Medienkrise? Reicht den Chefredakteuren die Gläser!

Dieses Video ist ein zeitgeschichtliches Dokument: Auf den Hamburger Elbterrassen feierte eine Krisen geschüttelte Branche. Nur ein Reporter störte...

Auf der Titanic spielte das Orchester auch noch, als der Eisberg schon zum Greifen nah war. Die Medienbranche ist längst schon auf den Eisberg aufgelaufen, ihre riesigen Dampfer sind leck geschlagen und liegen mit schwere Schlagseite in der tosenden See. Zeitungen wie die Financial Times Deutschland und die Nachrichtenagentur dapd sind bereits gesunken, anderen Blätter kämpfen verzweifelt ums Überleben. Doch weder Verleger noch Chefredakteure scheint dies die Feierlaune verdorben zu haben.

Sie trafen sich dieser Tage an einem warmen Sommerabend  zur „Hamburger Nacht der Medien“ auf den Hamburger Elbterrassen. Das Buffet war reichhaltig, gekühlter Schampus brachte die Gäste in Stimmung, von Krise schien keine Spur. Bis der Reporter des NDR-Magazins „Zapp“ auftauchte und schlechte Laune verbreitete.

„Sind Sie in Feierlaune, Herr Aust?“, fragte er den früheren Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust. Und als der antwortete „Ja, das bin ich eigentlich immer, von morgens bis abends“, setzte der Reporter nach: „Gibt es denn irgendwas zu feiern? Ist doch irgendwie Krise.“

Darauf Aust: „Wieso Krise? Wunderbares Wetter. Unheimlich gute Location, wie man neuerdings sagt. Ist ordentlich Bewegung im Mediengeschäft, ist doch wunderbar.“

So geht es weiter in diesem wirklich sehenswerten Video von einer denkwürdigen Veranstaltung über eine untergehende Branche.

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