Jeder Einzelne haftet mit seinem Geld für diese Politik

Der Raubzug wird auf Zypern fortgesetzt. Und keiner sollte glauben, dass er davonkommt. Die Bundesregierung weiß seit Zensus 2011 über den Vermögensstand der Eigenheimbesitzer gut Bescheid. Verlässliche Zahlen, mit denen sie kühl rechnen kann...

 

Die Zyprioten stellen zähneknirschend fest, dass nicht sie, sondern der Staat bzw. Brüssel Herr über ihr Vermögen ist. Diese Enteignung zeigt deutlich, dass in der EU nicht nur Privatvermögen mit einem Handstreich gestohlen werden kann. Auch die indirekten Besitztümer der Bevölkerung wie Energieversorgung und Infrastruktur werden zu ihren Lasten verschachert. Wer glaubt, dies betreffe nur Südeuropa, der singt dieses Lied der Schulden nicht zu Ende.

Das Parlament in Zypern fürchtet sich vor einer Einigung über die Art und Weise der Enteignung, die dem EURO-Rat zugebilligt wurde. Die Banken haben bis zum heutigen Mittwoch geschlossen, um sicher zu gehen, dass die Bürger nicht an ihr Geld kommen. Sie sollen nicht an ihren Besitz kommen! Einfach so.

Bereits im Januar – da noch mit einer kommunistischen Partei an der Spitze – erbat Zypern Hilfe, um die „maroden“ Banken zu retten. Diese wurde jedoch nicht gewährt. Parteiübergreifend war man sich in Deutschland darüber einig, russisches „Schwarzgeld“ nicht retten zu wollen.

Parteiübergreifend war dies glatt gelogen. Nicht, weil die Banken nun doch gerettet werden, sondern weil das Vorschieben der „Schwarzgeld“-Verschmähung nur verdeckte, dass mit der damaligen kommunistischen Regierung kein Geschäft zu machen war. Denn der Präsident lehnte eine Privatisierung von Staatseigentum zu Gunsten internationaler Konzerne strikt ab. GEOLITICO schrieb damals „Der Raubzug soll in Zypern fortgesetzt werden.

Nach den Wahlen in Zypern Ende Februar gab es schließlich den gewünschten Regierungswechsel. Mit den Konservativen an der Macht wurden die Schleusen für einen weitergehenden Raubzug geöffnet. Neben der Privatisierung wie z.B. der Energieversorgung steht also nun die Enteignung an. Und es ist völlig unerheblich, wie viel Eigentum nun der Bürger abgeben muss. Er muss.

Damit ist eine Linie überschritten worden, die zu Angst um Hab und Gut und entsprechend einem Bankrun in Griechenland, Spanien und Italien führen könnte. Das wäre der Crash und das Ende der gemeinsamen Währung, weitere Folgen wären unkalkulierbar. Allein, dass diese Gefahr grob missachtet wird, lässt über die Ziele der EURO-Politik absolut nichts Gutes vermuten.

Die dunklen Wolken dieser Politik haben auch längst Deutschland erreicht – nur lässt man sich lieber blenden von Aussagen wie: „Hier kann das nicht passieren.“ oder „Das lässt sich überhaupt nicht vergleichen.“, „Deutschland ist das coolste Land der Welt!“

Deutschland ist mit über 2.000 Milliarden verschuldet (bei wem wohl?), dazu bürgen wir – also jeder Einzelne – mit unserem Privatvermögen für alle beschlossenen Rettungspakete. Unsere Regierung weiß seit Zensus 2011 über den Vermögensstand der Eigenheimbesitzer gut Bescheid. Verlässliche Zahlen, mit denen man kühl rechnen kann.

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Über Björn Kügler

Björn Kügler ist freier Schreiber. Auf GEOLITICO beschäftigt er sich vornehmlich mit gesellschafts-politischen und sicherheitspolitischen Themen. Kontakt: Webseite | Facebook | Twitter | Weitere Artikel