem Sparschwein bezahlen?

Der Druck auf die Sozialsysteme und das Lohnniveau im Allgemeinen wurde schon in anderen Posts thematisiert und wird weiter thematisiert werden. Fakt ist, dass der Flüchtlingsstrom nach Angaben des Instituts für Weltwirtschaft bis 2017 den deutschen Arbeitsmarkt mit errechneten 376.000 zusätzlichen Arbeitslosen belasten wird. Nach Schätzungen des Instituts werden bis Ende 2017 insgesamt 2,7 Mio. Flüchtlinge Deutschland erreicht haben (1,1 Mio. in 2015, 1 Mio. in 2016, 0.6 Mio. in 2017).

Nicht von ungefähr schätzte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schon im Oktober, dass bis 2018 gut 531 000 Menschen keine eigene Wohnung mehr haben werden; 2014 hielt man noch 314 000 für eine hohe Zahl. In München rechnet man derzeit mit einer Verdoppelung der Obdachlosenzahlen. Der Berliner Senat hat vorgesorgt und Wohnungslosen aus Gemeinschaftsunterkünften (also mit klarem Blick auf Flüchtlinge) eine gegenüber „normalen“ Hartz-IV-Empfängern unmoralische und unbegründbare 20-30% höhere Mietkostenübernahme verschafft.

Sind solche Faktoren noch relativ klar zu beschreiben, wird es diffuser, wenn es um den offiziellen Umgang mit der neuen Situation geht. Wir erinnern uns an die Fälschungen und Unterschlagungen von Polizei und Medien bei der Berichterstattung über die Vorfälle von Köln, und wir erinnern uns an die anschließende Absage diverser Faschingsumzüge, die mit einem heranziehenden Stürmchen unfreiwillig komisch begründet wurde.

Täglich lesen wir über Gewalttaten, ohne von den selbstzensierten Medien über die Herkunft der Täter informiert zu werden. Nicht nur hier wird, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, die Lüge des staatlichen Funktionsapparats zu unserem täglichen Begleiter.

Die neue Realität

Hilflos, uninformiert und verunsichert bleibt der Bürger zurück. Der Fall der 13-jährigen Russlanddeutschen, die eine Vergewaltigung durch Flüchtlinge ziemlich ungeschickt vorgetäuscht hatte und doch in der Lage war, damit beinahe einen regionalen Aufstand auszulösen, zeigt, wie die Nerven blank liegen. Der auf Ausgleich bedachte gesunde Menschenverstand muss mangels Information im Dunkeln tappen. Entsprechend steigt der Verkauf von Abwehrmitteln vom Pfefferspray bis zum Elektroschocker rasant, vermutlich auch das Aggressionspotential.

Obwohl man nicht oft genug betonen kann, dass die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge ziemlich sicher ehrlicher und friedlicher Natur ist, erzeugt allein der soziale Auswahlprozess, den eine Migration bedeutet, auch eine relevante Zahl von negativen Ausnahmen. Und diese Ausnahmen sind Teil der neuen Realität und können gesellschaftliche Dynamik entwickeln.

Immer häufiger verschmilzt auch das Bild der Flüchtlinge kaum trennbar mit dem von Migranten aus der weitgehend gescheiterten Alt-Integration. Am Kottbusser Tor in Berlin trifft sich derzeit das Drogenmilieu mit den illegalen Geschäften einheimischer Familienclans, Bandenkriminalität aus Osteuropa und neu hinzugekommenen Gruppen aus Schwarzafrika. Mit 2100 meist bandenmäßig organisierten Diebstählen hat sich hier die Zahl entsprechender Vorfälle gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, Gewaltdelikte stiegen um 30 und Raubtaten um 55%. Besonders erschreckend sei die steigende Gewaltbereitschaft der Täter, berichtet die Leiterin des zuständigen Polizeiabschnitts.

Immer seltener bleibt das Gewaltpotenzial auf besondere Orte beschränkt. In manchen Schulen stellen sich die Schüler inzwischen kollektiv gegen den Lehrkörper, eine Aufrechterhaltung der Ordnung wird selbst mit Polizeiunterstützung schwerer.

