Elitärer britischer Rassismus

Vor dem Ersten Weltkrieg gab es in England einen elitären Rassismus und Nationalismus, schreibt der Historiker Markus Ostrrieder in seinem Buch „Welt im Umbruch“.

Der Erste Weltkrieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr zum hundertsten Male jährt, wird allgemein treffend als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er zog die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges nach sich und bildet mit diesem in gewisser Weise eine Einheit. In den ungeheuren Veränderungen der Welt, die dadurch eingeleitet und herbeigeführt worden sind, leben wir alle noch heute. Es ist daher unabdingbar, sich mit der Vorgeschichte und den Hintergründen zu befassen, wenn man die nachfolgenden Ereignisse bis in die Gegenwart begreifen und bewusst gestaltend in sie eingreifen will.

Zu den vielen historischen Veröffentlichungen, die in diesem Erinnerungs-Jahr erschienen sind, hat sich eine weitere gewichtige Publikation des Münchner Historikers Markus Osterrieder gesellt: Welt im Umbruch, Stuttgart 2014[1]. Er geht neben der Nationalitätenfrage in Mitteleuropa eingehend den Vorstellungen und Plänen einer neuen Weltordnung nach, wie sie in elitären englischen Kreisen im Zusammenhang mit einer Weltherrschaft der englischsprechenden Völker schon Ende des 19. Jahrhunderts intensiv gepflegt worden sind. Diese Kreise sollten einen immer stärkeren Einfluss auf die englische Politik gewinnen. Einige wesentliche Forschungsergebnisse aus diesem Buch sollen hier betrachtet werden.

Upper Class als „Herrenrasse“

Osterrieder schildert, dass man in den gesellschaftlich führenden Kreisen Englands von der Ahnung erfüllt war, die Epoche des klassischen Imperialismus, in der Großbritannien sein Empire errichtet hatte, werde sich ihrem Ende zuneigen. So begannen einflussreiche Vertreter der britischen Oberschicht einige Jahre vor der Jahrhundertwende, sich „zu einer informellen, hinter den Kulissen des öffentlichen Lebens diskret wirkenden Gesinnungsgemeinschaft zusammenzuschließen, um der Entwicklung des Empire im 20. Jahrhundert eine neue Richtung zu weisen.“ Eine der zentralen Persönlichkeiten dieses Kreises war Alfred Milner (1854-1925), der im Laufe seines Lebens „Beziehungen zu vielen bedeutenden Menschen aus dem öffentlichen Leben des Empire“ knüpfte, „auf die er, zumeist suggestiv-unterschwellig, einen oftmals bestimmenden Einfluss ausübte.“ Er war später Gouverneur der Kapkolonie, Hochkommissar für das Südliche Afrika und mehrfach Minister im britischen Kriegskabinett.

Milner gehörte während seiner Studienzeit in Oxford zu einem Kreis junger Intellektueller, der 1873 gegründet worden war und unter der geistigen Schirmherrschaft von Arnold Toynbee (1852-1883), einem Onkel des gleichnamigen Historikers stand. Milner sagte über ihn:

„Ich war sofort von ihm verzaubert und bin es immer geblieben. Kein Mensch übte jemals auf mich dieselbe Faszination aus oder ließ mich wie er das Geheimnis der prophetischen Macht erkennen – jene Art von Einfluß, die zu allen Zeiten durch religiöse und moralische Inspriration ausgeübt wird“ (Zitat nach Osterrieder, S. 816).

Auch in Cambridge bestand ein entsprechender, von der gleichen Gesinnung erfüllter Kreis.Diese jungen Männer waren tief beeindruckt und bewegt „von den Vorlesungen des Schriftstellers und Kunsthistorikers John Ruskin (1819-1900), der prophezeit hatte, daß die ,großartige’ Tradition und Lebensweise der anglo-saxon Upper Class als ,Herrenrasse’ unweigerlich zum Untergang bestimmt sei, falls es nicht gelänge, ihre Vorstellungen und Werte in erzieherischer und eugenischer Form auf die unteren Klassen Britanniens und des Empire auszudehnen. Denn England sei zur Weltherrschaft vorherbestimmt. ,Noch sind wir nicht rassisch degeneriert, in uns fließt bestes nordisches Blut.’ Es sei eine Frage von Gedeih oder Verderb, dass England sich durch Kolonisierung jedes Stück Land einverleibe, auf das es seinen Fuß setzen könne, um die Macht Englands über Land oder See zu verbreitern. ,Aber es muss sein, es liegt an uns, jetzt: Herrsche oder sterbe!“  (S. 802, 803).

