Die „Friedensstifter“

Manoever Kampfjets / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/blue-angels-marine-pr%C3%A4zision-1008310/ Manoever Kampfjets / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/blue-angels-marine-pr%C3%A4zision-1008310/
 

Die USA beginnen die größten Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Drehscheibe ist Deutschland. Eine aggressive und unkalkulierbare Provokation gegen Russland.

Die USA planen in diesem Frühjahr ihre größten Manöver auf europäischem Boden seit Ende des Kalten Kriegs. 20.000 US-Soldaten sollen im April und Mai nach Europa geschickt und über Belgien und die Niederlande per Bahn und Binnenschiffen quer durch Deutschland nach Polen und an die Nato-Ostflanke zu dort schon stationierten 17.000 Nato-Truppen transportiert werden. Logistische Drehscheibe werde Deutschland sein.1  – Eine aggressive Provokation gegen Russland, die leicht einen erneuten Krieg in Europa auslösen kann. Soll nach zwei Weltkriegen Deutschland endgültig vernichtet werden? Angelika Eberl zeigt nachfolgend Zusammenhänge auf. (Herbert Ludwig)

 

Ein Gastbeitrag
von Angelika Eberl

 

„Die führenden Persönlichkeiten arbeiten an der Zerstörung Europas;
diese führenden Persönlichkeiten ersinnen als ein Stück ihres
„Friedenswerkes“ etwas, aus dem Maßnahmen hergeleitet werden,
welche zu der wirtschaftlichen Zerstörung die völlige seelische
Selbstvernichtung des deutschen Volkes herbeiführen sollen.“
1a
                                                                                                Rudolf Steiner

Die führenden Persönlichkeiten der Siegermächte des Ersten Weltkriegs sorgten dafür, dass Deutschland im Versailler Diktat die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zugeschoben wurde. Dies hatte weitere Maßnahmen zur Folge, die zur Zerstörung Deutschlands führten, wie im vorangegangenen Artikel dargestellt wurde. Doch der Prozess der Zerstörung Deutschlands ist offenbar noch nicht beendet – man kann vielmehr beobachten, dass er sich gegenwärtig tatsächlich zu einem Prozess der Selbstzerstörung wandelt.

Am 7. November 2019 – zwei Tage vor dem „Schicksalsdatum“ der Deutschen, hielt die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Bundeswehr-Universität München eine Grundsatzrede. Sie sprach von der „russischen Aggression“ in der Ukraine und der „Annexion der Krim“, dem weltweiten Terrorismus und den „machtpolitischen Aufstieg Chinas“, der mit einem „Herrschaftsanspruch“ einhergehe. Sie sagte:

„Es besteht breite Übereinstimmung, dass Deutschland angesichts der strategischen Herausforderungen aktiver werden muss. […] Ein Land unserer Größe und unserer wirtschaftlichen und technologischen Kraft, ein Land unserer geostrategischen Lage und mit unseren globalen Interessen, das kann nicht einfach nur am Rande stehen und zuschauen. Nicht einfach nur abwarten, ob andere handeln, und dann mehr oder weniger entschlossen mittun, oder auch nicht mitzutun. […] Unsere Partner im Indo-Pazifischen Raum – allen voran Australien, Japan und Südkorea, aber auch Indien – fühlen sich von Chinas Machtanspruch zunehmend bedrängt. Sie wünschen sich ein klares Zeichen der Solidarität. […] Wir sind die Handelsnation, die von internationaler Verlässlichkeit lebt.
Wir sind neben China führend in der internationalen Containerschifffahrt – und auf freie und friedliche Seewege angewiesen. […] Denn natürlich hat Deutschland wie jeder Staat der Welt eigene strategische Interessen, z.B. als global vernetzte Handelsnation im Herzen Europas.2

Wieder in den Krieg

Die in diesem Ausschnitt behauptete „breite Übereinstimmung“ besteht nicht. Umfragen aus jüngerer Zeit beweisen, dass die große Mehrheit der Deutschen keine Bundeswehr-Einsätze im Ausland will.3 Aber was die Bevölkerung will, zählt offenbar nicht. Danach appellierte sie an das schlechte Gewissen: „unsere Partner wünschten sich ein klares Zeichen der Solidarität.“ Das ist Verdummung, denn es besteht kein Militärbündnis mit Australien, Japan, Südkorea und Indien. Diese Länder sind zwar Handelspartner, aber keine militärischen Verbündeten. Außerdem ist auch China unser Handelspartner. Doch mit dem Satz, Deutschland habe „natürlich eigene strategische Interessen“ lässt sie die Katze aus dem Sack. Damit ist unverblümt ausgesagt, dass Krieg als Mittel zur Durchsetzung von „Interessen“, also Handelsinteressen oder sonstiger „Interessen“ zulässig sei. Das ist aber nicht der Fall, denn das UNO-Gewaltverbot besagt eindeutig, dass internationale Konflikte ohne Gewalt gelöst werden müssen. Außerdem fordert das deutsche Grundgesetz, dass die Bundesrepublik Deutschland einen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten muss.

Wenn man bedenkt, dass es noch im Jahre 2003 „die größte Demo aller Zeiten“ gegen den Irak-Krieg gegeben hatte, bei der „Millionen Menschen… auf die Straße gegangen“ waren, wie die Frankfurter Allgemeine damals schrieb4, dann stellt diese Rede von Frau Kramp-Karrenbauer einen weiteren Dammbruch für die Ziele der transatlantischen Falken dar, denn endlich, nach so vielen Jahren unermüdlicher Indoktrination, haben sie einige politische Entscheidungsträger in Deutschland soweit gebracht, dass diese bereit sind, in künftigen Kriegen deutsche Bodentruppen in weit entfernte Auslandseinsätze zu entsenden, „bei denen getötet und gestorben wird“, wie eine Moderatorin sich schon am 24.10.2019 in einer Fernsehsendung ausdrückte. Immerhin sage die CDU-Politikerin ehrlich, „was alle meinen, wenn sie sagen, Deutschland solle mehr Verantwortung in der Welt übernehmen.“ 5

Kramp-Karrenbauers Vorstoß kommt nicht aus heiterem Himmel. Von transatlantischen Kreisen und ihren Medien wurde das friedliebende deutsche Volk jahrzehntelang bearbeitet, um es allmählich für Auslandseinsätze bereitzumachen.

