Heute kann Yellen Trump besiegen

Donald Trump © GEOLITICO Donald Trump © GEOLITICO
Heute entscheidet die Fed darüber, ob sie Donald Trumps Traum vom „Great America“ platzen lässt oder nicht. Und der US-Präsident selbst ist ziemlich kleinlaut. 

Es scheint, als hätte Donald Trump seinen gefährlichsten Gegner erkannt. Der lauert nämlich nicht im Kongress, in Nordkorea oder in den Reihen des FBI. Sein gefährlichster Gegner ist die Federal Reserve (Fed). Wenn Trump sein vollmundiges Wahlkampfversprechen „Make America great again“ auch nur im Ansatz erfolgreich umsetzen will, ist er auf Gedeih und Verderb auf die Mitwirkung der Fed angewiesen. Denn ohne die richtige Geldpolitik wird Trumps Amerika wirtschaftlich den Bach runtergehen.

Noch im Wahlkampf schien er die Bedeutung der Zentralbank für sein Jahrhundert-Projekt nicht zu erkennen. Da beklagte der Präsidentschaftskandidat die Niedrigzinspolitik. Damit provoziere die Fed neue Finanzblasen, diagnostizierte Trump zwar ganz richtig. Allerdings übersah er die Gefahr steigender Zinsen für die Realwirtschaft.

„Die Leute haben Vertrauen in mich“

Irgendwer muss ihn darauf hingewiesen haben, denn heute nimmt er lieber neue Finanzblasen in Kauf als Risiken für die Konjunktur. „Ich glaube, unser Dollar wird zu stark“, sagt er unlängst.[1] Das liegt zu einem erheblichen Teil an der Erwartung steigender Zinsen in den USA. So würde Trump das allerdings nie sagen. Er sieht sich lieber selbst als Grund des starken Dollars. „Die Leute haben Vertrauen in mich.“ Sie trauten ihm zu, die marode US-Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen.

Ob er mit dieser Selbsteinschätzung so richtig liegt, sei mal dahingestellt. Es ist schließlich kein Geheimnis, das ihm führende Vertreter der US-Wirtschaft ihn mit größter Skepsis betrachten. Sie vermissen schlicht und einfach ein schlüssiges Konzept. Und sie wissen um die Gefahr steigender Zinsen für die wirtschaftliche Entwicklung.

Erstens würden steigende Zinsen in den USA den Dollar noch stärker machen, was wiederum US-Produkte im Ausland verteuert und so die Exportchancen senkt. Gleichzeitig würden Importe billiger. Zweitens verteuern steigende Zinsen die überfälligen Investitionen der US-Unternehmen. Diese Investitionen aber sind notwendig, wenn Trump Amerika wieder groß und stark machen will. Bleiben sie aus, platzen Trumps Großmachtträume.

Apple verspricht drei Fabriken

Darum schlägt er heute andere Töne an, da der Offenmarkt-Ausschuss der Federal Reserve (Fed) nach zweitägigen Beratungen die Entscheidung zur künftigen Geldpolitik bekannt geben wird. „Ich würde gerne sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben“, sagt er. Außerdem umgarnt er Fed-Chefin Janet Yellen, für die er bislang wenig Sympathie hatte. Er könne sich durchaus vorstellen, an ihr festzuhalten – wenn sie die Zinsen niedrig halte. Ansonsten ist sein Wirtschaftsberater Gary Cohn Top-Anwärter für den Posten des obersten Notenbankers. Cohn war frühe Vize bei Goldman Sachs.

Pünktlich zur Fed-Entscheidung macht Trump dann auch ein Investitionsversprechen öffentlich. Apple-Chef Tim Cook habe ihm „drei große Fabriken versprochen – groß, groß, groß“. Aber die kommen natürlich nur, wenn die Zinsen niedrig bleiben. Ob Janet Yellen sich von Trumps Erwartungen beeinflussen lässt? Sie weiß, dass sie die einzige ist, die Trumps Traum zerstören kann…

 

Anmerkung

[1] https://www.welt.de/wirtschaft/article163670888/Warum-Trump-ploetzlich-Janet-Yellen-mag-und-respektiert.html

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Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist, Autor und strategischer Berater der Thüringer AfD-Fraktion. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

13 Kommentare zu Heute kann Yellen Trump besiegen

  1. Wäre ich Trump, würde ich den Bundes – Marshall beauftragen, die FED – Epigonen zu verhaften und einzusperren. Dann würde ich einen neuen Dollar herausgeben und diesen im Umtauschverhältnis 1 : 100 über den alten FED-Dollar stellen. Denn der FED – Dollar ist Toast.

