Jogi Löws Zukunft beim DFB ist noch immer offen

Fußbalstadion Fußballstadion / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/publikum-trib%C3%BCne-menge-spiel-1866738/
 

Jogi Löw hat es aufgrund seiner Erfolge durchaus verdient, als DFB-Coach weiterzumachen. Wovon es abhängt, wie lange er seinen Job noch machen darf. 

Nach der blamablen 0:6-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Spanien wurden die Rufe nach einer Entlassung des von Bundestrainer Jogi Löw immer lauter. So kündigte auch der deutsche Fußballbund (DFB) an, in einer Sitzung über die Zukunft Löws bei der Nationalmannschaft zu diskutieren. Es wurde berichtet, dass im Vorstand des DFBs ein Machtkampf ausgebrochen ist und die verschiedenen Lager unterschiedlicher Meinung über Löws Zukunft sind.

Während DFB-Präsident Fritz Keller den Vertrag des Bundestrainers nach der EM, die in den Sommer 2021 verlegt wurde, auflösen wollte, möchten seine Gegner, dass Löw seinen Vertrag, der bis zur WM 2022 in Katar läuft, erfüllt. Auf Letzteres einigte sich das Gremium.

Langer Abwärtstrend

Löw arbeitet seit 2004 für den DFB und trug maßgeblichen Anteil an der guten Leistung des DFB-Teams bei der WM im eigenen Land. Als Co-Trainer unter Jürgen Klinsmann war er für die Taktik der Nationalmannschaft verantwortlich und somit ein Garant für das Sommermärchen 2006. So war die Beförderung des inzwischen 60-Jährigen zum Cheftrainer keine große Überraschung.

Dass er als Hauptverantwortlicher das Team in einem Turnier erfolgreich coachen kann, zeigte die Europameisterschaft 2008. Hier drang das DFB-Team bis ins Finale vor. Das erste große Turnier Löws als Chefcoach war nur der Auftakt zu einer sehr erfolgreichen Zeit. In den Folgejahren konnte das Nationalteam sein Image als Turniermannschaft weiter festigen und spielte bei den großen Wettbewerben immer um den Sieg mit.  Der Höhepunkt der Zeit Löws bei der Nationalmannschaft war ohne Zweifel der Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014.

Seit dem großen Titelgewinn ist bei der Nationalmannschaft ein Abwärtstrend zu erkennen. Schon das klägliche Ausscheiden bei der WM in Russland 2018 zeigte, dass das DFB-Team nicht mehr zur internationalen Spitze gehört. Auch für die europäischen Titelkämpfe 2021 werden andere Nationalteams deutlich höher eingeschätzt.

Müller, Hummels und Boateng zurückholen?

Die Kritik an Löw ist durchaus berechtigt. Zwar hat er in den letzten Jahren viele junge Spieler an das Nationalteam herangeführt, doch blieben die Erfolge bei den großen Turnieren und auch in der Nations League aus. Dabei wird ihm neben mangelnder Flexibilität in der Taktik besonders die Ausbootung der arrivierten Spieler Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng angekreidet. Die Spieler wurden 2018 völlig überraschend als zu alt erklärt und warten seitdem vergeblich auf die Chance, erneut im DFB-Dress auflaufen zu dürfen.

Zwar muss man Löws Rückgrat loben, doch könnte an Abweichen von seiner harten Stellung ihm dabei helfen, seinen Job über 2022 hinaus zu behalten. Der Ruf nach Spielern wie Hummels und Müller wird immer lauter, da diese Spieler in Topform sind und dem DFB-Team als Führungsspieler und Kommunikatoren auf dem Platz sehr weiterhelfen könnten.

Wegen der vergangenen Erfolge hat es Löw durchaus verdient, als DFB-Coach weiterzumachen. Wie lang er den Posten noch ausüben darf, hängt maßgeblich von der Euro 2021 ab. Dringt das DFB-Team bei den Kontinentalmeisterschaften nicht mindestens ins Halbfinale vor, ist damit zu rechnen, dass bei der WM in Katar 2022 ein anderer Bundestrainer an der Seitenlinie stehen wird.

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