Die dumme Islam-Debatte der AfD
Die dumme Islam-Debatte der AfD

Die dumme Islam-Debatte der AfD

Westfaelischer Friede / Gerard ter Borch [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWestfaelischer_Friede_in_Muenster_(Gerard_Terborch_1648).jpg Westfaelischer Friede / Gerard ter Borch [Public domain], via Wikimedia Commons; https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWestfaelischer_Friede_in_Muenster_(Gerard_Terborch_1648).jpg
Eine Fangfrage: Gehört der Islam zu Deutschland? – Wenn Zwerge lange Schatten werfen, sind die Bürger selbst schon auf dem Weg in den religiösen Fanatismus.

 Ein Gespenst geht mal wieder um in Deutschland. Diesmal ist es nicht der Kommunismus, sondern der Islam. Keine Ideologie sondern eine Religion, die aber ihrem Gehalt nach ebenso gut als Staats-Ideologie durchgehen kann, wie manche nicht zu Unrecht meinen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ALFA-Chef Bernd Lucke sind jedoch auf jeden Fall der Ansicht, diese Religion gehöre zu Deutschland, wie beispielsweise Judentum und Christentum auch.

AfD-Vize Alexander Gauland meint hingegen, sie gehöre durchaus nicht dazu, sondern nur die Muslime, also diejenigen, welche sich faktisch und per Definition Allahs Willen unterwerfen, sich ihm hingeben wollen (Islam) und an den Koran als sein letztes Wort glauben.

Das heißt: Muslim Ja! Islam Nein!

Der erfahrenste Spitzenfunktionär und Parteistratege der AfD trennt folglich wenigstens in der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, die Muslime de facto vom Islam. Sollte das funktionieren, kann man also auch die Juden vom Judentum trennen und die Christen vom Christentum. Die Idee hat was für sich.

Sofern dies das letzte Wort Dr. Gaulands in Sache Quadratur des Kreises gewesen ist, können wir uns von seiner Religionspolitik wahrlich noch einiges versprechen.

Idiotisch ist immer der andere

Zunächst aber ein Blick in die schlichte Geisteswelt des ALFA-Professors Lucke:

„Diese Rederei – ‚Der Islam gehört zu Deutschland oder gehört nicht zu Deutschland‘ – finde ich ziemlich dumm. Was ich erschütternd finde, dass die AfD gesagt hat, der Islam sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Das würde ja Millionen von muslimischen Mitbürgern automatisch zu Verfassungsfeinden machen. Die Position ist wirklich idiotisch: Augenscheinlich stützt sich die AfD auf eine Lektüre des Koran. Der Koran ist 1000 Jahre vor dem Grundgesetz entstanden. Da kann man ja nicht erwarten, dass er Grundgesetz-konform ist.“[1]

Dr. jur. Gauland, das muss der Neid ihm lassen, erwidert darauf mit einem geradezu revolutionären Gedankenblitz, der nicht nur den Islam beleuchtet, sondern ohne Zweifel auch und vor allem 1:1 auf das gegenwärtige Regime der evangelikalen Pfarrerstochter Merkel angewendet werden kann, sofern man im Folgenden das Wort „Koran“ mit dem Wort „Bibel“ ersetzt:

„Es ist eine komische Argumentation. Es ist völlig richtig, dass der Koran lange vorher entstanden ist. Aber ich muss überlegen, wenn ich mich in einen Staat oder eine Gesellschaft integriere, ob das, was ich lehre und predige, mit den Regeln dieses Staates vereinbar ist.“[2]

Mit dieser Überlegung hat er in Sachen Staat und Religion völlig ins Schwarze getroffen! Auch Pfarrerstochter Merkels christliche Predigten und Taten sind ja, wie wir spätestens seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ wissen, mit den Regeln dieses unseres Staates zweifellos so unvereinbar, wie ein durchs Nadelör gehendes Kamel mit der Realität. Das haben inzwischen sogar Deutschlands Topjuristen vom Rang eines Herrn di Fabio, Herrn Papier und Herrn Schachtschneider ernsthaft andeuten müssen.

Aber nun kommt’s knüppeldick!

„Auch die katholische Kirche, die sogar älter ist als der Islam, hat sich natürlich verändert und ist mit dem Grundgesetz vereinbar“, sagt Gauland.

Für diesen Hieb auf unser Denkvermögen bin ich ihm wirklich sehr dankbar. Bringt er uns doch schmerzlich auf die Frage, ob das tatsächlich so ist?

Was, wenn die Katholische Amtskirche Rom schon von ihrem stets glaubensimperialen Selbstverständnis her unmöglich mit unserem Grundgesetz vereinbar sein kann? Was, wenn das heutige Jesuitenpapsttum nicht einmal mit der Katholischen Kirche und ihrer Dogmatik vereinbar ist?

Wäre diese abstruse Debatte in Deutschland um die Zugehörigkeit des Islam nicht wenigstens die Gelegenheit, sich endlich einmal genau darüber ernsthafte Gedanken zu machen; und natürlich auch darüber, wer sie uns medial gerade so geschickt mit seinen pseudoreligiösen, politischen, wirtschaftlichen, pseudowissenschaftlichen und kulturellen Netzwerken aufdrückt? Mit aller Penetranz?