Zum Oxforder Freundeskreis zählten neben Toynbee und Milner Männer wie Albert Grey, der spätere Generalgouverneur von Kanada und der am Hofe und hinter den Kulissen sehr einflussreiche Reginald B. Brett (Lord Esher). Auch Cecil Rhodes, der spätere steinreiche Premier der Kap-Kolonie, betrachtete seit einem kurzen Studienaufenthalt in Oxford die Ideen Ruskins zeitlebens als Inspirationsquelle für sein Handeln.

Furcht vor einem Bürgerkrieg

Der Freundeskreis blickte mit Sorge auf die Lage des Industrieproletariats in Großbritannien, die, von Karl Marx schonungslos beschrieben, in ihren Augen einen kritischen Punkt erreicht hatte. Die unteren Schichten drohten auf das Niveau einer erbärmlichen, ungebildeten Masse herabzusinken, „die sich unweigerlich von revolutionären Leidenschaften mitreißen lassen und dadurch den Fortbestand des britischen Weltreichs gefährden würde.“ (S. 804)

Um das zu verhindern, glaubte man die soziale Frage „nur mit Hilfe von staatlich gelenkten sozialen Reformen und der Erziehung des Proletariats auf der Grundlage der traditionellen aristokratischen Werte von ,Freiheit, Gesetz, sozialem Dienst, Pflicht und Anständigkeit´“ lösen zu können. Toynbee glaubte, die Lösung sei in einem intervenierenden Wohlfahrtsstaat, in der „Gestalt eines korporatistisch-liberalen ,Staatssozialismus´“ zu finden. Ein solcher hätte nämlich den Vorteil, dass er die bestehende, ausgesprochen oligarchische Herrschaftsform (die Herrschaft einer Gruppe über die Allgemeinheit) nicht antaste (S. 816). (Da muss man ja unwillkürlich auch an den sozialen Wohlfahrtsstaat in Deutschland denken.)

Für Cecil Rhodes ließ sich ein blutiger Bürgerkrieg nur verhindern, wenn neues Land erworben werde, um die überschüssige Bevölkerung dort anzusiedeln und neue Warenmärkte zu erschließen:

„Wie ich schon immer gesagt habe, ist das Empire eine Brot- und Butter-Frage. Will man den Bürgerkrieg verhindern, muss man Imperialist werden.“

Für ihn war Imperialismus also nicht zuletzt ein Mittel, so Osterrieder, „um sozialen Druck abzubauen, um für die ángelsächsische Rasse´ ´Lebensraum´ in Form von Absatzmärkten und Siedlungsgebieten zu schaffen. Verwandte Gedanken glaubten in der Folge viele ´völkisch und ´national-sozialistisch´ Gesinnte auf deutsche Verhältnisse übertragen zu müssen. Tatsächlich besteht zwischen der Gedankenwelt der Liberal Imperialists des Britischen Empire (zu denen Milner und die meisten seiner Vorbilder und Freunde gehörten) und den Rasseideologen des deutschen Nationalsozialismus ein geistiges Band, das beispielsweise in der Person Houston Stewart Chamberlains (1855-1923) ein vermittelndes Gesicht erhält.“ (S. 804, 805)

„In jenen Jahren entstand Milners eigentümlich ´national-sozialistisch´ geprägtes, von einem aristokratischen Sendungsbewusstsein durchglühtes Weltbild, das davon zeugt, in welchem Maße er sich mit dem Problem der sozialen Polarität auseinandergesetzt haben muss.“ (S. 817)

