Das westliche Imperium wankt

US-Botschaft in Berlin © GEOLITICO US-Botschaft in Berlin © GEOLITICO
Das System gleitet in eine schwere Legitimationskrise. Zu mächtig sind die in seinem Innern keimenden Widerstandskräfte. Sogar in den Vorzimmern der Macht steigt die Wut.

Wer verstehen will, was in Deutschland wirklich geschieht, seit es von der Schröder-SPD und Merkel-CDU in Grund und Boden regiert wird, muss sich etwas näher mit dem unaufhaltsamen Wandel des US-Imperiums beschäftigen, der sich seit Ende des letzten Jahrtausends vor unseren Augen abspielt.

Jedes Imperium besteht (ähnlich wie Staaten) aus einem Konglomerat finanzieller, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, militärischer und vieler sozialer Systeme, die in sich hierarchisch strukturiert sind. Umfasst und zusammengehalten werden sie von einer Idee, einer Art Glaubenssystem, welches dieser Systemzusammenballung die Machtlegitimierung liefert und die Machtinhaber in seinem Sinn schützt.

Auch Imperien verschleißen

Beispielsweise wurde das Römische Imperium von der Ideologie „Rom“ umhüllt, die im Römischen Recht und im Kaiserkult kulminierte. Das Britische Weltreich umhüllte der Calvinismus (Kapitalismus), das Sowjetreich der Kommunismus und das US-Imperium wird vom kosmopolitischen Globalismus umfangen. Es hat Römisches Recht, Kaiserkult (Papsttum), Kapitalismus wie Kommunismus kongenial in sich vereint; eine Idee, welche der papistische Jesuitismus, d.h. der politische Arm der römisch-katholischen Kirche, bereits im 18. Jahrhundert gegen enormen Widerstand innerhalb derselben als universellen Weltkatholizismus vordachte, entwickelte und öffentlich propagierte (siehe Jesuitenstaat Paraguay, Russland- und Asienmissionen und den großen Ritualstreit, worauf ich hier aber aus Platzgründen nicht näher eingehen kann).

Wie jede Maschine ein System ist und verschleißt, so verschleißen auch Imperien, die vom Prinzip her nicht anders funktionieren als politische Großmaschinerien. Aber wann ist der Punkt erreicht, an dem die Maschine – das System stottert und schließlich nicht mehr läuft? Sobald die verfügbaren Kraftreserven, die es sich von außen zuführen muss, sprich die Ressourcen nicht mehr ausreichen! Denn auch im Politischen System gibt es kein Perpetuum mobile.

Im heutigen Finanzsystem des US-Imperiums ist das evident. Der Dollar, der weder durch Gold noch durch die Wirtschaftsleistung der USA gedeckt ist, braucht zu seiner Stützung den Zugriff auf die weltweiten Ölressourcen, die ihn seit 1973 als Weltleitwährung aufrechterhalten und seinen Wert bestimmen. Er wurde zum Petrodollar, kann sich aber durch seine Inflationierung inzwischen nicht mehr ausreichend mittels Investitionen absichern. Er verliert einerseits durch die Schuldenkrisen der Staaten der sogenannten 3. Welt, die ihn sich leihen und verkonsumieren, und andererseits durch die aufstrebenden BRIC-Staaten, die ihn nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren wollen. Der notwendige Rückfluss in die USA stockt. Die Nachfrage sinkt und somit auch die Seigniorage-Einnahmen (Einnahmen durch Gelddrucken). So muss die FED der US-Regierung zunehmend die Staatsanleihen abkaufen, die andere Staaten nicht mehr haben wollen.

Machterhalt mit Söldnern

Das hat zur Folge, dass sich auch die US-Armee finanziell einschränken und erkennen muss, dass sich das Dollar-System weltweit überdehnt hat. Es kann aber nun nicht einfach in die USA zurückbeordert werden, weil die vielen Soldaten im eigenen Land kaum zu versorgen sind und so dem Imperium im Innern gefährlich werden könnten. Um dem Zerfall seiner Armeen entgegenzuwirken, muss das US-Imperium seine Kräfte einerseits an den wichtigsten Fronten zusammenziehen (das tut es gerade in der Asien-Pazifik-Region) und andererseits die somit entstehenden Lücken in anderen Regionen mit privatisierten Söldnerunternehmen schließen, die der US-Staat nur mit Waffen versorgen muss (was zu Investitionen in den militärisch-industriellen Komplex führt, der damit für den Dollar und seine Rettung immer bedeutender wird). Diese Söldnerverbände haben nur noch die Aufgabe, als Kanonenfutter Chaos zu stiften, damit die vom Imperium nicht mehr zu haltenden Einflussbereiche wie die im Nahen Osten, Nordafrika, Südamerika ect. wenigstens weiter geschwächt werden bzw. bleiben.