Anlässlich des Zweiten Golfkriegs 1990 gab es in Deutschland heftige Proteste und Demonstrationen. Der Spiegel brachte damals am 28.1.1991 einen Artikel mit dem Titel: „Nie mehr Täter sein“ heraus: „Als er sich am vergangenen Mittwoch endlich zum Krieg am Golf äußerte, setzte es erst mal Prügel für die Friedensfreunde auf Deutschlands Straßen: Bei manchen Marschierern bestürze ihn, so Kohl, ´die moralische Gleichgültigkeit, die krasse Verdrehung der Tatsachen und das bewußte Aufpeitschen von Emotionen`. … Doch weil sich die Kampierer vor amerikanischen Konsulaten niederlassen, weil immer wieder ´Kein Blut für Öl` skandiert wird und ´Amis raus aus Saudi-Arabien`, sind Israelis, Amerikaner und Briten verstört: ´Viele, vor allem die Jungen, sehen nicht die Parallelen zwischen dem deutschen Angriff auf Polen 1939 und der irakischen Besetzung Kuweits 1990″, monierte die Financial Times`.“ 6

Keine Frage, dass Iraks Diktator Saddam Hussein damals der Aggressor war. Dennoch verdient die Vorgeschichte Beachtung: Hussein hatte sich zuvor beklagt, dass Kuweit und die Vereinigten Arabischen Emirate sich nicht an die vereinbarten OPEC-Förderquoten gehalten hätten, was dem Irak Milliardenverluste verursache. Kuweit würde außerdem schräg unter der Landesgrenze irakische Ölfelder anbohren. Iraks Präsident Hussein sagte am 25. Juli 1990 zur US-Botschafterin April Glaspie, dass es nicht akzeptabel sei, dass Kuweit den Preis für Erdöl tief halte und auf Kosten des Irak sein Territorium ausgeweitet habe. Glaspie antwortete darauf: „… Wir haben keine Meinung zu den innerarabischen Konflikten wie dem Grenzkonflikt mit Kuweit … Wir hoffen, dass Sie das Problem mit den Ihrer Meinung nach passenden Mitteln lösen können.“ Ramsey Clark, der ehemalige US-Justizminister unter Präsident Johnson glaubt, dass Glaspie damit dem irakischen Diktator eine Falle gestellt hatte.7

Der breite Widerstand damals zeigt, dass viele Deutsche – obwohl sie die näheren Umstände nicht kannten – dennoch das richtige Gefühl hatten, dass es hier primär um Öl und imperiale Machtinteressen ging. Dennoch sah sich Wolf Biermann veranlasst, diese Friedensfreunde in einem Artikel der ZEIT vom 1. Februar 1991 zu schmähen:  „Damit wir uns richtig missverstehen: Ich bin für diesen Krieg am Golf.“ 8

Acht Jahre später, am Abend des 24. März 1999 begann der ordinäre, völkerrechtswidrige Angriffskrieg der NATO auf Serbien – und Deutschland war dabei. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, der grüne Außenminister Josef Fischer, der neue Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der abtretende Außenminister Klaus Kinkel (FDP) und auch der abtretende Verteidigungsminister Volker Rühe CDU sprachen sich für eine Kriegsbeteiligung aus und verkauften sie, unter Einsatz von Phrasen und Lügen, als „humanitären“ Einsatz. Die deutschen Massenmedien unterstützten dies mit verlogener Kriegspropaganda, wie der Dokumentarfilm des WDR mit dem Titel: „Es begann mit einer Lüge“ darstellt.9 Deutschland war zum unkritischen Erfüllungsgehilfen imperialistischer US-Politik geworden.

Dies war wie der Wegfall einer wirksamen Schranke. Zwei Jahre später, nach den Anschlägen des 11. September 2001, rief der damalige US-Präsident George W. Bush den NATO-Bündnisfall aus und forderte einen Auslandseinsatz der Verbündeten in Afghanistan. Der Angriff auf Afghanistan ab dem 7. Oktober 2001 war ein illegaler Angriffskrieg ohne UNO-Mandat.

Doch als es 2003 wieder unter einem Vorwand gegen Saddam Hussein gehen sollte, regte sich Widerstand in Deutschland. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung brachte am 16. Februar 2003 den Artikel heraus: „Die größte Demo aller Zeiten.“

„Welttag des Protestes: Millionen Menschen sind am Samstag auf die Straße gegangen, um gegen einen Irak-Krieg zu protestieren. Die Berliner Kundgebung wurde zur größten Friedensdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik.“ 10

Die Bundesregierung unter Gerhard Schröder nahm damals an diesem Krieg gegen den Irak nicht teil. Doch die damalige Oppositionspolitikerin Dr. Angela Merkel lehnte diesen „Alleingang“ entschieden ab und berief sich auf die Predigt des evangelischen Bischofs Wolfgang Huber im Berliner Dom vom 11. September 2002 – und diese Predigt hat es in sich. Es hat Wirkung, wenn an einem hoch traumatischen Datum, wie dem 11. September, ein Bischof in einer Predigt die Worte der Bergpredigt benutzt. Er sagte, die Worte „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden“ würden oft als Aufforderung verstanden, Unrecht einfach hinzunehmen. Doch das sei ein Missverständnis. Es gehe Jesus, dem Bergprediger, nicht darum, Gewalt und Unrecht passiv hinzunehmen. Beides zu überwinden, sei das Ziel. „Selig sind die Friedensstifter – nicht die Friedfertigen also, sondern die Friedensverfertiger. Das ist die entscheidende Botschaft der Bergpredigt. Ein Jahr nach dem 11. September ist unserer Welt zu wünschen, dass es zu einer Achse des Friedens kommt. Denn auch der Frieden lässt sich in einer globalisierten Welt nur noch global sichern.“ 11

Mit diesen Worten hat Bischof Huber Angela Merkel das Stichwort geliefert, das Wort „Friedensstifter“ in jenem Sinne auszulegen, dass die Demokratie-liebenden Staaten sich zusammentun müssten, um einen Diktator zu bestrafen, der mit „9/11“ gar nichts zu tun hatte! Und wenn man bedenkt, wie der sogenannte „War on Terror“ inzwischen den ganzen Nahen Osten in Flammen gesetzt hat, dann werden die Worte „Friedensstifter“ und „Achse des Friedens“ in diesem Zusammenhang zu grausamen Phrasen.