    Das meint eine WÄHRUNGSREFORM

    • Du würdest also Kennedy folgen. Trump macht das nicht, weil wenigstens der noch weiß, was mit Präsident Kennedy passiert ist.
      Ranma

  2. TRUMP PUTSCHT ENTWEDER ODER ER WIRD SELBER WEGGEPUTSCHT

    Ohne eine Währungsreform und ein neues Trennbanken-Gesetz werden die USA nicht auf die Beine kommen. Ferner müssen die Studentenkredite erlassen werden, denn wer mit Schulden aus der Uni kommt, kauft nichts und gründet keine neuen Familien. Eine ganze Generation von Hochschulabsolventen bekommt keinen auskömmlichen Job. Dann geht es wieder heim zu Muttern! Dort ist dann Schicht im Schacht, weil die USA zu mindestens 80 % von Binnenmarkt leben und der Export vergleichsweise geringe Bedeutung hat.

    Zuviel Schulden!

    • hubi Stendahl // 26. Juli 2017 um 17:34 // Antworten

      @waltomax

      Zitat:
      „weil die USA zu mindestens 80 % von Binnenmarkt leben und der Export vergleichsweise geringe Bedeutung hat.“

      Genau deshalb ist die Behauptung im Artikel, dass der Dollar stärker wird aufgrund einer Zinserhöhung der FED und sich dadurch der Export verteuert, ziemlich sinnfrei. Derzeit ist das Gegenteil der Fall. Trotz hoher Erwartung an eine Zinserhöhung, wird der Euro immer stärker:

      Hier läuft bereits ein Wirtschaftskrieg gegen Europa, respektive gegen die BRD mit dem Euro. Und der schwindsüchtige Euro hängt zu 75 % am Dollar unter dem Sauerstoffzelt.

      Die haben bald fertig. Yellen wird den Teufel tun und in dieser Phase gegen die Interessen des Staates handeln und sich die Schuld am Untergang in die Schuhe schieben lassen. Schuld sollen am Ende nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch die starken Exportnationen, vielleicht gepaart mit den Moslems aufgrund einer Proxyterror Aktion.

      Niemals äußert sich Cohen als designierter Nachfolger Yellens im Vorfeld mit der Empfehlung, ein Trennbankensystem in den nächsten Monaten zu installieren, wenn er nicht als Goldman wüsste, wo die Fahrt hingeht.

      Alle Maßnahmen die wir derzeit sehen, gehen gegen die BRD und China, um die Überschüsse abzugreifen. Die Trump Administration hat die Aufgabe den Euro platt zumachen und sich in Richtung Handelsbilanzausgleich zu bewegen. Dabei muss man wissen, dass ein erheblicher Anstieg des Euro Kurses die Peripherieländer in die Insolvenz treibt. Ich tippe auf Euro innerhalb sechs Monaten 1,25-1,30, weitere Millionen Zuwanderer in die BRD, Prozesse ohne Ende gegen die deutsche Automobilindustrie (in der Finanz-Branche werden Summen bis zu 90 Mrd € gehandelt), Verbot von Unternehmenskäufen der Chinesen in den USA, Zusammenbruch des Exportmodells der BRD. Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass hier der Versuch unternommen wird, binnen möglichst kurzer Zeit eine brauchbare Handelsbilanz zustande zu bringen. Das wäre der ideale Startblock das System mit Trennbankensystem neu zu starten. Mit einem schwachen teilzentralisierten Europa und einer platten BRD.

      FED und TRUMP spielen Kasperltheater.

  3. Glaubt der Autor tatsächlich, dass Trump in irgendeiner Form bei dem FED reinreden geschweige denn Einfluss nehmen kann? Das haben schon größere Geister ohne jeglichen Erfolg versucht und im Rückblick muss man wohl konstatieren, dass die „Privatisierung“(1913) der bis dahin staatlichen Notenbank der wohl wichtigste Schritt für die „internationalen“ Eliten in ihrem Streben nach der Weltherrschaft gewesen ist.
    Seitdem fungiert die USA endgültig quasi als Privatarmee für diese Eliten, infiltriert über die CIA (ihr privater Geheimdienst, der der Regierung keine Rechenschaft schuldig ist) sämtliche Staaten weltweit, tauscht missliebige Regierungen aus und führt Krieg, wenn es den Eliten zweckdienlich erscheint.
    Über ihr erschaffenes (vollkommen pervertiertes Schuld-) Geldsystem, das spätestens seit der Aufhebung der teilweisen Golddeckung 1971 durch praktisch nichts mehr gedeckt ist, schöpfen sie Mammon nach Belieben und plündern sukzessive alle Staaten aus.
    Von daher dienen die USA nur als Werkzeug und wenn das System und damit auch die USA kollabieren -und bis heute hat noch kein Schneeballsystem dauerhaft funktioniert- wird das dieser „internationalen“ Gemeinschaft vollkommen am Allerwertesten vorbeigehen. Sie werden im Gegenteil den Zeitpunkt für diese „eine große Krise, die die Völker nach einer Weltregierung rufen lässt“(Rockefeller) bestimmen und wenn sie bis dahin Bargeldverbot und implantierten Chip durchgesetzt haben, dann…ja dann haben sie ihre Weltherrschaft.