Vielleicht hängt die gar nicht so komplizierte Antwort darauf ja auch irgendwie mit der gegenwärtigen „Flüchtlingsfrage“, deren Verursacher und der Frage von Krieg und Frieden in der Welt zusammen?

Doch weiter mit Herrn Gaulands Kenntnisstand:

„Das heißt, historische Entwicklungen haben die katholische Religion zu etwas gemacht, was ohne Schwierigkeiten vereinbar ist mit den demokratischen Regeln eines freiheitlichen Rechtsstaates.“

Nun erleben wir ja gerade, wie dehnbar diese demokratischen Regeln in Deutschland und in der ganzen Jesuiten-EU sind. Wir sehen uns da ohne Schwierigkeiten einer Serie von Brüchen demokratischer Regeln gegenüber, die mit freiheitlicher Rechtstaatlichkeit soviel zu tun haben, wie Papst Franziskus mit dem Dschungelkönig.

Schaut man aber auf die katholische Religion und ihre historische Entwicklung selbst, dann wird Gaulands These noch fragwürdiger:

Große Theologen wie Hans Küng und Eugen Drewermann oder Kirchenhistoriker wie der jüngst verstorbene Karl-Heinz Deschner haben nicht erst seit gestern, sondern seit vielen Jahrzehnten immer wieder auf die Unvereinbarkeiten päpstlichen Trachtens und Tuns gerade auch in Bezug auf die katholische Lehre hingewiesen. In dieser Sache hatten sie im Lauf der Jahrhunderte obendrein viele Vorgänger. Von ihnen könnte Herr Gauland viel lernen.

Was z.B. das Zölibat oder die nicht vorhandene Gleichberechtigung von Mann und Frau im gesamten kirchlichen Machtbereich und dessen Ritus betrifft, so liegt hier quasi noch die biblisch-mittelalterliche Lehre von der Rolle der Frau ausgebreitet vor uns! Die steht dem mittelalterlichsten Islam in absolut nichts nach! Mit unserem Grundgesetz aber sind, wenn schon, beide Religionen in dieser Frage vollkommen unvereinbar. Vom Mindestschutzalter für Kinder ganz zu schweigen, das im vatikanischen Sodom und Gomorra bekanntlich bei 12 Jahren liegt, in manchen islamischen Gelehrtenkreisen allerdings sogar noch darunter.

Aber auch die alles andere als seriösen Bankgeschäfte der Römischen Kirche oder die als weltgrößter Großgrundbesitzer sind sicher kein gutes Beispiel für unsere rechtsstaatlichen Grundsätze und Prinzipien. Schon gar nicht, dass diese frommen Werke von einer zweitausend Jahre alten Autokratie dirigiert werden, von deren weltlicher Machtfülle ein saudischer Mekka-König nur träumen kann.

„Der Islam ist bei bestimmten Positionen geblieben, die – das hat mal Atatürk gesagt, das ist nicht sehr nett – von einem Beduinenstamm aus dem frühen Mittelalter stammen, und hat dieses System nicht der Moderne angepasst. Das ist das Problem.“ (Gauland)

Da hat der Herr Dr. jur. Gauland quasi auch gleich noch die jüdische Religion und ihr antikes Problem auf den Punkt gebracht. Nur kann er das natürlich nicht einfach so sagen, dass der Urvater aller Juden, Christen wie Moslems, Abraham, nach den biblischen Einlassungen auch nur ein Beduine war. Nur eben aus der Steinzeit. Entsprechend orientieren sich aber die Zionisten in ihrem Tun. Sie repräsentieren genauso wenig das moderne Judentum wie die Islamisten den modernen Islam, wenn sie mit Feuer und Schwert ihre x-tausendjährigen Ansprüche gegen x-hundertjährige Ansprüche geltend machen, nur weil der Urahne der drei Buchreligionen durch dieses „Heilige Land“ durchgewandert sein soll oder Moses es, der biblischen Legende nach, dem aus Ägypten ausgezogenen Volk Israel vermacht hätte, als an Mohammed und Jesus noch nicht mal zu denken war.

Also damit dürfte dann nach Herrn Gauland das beduinische Steinzeitjudentum von Netanjahus amerikanisch-israelischen, „jüdisch-christlichen“ Abend -und Morgenland-Zionismus auch nicht wirklich zu Deutschland gehören, obwohl es ihm über seine Rothschild-FED quasi schon längst gehört; -samt unserer Kanzlerin. Aber das hat er sicher nicht so gemeint. Stimmt ja auch nicht ganz, denn wie schon Heinrich Heine wußte, ist Rothschild auch nur der Bankier des Papstes.

Tja, da bliebe einem nichts anderes mehr übrig, als sich dem Prof. Lucke anzuschließen, wenn er Gaulands Einlassungen wenigstens in dieser religiösen Einseitigkeit als dumm und idiotisch bezeichnet hätte. Denn wo er recht gehabt hätte, hätte er recht gehabt. Und das, obwohl seine eigenen Argumente mindestens genauso dumm und idiotisch sind.