Zwei Tage später, am 13. September 2002 sagte Angela Merkel in ihrer Rede im Bundestag, die Globalisierung verlange von uns, über das Verhältnis von innerer und äußerer Sicherheit neu zu denken. Beide seien nicht zu trennen, und beide könnten wir für unsere Länder nur durchsetzen, wenn wir eine Allianz der Staaten dieser Welt, die Demokratie und Freiheit wollen, bildeten, und nicht Alleingänge in Deutschland machten. „Und am 11. September haben wir alle in einem beeindruckenden Gottesdienst im Berliner Dom der Opfer des 11. September gedacht. Bischof Huber hat gesagt: Selig die Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt – aus der Bergpredigt. Und er hat es uns ausgelegt…“ 12

Oppositionsführerin Dr. Angela Merkel hielt also den damaligen US-Präsidenten, George W. Bush und den britischen Premier Tony Blair mit ihrer Allianz der Willigen für „Friedensstifter“ im Sinne der Bergpredigt. Aber der Frieden wurde nicht gestiftet und es war für vernünftige Menschen schon damals absehbar, dass der Frieden nicht mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und Bomben gesichert würde. Heute, sechzehn Jahre später, versinkt der Irak immer noch in Chaos und Gewalt, der Frieden wurde nachhaltig zerstört.  Beachtenswert sind die Karriereschübe, die Huber und Merkel bald darauf hinlegten: Bischof Wolfgang Huber wurde 2003 Ratsvorsitzender der EKD und Dr. Angela Merkel wurde 2005 deutsche Bundeskanzlerin.

Die Friedensdemonstration hatte allerdings Wirkung gezeigt – doch die Kriegsfalken gaben sich nicht geschlagen. Neue Vorstöße kamen: Am 22. Mai 2010 ließ der damalige Bundespräsident Horst Köhler verlauten, Deutschland „müsse mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen.“ 13 Dies galt damals noch als Tabubruch.
Vier Jahre später, am 31. Januar 2014, eröffnete Bundespräsident Joachim Gauck die 50. Münchner Sicherheitskonferenz mit einer Rede, in der er praktisch „mehr Verantwortung“ Deutschlands in der Welt forderte. 14 Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reagierten positiv auf Gaucks Rede. 15

Medien unterstützten die neuen deutschen Hardliner. Ein weiteres Beispiel dafür ist ein Artikel vom 10.1.2016 in der Berliner Morgenpost, in dem Wolfgang Ischingers und Josef Fischers Rolle beim Jugoslawien-Krieg positiv dargestellt wurde:

„Fischer stimmte, kaum im Amt, zu, dass erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten in einen Kampfeinsatz geschickt wurden. Deutsche Tornados bombardierten Belgrad mit dem Ziel, die serbische Regierung zum Einlenken zu zwingen. Gleichzeitig wurde ihr ein Friedensplan vorgelegt…. Und wohl auch kein Zufall, dass Ischinger als Staatssekretär seine Hände im Spiel hatte. Zudem hatte Fischer den Nicht-Grünen Ischinger befördert und damit zu seinem wichtigsten Mitarbeiter gemacht.“16

Nach Donald Trumps Wahlsieg biederte sich Wolfgang Ischinger am 11. November 2016 der neuen US-Regierung durch einen Artikel in der New York Times an, indem er schrieb:

Aber wo immer Mr. Trump hinschauen wird, er wird keine besseren Partner für die Arbeit finden, die strategischen Interessen der USA zu sichern und als Multiplikator für ihre militärische Macht zu dienen.” 17

Anfang 2018 hebt sich die Rede des britischen Generals Sir Nicholas Carter besonders markant hervor, damals der oberste Militär der britischen Armee. Am 22. Januar 2018 hielt er eine Rede beim Royal United Services Institute in UK. In dieser Rede warnte er vor Russland und forderte das, was Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede vom 7. November 2019 zu liefern bereit ist: Er forderte nämlich „Boots on the ground“, also Bodentruppen der NATO-Verbündeten.18

 „Nun werden wir immer auf der richtigen Seite stehen.“

Ab diesem Zeitpunkt verstärken sich auch die medialen Kampagnen in diesem Sinne. Am 8.6.2018 gab US-NATO-Botschafterin Kay Hutchison ein Interview im Deutschlandfunk, in dem sie sagte: „Wir wünschen uns, dass Deutschland Führung übernimmt.“ Als größte Volkswirtschaft in Europa sei Deutschland das Land, das am meisten beitragen könne – und aus Sicht der USA deswegen auch eine Führungsrolle im europäischen Bündnis übernehmen sollte.
Die US Nato-Botschafterin meint also, Deutschland solle auch im Falle einer Konfrontation mit Russland eine führende Rolle übernehmen.