Überleben der auserwählten „Rasse“

Seine Schriften enthielten Passagen, denen jeder Sozialist begeistert zustimmen würde, andere Stellen über Imperialismus und die Aufgabe des weißen Mannes hätten von einem reaktionären Tory geschrieben sein können. Milners Freund und Mitarbeiter William Stead sagte, dass Milner von der Sozialgesetzgebung Bismarcks tief beeindruckt gewesen sei, die staatliche Absicherungen für die Proletarier schuf, um die Herrschaft der preußischen Junker zu erhalten. Milner träumte „von einer Verschmelzung aller Angehörigen der ´angelsächsischen Rasse´ zu einer ´großen Familie, durch unauflösliche Bande mit verwandten Familien in anderen Teilen der Welt verknüpft.´ Dieses staatlich-nationale Gemeinwesen müsse unausweichlich sozialistische Eigenschaften entwickeln, allerdings nicht im Sinne der marxistischen Theorie.“ Es ging ihm aber „weniger um christliche Nächstenliebe und das Heil der ganzen Menschheit als vielmehr … um das Überleben der auserwählten ´Rasse´ und das Wohl des britischen Staatswesens im Daseinskampf. Man kann in diesen Gedanken durchaus Keime für Vorstellungen finden, wie sie später im deutschen Nationalsozialismus aufsprießen sollten, und viele Gefährten Milners zählten in den dreißiger Jahren konsequenterweise zu den Appeasers ( Beschwichtigern) von Hitler.“ (S. 818, 819)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden soziale Reformen zu einem bestimmenden Motiv der britischen Innenpolitik.

„Auffallend viele Vertreter dieser Bewegung beriefen sich dabei keineswegs auf die klassenkämpferischen Parolen und das materialistische Weltbild des Marxismus, sondern verbanden ihr Anliegen mit einem tiefen Interesse für die metaphysischen Hintergründe des irdischen Lebens, für okkultistische und spiritistische Phänomene, die seit 1852 immer mehr Menschen auf der britischen Insel in ihren Bann schlugen, da man sie nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der Entdeckung und Anwendung neuer Technologien wahrnahm. Bereits John Ruskin hatte wiederholt an den spiritistischen Séancen des amerikanischen Mediums Daniel D. Home teilgenommen und wurde später Ehrenmitglied der Society for Psychical Research (Gesellschaft für psychische Forschung). Der Schotte Robert Owen (1771-1858), der in seinen Fabriken in New Lanark vorbildliche Lebensbedingungen für die Arbeiter schuf, nannte den Spiritismus fünf Jahre vor seinem Tod ´eine große moralische Revolution (…), die für die menschliche Rasse gerade vollzogen wird.´ Auch viele Mitglieder der sozialistischen Fabian Society neigten zu okkultistischen Experimenten, wie etwa (die Schriftsteller) George Bernhard Shaw, Frank Podmore und vor allem Annie Besant, die nur wenige Jahre später Schülerin von Elena P. Blavatskaja wurde und ihr Leben fortan der Theosophie widmete.“ (S. 805, 806)

„Überlegenheit der angelsächsischen Gemeinschaft“

Alfred Milner war wie die meisten seiner Vorbilder und Freunde ein Vertreter der Liberal Imperialists oder auch Limps, die der festen Überzeugung waren, dass England seine Weltmission nur mit Hilfe seiner Kolonien erfüllen könne, die es deshalb zu erhalten gelte. Daher bekämpften sie den Führer der Liberalen Partei und mehrmaligen Premier William Gladstone, der die Kolonien allmählich in die Unabhängigkeit übergehen lassen und das Kolonialreich durch ein Freihandelssystem ersetzen wollte.

Auch der damalige Speaker (Vorsitzende) des Unterhauses und spätere Premier Arthur Balfour (1848-1930) gehörte zu den Kritikern von Gladstone; er betonte am 31. März 1893 im Unterhaus:

„Imperien wurden durch Konzentration und nicht durch Auflösung von Macht aufgebaut.“

Der Handel in den Kolonien müsse mit Herrschaft und staatlicher Kontrolle einhergehen. Der Streit führte schließlich 1885 zu einem Bruch in der Liberalen Partei, und der politische Einfluss der Gladstone-Leute schwand immer mehr.