Deutschland ist ein Staat und keine Religion

Genau darum geht es im Kern dieser Debatte. Konsequent weiter gedacht führt sie uns genau da hin, wo sie Gauland eigentlich hingeführt hat, ohne es zu wollen. Es muss nach gründlicher Prüfung dieser beduinischen Patchwork Religionen festgestellt werden, dass, an ihren Taten gemessen, weder Judentum noch Christentum noch Islam zu Deutschland gehören. Mit unserem Grundgesetz sind alle drei nicht kompatibel.

Das können sie ohnehin nicht sein und brauchen es auch nicht, denn Deutschland ist ein Staat und keine Religion. Für ein demokratisch verfasstes Staatswesen, ob nun ethnisch einheitlich oder unterschiedlich bevölkert, sollte aber jede Religion ausschließlich Privatsache des Bürgers sein und nicht Kriterium staatlicher Zugehörigkeit, Mittel seiner moralischen Fürsorge oder gar seiner kulturellen Bestimmung.

Mit den Religionen sollte ein liberaler Staat (das ist Deutschland allerdings nie gewesen) dann juristisch auch so differenziert umgehen wie mit Drogen, die er in weiche und harte unterteilt. Sie müssen keineswegs dem Gemeinwohl dienen, nicht einmal mit dem Geist der Gesetze konform sein, um gesetzlich zugelassen zu werden. Sie dürfen nur Ordnung und Sicherheit nicht gefährden, genauso wenig, wie ein betrunkener Autofahrer, bei dem wir ja auch nicht diskutieren, ob er zu Deutschland gehört.

Es sind aber nicht etwa Türken und Araber, die uns ihre uns fremde Lebenskultur samt Religion aufzwingen. Die leben sie seit Jahrzehnten mehr oder weniger friedlich in ihren Parallelgesellschaften aus. Das Problem sind doch nicht sie, sondern diejenigen, welche sie uns, unserer Lebensweise und unserem Gemeinwesen aufgezwungen haben, also die Ideologen und Religiösen unseres eigenen Volkes; Parteien und Kirchenfürsten und ihre Kamarilla, die uns wie den uns kulturfremden Einwanderern ihre völkerrechtswidrigen und grundgesetzwidrigen Wahnideen im Namen eines vorgeblichen Humanismus auf Teufel komm raus einflößen wollen; über den uns Deutschen zwangsverordneten Schuldkult.

Kaum jemand hat die Konsequenzen daraus deutlicher aufgezeigt, als der ehemalige linksradikale Sponti und kriminelle Polizistenverprügler, Taxifahrer, Außenminister und Kriegshetzer Joseph (Joschka) Fischer, führender Kopf der quasi Soros-NGO namens Bündnis90/dieGrünen, der, wie sein damaliger SPD-Kanzler Schröder, längst vor das Den Haager Kriegsverbrechertribunal gehörte. würde es mit rechten Dingen zugehen:

„Deutschland muss von außen eingehegt, und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi ,verdünnt’ werden“, beschrieb die „Welt“ bereits 2005 in einem Porträt Fischers politische Leitlinie.[3]

Damals wurden die abertausenden Einwanderer von seiner Partei noch über die Ukraine geschleust. Zur Erinnerung: Gemäß seiner zionistischen Doktrin war Deutschland für diesen transatlantischen Agenten der zionistischen Neocons stets nur ein „Risiko“. Aber im Gegensatz zu Frau Merkel heute war er wenigstens ehrlich und machte aus seinen Ansichten und Absichten keinen Hehl.

Beide sind jedoch weder Türken noch Araber noch Muslime, aber für Deutschland weitaus gefährlicher. Wir jedoch reden uns jetzt mit AfD und ALFA die Köppe heiß, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Sind wir eigentlich noch zu retten?

Wir brauchen eine ganz andere Grundsatzdebatte

Also wenn schon, dann sollte tatsächlich eine Grundsatzdebatte darüber geführt werden, dass keine Religion und keine Ideologie zum demokratisch und laizistisch verfassten Staat gehört und keine auf ihn Einfluss ausüben darf. Sonst landet dieser Staat im Gottesstaat! In der Diktatur befinden wir uns Dank der Altparteienherrschaft und ihrer Übernahme der Neocon-Ideologie längst (was ich in einem späteren Beitrag auf GEOLITICO noch konkreter ausführen werde).

Bei aller Sympathie für die neue, luckefreie AfD und ihren hohen Wahlgewinn; bei aller Hoffnung, dass sie als wirklich dringend gebrauchtes Korrektiv und Sammelbecken widerstands -und aufbruchwilliger deutscher Staatsbürger, welche die Demokratie retten wollen, wenigstens einigermaßen effektiv funktionieren könnte: Was Dr. jur. Gauland da als Spitzenvertreter dieser „Alternative für Deutschland“ abgeliefert hat, ist wirklich zum erbarmen CDU! Wenn sie vor lauter Überfremdungsangst nicht mehr weiß, wo der uralte Feind der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wirklich steht, dann ist diese Partei nichts anderes, als eine von Spiegelfechtern!