Kay Hutchinson kennt die deutsche Geschichte. Die Moderatorin wies sie auf die belastete Vergangenheit hin. Doch Hutchison entschuldigte die Deutschen. Deutschland sehe leider noch nicht, dass es über seine Vergangenheit hinausgewachsen sei und dass es heute „demokratisch“ und ein „Wächter der Demokratie“ sei. Sie glaube, dass sich Europa eine deutsche Führungsrolle wünsche, weil Deutschland so erfolgreich aus seiner dunklen Geschichte herausgekommen sei und die Wiedervereinigung geschafft habe. Es gäbe keinen Grund, warum Deutschland nicht die Führungsrolle in Europa innehaben sollte, aber das bedeute auch, dass man in der Lage sein solle, sich selbst zu verteidigen.19

Dass dies für Deutschland die Vernichtung bedeuten würde, wird nicht gesagt. Zwei Monate später, am 11.8.2018, gab Wolfgang Ischinger dem Tagesspiegel ein Interview, in dem er folgende, bemerkenswerte Aussage machte: „Als deutscher Botschafter in den USA habe ich gerne gesagt: In der Geschichte haben wir Deutschen oft auf der falschen Seite gestanden. Nun werden wir immer auf der richtigen Seite stehen.“ 20

Er denkt, man mache immer alles richtig, wenn man nur auf der Seite des Westens stehe? Angesichts der bisher beschriebenen Tatsachen, dass die Eliten der Briten und der USA anderen Staaten schon öfters auch „Pandora-Büchsen“ geschenkt und durch Fallenstellen Schachmatt gesetzt haben, eine absolut hirnlose Bemerkung. Man denke nur an die Fallen und Täuschungen, die Saddam Hussein, Adolf Hitler und den Deutschen beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestellt wurden.

Am 5. Mai 2019 drängte US-Botschafter Richard Grenell Deutschland zu  höheren Rüstungsausgaben.21 Bald darauf, angesichts der dubiosen Vorfälle um den britischen Tanker im Persischen Golf im Sommer 2019, können sich gleich drei Deutsche vorstellen, dass Deutschland „mehr Verantwortung übernimmt:“ Am 26. Juli gibt Karl-Theodor zu Guttenberg dem CNBC ein Interview zum Thema22, zwei Tage darauf drängt Wolfgang Ischinger auf deutsche Beteiligung an einer EU-Schutzmission im Golf.23 Und auch Grünen-Chef Habeck zeigt sich am 3.8.2019 offen für einen solchen Einsatz.24

Am 5. September 2019 attestierte der Präsident der Berliner Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Karl-Heinz Kamp, im “Cicero” China einen „Griff nach der Welt“ und behauptet, „dass der Aufstieg Chinas dramatische Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Europa haben“ werde. „Langfristig werden die großen europäischen Staaten allerdings, sofern sich der weltpolitische Aufstieg Chinas auch militärisch immer deutlicher realisieren wird, nicht darum herumkommen, in einem dritten Schritt ihrerseits Fähigkeiten zur weitreichenden Machtprojektion vor allem im maritimen Bereich aufzubauen. Das gilt nicht nur aus der Perspektive der Nato, sondern auch aus der Sicht der EU, wenn diese ihrem eigenen Anspruch des „global players“ gerecht werden will.“ 25
Das klingt wie eine Blaupause für die Rede der Verteidigungsministerin vom 7. November. Doch schon vorher machte sie am 21. Oktober 2019 einen Vorstoß, indem sie eine internationale Sicherheitszone in Nordsyrien forderte26, für den sie von Friedrich Merz27 zwei Tage und von Wolfgang Ischinger drei Tage später gelobt wird.28

Und am 29. Oktober meldet sich dann noch Wolfgang Schäuble zu Wort. Im Tagesspiegel heißt es:  „Schäuble fordert stärkeres militärisches Engagement Deutschlands. Der Bundestagspräsident will Deutschlands Bündnisfähigkeit stärken: Wolfgang Schäuble rückt vom Parlamentsvorbehalt ab und plädiert für eine Syrien-Schutzzone.“ Es gebe durchaus Unterstützung in der Bevölkerung für mehr deutsche Verantwortung, betonte der Bundestagspräsident. ´Eine Mehrheit will, dass Deutschland sich nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch die seiner Verbündeten und bei der Terrorismusbekämpfung engagiert`.“ 29  

Dieser Satz ist die Unwahrheit, wie die oben angeführten Umfragen zeigen.3 Man sieht, welch massive Kampagne von diesen relativ wenigen, prominenten Politikern vor der Grundsatzrede der Verteidigungsministerin stattgefunden hat – eine Kampagne, die von den Medien begleitet wurde – bis hin zu Talkshows bei Maybritt Illner, bei denen auch Sigmar Gabriel, mittlerweile Vorsitzender der Atlantikbrücke, in diesen Tenor einstimmt.30

Am 8. November 2019, also einen Tag vor dem „Schicksalstag“ der Deutschen, hielt dann, als Krönung des Ganzen, die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Rede vor der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, in der sie sagte: “Europa muss auch die Sprache der Macht lernen.” Die sogenannte ´Soft power` reiche heute nicht mehr aus, wenn sich die Europäer in der Welt behaupten wollten. “Das heißt zum einen, eigene Muskeln aufbauen, wo wir uns lange auf andere stützen konnten – zum Beispiel in der Sicherheitspolitik.” Die EU brauche mehr militärische Fähigkeiten. Zum anderen müsse sie die vorhandene Kraft stärker nutzen, um europäische Interessen durchzusetzen. 31

Fazit

Folgender Schluss ist daraus zu ziehen: Die transatlantischen Hintergrund-Mächte drängen sehr stark, dass Deutschland – und womöglich alle EU-Staaten – künftig das Leben ihrer Soldaten für die Wirtschaftsinteressen der westlichen Interessen  einsetzen sollen. In einem Artikel bei KenFM zitiert der Historiker Wolfgang Effenberger den Stabschef General Omar N. Bradley mit seiner Aussage vom 20. Juli 1949 vor dem Kongress:

„Erstens werden die Vereinigten Staaten mit den strategischen Bombenangriffen betraut …‚ denn die erste Priorität in der gemeinsamen Verteidigung ist unsere Fähigkeit, Atombomben zu transportieren. Zweitens wird die Kriegsmarine der Vereinigten Staaten und der westlichen Seemächte die Hauptseeoperationen, einschließlich des Schutzes der Seewege, durchführen. Die Westeuropäische Union und die übrigen Staaten werden die Verteidigung der eigenen Häfen und Küsten übernehmen. Drittens sind wir der Meinung, dass der Hauptteil der Landstreitkräfte aus Europa kommen sollte.“

