Es riecht nach Benzin…

Der Feind ist unter uns. Er späht uns dort aus, wo wir sind. Aber wem dienen die Schnüffler? Was wäre, wenn sie nicht den Interessen der Politik dienen, sondern idealistischen, nicht demokratischen Ideologien?

Eingangshalle der CIA-Zentrale / Quelle: Wikipedia Eingangshalle der CIA-Zentrale / Quelle: Wikipedia

 

Wenn der Druck der Lobbyisten auf Politiker nicht ausreicht, helfen Erkenntnisse aus den Späh-Programmen der Geheimdienste. Wer ist wie erpressbar? Wer hat welche Schwächen, die ausgenutzt werden können? Es ist strategisch nur logisch, dass neben Entscheidern aus der Wirtschaft vor allem Politiker auf Führungsebene das Ziel der Überwachungsprogramme sind. Mit Demokratie hat dies nichts mehr zu tun. Auf dem Papier haben wir sie noch. Ist dies unsere letzte Chance?

Die USA und Großbritannien stehen mit ihren Geheimdiensten am Pranger. Auch der BND bekommt sein Fett weg. In den Medien wird mal mehr und oft weniger die ungezügelte Sammelwut der Geheimdienste beschrieben. Artikel, die darüber berichten, dass die Regierung Merkel natürlich wisse, dass diese Überwachung stattfände, da diese auf gemeinsame Verträge basiere, werden plötzlich gelöscht.

Wer zieht die Fäden?

Über die Konsequenzen wird jedoch kaum ein Wort verloren. Irgendwo verständlich, denn diese sind mehr als düster. Welcher Politiker, welche Entscheidungen des letzten Jahrzehnts wurden von Außen beeinflusst, gar aufgedrückt? Muss nun auch die Finanzkrise, müssen die irrwitzigen Bankenrettungen, die Plünderung von Staaten wie Griechenland ganz anders bewertet werden? Wer zieht hier die Fäden?

Wer diese Fragen nur auf Staaten konzentriert, ist schon auf dem Irrweg. Nicht die USA, nicht Obama spioniert die EU und Deutschland aus. Auch die Untertanen vom Vereinigten Königreich sind nicht daran interessiert, den genauen Tagesablauf von Merkel zu kennen. Was wäre, wenn die Geheimdienste selbst über Obama, Merkel und Cameron brisantes Material besitzen und diese für sich zu nutzen wissen? Dies vor dem Hintergrund betrachtet, dass der Führungskader in der Politik in ihrem Lebenslauf von Anfang an von privaten Organisationen „begleitet“ bzw. geschult werden, wie z.B. der Atlantik-Brücke ? Was wäre, wenn die Geheimdienste in ihrer Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten nicht den Interessen ihres jeweiligen Landes dienen, sondern idealistischen, nicht demokratischen Ideologien?

Es herrscht Krieg!

Seit dem 11. September 2001 ist die freie Welt, so wie diese sich damals verstand, in ihrer Existenz bedroht. Sie wird Stück für Stück zerstört. Die Aufdeckung der Überwachungsmaßnahmen zeigen deutlich: Es herrscht Krieg! Unsere Politiker, die sich selbst als demokratisch bezeichnen, müssen sich spätestens jetzt befreien, müssen den wahren Feind benennen, um unsere Demokratie zu retten. Wenn dies nicht erfolgt und auch auf der Straße die Lethargie die Oberhand behält, dann haben wir keine Chance.

Die derzeitige Situation erinnert an das 60 Jahre alte Stück „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch. Es riecht nach Benzin …

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Über Björn Kügler

Björn Kügler ist freier Schreiber. Auf GEOLITICO beschäftigt er sich vornehmlich mit gesellschafts-politischen und sicherheitspolitischen Themen. Kontakt: Webseite | Facebook | Twitter | Weitere Artikel