Mit der EU sind wir weit hinter die Aufklärung zurück gefallen

Es macht wenig Sinn, eine Grundsatzdebatte über den Islam in Europa führen zu wollen, ohne zuvor eine ganz andere und für uns weitaus wesentlichere Grundsatzdebatte zu führen -oder besser, zu ihr mit aller Entschiedenheit zurückzukehren! Denn es geht hier in Deutschland wie in der gesamten EU nicht einfach um den Islam, sondern darum, dass das hinterlistige wie fanatische Römische Reich des vatikanisch -jesuitischen Imperiums, seine Londoner Finanziers, sein militärisch-industrieller Komplex mit Sitz im Pentagon und seine Leitmedienkonzerne versuchen, mit archaisch anmutenden jüdischen, christlichen und moslemischen Religionsfanatikern die Welt zu erobern, das Völkerrecht zu brechen und uns dabei dem wahnsinnigen jesuitischen Projekt des Kosmopolitismus auszuliefern, das sie heute Globalisierung nennen, das aber bereits im 18. Jh. voll entwickelt war und über ein riesiges Netzwerk unterschiedlichster Freimaurerlogen propagiert wurde. Und wir machen uns da wegen ein paar Mullas in die Hose.

Deshalb gehört es auch zu den wichtigsten Anliegen des Jesuitenpapstes, auf möglichst geschickte Weise die globale Verbreitung der deutschen, französischen wie englischen Aufklärung des 18. Jh. mit aller Gewalt wieder zurückzudrängen. Daher sorgt er natürlich mit den orientalischen Masseneinwanderungen in die europäischen Staaten für ein totales Absenken des einstigen Bildungsniveaus; in Deutschland vor allem durch die rigorose Abschaffung des humboldtschen Erziehungsideals.

Der Westfälische Frieden – die größte Niederlage des Papsttums in der Neuzeit

Die deutsche Aufklärung unter der Schirmherrschaft des Preußenkönigs Friedrich II., den Voltaire zuerst und zurecht den Großen nannte, war am weitesten gegangen: Sie hatte in der ganzen Welt die richtige Erkenntnis verbreitet, dass Staat und Religion genau deshalb voneinander streng getrennt werden müssen, weil, wie die Erfahrung der Religionskriege in Europa bewiesen hatte, die Bürger durch den Vatikan im Namen der Religion immer wieder brutalst möglich gegeneinander aufgehetzt werden konnten. Das hatte schließlich zur permanenten Instabilität der inneren Verfasstheit vieler konfessionell geteilten Staaten geführt, die sich im Nachgang des Westfälischen Friedens von 1648 erstmals als Nationalstaaten herausgebildet hatten. Die Kurpfalz ist hier ein anschauliches Beispiel.

Mit dem Frieden von Münster und Osnabrück wurde auch der 1555 im Augsburger Religionsfrieden vereinbarte Grundsatz Cuius regio, eius religio (wessen Gebiet, dessen Religion) revidiert, also die Regelung, dass die jeweiligen Untertanen die Religion bzw. Konfession ihres Herrschers zu übernehmen hätten. Von nun an sollten auch die Calvinisten, wie vorher schon die Lutheraner, staatsrechtlich gegenüber den Katholiken gleich behandelt werden. Noch folgenreicher aber war, dass die Religion als solche den reichsrechtlichen Bestimmungen unterstellt wurde. Damit war sie endgültig der Oberhoheit des Papstes und des Kaisers entzogen. Von nun an sollten alle Religionsstreitereien durch Reichstagsbeschlüsse geregelt werden, wobei die konfessionellen Stimmen vollkommen gleichberechtigt waren. Wechselte ein Landesherr künftig die Konfession, so mussten die Untertanen ihm darin nun nicht mehr folgen.

Der Westfälische Friede hat somit nicht nur die Nationalstaaten begründet, sondern vor allem auch die Macht der römischen Päpste über Europa und die Welt gebrochen. Die Jesuiten waren darüber natürlich extrem wütend und schworen sich, in der Zukunft alles dafür zu tun, um dieses System wieder zu zerschlagen. Papst Innozenz X. zögerte auch keine Minute, um sein Breve „Zelo dominus Dei“ entschlossen gegen den Friedensvertrag zu schleudern.

Die Religion als Anstifterin zum Krieg

Es ging also 1648 auch um die Religion als Anstifterin der grausamsten aller Kriege – der Religionskriege! – von denen der Schlimmste, der 30jährige Krieg in ganz Deutschland weite Landstriche komplett ausgemordet hatte; ein Trauma, das im 18. Jh. noch längst nicht überwunden war. Wir aber sollten uns gerade heute immer wieder daran erinnern, dass eine Macht in Europa den Westfälischen Frieden damals nicht anerkannte und bis heute nicht anerkennt: Der Vatikan! Der Anstifter zu diesem bis dahin furchtbarsten Massenmorden in Europa, bei dem aber auch die Protestanten sich mit den schlimmsten Gräueltaten keineswegs zurück gehalten hatten.

Seit dem Ende des allgemeinen und umfassenden Menschenschlachtens, das weniger einer besseren Einsicht als vielmehr der Erschöpfung aller Kriegsmittel auf beiden Seiten geschuldet war, musste den weltlichen Mächten klar sein, dass sie in ihren Staaten vor allem den Einfluss der Religionen bzw. Konfessionen auf die weltliche Politik vermeiden müssen, was den Jesuiten und ihren mörderischen Umtrieben und ihrer Beichtvätermacht an den Höfen Europas letztlich das Wasser abgegraben hätte.