Der Hauptteil der Landstreitkräfte soll aus Europa kommen. Das muss man zusammenhalten mit der, ebenfalls in Effenbergers Artikel zitierten Aussage des General a.D. Gerd Schmückle, ehemaliger stellvertretender NATO-Oberbefehlshaber, der die neuen Interventionsziele der NATO auf den Punkt brachte: „Letzten Endes entscheiden die Interessen der Vereinigten Staaten darüber, wo interveniert wird. Alles dreht sich um die Ökonomie. Wo gibt es Öl, wo sind die zukünftigen Ölquellen?“ 32

Es geht also nicht um „eigene strategische Interessen“ Deutschlands oder der EU, wie Kramp-Karrenbauer behauptet, sondern um die Interessen der Vereinigten Staaten. Das Schockierende an der Formulierung von Kramp-Karrenbauers Rede vom 7. November 2019 ist, dass die rechtliche, völkerrechtliche und grundgesetzliche Frage gar nicht gestellt wird.
Die deutsche Bundeswehr ist nicht dazu da, um Interessen durchzusetzen. Und schon gar nicht ist sie dazu da, um die Interessen des Imperiums USA durchzusetzen. Außerdem: Von China und Russland geht überhaupt keine Gefahr aus. So sieht es jedenfalls Oberstleutnant a.D., Jochen Scholz.33  

Dass Krieg als Mittel zur Durchsetzung egoistischer Handelsinteressen oder anderer Interessen zulässig sei, wird von Frau Kramp-Karrenbauer in aller Öffentlichkeit postuliert. Ist ihr denn nicht klar, dass sie damit den Vorwand liefert, diese Rede später einmal so zu behandeln, wie einige bewusst missverstandene Reden von Kaiser Wilhelm II. behandelt wurden? Ist ihr nicht klar, dass diese Rede später als Beleg für die angebliche deutsche  Kriegslust dienen kann – obwohl 73 Prozent der Deutschen heute keinen Krieg wollen? Man muss doch die Frage stellen: Was heißt das, dass so ein unverblümter, rein auf Interessen sich beziehender Vorstoß von einer Deutschen kommt?

Dass dieser Vorstoß mit transatlantischen Kreisen abgesprochen ist, das erscheint, bei Betrachtung der in diesem Essay geschilderten Kampagnen ziemlich sicher – auch, dass eine Frau das machen sollte. Aber erkennen Frau Kramp-Karrenbauer und all die anderen deutschen Transatlantiker, die sie unterstützen, denn nicht, dass sie damit in eine Falle laufen – wie tumbe deutsche Entscheidungsträger schon früher in sorgfältig präparierte Fallen der Angelsachsen getappt sind? Es ist deshalb eine Falle, weil Deutschland eben nicht so einfach – „wie jeder Staat der Welt“ „strategische Interessen“ kriegerisch einfordern kann, denn Deutschland liegt in der Mitte Europas und hat die meisten Nachbarn. Ein Land mit so vielen Nachbarn kann sich Krieg nicht erlauben, weil die Gefahr viel zu groß ist, dass ein mächtiger, außereuropäischer Kriegsgegner ein Nachbarland als Verbündeten gegen Deutschland gewinnen könnte – und dann wäre Deutschland wieder einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt.

Um alle Deutschen wieder und weiterhin in ein geistiges Schuldgefühl-Gefängnis bannen zu können, das bisher Deutschland jahrzehntelang so erfolgreich helotisiert hat, brauchen diejenigen, die hinter dem Vorhang agieren, unbedingt eine Kriegsbeteiligung Deutschlands an einem künftigen großen Krieg. Und wenn den Hintergrundmächten gar ein Weltkrieg mit deutschen Beteiligung gelänge, dann würde das den Grund liefern, ein für alle Mal mit den Deutschen Schluss zu machen – wenn sie nicht durch Atomschläge bereits physisch verschwunden sind.

Wie gewaltig muss doch die Indoktrination gewisser deutscher Eliten sein, dass sie diese Gefahr nicht sehen?

 

Anmerkungen:

1    welt.de 7.10.2019
1a  R. Steiner, Aufsätze über die Dreigliederung des Sozialen Organismus, Dornach 1982, S. 146.
2    bmvg.de 7..11.2019
3    Siehe u.a.: stern.de 2003; focus.de 2014; zeit.de 2015; welt.de 2018
4    faz.de 16.2.2003
5    zdf.de 24.10.2019
6    spiegel.de 28.1.1991
7    Daniele Ganser: Illegale Kriege, Zürich 2016, S.210-211.
8    zeit.de 1.2.1991
9    nachdenkseiten.de 26.4.2016 mit Link zur WDR-Dokumentation.
10  Wie Anm. 4
11  ekd.de
12  youtube.com, Zitat ab ca. 7:07
13  deutschlandradio.de 22.5.2010
14  bundespräsident.de 31.1.2014
15  deutschlandfunkkultur.de 14.2.2014
16  morgenpost.de 10.1.2016
17  nytimes.com 12.11.2016
18  youtube.com; Teilübersetzung nachdenkseiten.de
19  deutschlandfunk.de 8.6.2018
20  tagesspiegel.de
21  spiegel.de 5.5.2019
22  https://www.youtube.com/watch?v=JVDsOEY7tCA
23  zeit.de 28.7.2019
24  welt.de 3.8.2019
25  cicero.de 5.9.2019
26  spiegel.de 21.10. 2019
27  spiegel.de 23.10.2019
28  spiegel.de 24.10.2019
29  tagesspiegel.de 29.10.2019
30  zdf.de 17.10.2019
31  tagesschau.de 26.11.2019
32  kenfm.de 5.12.2019
33  soundcloud.com

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26 Comments
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heinss
8 Monate her