„Die Anschauung breitete sich aus, dass eine Zeit angebrochen sei, in der nur noch große, wie auch immer zusammengeschlossene Weltreiche zählten, nicht jedoch Kleinstaaterei. Es sei selbstmörderisch, in einer Zeit der großen Unionen – Deutsches Reich, Italien, USA – über die Zerstückelung des Empire zu diskutieren. Wenn man die Kolonien ziehen lasse, würden die USA die Führung der englischsprechenden Völker übernehmen – so schrieb der bekannte Publizist James Anthony Froude -, und England werde dann wie Holland zu einer Gemeinschaft harmloser Krämer herabsinken.“ (S. 820, 821)

Ein sehr prominenter Vertreter dieser Auffassung war der aufgrund seiner außerordentlich guten Verbindungen weithin einflussreiche Archibald Primrose (Lord Rosebery 1847-1929). Er war zweimaliger Außenminister, Premierminister und durch seine Heirat mit der einzigen Tochter des Bankiers Mayer de Rothschild der reichste britische Regierungschef aller Zeiten. Er ging von einer rassischen Überlegenheit der „angelsächsischen Gemeinschaft“ aus und sagte im November 1900 vor Studenten der Universität Glasgow:

„Was ist das Empire, wenn nicht Vorherrschaft der Rasse?“

Was künftig allein zähle, seien Besitz und Rasse. 1893 hatte Rosebery in einer Rede am Royal Colonial Institute appelliert:

„Wir müssen uns daran erinnern, dass es Teil unserer Verantwortung und unseres Erbes ist, dafür zu sorgen, dass die Welt, soweit sie noch von uns geprägt werden kann, angelsächsischen und nicht einen anderen Charakter erhält.“(Zitat nach Osterrieder S. 822)

Steiners Warnung

Damit war der Anspruch des britischen Imperialismus, die ganze Welt zu beherrschen und ihr den Stempel der angelsächsischen Kultur aufzudrücken, klar ausgesprochen. Der Anthroposoph Rudolf Steiner hatte schon 1916 auf diesen Ausspruch Roseberys hingewiesen, weil er symptomatisch sei für die Auffassung von einflussreichen Gruppen, die hinter Rosebery stünden. Die britische Propaganda während des Weltkrieges gab aber ganz im Gegensatz dazu vor, den Krieg zur Befreiung der kleinen Völkerschaften zu führen. Steiner:

„Jeder hat das Recht, sich auf diesen Standpunkt Lord Roseberys zu stellen, aber er soll sagen: Mein Endziel ist, die Welt englisch zu machen – und nicht: Ich kämpfe für Freiheit und Recht der kleinen Völkerschaften. (…) Wenn man sich aber nicht auf seinen Standpunkt stellt, so stellt man sich notwendigerweise auf einen andern Standpunkt, und dann gibt es zwischen den zwei Standpunkten keine Einigung, sondern nur die Möglichkeit, dass sich mit den Mitteln, die die Welt dafür hat, die Sache ausgleicht. Dann müssen unter Umständen solche Standpunkte notwendigerweise zum Kriegsausbruch führen. Das ist ja ganz selbstverständlich, denn sonst müsste man verlangen, dass sich die andern freiwillig einem solchen Standpunkt unterwerfen.“ (Zeitgeschichtliche Betrachtungen, 11.12.1916, Gesamtausgabe Bd. 173a, 4. Auflage 2010, S. 134f.)

Im engeren Rahmen sprach Rosebery auch unverblümt aus, „dass es sich das British Empire nicht leisten könne, um abstrakter Prinzipien willen oder aus Gesichtspunkten wie ´Bündnistreue´ oder ´Schutz der Schwachen´ Kriege zu führen. Imperial denken heiße, zielstrebig die eigenen Interessen zu verfolgen.“ (Osterrieder, S. 824)

Der weitreichende Einfluss Roseberys auf die englische Politik wird auch darin sichtbar, dass er der direkte Mentor von Sir Edward Grey war, des britischen Außenministers von 1905-1916, „der nahezu zwanzig Jahre lang zu ihm aufblickte und ihn als seine Inspirationsquelle und seinen Führer betrachtete“ (a.a.O. Anmerkung 2093).