Ob diese Söldner nun Blackwater, Academy, Mudschahedin, Taliban, Al Quaida, ISIS, ISIL oder IS, Dash oder Gladio oder sonst wie heißen (alle haben mehr oder weniger deutliche Verbindungen zur CIA), ist hierbei ohne Bedeutung. Sie alle haben die gleiche Aufgabe, wobei der Zweck, das Imperium vor dem Zerfall zu retten, jedes Mittel heiligt; -gerade auch den Terrorismus, der nur von den Geheimdiensten gelenkt zu werden braucht und dabei höchst effektiv wirken kann, um ganze Regionen mit wenig – noch dazu meist ausländischem Personal – in Schach zu halten.

Doch mit der Krise des Imperiums treten Reformnotwendigkeiten in seinem Innern zwingend zutage. Es hat nun einerseits die Möglichkeit, seine Überdehnung zurückzufahren, d.h. anzuerkennen, dass seine Macht immer nur die Macht über die vorhandenen Ressourcen sein kann und folglich beim Schwinden derselben ein Angleichungsprozess in allen Systembereichen notwendig ist, also ein freiwilliges Abgeben von Machtbereichen.

Die größten Angleichungsprobleme hat damit jedoch das Glaubenssystem, also die Hülle und deren ideologischer Putz. Denn seine Krise läuft auf die Legitimationskrise des Imperiums schlechthin hinaus, weshalb es kein Imperium in der Weltgeschichte gegeben hat, dass angesichts seines drohenden Untergangs diesen Weg der Gesundschrumpfung gegangen wäre.

Wie die Legitimation des Systems erodiert

Stattdessen müssen dort, wo Vernunft und Realitätssinn ignoriert werden, Lug und Trug das System notdürftig zusammenhalten. Wir dieser Betrug jedoch zu offensichtlich, dürfte daraus eine das System zerstörende Glaubenskrise erwachsen und eine Revolution der Gläubigen im Innern des Imperiums entfacht werden. Dieser Gefahr eingedenk formt sich daher – von der Spitze bis zur Basis der wankenden Machtpyramide – unwillkürlich ein starker Selbsterhaltungswille all derjenigen, welche bisher vom Imperium und seinen Systemen besonders profitiert haben und die folglich am meisten verlieren können, wenn es fällt. Sie spalten sich in Reformkräfte und Beharrungskräfte auf und fallen übereinander her.

Um sich an der Macht zu halten, müssen sie faule Kompromisse schließen und dabei subtil oder offen zu Unterdrückungsmaßnahmen durch Militär, Polizei, Geheimdienste und Zensur greifen. Am Ende wird sich auch das US-Imperium der eigenen Bevölkerung erwehren müssen, die seine Legitimation infrage stellt, da es ihr immer schlechter geht – ebenso wie den Völkern seiner Helotenstaaten, in denen deshalb der Druck auf die Statthalter dort erhöht wird, um Widerstand im Keim zu ersticken.

Drohung, Erpressung und Bestechung werden notwendig zu politischen Größen des Systemerhalts. Die Propagandamaschine muss jetzt auf Hochdruck laufen und in jede Richtung mit dem Holzhammer wirken, führt sich damit aber über kurz oder lang selbst ad absurdum. Die Legitimationskrise lässt sich durch sie nicht mehr aufhalten, sondern spitzt sich noch zu.

Obendrein bleiben natürlich die Feinde im Äußeren: Die BRICs mit ihren schier unerschöpflichen Ressourcen und Investitionsmöglichkeiten auf 4 Kontinenten, einer eigenen Entwicklungsbank, die sich vom Dollar-System gelöst hat und einem Militär wie das russische, das nach einer langen Phase des Tiefstapelns nun in Syrien bei der Bombardierng der Hilfstruppen des Imperiums und seiner arabischen Helotenstaaten zeigt, das es vor dessen Militärmaschinerie keinerlei Furcht mehr haben muss. Eher umgekehrt.

