Händler erwarten gutes Börsenjahr

Handelssaal der Frankfurter Börse / Quelle: Wikipedia/Urheber Dontworry Handelssaal der Frankfurter Börse / Quelle: Wikipedia/Urheber Dontworry
Zu den wichtigsten Faktoren gehört die Geldpolitik der Notenbanken. Wegen fehlender Anlagealternativen dürfte Überschussliquidität am Aktienmarkt investiert werden,  schreibt Tim Schieferstein, Geschäftsführer der Fondsvermittlung24.de Geschlossene Beteiligungen GmbH.

 

Das neue Börsenjahr 2014 hat begonnen, sodass sich nun die Frage nach den Perspektiven im kommenden Jahr stellt. Gerade die vergangenen zwei Jahre mit teils zweistelligen Kurszuwächsen sorgen mitunter für Unsicherheit, ob die Aktien-Hausse auch weiter anhalten kann. Mit Blick auf die weiter expansive Geldpolitik der Notenbanken sowie die leichte wirtschaftliche Erholung in Europa und den USA sind die Aussichten jedoch sehr positiv.

Die Geldpolitik der Notenbanken

Zu den wichtigsten Faktoren im neuen Jahr gehört zweifelsfrei die kommende Geldpolitik der Notenbanken. In den vergangenen Monaten haben sowohl die Fed in den USA wie auch die EZB in Europa die Leitzinsen auf historische Tiefststände gesenkt, um so die Geldversorgung der Wirtschaft sicherzustellen. Gleichzeitig startete die US-Notenbank ein bisher noch nie dagewesenes Anleihekaufprogramm, bei dem täglich Anleihen im Wert von 85 Milliarden US-Dollar pro Monat angekauft werden. Auch wenn der Umfang der Anleihekäufe kürzlich auf nur noch 75 Milliarden US-Dollar reduziert wurde, stellt die Fed damit den größten Einzelkäufer für US-Staatsanleihen dar und ist damit zum wichtigsten Refinanzierer der USA geworden.

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Durch diesen enormen Umfang an US-Anleihen wird es der Fed auch in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren nicht möglich sein, aus der Defizitfinanzierung auszusteigen, sodass die Geldpolitik weiterhin nach heutigem Vorbild erfolgen wird. Auch in Europa wird die EZB die Niedrigzinspolitik weiter fortsetzen. Mit einem neuen Maßnahmenkatalog soll zudem erreicht werden, dass die Kreditaufnahme insbesondere in den Südstaaten weiter voranschreiten wird. Diese ging im vergangenen Jahr nämlich um vier Prozent zurück, was weitere Investitionen und damit einen weiteren Konjunkturschub verhindern könnte.

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Wirtschaftliche Erholung stellt sich positiv dar

Die oben genannte expansive Geldpolitik der Notenbanken hat also dafür gesorgt, dass neue Investitionen angeschoben und die Wirtschaftsleistung insgesamt verbessert wurde. Auch für das kommende Jahr sehen Wirtschaftsexperten die Entwicklung positiv und gehen von höheren Wachstumszahlen aus im vergangenen Jahr aus.

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Mit einem Wachstum von 1,8 Prozent in Deutschland und 3,6 Prozent weltweit ist eine leichte konjunkturelle Erholung erkennbar, die für einen weiteren Anstieg der Aktienkurse spricht. Um die Konjunktur weiter zu stützen, plant die EZB in den kommenden Wochen die Vorlage eines neuen Maßnahmenplanes, zu dem auch die Ausstattung der Europäischen Investitionsbank mit neuen Mitteln gehört. Sie soll nach dem Vorbild der KfW in Deutschland zinsgünstige Kredite an Unternehmen vergeben und so für eine neue Wirtschaftsdynamik sorgen.

Die Aktienkurse profitieren von der Wirtschaftserholung

Von der aktuellen wirtschaftlichen Erholung konnten die Aktienmärkte im vergangenen Jahr bereits deutlich profitieren. Damit verbunden ist allerdings ein Anstieg der Bewertungen, was etwa am KGV zu beobachten ist. Dennoch, so zeigen Vergleiche mit früheren Jahren, ist das KGV noch immer deutlich von ehemaligen Höchstständen entfernt. Zugleich konnten viele Unternehmen im DAX im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hohe Gewinne erzielen, die die Bewertung zusätzlich rechtfertigt.

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Neben den Aktienmärkten konnten aber auch die Anleihemärkte profitieren, wodurch hier allerdings eine Blase entstanden ist, die im kommenden Jahr abgebaut werden könnte. Insbesondere die Tatsache, dass mit Bundesanleihen eine Rendite erwirtschaftet wird, die geringer ist als die aktuelle Inflation, wird dafür sorgen, dass Anleger vermehrt in andere lukrativere Wertpapiere wie Aktien investieren, was für zusätzliche Impulse sorgen wird.

Welche Aktien 2014 profitieren könnten

Obwohl die Aktien-Hausse im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Gewinner verzeichnete, konnten noch nicht alle Aktienwerte von der Entwicklung profitieren. Vor allem Unternehmenswerte aus dem Süden Europas blieben noch hinter der Entwicklung zurück und weisen daher enorme Kurspotenziale auf.

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Anhand dieser Grafik wird deutlich, dass es vor allem die Aktien aus Spanien, Italien oder Frankreich sind, die im kommenden Jahr bei einer möglichen Aktien-Hausse profitieren können. Die Grundlagen einer solchen Hausse, nämlich die Versorgung der Märkte mit ausreichend frischem Kapital, bleiben aufgrund der wohl anhaltenden Geldpolitik der Notenbanken bestehen. Die Überschussliquidität wird daher aufgrund fehlender Anlagealternativen nach wie vor am Aktienmarkt investiert. Hinzu kommen mögliche Rotationen vom Anleihe- in den Aktienmarkt, da hier attraktivere Renditen möglich sind. Hieraus entwickelte sich in der Vergangenheit nicht selten eine Eigendynamik, denn steigende Aktienmärkte sorgen für Zuversicht bei den Unternehmen, für ein weitere Investitionsbereitschaft und hieraus folgende höhere Gewinne.

Fazit

Im neuen Jahr 2014 spricht vieles dafür, dass es ein sehr gutes Börsenjahr wird und Anleger hohe Gewinne erzielen können. Vor allem die Tatsachen, dass das historisch niedrige Zinsumfeld erhalten bleibt, die expansive Geld- und Fiskalpolitik fortgesetzt werden und die Weltkonjunktur eine Belebung erfährt, werden für steigende Kurse und attraktive Renditen sorgen.

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