Doch die Jünger Loyolas wollten nicht ruhen, bis sie diese für sie bisher schwerste Niederlage der Katholischen Kirche nach der Trennung zwischen Rom und Byzanz wieder rückgängig gemacht und die unumschränkte Macht des Papstes über Europa wieder eingesetzt hätten. Sie ruhen bis heute nicht! Und nun ist auch noch erstmals ein Jesuit Papst! Das kann gar nichts Gutes verheißen.

Der Fanatismus – Vater aller Psychopathen

Psychopathen regieren die westliche Welt und deshalb befindet sie sich im gegenwärtigen Zustand. So inzwischen die hilflose Erklärung vieler. Empirisch betrachtet, hat sie sogar einiges für sich. Doch sie greift, wie die meisten solcher Vereinfachungen, viel zu kurz. Psychopathie ist nur in den seltensten Fällen angeboren. Doch man kann daran schneller erkranken, als man sich das selbst deutlich macht. Denn ihre wahre Ursache ist die Fähigkeit zum Fanatismus, die in uns allen angelegt ist. Mit seiner Hilfe bekommen die Psychopathen und die, die es werden wollen, im kapitalistischen, faschistischen oder kommunistischen System das Ruder der Macht sicher in die Hand.

Das hängt natürlich nicht damit zusammen, dass sie in Wahrheit Reptilien von einem anderen Planeten oder sowas wären, wie manche meinen, deren Verblödung selbst die Früchte des Fanatismus trägt, der den Gegner auch ganz gerne entmenscht.

Psychopathie hat in der Politik wohl eher mit dem systemimanenten Auswahlverfahren beim Aufstieg innerhalb hierarchischer Gebilde zu tun. Nur der rücksichtsloseste Fanatiker hat im kapitalistischen wie klerikalen System wirklich Chancen, nach oben zu kommen. Sein Glaube ist der an den Erfolg, der kein Wert an sich ist, sondern Mittel zum Aufstieg zur Spitze der Pyramide, mit dem man sich vor seinen Mitmenschen auszeichnen muss. Ihm opfert er alles auf. Auch und gerade den Mitmenschen. Denn „nur die Harten kommen in den Garten“.

Kirchen, Konzerne und Parteien bieten da bestes Anschauungsmaterial. Je ideologischer sie ausgerichtet sind, umso fanatischer agieren ihre Spitzen mit Druck auf ihre Gegner wie auf ihre eigenen Leute. Empathie und andere menschliche „Schwächen“ sind da nicht zielführend. Heuchelei dagegen schon. Ohne sie geht gar nichts. Sie ist nicht nur Lüge, sondern auch List.

Wer das nicht selbstkritisch hinterfragt und reflektiert, läuft in all diesen Institutionen in Gefahr, bei seinem Weg nach oben selbst zum Psychopathen zu werden.

Die Jesuiten als Profis in Sachen Fanatismus und Psychopathie

Alles, was die Religions -und Revolutionsführer dem Menschen also einflößen müssen, um eine Sklaven-Gesellschaft von Psychopathen zu installieren, ist, für Fanatismus zu sorgen. Das aber können solche absoluten Profi-Fanatiker wie die Jesuiten schon längst wieder völlig ungestört.

Das Aufstiegssystem innerhalb ihres eigenen Ordens ist mit dem strengsten und effizientesten Überwachungssystem verbunden, das je eine Gesellschaft erfunden hat. Der Jesuit hat gegenüber seinem unmittelbaren Vorgesetzten (nach den Regeln wörtlich) wie ein Leichnam, ein Kadaver, zu sein. D.h., er muss sein eigenes Selbst, das man ihm als unreifen Egoismus einredet, so vollständig abtöten, dass sein Wille nur noch der Wille des Ordens ist. Daher auch der Begriff: Kadavergehorsam.

Er diente auch dem Ex-Jesuiten Adam Weißhaupt als Vorbild für seinen angeblich radikalmaterialistischen Bayrischen Illuminatenorden. Und auch Heinrich Himmler formte seine SS genau nach diesem Muster der Entmenschlichung. In seiner Wewelsburg besaß er eine der umfangreichsten Bibliotheken mit reiner Jesuitenliteratur, die nach dem Krieg dann aber verschwunden ist.

Kadavergehorsam funktioniert natürlich nie ohne entsprechende Gehirnwäsche. Was diese betrifft, haben die Exerzitien ihres Ordensgründers Loyola ganze Arbeit geleistet. Sie führen, jährlich 33 Tage lang vom Ordensmitglied ausgeübt, methodisch suggestiv in quasi jede gewünschte Geisteskrankheit. Jeder seriöse Psychiater würde uns das bestätigen.