Wie gewaltig muss doch die Indoktrination gewisser deutscher Eliten sein, dass sie diese Gefahr nicht sehen? Sind das denn wirklich deutsche Eliten oder eher Eliten in Deutschland? Die unterschwellig aufgeworfenen Fragen fügen sich nahtlos ein wenn man bedenkt, daß die öffentliche Bloßstellung der als Fallen bezeichneten Vorgänge ein Faß der Pandora ins Blickfeld rücken würde. In der Tat hat Deutschland eine Schlüsselstellung dafür, dies (und die generelle Mentalität – [lieber zu arbeiten als zu rauben]) prädestinieren es als Anker für die Schachzüge derer, die die Dinge betreiben. Kurzsichtig, wie die Macht-(Militär?)Politik jenseits des Teichs betrieben wird hat es diese zugelassen… Read more »

dragaoNordestino
8 Monate her

Es geht also nicht um „eigene strategische Interessen“ Deutschlands oder der EU, wie Kramp-Karrenbauer behauptet, sondern um die Interessen der Vereinigten Staaten.

Erstaunlicher Artikel…. da wird doch tatsächlich versucht, Deutschland und auch die EU als Opfer dar zu stellen…. So ist dies aber nicht…

die werte-westliche Welt, würde ohne die Raubzüge quer über den Planeten, welche dauernd in Ressourcenkriege münden, gar nicht so existieren können, wie Sie es zur Zeit tut.

Dass da nur das US-Schreckens-Imperium davon profitieren soll ist, ist ein netter völkisch aufgeblasener Witz…. und kann nicht mal im Ansatz Ernst genommen werden.

vier
vier
Reply to  dragaoNordestino
8 Monate her

@drachen: „…Raubzüge quer über den Planeten, welche dauernd in Ressourcenkriege münden…“ Na ja, wie man den sehr sauber recherchierten Artikel findet, kommt wohl -wie fast bei Allem- auf den eigenen Standpunkt an- auf jeden Fall ist der Artikel erstklassig informativ. Bis vor kurzem galt im Mainstream : Der elende „Nationalismus“ sei an allen großen Kriegen schuld- daher auch die weltweite Überproduktion an „teutschen“ NAZIS- auch dort wo keine sind…. Heuer setzt sich „langsam“ eine andere Erkenntnis durch- es ist nicht der Nationalismus an sich, war es im Grunde nie, obwohl kräftigst missbraucht- es ist der Wille zur Macht & die… Read more »

waltomax
waltomax
8 Monate her

Der völkische Impuls “Deutschland als Opfer der Geschichte”, so sehen wir uns gerne. Doch ist wahr, dass auch wir “einen Platz an der Sonne” wollten. Das Spiel hieß und heißt nach wie vor “Kolonialismus”, auch wenn man heute “von den Märkten” spricht. Wir Deutsche waren nur nicht smart genug und zu plattfüßig, den angloamerikanisch – zionistischen Winkelzügen zu folgen. Diese Dummheit teilen wir mit den Russen. Russland und Deutschland ließen sich immer wieder gegeneinander ausspielen. Und nun plärren wir herum, weil wir in dem perfiden Spiel die Verlierer sind. Was uns fehlt, das ist ein Diplomat der Klasse Otto v.… Read more »

vier
vier
Reply to  waltomax
8 Monate her

Vor- und Rückschläge zum Genügen: “Und nun plärren wir herum, weil wir in dem perfiden Spiel die Verlierer sind.” “Aber man kann nie verlieren, was man nie gehabt hat” Martin Heidegger (M.H.) Also haben sie was verloren? “Widerstehen wir dem völkisch – vaterländischen Impuls, geschichtlichen Revisionismus betreiben zu wollen.” “Solange dich das Treiben noch anekelt, bist du ihm gegenüber nicht frei.” M.H. Oder: Warum alte Windmühlen wie ein Don Quijote bekämpfen? Die Kraft des Faktischen tut’s auch… “Gehen wir auf die Russen zu und handeln eine Agenda aus, die beide Länder zusammenbringt. Und das so dauerhaft wie möglich. Und nehmen… Read more »

waltomax
waltomax
8 Monate her

Der Tabubruch der Woche: Legitimer Widerstand Besetze Völker entwickeln meistens Widerstand gegen Besatzer. Dazu gehört vor allem, Feinde nicht als Freunde zu betrachten und entsprechend zu bezeichnen. Unsere “verbündeten Spießgesellen” sind in Wahrheit natürlich unsere Feinde, sämtliche bei uns stationierten ausländischen Truppen sind nichts anderes als Besatzer. Zu jeder Art von Gewalt gegen Deutsche oder zulasten Deutscher bereit. Deutschland als eurasische Drehscheibe für den kontinentalen Aufmarsch zu betreiben, ist ein Kriegsakt. Denn dies wird von der Mehrheit des Deutschen Volkes sicher nicht mitgetragen, auch dann, wenn es devote Verräter und Satrapen in der Politik gibt. Zudem setzt uns dies der… Read more »

waltomax
waltomax
8 Monate her

https://www.youtube.com/watch?v=L3QXZwf4Cxc

hubi stendahl
hubi stendahl
8 Monate her

Es sollte jedem klar sein, dass einem solch gigantischen “Abenteuer” wie dieser Aufmarsch durch Deutschland als Transitland, eine lange Planungszeit vorausgeht. im vorliegenden Fall fiel der Startschuss in 2015. Also zu einem Zeitpunkt, wo es die aktuelle Regierung in den USA noch nicht gab. https://augengeradeaus.net/2015/08/gebremste-nato-eingreiftruppe-flaschenhals-deutschland/ Es geht dabei um einen von den Militärs in 2015 festgestellten “Flaschenhals”, der in Deutschland hinsichtlich der Transitzeiten amerikanischer Truppen durch die BRD erkennbar wurde, um nach Osten vorzustoßen. 4 !/2 Jahre Vorlauf ist dem politischen Hin und Her geschuldet. Die Planungsarbeiten begannen so um 2017 bei der NATO. Immerhin mussten 16 Staaten koordiniert werden.… Read more »