Strategie der Spannung

Aber auch die bisher willfährigen EU-Staaten streben angesichts der brennenden Ressourcenfrage immer weiter auseinander, gerade in Bezug auf Russland. Denn der vom US-Imperium erzwungene Boykott nützt nur ihm selbst, schadet seinen „Verbündeten“ dagegen enorm. Washington war jedoch nicht mal mehr in der Lage, eigene Pipelines wie Nabucco von den eigenen Ölmonarchien nach Europa durchzusetzen, damit seine Energiesicherheit zu garantieren und es so weiter in Abhängigkeit und fern von Russland zu halten.

Mit dem Verlust Syriens und dem schwindenden Einfluss im östlichen Mittelmeerraum hat die russische Southstream, die das Imperium bisher verhindern konnte, wieder eine reale Perspektive. Northstream läuft ohnehin schon reibungslos und dessen Kapazitäten wurden nochmal erweitert. Nabucco ist mausetot.

Die Brüssler EU darf seitens des Imperiums zu dessen eigenen Selbsterhalt nicht mehr im eigenen Interesse, geschweige, im Interesse der Völker Europas handeln und delegitimisiert sich durch Putsche wie dem in der Ukraine selbst, bei dem sie gezwungen wurde, mit Faschistenbanden zusammen zu arbeiten. Damit ist auch der „Kampf gegen Rechts“ der deutschen Nomenklatur moralisch völlig delegitimiert.

Um den Einfluss auf sie nicht zu verlieren, muss Washington die EU von Russland und China isolieren, schwach halten und wehrlos machen. Da die USA die Ressourcen der EU unbedingt benötigen, muss letztere militärisch kontrolliert, zentralisiert und sozial chaotisiert werden. Anlass wie Legitimation hierzu bieten Terrorismus und unkontrollierte Masseneinwanderung; kurz, die Strategie der Spannung.

Das aber löst nicht die Ressourcenfrage, weder innerhalb noch außerhalb der USA. Es hält den unausweichlichen Fall des Imperiums nur etwas auf. Die Akkumulation des Kapitals schreitet weiter systemnotwendig voran und mit ihm die der Macht, bis der Turm einstürzen muss. Die nächste Bankenkrise wird den Kreis der Mächtigsten immer weiter ausdünnen. Die schamlosen Milliardäre, früher eher im Hintergrund agierend, bestimmen panisch immer öffentlicher die Politik. Buffet, Soros, Gates usw. füllen jetzt öfter als gewohnt die Zeitungen ihrer Medienkonzerne mit ihrem geistigen Müll.

Für die eigene Rettung interessieren sie kein Staat, keine Nation, kein Volk, schon gar nicht das Gemeinwohl oder Recht und Gesetz. Ihnen geht es ganz allein um die Vereinnahmung von Ressourcen aus den Ländern ihrer Verbündeten, wozu natürlich immer auch die finanziellen (EZB, Goldmann-Sachs), wirtschaftlichen (TTIP, Ceta), militärischen (NATO, EU-Polizei, Geheimdienste, Gladio) gehören, und nicht zuletzt das Ausrauben der Sozialsysteme und deren Umwandlung in eine Maschinerie zur Herstellung billigster Arbeitskräfte. Es geht also nicht nur um Ölressourcen und andere Bodenschätze. Aus Völkern soll Bevölkerung werden und aus dieser letztlich auch nur wieder eine Ressource.

Statthalter Merkel und Schröder

Für jede Rettung gibt es immer nur ein bestimmtes Zeitfenster. Für das US-Imperium schließt es sich in Europa. Wenn es aber schon keine Chance hat, die Völker der EU zwangszuvereinen, um sie gegen Russland zu wenden, so muss es jetzt seine Chance nutzen, sie nachhaltig zu schwächen. Chaos durch Migration helfen dabei. So kann man erstens versuchen, eine militärische Diktatur in Europa zu errichten (der Lissabonvertrag gibt es schon jetzt her), weil die Menschen nach Sicherheit schreien. Mit einer solchen „Diktatur der Humanität“ aus Political correctness und permanenter Terrorgefahr kann man versuchen, die Menschen zu verwirren, zu entwurzeln und gefügig zu machen.

Zweitens verhindert das fallende Imperium den Wiederaufbau der von ihm zerstörten Staaten wie Syrien oder Libyen oder Sudan oder Äthiopien oder Ukraine, in dem es den dortigen Mittelstand und die jungen Männer mit falschen Versprechungen und lauter humanitärem Gedöns nach Europa treibt. Dort sind sie dann die enttäuschte, wütende Masse einer neuen Unterschicht der Unterschicht und in ihren zerstörten Heimatländern fehlen sie beim Aufbau. Für das Imperium eine Win-Win-Situation. Doch all das verzögert den Fall nur, es verhindert ihn nicht.

Und nun endlich kommt Merkel ins Spiel. Dass sie, wie vorher schon Schröder, weniger deutsche Interessen vertritt als vielmehr Statthalter des US-Imperiums ist, davon gibt sie uns jetzt viele eindeutige Proben. Die deutschen Gesetze interessieren sie nicht mehr. Ihre Unfähigkeit, irgendeinen Satz zu sagen, der keine hohle Phrase ist, dämmert nun langsam auch dem dümmsten CDU-CSU-Wähler. Empfiehlt die Pastorentochter ihm doch angesichts der Einwanderungskrise ebenso wie allen Deutschen in einer öffentlichen Pressekonferenz vor allem Kirchenbesuche und beten. Und kaum einer aus den eigenen Reihen traut sich, gegen diese Frechheit aufzustehen. Noch nicht!

Vor allem aber wird ihre unglaubliche Wendefähigkeit bei gleichzeitiger vollkommener Sturheit, die mit gesundem Menschenverstand sonst gar nicht zu begreifen wäre, es sei denn, man veranschlagt eben, dass sie lediglich Ausübende einer fremden Macht ist, nun etwas erklärlicher. Hier bricht sie das Grundgesetz, dort feiert sie es. Hier erklärt sie die Multikulti-Gesellschaft als gescheitert, dort kann sie mit einem Mal dieselbe kaum noch erwarten und lässt mittels offenen Gesetzesbruchs unkontrolliert Hunderttausende ins Land.

Hier verlängert sie die Laufzeiten der Atomkraftwerke, dort stellt sie sich an die Spitze der Atomgegner und lässt die Meiler willkürlich abschalten. Das sind nur drei von unzähligen Beispielen. Sie scheint wirklich nur die Sprechpuppe des Imperiums zu sein und dessen Befehlen zu folgen. Obama sagt: „Yes, we can“, Merkel plappert peinlichst nach: „Wir schaffen das.“

Hoffnungen zerplatzen, die Wut steigt

Mit der Untergangskrise des Imperiums ist notwendigerweise auch der Untergang seiner Hilfstruppen verbunden. Seine Merkel-Regierung über Deutschland neigt sich dem blamablen Ende. Alle, die sich noch immer am Trog der Macht in der BRD durchfressen, ahnen, dass die guten Jahre für sie bald vorbei sind und langen nochmal ordentlich zu. Die etwas Schlaueren unter ihnen positionieren sich inzwischen für den unausweichlichen Machtwechsel. Andere versuchen umso aggressiver, das System mit Durchhalteparolen und dem „Kampf gegen Rechts“ zu retten, in dem sie gegen die aufsteigenden politischen Widerstandskräfte der Deutschen die letzten Partei-Reserven mobilisieren.

Gesetzesverschärfungen gegen die Meinungsfreiheit, für Antifa und Genderwahn sind ihr klägliches Mittel. Die Hütte brennt! Landes -und Kommunalpolitiker schreien angesichts der strömenden Migrantenmassen bei den Brandstiftern um Hilfe. Richter, Staatsanwälte, Polizei und Armee sind wohl nach außen hin noch abwartend, bis der „Point of no return“ des Imperiums gekommen ist. Nicht wenige unter ihnen werden sich aber bereits im Stillen auf den kommenden Systemzusammenbruch und den ihm folgenden Politikwechsel vorbereiten. Es fehlt nur noch der zündende Funke.

Mit dem Imperium fallen Merkel, ihre Regierung und das gesamte Parteienkartell der Bundestagseinheitspartei Deutschlands. Dessen Maschinerie kann dann nicht mehr ausreichend geschmiert werden. Die Parteibasen der „Etablierten“ schwanken aller Orten. Hoffnungen zerplatzen noch schneller. Die Wut steigt bis in die Vorzimmer der Macht. Die Kellerleichen werden ausgebuddelt. Es kann nicht mehr lange dauern, dann ist das Heute Geschichte…