"Gebet in Kairo" / Von Jean-Léon Gérôme, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1456897

„Gebet in Kairo“ / Von Jean-Léon Gérôme, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1456897

Voltaire – der Feind des Fanatismus

Lassen wir an dieser Stelle aber mit Voltaire einen der bedeutendsten Kämpfer gegen den Fanatismus zu Wort kommen, der, obwohl schon 238 Jahre tot, gerade wieder höchst aktuell ist. Zu Ordensgründer Ignatius von Loyola weiß er, der als Kind selbst in ein Jesuitencolleg geschickt wurde, zu sagen:

Wollen Sie sich einen großen Namen machen? Wollen Sie ein Stifter werden? Dann seien Sie völlig verrückt, aber so, dass Ihre Verrücktheit in die Zeit passt! Bewahren Sie sich bei aller Torheit einen Rest von Vernunft, um Ihre Überspanntheit in die richtige Bahn zu lenken, und seien Sie auch maßlos starrköpfig! Es kann geschehen, dass man Sie hängt, aber tut man dies nicht, errichtet man Ihnen vielleicht Altäre.
Im Ernst, ist jemals ein Mensch reifer fürs Irrenhaus gewesen als der heilige Ignatius oder, wie er eigentlich hieß, Inigo der Biskayer? Er verliert den Verstand bei der Lektüre der Aurea Legenda (einer Sammlung von Heiligengeschichten des Dominikaners Jacobus de Voragine, der von 1228/29 -1298 lebte – Anm. DL) wie später Don Quijote de la Mancha durch die Lektüre von Ritterromanen.
…Vielleicht war Mohammed in seinen ersten Gesprächen mit dem Erzengel Gabriel ebenso verrückt wie Ignatius, und vielleicht hätte Ignatius an Mohammeds Stelle ebenso Großes vollbracht, wie der Prophet; denn an Unwissenheit, Versponnenheit und Mut stand er ihm nicht nach.“

Kein Wunder also, dass auch der heutige Jesuitenpapst Franziskus bei der Umvolkung Europas besonders auf den Islam setzt.

Voltaire über den Fanatismus an sich

In seinem Philosophischen Wörterbuch, aus dem obiges Zitat entnommen ist, äußert sich der große französische Philosoph auch sehr pointiert über den Fanatismus selbst. Um seine zeitlosen Warnungen an uns wieder etwas mehr auf den Fokus unserer dringend benötigten Aufklärungsarbeit zu richten, hier ein paar wichtige Auszüge:

„Die Macht, die die Begeisterung eines einzelnen über die Menge, die ihn sieht und hört, ausübt, die Leidenschaft, die die Versammelten aufeinander übertragen, dieses ganze wilde Treiben, noch verstärkt durch die Erregung jedes einzelnen, machen den Wahnwitz bald allgemein. Wenn ein paar Betrüger erst ein Volk behext haben, mehren sich unter dem Einfluß der Verführung die Wunder, und bald sind alle hoffnungslos verwirrt. Wenn der menschliche Geist einmal die lichtvollen Wege des Natürlichen verlassen hat, findet er nicht mehr zurück; er sucht verzweifelt nach der Wahrheit und findet immer nur einen schwachen Schimmer von ihr, der sich mit dem trügerischen Licht des ringsum herrschenden Aberglaubens vermischt, so dass er vollends in der Finsternis versinkt.
Es ist entsetzlich, wie sich der Gedanke, den Himmel durch Blut besänftigen zu können, in fast allen Religionen verbreitet hat, nach dem er einmal aufgekommen war, und mit wie vielen Argumenten man diese Opfer zu rechtfertigen sucht, damit niemand dem Messer entgeht.
Zählt nun die Tausende Sklaven, die der Fanatismus überall gemacht hat – in Asien, wo es als Schande galt, nicht beschnitten zu sein, in Afrika, wo jeder Christ ein Verbrecher war, in Amerika, wo unter dem Vorwand der Taufe die Menschlichkeit erstickt worden ist; zählt die Tausende Menschen, die in den Jahrhunderten der Verfolgung auf dem Schafott, in den Bürgerkriegen durch die Hand ihrer Mitbürger oder in maßloser Kasteiung durch eigene Hand ums Leben kamen. Wandert über die ganze Erde, werft einen Blick auf die vielen Fahnen, die man im Namen der Religion entrollt hat, in Spanien gegen die Mauren, in Frankreich gegen die Türken, in Ungarn gegen die Tartaren; seht die vielen kriegerischen Orden, die gegründet worden sind, um die Ungläubigen mit dem Schwert zu bekehren und sich an dem Altar, den sie verteidigen sollten, gegenseitig umzubringen; wendet dann eure Blicke ab von diesem abscheulichen Tribunal, das auf den Leichen unschuldiger und unglücklicher Menschen errichtet wurde, um die Lebenden zu richten, wie Gott die Toten richten wird, freilich nach einem anderen Maßstab.
Kurz, alle Greuel von Jahrhunderten, die sich mehrere Male in nur einem einzigen wiederholt haben, wehrlose, vor Altären abgeschlachtete Völker, erdolchte und vergiftete Könige, ein großes, durch seine eigenen Bürger um die Hälfte verkleinertes Reich, das kriegslustigste und das friedlichste Volk in sich selbst entzweit, Kampf bis aufs Messer zwischen Vater und Sohn, Usurpatoren, Tyrannen, Henker, Königsmörder und Frevler, die alle göttlichen und menschlichen Konventionen im Namen der Religion brechen – das ist die Geschichte des Fanatismus, das sind seine Heldentaten.
Heute versteht man unter Fanatismus einen finsteren und grausamen religiösen Wahn, eine Geisteskrankheit, die man sich zuzieht wie die Blattern. Sie wird weniger durch Bücher als durch Versammlungen und Reden verbreitet. Beim Lesen ereifert man sich selten und kann einen kühlen Kopf bewahren. Aber wenn ein phantasiebegabter Hitzkopf auf einen weniger phantasievollen Menschen einredet, glühen seine Augen, und diese Glut steckt an; sein Tonfall, seine Gesten überwältigen die Zuhörer. Gott blickt auf euch, ruft er aus, gebt alles hin, was irdisch ist, führe des Herrn Kriege (1. Samuel 18,17). Und das geschieht dann auch.
Der Fanatismus verhält sich zum Aberglauben, wie der Wahn zum Fieber, oder die Raserei zum Zorn.
Wer in Extase verfällt und Visionen hat, wer Träume für Wirklichkeit nimmt und seine Einbildungen für Prophezeihungen, ist ein angehender Fanatiker, von dem viel zu erwarten ist: Bald wird er aus Liebe zu Gott zum Mörder werden können.
Gegen diese Seuche gibt es kein anderes Mittel als den Geist der Philosophie, der, wenn er allmählich um sich greift, schließlich die Sitten der Menschen läutert und den Anfällen des Übels vorbeugt; denn wenn dieses Übel erst einmal Fortschritte macht, muss man flüchten und abwarten, bis die Luft wieder rein ist. Gesetze und Religion vermögen wenig gegen die Verpestung der Seelen. Die Religion ist keine bekömmliche Nahrung für solche verseuchten Seelen; in den infizierten Gehirnen wird sie zum Gift. …Sie nähren ihren Fanatismus gerade mit der Religion, die ihn verdammt.“