Hunderte Schüler zogen kürzlich in Köln mit Drogen und Waffen durch die Stadt und beschädigten insgesamt sieben Gymnasien, zwei Schüler wurden schwer verletzt. Anscheinend handelte es sich um rivalisierende Schülergruppen, und da wir über die Herkunft dieser Schüler nichts erfahren durften, mag es sich in diesem speziellen Fall auch um eine allgemeine Dekadenzerscheinung des Niedergangs und nicht um migrationsgenerierte Gewalt gehandelt haben.

Kultureller Wandel des Alltags

Eindeutiger sieht es bei der Mozart-Schule in Berlin-Hellersdorf aus, wo Schüler „mit Integrationshintergrund“ gefördert werden und alternative Konzepte wie jahrgangsübergreifender Unterricht hoch im Kurs stehen. Verzweifelte Eltern schrieben in einem Brandbrief von den täglichen Ängsten ihrer Kinder, überhaupt noch zur Schule zu gehen. Aufsehen erregte ein Zwischenfall, als Schüler mit Pistolenattrappen bewaffnet das Lehrerzimmer stürmten und die Erzieher zwangen, sich auf den Boden zu legen.

In subtileren Fällen, dafür aber allermeistens kommt die Veränderung unseres Alltags durch die Flüchtlingsbewegung sogar komplett ohne physische Gewalt aus, doch umso mehr wird Gewalt mit freundlicher Unterstützung sowohl privater als auch institutionalisierter Gutmenschen ausgeübt, die sich, so vorhanden, unter Aufgabe eigener Prinzipien dem Druck anderer Kulturen beugen. Also beispielsweise wenn ein Vater von der Krankenhausverwaltung gehindert wird, über Nacht bei seinem kranken Kind im Krankenhaus zu bleiben, wenn muslimische Frauen zugegen sind. Oder wenn Schuldirektoren neue „züchtige“ Kleidervorschriften erlassen.

Weit verbreitet ist es inzwischen, dass Schulen und Kitas bei der Schülerversorgung Schweinefleisch vom Speiseplan nehmen, angeblich, weil dieses ungesund ist, aber auch, weil der hohe Anteil muslimischer Schüler den Verbrauch von Schweinefleisch sinken lässt. „In den nächsten Jahren wird das Schweinefleisch immer weiter von den Speiseplänen in Kitas und Schulen verschwinden“, freute sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die auch gesundheitsideologisch fordert, den Kindern überhaupt nur zweimal in der Woche Fleisch vorzusetzen. Die Schulcaterer haben sich jedenfalls vorauseilend gehorsam auf den neuen Trend eingestellt, und 80% der deutschen Kitas geben an, ausdrücklich auf muslimische Speisevorschriften zu achten.

Ideologisch-sensiblen Gefühle

Schon vor zehn Jahren hatte die Deutsche Oper in Berlin Mozarts „Idomeneo“ aus Furcht vor wütenden Muslimen abgesetzt, wobei allerdings zu vermuten ist, dass die „moderne, provokante“ Inszenierung sowieso nicht viel von Mozart übriggelassen hatte. Dieser die eigene Kultur leugnende vorauseilende Gehorsam ist beileibe kein deutsches Phänomen (auch wenn die Flüchtlingspolitik und die aus ihr zu erwartende Schwächung des Landes dessen internationales Ansehen nachhaltig beeinträchtigt).

Aus Respekt vor den religiösen Gefühlen des iranischen Präsidenten beim Staatsbesuch in Italien veranlasste der dortige Ministerpräsident, nackte Statuen im Kapitolinischen Museum in Rom mit Holzkästen zu verhüllen. Statuen, die rund 2000 Jahre alt sind und eigentlich als bedeutendes Kulturgut gelten, dürfen also Mitglieder einer archaischen Kultur nicht in ihren ideologisch-sensiblen Gefühlen verletzen. Vordergründig hat sich das Verhüllen im übrigen durchaus gelohnt, denn es wurden Verträge über 17 Milliarden Euro unterzeichnet. Da war es wohl auch zu verschmerzen, dass beim Dinner aus Rücksicht auf die Muslime kein Alkohol angeboten wurde. Nun, da traf das Kulturembargo wenigstens einmal die Richtigen.

