Die Börsen stehen vor dem Absturz

Das Platzen der Spekulationsblase ist der dritte Akt eines globalen Dramas, an dessen Ende die Neuordnung des Weltwährungssystems stehen wird, schreibt CLAUS VOGT*.

Am vergangenen Wochenende fand in München die diesjährige Edelmetallmesse statt. Trotz der schlechten Stimmung an den Rohstoffmärkten kamen 7.000 Menschen in die Event-Arena. Viele der Besucher kamen mit der Frage, wie es mit Gold und Silber weitergehen wird.

In meinem Vortrag „Das große Bild spricht eindeutig für Gold“ habe ich meine Sicht der Dinge dargelegt. Sollten Sie nicht unter den Zuhörern gewesen sein, dann können Sie sich die Präsentation zu meinem Vortrag unter www.krisensicherinvestieren.com herunterladen.

Endphase einer zweijährigen Baisse   

Könnte es einen besseren Platz und eine bessere Zeit für den Start eines antizyklischen und konträren Börsenbriefs geben als die diesjährige Edelmetallmesse? Wohl kaum. Denn Gold und Silber befinden sich in der Endphase einer zweijährigen Baisse, während sich an den Aktien- und Rentenmärkten spektakuläre Spekulationsblasen gebildet haben.

So fiel der Startschuss für Krisensicher Investieren also zur rechten Zeit am rechten Ort, und die Reaktionen waren entsprechend positiv. Antizyklisch gesehen, könnte die Zeit kaum besser sein für diese unabhängige, kritische und konträre Publikation. Denn im Rahmen der großen Krisenspirale, die mit der Aktienblase Ende der 90er Jahre begonnen hat, zeichnet sich immer deutlicher der baldige Beginn der nächsten gewaltigen Abwärtswelle ab. Vor allem die steigenden Zinsen an den Rentenmärkten interpretieren wir als wichtiges Signal für eine Trendwende. Warum?

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Wenn die Blase platzt

Wenn diese Blase platzt, werden die Folgen gravierend sein

Unter der Führung der Fed haben die Zentralbanken in den vergangenen Jahren eine Spekulationsblasen-Ökonomie geschaffen, die alles bisher Gesehene weit in den Schatten stellt. Im Zentrum dieser Blase stehen die Rentenmärkte, die volkswirtschaftlich sehr viel wichtiger sind als die Aktien- oder die Immobilienmärkte. Die Fehlsteuerung, die durch jahrelange Nullzinspolitik und Quantitative Easing stattgefunden hat, ist gewaltig. Entsprechend gravierend werden die Folgen des Platzens dieser Blase sein.

Das Platzen dieser allumfassenden Spekulationsblase sehen wir als den dritten – und hoffentlich letzten – Akt eines geld- und staatsschuldenpolitisch verursachten globalen Dramas, an dessen Ende die Neuordnung des Weltwährungssystems stehen wird: Entweder freiwillig durch letztlich doch noch einsichtig gewordene (Geld-)Politiker oder erzwungenermaßen durch einen Zusammenbruch des Finanzsystems.

Gefahr aus der Politik

Die Politik bedroht Ihr wirtschaftliches Wohlergehen – handeln Sie jetzt

Es stehen uns also sehr spannende Zeiten bevor. Sie selbst können jetzt die Weichen richtig stellen. Dabei erweist sich das von Roland Leuschel und mir in unseren Büchern Das Greenspan Dossier (2004) und Die Inflationsfalle (2009) gezeichnete große Bild in weiten Teilen tatsächlich als die Blaupause, der sowohl die Geld- als auch die Staatsschuldenpolitik folgen. Unsere im Greenspan Dossier formulierte Hoffnung, mit unseren Büchern eine Veränderung zum Positiven bewirken zu können, hat auf dieser Ebene also nicht stattgefunden.

Die Parole ist klar: Als Anleger müssen Sie sich bis auf Weiteres vor den Folgen dieser Politik schützen. Gleichzeitig dürfen Sie sich aber auch auf extrem attraktive Kaufgelegenheiten freuen. Denn die Geschichte zeigt, dass sich im Verlauf aller großen Krisen extrem attraktive Kaufgelegenheiten ergeben. Das wird dieses Mal nicht anders sein. In Krisensicher Investieren werden wir Sie dabei unterstützen, diese Chancen zu erkennen und beherzt zu nutzen.

Geld mit Verfallsdatum   

„Währungshüter drohen mit Minussätzen“, so stand es diese Woche in der Presse, nachdem EZB-Chefvolkswirt Peter Praet die Möglichkeit von Minus-Zinsen angedeutet hat. Wir haben diese geldpolitische Maßnahme bereits im Greenspan Dossier thematisiert und damals scherzhaft von Joghurt-Geld gesprochen, das heißt von Geld, das mit einem Verfallsdatum versehen wird. Denn bei Minuszinsen werden die Anleger ihr Geld wohl nicht freiwillig bei der Bank belassen, sondern unters Kopfkissen legen. Um diese Reaktion zu verhindern, werden die Bürokraten das Geld mit einem Verfallsdatum versehen oder strenge Kapitalverkehrskontrollen einführen müssen.

Tatsächlich befürchten wir inzwischen mehr als je zuvor, dass Politiker und ihre Zentralbankbürokraten vor gar nichts mehr zurückschrecken werden, um den Status quo und ihre von ihm abhängenden Posten und Pöstchen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Auch nicht vor Joghurt-Geld. Und schon gar nicht vor „Sonderabgabe“ oder „Einmalsteuer“ genannten Raubzügen.

Letzteres hat der IWF in seiner umfassenden Studie „Taxing Times“ (Zeit für Steuererhöhungen) im Oktober dieses Jahres ins Spiel gebracht. Dabei weisen die Autoren darauf hin, dass die Geschichte viele Beispiele für diese Methode der staatlichen Haushaltssanierung kenne. Wichtig sei es, groß angelegte Sonderabgaben überraschend einzuführen, damit Sparer, Anleger und Immobilienbesitzer keine Chance hätten, sich der Maßnahme zu entziehen, das heißt ihr Eigentum vor dem Zugriff des Staates zu schützen.

Giftschrank der Enteignungspolitik

Wir halten diese Publikation für sehr wichtig. Wir werden den vom IWF geöffneten Giftschrank der Enteignungspolitik ausführlich besprechen. Es gab einmal eine Zeit, da galt der Schutz des Eigentums vor räuberischen Übergriffen als die Kernaufgabe des Staates. Was aber tun, wenn die Räuber den Staat übernehmen?

Für den Ökonomen Hans-Hermann Hoppe ist Demokratie der Wettbewerb der Gauner. Ich sehe es etwas differenzierter: Nur eine Demokratie in Kombination mit beliebig vermehrbarem Geld führt zwingend zu einem Wettbewerb der Gauner. Ein seriöses Währungssystem hingegen zwingt die Politik zu seriösem Wirtschaften. Dann bleiben die Gauner außen vor.

Claus Vogt / Foto: Privat

Claus Vogt / Foto: Privat

*Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. 2004 schrieb er zusammen mit Roland Leuschel das Buch “Das Greenspan Dossier”. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.