Politik soll Internet sicher machen
Politik soll Internet sicher machen

Politik soll Internet sicher machen

„Handeln Sie Frau Bundeskanzlerin!“, forderte der Branchenverband der deutschen IT-Sicherheitsindustrie TeleTrustT auf der Veranstaltung zu seinem 25jährigen Bestehen.

Es müsse endlich Verantwortung übernommen werden. Gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Staat und Politik seinen vonnöten. Der „Runde Tisch IT-Sicherheit“ sei ein guter Anfang gewesen. Doch nachdem Ideen entwickelt wurden, sei es nun an der Zeit, Taten folgen zu lassen. Die Forderungen, die Prof. Norbert Pohlmann, Vorstandsvorsitzender des TeleTrusT, auf der Jubiläumsveranstaltung des Bundesverbands kundtat, richteten sich direkt an die Politik und nahmen dabei insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Visier.

Hintergrund der Forderungen sind die Risiken durch Cyberwar und Wirtschaftsspionage. Spätestens seit der NSA-Affäre diskutiert die Öffentlichkeit IT-Sicherheitsrisiken. Diese sind durch Schadsoftware zum Ausspionieren oder Abhören, durch Betrug per Mail oder kriminelle Delikte mittels gestohlener Identitäten in der heutigen Zeit allgegenwärtig. Nur die Politik, die eine mehr oder weniger abwartende Haltung zur derzeitigen Situation einnimmt, scheint wenig mitdiskutieren zu wollen.

Hohe Verluste durch Wirtschaftsspionage

Der Wirtschaft sitzen 50 Milliarden Euro Schaden im Nacken, die laut Bundesministerium jährlich der Wirtschaftsspionage zugerechnet werden. Ein Stachel, der umso mehr schmerzt, wenn man die Politik tatenlos wähnt. Laut TeleTrustT sind die Risiken der Cyberkriminalität zudem nicht nur auf einen Angriff auf die Privatsphäre der Bundesbürger und deren Portemonnaies beschränkt.

Cyberwar sei dem Branchenverband zufolge zudem eine neue Methode, politische Ziele umzusetzen. Zusätzlich angreifbar mache sich die Gesellschaft auch durch den Umstieg auf alternative Energien, der mit einem Anschluss der Stromnetze an das Internet einhergehe. Die Ankündigung einer Bedrohung ist aus der Perspektive eines Interessenvertreters für die IT- Sicherheitsindustrie sicherlich etwas scharf formuliert.

Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz

Die Gefahren durch Cyberkriminalität sind dennoch nicht zu unterschätzen und auch die Forderung nach einer Erhöhung des Sicherheitsniveaus ist berechtigt. Gänzlich untätig blieb die Politik bisher jedoch nicht. Methoden, dem Stand der Technik entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen, hat beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt. So sollen die IT-Grenzschutz-Kataloge Fragen zur Informationssicherheit beantworten und Interessierten Hilfsmittel zur Umsetzung an die Hand geben.

Unternehmen können sich zudem die Sicherheit ihrer IT-Infrastruktur gemäß ISO 27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz bescheinigen lassen. Eine Möglichkeit, die beispielsweise der deutsche Hosting-Provider Strato für seine Server Systeme in Anspruch nimmt. Das Unternehmen, das mittlerweile 100prozentige Tochter der Deutschen Telekom ist, hostete noch vor zehn Jahren einen Großteil des deutschen Internets nahezu im Alleingang und gilt auch heute noch als zweitgrößter Hoster Europas nach United Internet.