Dem Ganzen die Krone auf setzte allerdings der Hamburger Informatik-Professor Thomas Strothotte, der kürzlich an der Uni-Regensburg nach einer einzigen Amtszeit wieder gegangen worden war. In der „Zeit“ forderte er die Einführung von Arabisch als Schulsprache in Deutschland, wobei dies dann für alle Schüler bis zum Abitur verpflichtend zu sein habe. Dies würde Deutschland einen Zugang zur arabischen Welt ermöglichen. „Wir würden damit anerkennen, ein Einwanderungsland und eine mehrsprachige Gesellschaft zu sein“, argumentierte der Reformer. Doch wenigstens diese Idee stieß (noch?) auf breite Ablehnung. „Ein Vorschlag aus dem Narrenhaus“, nannte es sogar der Bildungsexperte der Bundestags-Grünen Özcan Mutlu – aber der ist ja auch türkischstämmig.

Unermesslicher Schaden

Die Liste der Beispiele durch einen freiwilligen migrationsgenerierten Kulturverlust könnte beliebig verlängert werden. Ein Beispiel noch: Für die vielen benötigten neuen Wohnungen für Flüchtlinge werden nun sogenannte Modularbauten in Containerbauweise errichtet und damit alle bisherigen Qualitätsstandards für den Wohnungsbau außer Kraft gesetzt. Die Qualität des Wohnens und des Stadtbildes, immerhin ein wichtiger Teil der Lebensqualität und Teil unserer kulturellen Errungenschaften, wird damit von der Regel zum Zufall degradiert bzw. abhängig vom sozialen Status gemacht. Ganze Siedlungen sind in Berlin im Bau, die ausschließlich Sozialwohnungen enthalten, also offiziell Abschied von der „sozialen Mischung“ zur Vermeidung von Gettos nehmen.

Selbst wenn der Migrations-Treck noch einmal gestoppt werden sollte, sind schon längst grundlegende Prozesse in Gang gesetzt, die unermesslichen Schaden an unserer Lebensweise bewirken – und zwar genau durch Faktoren, die Gutmenschen gerne als „kulturelle Bereicherung“ bezeichnen. Gegenläufige Prozesse sind kaum in Sicht, denn die Meinungsführer setzen unbeirrt auf Konfliktvermeidung und die Unterdrückung heimischer Werte. Aber erst wenn die Verteidigung unserer Werte (wieder) ein Teil unserer Alltagskultur wird, werden diese wenigstens in Teilen überleben können. Die jetzt noch ausgeblendeten Konflikte gibt es dann natürlich erst recht dazu – je länger wir mit dem Aufbegehren warten, desto schlimmer.

Und wenn wir gerade bei möglichen Folgen sind: Der Unabhängigkeitskrieg von Bangladesch kostete drei Millionen Bangladescher das Leben und ließ mehr als 20 Millionen Menschen nach Indien fliehen. Laut Wikipedia gilt die unermessliche Zahl an Flüchtlingen nach Nordostindien für viele als eigentlicher Grund des indischen Eingreifens in den Konflikt… Es kann eben immer noch schlimmer kommen.

 

Über Konrad Kustos

Kustos studierte Germanistik, Geografie und Publizistik an der Freien Universität und promovierte über das Spannungsfeld zwischen Unterhaltungsliteratur und Literaturliteratur. Viele Jahre arbeitete er als Journalist in leitenden Positionen bei großen Berliner Tageszeitungen. Der Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit lag bei der Architektur und dem Aufbau der neuen Hauptstadt nach der Wende von 1989. Als roter Faden durch seine Arbeit zieht sich die Verteidigung des Normalbürgers gegen elitäre Denkweisen sowie der Versuch, Ideologien zu enttarnen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel