Tagträumer der Flüchtlingspolitik
Tagträumer der Flüchtlingspolitik

Tagträumer der Flüchtlingspolitik

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Die vielbeschworene „Wertegemeinschaft“ muss in Afrika für zukunftstragfähige Staaten sorgen. Die sich dort verdoppelnde Bevölkerung drängt nach Europa, schreibt Markus E. Wegner*.

Der ARD-„Propagandasprecher“ Rainald Becker neigt zum Fantasieren. Vielleicht sollte er öfter mal sein stickiges SWR-Studio verlassen und sich regelmäßig an die frische Luft begeben. Dort würde ihm vielleicht manches klarer werden. In seinem Kommentar in den ARD-Tagesthemen sprach Becker am 30. Juli 2015 im Zusammenhang mit der Flüchtlingsfrage in Deutschland doch tatsächlich von „Abschiebelagern“.

Von solchen Lagern jedoch sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Dabei wären sie für all diejenigen dringend notwendig, die nach dem Scheitern ihres Asylverfahrens untertauchen und fortan illegal in Europa leben. Denn so, wie wir jetzt vorgehen, machen wir uns schlicht lächerlich.

Die Reden der Tagträumer

Europa hat die Tore weit aufgetan. Für viele Asylanspruchsteller wohlmöglich viel zu weit. Und dabei gibt es immer noch welche, die behaupten, Europa wolle sich „abschotten“. Das ist Unsinn. Europas Grenzen sind derzeit nicht geschlossen, und innen schon gar nicht. „Abschottung“ hieße, die Boote der Flüchtlinge im Mittelmehr an ihre jeweiligen Küsten zurückzubringen. Nach schnellster Klärung der Asylgründe die sofortige Abschiebung durchzuführen, stellt auch keine „Abschottung“ dar.

Selbstredend braucht es in Deutschland bei offiziell rund 500.000 Flüchtlingen, wobei die heimlich Kommenden nicht mitgezählt sind, mehr Polizei, mehr Gesundheitsvorsorge, mehr Betreuer sowie mehr Dolmetscher. Und wer kann das bis hin zu welchem Umfang dauerhaft leisten? Ein Jahr, zwei, drei Jahre, oder weit länger? Die Büchse der Pandora zum vermeintlichen Schlaraffenland – das gar keines ist – ist fahrlässig geöffnet. Das Schließen dieser Büchse seitens der Tagträumer scheint ausgeschlossen. Sie faseln lieber was von „guter Flüchtlingspolitik“, ohne näher zu beschreiben, wie ein „Zusammenrücken“ aussehen soll.

Falsche Versprechungen

Markus E. Wegner / Quelle: privat

Markus E. Wegner / Quelle: privat

Afrikas Bevölkerung verdoppelt sich in den kommenden zwei Generationen und droht so völkerwandernd Europa zu überrennen. Dann hat niemand etwas davon. Falsche Versprechungen sind nicht nur töricht, sondern richten Schaden an.

Deshalb muss die vielbeschworene „Wertegemeinschaft“ in Afrika für nachhaltige und zukunftstragfähige Staaten sorgen. Das Unrecht liegt nicht in Europa, sondern wird vielfach in Afrika und anderen Teilen dieser Erde begangen. Dort ist zu handeln.

*Markus E. Wegner ist Verleger und Publizist. Er initiierte 1993 in Hamburg den ersten erfolgreichen Einzug einer Wählervereinigung in ein bundesdeutsches Landesparlament, war Mitglied der  CDU, gründete die Statt Partei und war bis zum Bremer Parteitag Mitglied der AfD.