1883 erschienen die Vorträge des Professors für Neuere Geschichte in Cambridge John R. Seeley „Die Expansion Englands“, die großes Aufsehen erregten und für die imperialistischen Bestrebungen wegweisend wurden. Von dem Buch wurden in nur zwei Jahren achtzigtausend Exemplare verkauft. Seeley wurde für dieses Buch auf Empfehlung von Lord Rosebery zum „Ritter des Ordens von St. Michael und St. George“ erhoben (Wikipedia). Die dadurch entstandene Stimmung in der Oberklasse aufgreifend, gründeten die Liberalen Imperialisten unter der Führung des einflussreichen Handelsministers Joseph Chamberlain, Roseberys und Milners 1884 die Imperial Federation League mit dem Ziel, eine straffer und effizienter organisierte imperiale Union zu schaffen, die das Empire retten und in ein noch mächtigeres, wirtschaftliches und militärisches Gebilde verwandeln sollte.

Bekenntnis eines Nationalisten

Markus Osterrieder, "Welt im Umbruch", Verlag Freies Geistesleben, 1755 Seiten, SBN-13:  978-3-7725-2600-8 , 79 €

Markus Osterrieder, „Welt im Umbruch“, Verlag Freies Geistesleben, 1754 Seiten, ISBN-13: 978-3-7725-2600-8 , 79 €

„Die Limps, die angesichts der Neuausrichtung der imperialen britischen Interessen sowohl dem Pazifismus als auch einer splendid isolation ablehnend gegenüberstanden, fanden in der Finanzwelt der Londoner City und am Königshof schnell Gehör. Seit 1884 war The Times für ihre Thesen gewonnen; W. T. Stead und Milner (bzw. der hinter ihnen stehende Lord Esher) setzten sich in der Pall Mall Gazette dafür ein. Neben Stead unterstützten noch weitere führende Fabianer (eine sozialistische intellektuelle Bewegung) das Vorhaben einer Umwandlung des Empire in eine Imperial Federation. (…) Imperiale Ordnung und Kontrolle waren der Freiheit vorzuziehen“ (a.a.O. S. 825).

„Dieses Ziel bildete auch den Kern der politischen Anstrengungen von Cecil Rhodes und Alfred Milner. Kurz vor seinem Tod vertraute Milner dem Notizbuch das „Credo“ der Religio Milneriana an, das The Times am 27. Juli 1925 abdruckte:

(…) Ich bin ein britischer (zuvorderst ein englischer) Nationalist. Wenn ich noch ein Imperialist bin, dann deshalb, weil das Schicksal der englischen Rasse … darin bestand, frische Wurzeln in entlegenen Teilen der Welt zu schlagen. Mein Patriotismus kennt keine geographischen, sondern nur rassische Grenzen. Ich bin ein Imperialist und kein Kleinengländer, weil ich ein Patriot der britischen Rasse bin. (…) Es ist nicht der Boden Englands, (…) der in der Hauptsache meinen Patriotismus erweckt, sondern die Redeweise, die Traditionen, das geistige Erbe, die Prinzipien, die Bestrebungen der britischen Rasse.

(…) Keine Nation der Erde schien so für die weltweite Expansion geschaffen wie die britische. ´Die Kraft, fremde Rassen einzugliedern, ohne sie (…) ihrer Individualität zu berauben, ist charakteristisch für das britische imperiale System.´ Deshalb sei dem Empire eine Mission für die Welt übertragen“ (a.a.O.)

 

 

[1] Markus Osterrieder, „Die Welt im Umbruch – Nationalitätenfrage, Ordnungspläne und Rudolf Steiners Haltung im Ersten Weltkrieg“, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2014

 

Über Herbert Ludwig

Herbert Ludwig war viele Jahre Lehrer an einer Freien Waldorfschule. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit den inneren und äußeren Bedingungen der Entwicklung des Menschen zur Freiheit und mit den Hintergründen der „europäischen Integrationsbewegung“, woraus seine Schrift „EU oder Europa?“ und Artikel auf seiner Webseite hervorgegangen sind Kontakt: Webseite | Weitere Artikel