waltomax
waltomax
Reply to  hubi stendahl
8 Monate her

@nanu Hubi, etwas rosig gesehen, oder? Lesen Sie doch mal auszugsweise das Schweizer Papier über Zivilverteidigung. Hier besonders die Ausührung zur Rolle der Presse, die zugunsten der Besatzer aktiv ist: “Zwei jüngere Schriftsteller und eine Journalistin stehen in einem großaufgezogenen Schauprozeß vor den Schranken eines Gerich-tes der Besetzungsmacht. Sie hatten vor der Besetzung zu den Avantgardisten gehört und eu ropäischen Ruf genossen. Da sie die Zustände in der Schweiz oft zynisch glossiert hatten, schrieb man ihnen Sympathien zur Ideologie der jetzigen Besetzungsmacht zu. Nach der Besetzung hatte der Kulturkommissär der Besetzungsmacht versucht, die zwei Schriftsteller und die bekannte Journalistin vor… Read more »

Argonautiker
Argonautiker
8 Monate her

Natürlich bringt die Globalisierung einen Kampf um die darin neu entstehenden Positionen mit sich. Tendenziell teile ich den Gedanken des Artikels, im Detail sehe ich jedoch heutzutage die Triebkraft nicht mehr in irgendeinem Staat, auch nicht in den USA, sondern in einer überstaatlichen Finanzelite. Daß das Angloamerikanische die Deutschen schon öfter in eine Falle gelockt hat stimmt, aber heute gibt es Fallensteller, die das Nationale längst verlassen haben, aber aus deren Deckung heraus agieren. Es sind die Geldflüsse der Zentralbanken, die heutzutage die Staaten gegeneinander zwingen, und sollten sie nicht die Globalisation im Sinne der Finanzindustrie vorantreiben, eben in einem… Read more »

heinss
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8 Monate her

Chapeau

Friedolin
Friedolin
8 Monate her

@ waltomax “Wir SIND besetzt…” Hat das alles nur mit den “anderen” zu tun, ist man in der Rolle des ohnmächtigen Zuschauers oder hat ist man damit auch selbst gemeint? Gibt es zwei Welten, eine äußere, die hier im Blog immer wieder gut analysiert und kommentiert wird, und eine innere Welt, die Gefühls- und Gedankenwelt des einzelnen Menschen? Als Baby ist der Mensch mit sich selber – verständlicher: mit seinem Selbst – verbunden, dann lernt er die “Welt” kennen und verliert immer mehr diese Verbindung. Daher sind Babies so erfrischend und Erwachsene wirken oft kopflastig und niedergedrückt von ihren Problemen.… Read more »

Skyjumper
Skyjumper
8 Monate her

Die meisten Artikel und Kommentare zu diesen Thema sind zu stark von einen bereits bestehenden Grundsatzurteil geprägt. Zudem neigen viele dazu die Geschichte zwar zu sehen aber, statt sie als Parallele zu sehen, lediglich linear fortzuschreiben. Man sollte sich meiner Meinung nach bewußt machen, dass Deutschland selbstverständlich HEUTE einen gewissen Platz im globalen Gefüge einnimmt. Selbstverständlich haben wir Interessen die es zu wahren gilt. Oder alternativ müssen wir bereit sein zukünftig mit deutlich weniger zufrieden zu sein. Was gleichfalls eine, neue, Interessenvertretung erforderlich machen würde. Wie man es auch dreht und wendet: Ein Staat der Größe Deutschlands wird immer Interessen… Read more »

vier
vier
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8 Monate her

“Was würde es bedeuten wieder einmal auf der falschen Seite zu stehen?”- Na dann-siehe Deagel-Liste: Sind aber leider nur unverbindliche Hochrechnungen, quasi ohne Garantie… Aber es geht auch anders: Deutschland schafft sich ab, Murksel rüstet auf und der “Militärisch Industrielle Komplex (MIK)” sichert innovativ C02-reduzierende Arbeitsplätze (in der Hölle) während die Lobby den DAX in den Himmel schießt- und wir schaffen das – alternativlos und wenn doch nicht, war’s der Russe oder Oma, die alte “Umweltsau” …-quasi immer der Schwächste ist dran …und die Atomraketen vom Russen sind doch nur “alt”- das alte Atom ist genauso schlapp, wie Oma… und… Read more »

Argonautiker
Argonautiker
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8 Monate her

@Skyjumper “Die beiden Versuche Deutschlands selbst zum Hegemon zu werden sind grandios gescheitert.” Deutschland dürfte nie versucht haben, selbst Hegemon zu werden, sondern Deutschland wurde vom Hegemon verleitet sich vom Hegemon zu lösen, während es vom Hegemon benutzt wurde den Osten zu unterwerfen, was dann gescheitert ist. Leider trifft genau dieser Vorgang auch heute wieder zu, nur vergrößert. Über Deutschland wird der größte Teil der EU gegen den Osten positioniert, und es steht zu befürchten, daß, wenn Deutschland diese Rolle annimmt, es wieder, wie im Leitartikel geschildert, verraten und verkauft würde, weil es eben im Finanzgeschäft nur eine untergeordnete Rolle… Read more »

heinss
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8 Monate her

sehe ich eben in einer Abkehr vom Herrscherprinzip hin zur echten Kooperation
Die aber gegenüber dem Herscherprinzip benachteiligt, i.e. diesem gegenüber anfällig ist.