Weil die Jesuiten Voltaires Werke nicht nur verboten haben, sondern auch eifrig studierten, haben sie sich dann auch umgehend der Philosophie angenommen und dort Verwirrung gestiftet. Nicht nur Weißhaupt war hier besonders aktiv. Leider ist hier nicht der Platz für eine eingehendere Betrachtung dieser Tatsache.

Der gefährlichste Feind des Vatikan – Immanuel Kant!

Mit dem Westfälischen Frieden endete die lange Reihe von Niederlagen für Rom noch lange nicht. Zwischen 1758 und 1773 vertrieben sämtliche katholische Großmächte die Jesuiten wegen ihrer zahllosen Verbrechen, die vom groß angelegten Finanzbetrug bis zu Massenaufruhr, Terroranschlägen und Mordversuchen an regierende Staatsoberhäupter reichten, die ihnen nicht zu Willen waren. Sie zwangen den Papst schließlich sogar, den Jesuitenorden 1773 ganz aufzulösen. Erst kurz vor dem Ende der Napoleonherrschaft 1814 konnte Rom sie mit der reaktionären Errichtung der „Heiligen Allianz“ zwischen den europäischen Monarchien, die ihren Absolutismus wieder haben wollten, erneut auf die Menschheit loslassen.

Doch auch aus Preußen drohte dem Vatikan nicht nur Ungemach vom ketzerischen König Friedrich. Immanuel Kant war mit seiner „Kritik der Reinen Vernunft“, die er frei publizieren durfte, zur grundstürzenden Erkenntnis gelangt, dass wir von all dem, was die Religionen behaupten, nicht wirklich etwas wissen können.

Alles erwies sich unter seiner unbestechlichen Feder unwiderlegbar als pure Spekulation. Er nahm die ganze christliche Metaphysik, die auf den Prinzipien der reinen Vernunft aufgebaut ist, so gründlich auseinander, dass quasi nichts von ihr übrig blieb, außer ihr sittlicher Kern, dem er dann seine „Kritik der praktischen Vernunft“ widmete, in der er das oberste Sittengesetz, die Goldene Regel, als Kategorischen Imperativ für seine Zeit neu formulierte.

Der Vatikan setzte die Schrift, nach dem er ihre Ausbreitung in seinem Machtbereich nicht verhindern konnte, schließlich 1827 auf seinen Index verbotener Bücher, wo sie bis zu seiner durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten erzwungene Abschaffung durch Papst Paul VI. 1966 zu finden war; zusammen mit sämtlichen Werken Voltaires.

Écrasez l’Infâme!

Zermalmt das Infame, das Niederträchtige! – das war der Aufruf Voltaires an alle aufgeklärten Menschen seines Zeitalters, die Römische Papstkirche zu bekämpfen. Das Infame und Niederträchtige aber bestand für ihn im Bündnis von Staat und Religion, also in der Verschmelzung von Dogma und Schwert. Somit stand für ihn die Katholische Kirche an der Spitze der Infamie und Niedertracht. Aber auch die anderen Offenbarungsreligionen hielt er für Aberglauben. Zu Recht, wie Kant mit seiner „Kritik der reinen Vernunft“ wenig später wissenschaftlich einwandfrei nachweisen konnte.

Das Infame bestand für ihn ebenso aus jeder Form der absoluten Herrschaft, Intoleranz, Zensur und Verfolgung, die er sämtlich am eigenen Leib zu spüren bekam. Ebenso wie das Töten der Andersgläubigen bzw. Andersdenkenden, Barbarei im Justizwesen usw..

Nichts davon ist heute überwunden. Im Gegenteil! Mit der Pfarrerstochter und dem Expfaffen auf dem Thron der Macht hat sich mal wieder erwiesen, dass Deutschland erneut in der Demokratie geschlafen hat und nun nach der Barbarei der Ideologien wieder in der Religionsbarbarei aufwachen muss.

Machen wir also mit unserem berechtigten Protest nicht ausgerechnet die älteste und schlimmste Institution der Barbarei in der Welt mal wieder zu unserem „christlichen“ Leitwolf! Auch nicht, wenn es gegen eine andere, nicht weniger schlimme, aber weitaus weniger mächtige Barbarei, die fanatischen Auswüchse des Islam oder des Judentums, gehen soll.

Gauland und die AfD sollten, wenn nicht noch alles viel schlimmer kommen soll, den religiösen Fanatismus nicht isoliert als Problem des Islam betrachten. Es gibt genug fanatische Christen in den Reihen der AfD, die nur darauf warten, ihrem Affen endlich Zucker zu geben! Die Führung der AfD sollte endlich auch begreifen, dass keine Religion zu einem wirklich demokratischen Rechtsstaat gehören kann, so wenig, wie irgend ein anderes ideologisches Dogma. Wenn wir nicht gerade jetzt dazu aufrufen und konsequent durchsetzen, dass sämtliche Religionen reine Privatsache sind, in die sich der Staat erst dann zu mischen hat, wenn die eine Religion die andere unterdrücken will; wenn wir uns nicht von Fanatikern und Psychopaten vorschreiben lassen wollen, an was wir zu glauben haben und an was nicht, von welcher Religion wir angeblich geprägt worden seien und von welcher nicht, dann haben wir vielleicht noch eine Chance, einem furchtbaren religiös bestimmten Bürgerkrieg zu entgehen.

Fazit

Um nicht missverstanden zu werden: Ich halte weder einen Herrn Gauland noch einen Herrn Höcke für fanatisch. Sie könnten es aber leicht werden, wenn sie sich einseitig auf den Islam stürzen und dabei gegenüber den anderen beiden „Beduinen-Religionen“ aus dem Schoße Abrahams blind sind. Sie haben anscheinend aus kleingeistiger Angst vor Überfremdung vergessen, dass die zivilisatorischen Errungenschaften Europas nicht wegen, sondern trotz der Kirchen und ihren Dogmen zustande kamen und dass eben der gegenwärtige Angriff auf die Völker Europas, dem die Angriffe der „Wertegemeinschaft“ auf die Völker Asiens und Afrikas vorausgingen, ein Angriff fanatischer Christen und Juden ist, die glauben, ihnen gehöre die Welt, und die ganz genau so wie die Islamisten allen zivilisatorischen Fortschritt bekämpfen, nur um ihrer eigenen Macht willen.

Sie haben anscheinend ebenso vergessen, dass die Judenverfolgung unter dem Regime Hitlers nur geschehen konnte, weil seinerzeit überall in Europa der Fanatismus in der religiösen Gestalt der Massengesellschafts-Ideologien des Kapitalismus, Kommunismus, Faschismus, Zionismus zusammen mit dem der Amtskirchen beider Konfessionen die Oberhand gewann – immer mit tätigster Hilfe des Vatikans! Eine aufgeklärte Gesellschaft wäre zu einem Genozid gar nicht fähig!

Gauland, Höcke und ihren Mitstreitern ist in Sachen Islam anscheinend verborgen geblieben, dass der Schoß, aus dem der religiöse Fanatismus kriecht – auch der islamistische und zionistische –, der Vatikan und der Jesuitismus ist, dessen größter und gefährlichste Feind seit Jahrhunderten die Geistesfreiheit des Menschen darstellt. Der Neoliberalismus bzw. Neokonservatismus von heute ist nur eine seiner weiteren, neuen Masken.

Nein! Der Islam gehört natürlich nicht zu Deutschland! Judentum und Christentum aber auch nicht. Keine Religion oder Ideologie! Denn das würde bedeuten, dass Deutschland als Staat den Religionen und Ideologien gehören würde, die sich am fanatischsten gegen die anderen durchsetzen. Aber nicht mehr uns, den freien Bürgern.

Lassen wir uns nicht auf den falschen Weg derer locken, die uns aus Bosheit oder Unwissenheit oder beidem heute wieder einreden wollen, wir müssten das „jüdisch-christliche Abendland“ oder nur das christliche vor dem Islam beschützen. Gehen wir wie Gauland und Höcke oder Pegida auf das Glatteis von Fragen wie: „Gehört der Islam zu Deutschland?“, sind wir selbst schon auf dem Weg in den religiösen Fanatismus; in eine Zeit, in der die geistigen wie geistlichen Zwerge wieder besonders lange Schatten werfen werden, die uns alle erneut ins tiefste Dunkel stürzen.

 

Anmerkungen

[1] http://de.sputniknews.com/politik/20160422/309400895/lucke-gauland-deutsche-muslime.html

[2] a.a.O.

[3] http://www.welt.de/print-welt/article423170/Risiko-Deutschland-Joschka-Fischer-in-Bedraengnis.html