Argonautiker
Argonautiker
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8 Monate her

@ heinss Wissen Sie das Weibliche ist dem Männlichen physisch auch unterlegen, aber die Schöpfung bringt es mit sich, daß sie das Leben in den Schoß des Weiblichen, des physisch schwächeren aber psychisch stärkeren gelegt hat. Ginge es im Leben ausschließlich um die eigenen physischen Interessen, dann hätte die Schöpfung das Leben in den physisch stärkeren Teil gelegt. Hat sie aber nicht. Warum? Wenn Sie die Entwicklung also nur kurzfristig und physisch betrachten, dann ist es so wie Darwin es beschrieb, daß Stärkere und besser Angepasste setzt sich durch und überlebt. Betrachten sie das Gleiche langfristig, dann entwickelt sich das… Read more »

Skyjumper
Skyjumper
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8 Monate her

@Argonautiker “Deutschland dürfte nie versucht haben, selbst Hegemon zu werden, sondern Deutschland wurde vom Hegemon verleitet sich vom Hegemon zu lösen,…” Das sehe ich ein wenig anders. Für mich beginnt der Versuch auch bereits früher als Sie ihn verorten. Nämlich mit der Reichsgründung 1871. Was war Deutschland denn zuvor? Ein loser Haufen von König- und Fürstentümern. Erst die Reichsgründung rief (nach sich aktuell vertiefender Geschichtsforschung) das britische Empire auf den Plan den befürchteten Rivalen wieder loszuwerden. Und zu damals, wie auch zu Heute, muss man darüber hinaus ganz salopp feststellen, dass andere uns zwar die Mohrrübe vor die Nase halten… Read more »

Argonautiker
Argonautiker
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8 Monate her

@Skyjumper Sie haben recht ich verortete den Vorgang der Verführung Deutschlands durch den Hegemon, während der letzten Weltkriege. Wenn man 1871 mit einschließt ist es jedoch nicht viel anders, denn auch dann gab es seitens der Deutschen eigentlich keine nennenswerte Versuche über das deutschsprachige hinaus Macht jenseits der Kooperation zu generieren. Auch 1871 suchte man lediglich das deutschsprachige zu Einen um dem Imperialisten Großbritannien etwas entgegen zu setzen. Wahrscheinlich fühlte man sich durch die 100 Jahre früher stattgefundenen Unabhängigkeitskriege der USA gegenüber GB dazu ermutigt. Aber ich mag ihnen trotzdem zustimmen, jeder weitere Sieg über die bloße Verteidigung hinaus, nähert… Read more »

edmundotto
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8 Monate her

Sie gehen in Ihren Ausführungen von einem souveränen Staat BRD aus – ich denke, da liegt ein Mißverstehen vor. Der sog. 2plus4-Vertrag ist aus juristischer Sicht kein Friedensvertrag. Bislang haben weder Russland noch die “Westmächte” einen Friedensvertrag mit der BRD abgeschlossen. Aus dem Überleitungsvertrag der 50er Jahre sind wesentliche Bestandteile gültig geblieben. 1. Verbot des Anspruchs auf den Abzugs der alliierten Truppen ( vor Abschluß eines Friedensvertrages) – 2. das Verbot von Referenden zu militärpolitischen Fragen . 3. Eine Beschlußfassung über wesentliche Veränderungen oder Entwicklungen einzelner Truppenteile, ohne sich vorab mit den Alliierten “abgesprochen” zu haben. In außen- wie auch… Read more »

Skyjumper
Skyjumper
Reply to  edmundotto
8 Monate her

@edmundotto Mal abgesehen davon dass ich Ihrer Aussage dass Deutschland nicht souverän sei nicht widersprechen werde, so liegt das m.E.n. weniger an den von Ihnen genannten 3 Punkten. Diese habe ich so nämlich bisher nicht recherieren können. Ja, es gibt natürlich Überbleibsel aus den Besatzungsstatuten. Aber soweit für Ottonormalverbraucher nachvollziehbar handelt es sich dabei nicht um die von Ihnen genannten Punkte. Diese finden sich viel mehr in den Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der NATO. Deutschland hat erhebliche Teile seiner durchaus bereits wieder vorhanden gewesenen Souveränität freiwillig bis pseudofreiwillig an die NATO und, in noch erheblicheren Umfang, an die EU abgetreten. Ein… Read more »

vier
vier
Reply to  edmundotto
8 Monate her

@edmundotto an Skyjumper: “Sie gehen in Ihren Ausführungen von einem souveränen Staat BRD aus – ich denke, da liegt ein Mißverstehen vor.” Mißverstehen? —oder WAS ? 2011 Wolfgang Schäuble : “Und wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen“. Ende November auf dem “European Banking Congress” in der Alten Oper in Frankfurt am Main. Zitat Horst Seehofer: “Diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt und diejenigen die gewählt werden haben nichts zu entscheiden” vom 20.05.2010 ARD bei Pelzig Oder General Komossa (ehem. Chef des MAD der Bundeswehr) und Egon Bahr, die detailliert zur… Read more »

Wayne Podolski
8 Monate her

Die Herren der Welt scheinen den technischen Fortschritt ein wenig verpasst haben, sonst wuerden sie bei ihren Sandkastenspielen nicht Panzer und Kanonen einsetzen wie vor 70 Jahren, also total Old School, sondern wuerden mit Oekostrom betriebene Kampfroboter gegeneinander antreten lassen.

Blindleistungsträger
Blindleistungsträger
8 Monate her

ZITAT: „Nun werden wir immer auf der richtigen Seite stehen.“

Allaussagen sind immer mit Vorsicht zu genießen, und diese spezielle gehört klar in die Kategorie: Aus der Geschichte überhaupt nichts gelernt.

Und ja, die Gefahr, dass Deutschland wieder in eine Falle der Angelsachsen tappt, sehe ich auch.

fred müller
fred müller
8 Monate her

Die Friedensstifter sind gerade wieder in der Crypto-Affaire aufgeflogen. Die Amis haben NULL Interesse an Frieden in der Welt – checkt das endlich !!

Kafka
Kafka
7 Monate her

Dieser dragaoNord… scheint nicht zu begreifen, von wem und in wessen Auftrag das alles geschieht. Seine ewig gleichen Pamphlete zu den bösen westlichen Staaten sind wenig hilfreich, die wahren Hintergründe zu erkennen, sie verschleiern sie nur. Ich empfehle zum grundsätzlichen Verständnis den Youtube-Film ENDGAME – die globale Versklavung und das Bücher “Fremdbestimmt”. Wer noch weiter lesen will, findet über Dtl einiges in “Fassadendemokratie und Tiefer Staat”.