  4. @Hubi: Stimme zu. Wir Deutschen werden feststellen, unsere Außenhandelsüberschüsse abschreiben zu müssen. 700 000 000 000 Euronen. Für Dumping – Lohn gearbeitet, sich nix gegönnt und Kunden Geld geliehen, damit man Arbeit hat. Umsonst. So unendlich blöde sind nur die Deutschen.

    Wir sind am Ende wieder die großen Verlierer.

    • @waltomax

      Wir sind am Ende wieder die großen Verlierer.

      Das Wir ist falsch… die deutschen Pleps sind die Verlierer… jedoch haben deutsche Eliten und deren netten Mitläufer ganz schön abgesahnt beim finanzieren des netten Exportüberschusses.

      Ds ganze ist ohne Zweifel, ein Innerdeutsches Problem….

      • Greenhoop // 26. Juli 2017 um 21:29 //

        Grüezi @dragao,

        ganz ohne Polemik, aber wann waren Sie das letzte Mal in der Schweiz ? Dort gibt es ein paar Gemeinden die es geschafft haben, sich von der Invasionsplage frei zu kaufen, ansonsten läuft der Prozess des Niedergangs in CH, AT, GB, FR, DE …. absolut parallel ab. Kein „innerdeutsches Problem“, sondern weltweit mit klarer Zielvorgabe, die dekadenten, aber zumeist noch gebildeteren und vor allem finanziell „unabhängigen“ Bürger des Mittelstandes in den Orkus der Geschichte zu schicken.

        Ihre Häme ist somit völlig unangebracht und es wäre schön, wenn Ihre offensichtliche Abneigung gegen einen der hiesigen Foristen, nicht weiter ausarten würde.

  5. Führende Vertreter der US-Wirtschaft kennen nur ein schlüssiges Konzept- Krieg !

  6. Ist das im Ernst alles, was es zu dem Thema zu sagen gibt?

    Sicherlich ist die Zinspolitik der USA kein innerdeutsches Problem, noch nichtmal der Kurs der EZB ist ein innerdeutsches Problem. Daß der größte Teil des Volkes Plebs ist und es nur sehr wenige Angehörige der Nomenklatura gibt, das ist zwar ein unter anderem auch deutsches, aber kein innerdeutsches, sondern ein in allen Staaten auftretendes Problem.

    Nach Stichworten wie FED, Zinsen oder dem, was Seance noch ausgeführt hat, kommt nicht mehr als das? Alle Aufklärungsarbeit ist schon geleistet? Wir sind so oder so hoffnungslos verloren?
    Ranma

  7. habs gemacht // 28. Juli 2017 um 13:40 // Antworten

    Das Problem ist ganz und gsr kein innerdeutsches.
    Das grösste Problem ist, das 90% der Weltbevölkerung durch deren Staaten mit den deutschen im Kriegszustsmd befindlich sind.
    Nur weil nicht mehr geschossen wird und durch Gehirnwäsche glauben aĺe an Frieden.
    Das Reich hat sber keinen Friedensvertrag.
    Somit glauben, und so ist es ja auch , die meisten durch diesen Umstand zu profitieren.
    Der einzige der dumm dssteht ist dr deutsche.
    Ich kann nur hoffen fsd das in Stein gemeisselte ziel der Bevölkerungsreduktion die stumpfsinnigen abschöpfer sein werden.
    Der lschende dritte wird dann unter dr knute gehalten.
    Die stumpfsinnigen verhaltensweisen der fanzosen u dergl völker gegenüber den „deutschen“ lässt ohnehin sn gängiger Geschichtsschreibung zweifeln.
    Geht doch alle nur noch 1/2 tags arbeiten, da kommen dann nur noch wenige steurrgelder zusammen, ds System bricht dann zusammen.

  8. Kontrolliert und planvoll kann dieses kreditzerrüttete System nicht mehr heruntergefahren werden. Es gibt nur die Möglichkeit, es vollständig zurückzusetzen, sei es durch eine praktisch weltweite Währungsreform oder auf dem Umweg über eine geldpolitisch von der Leine gelassene (oder von ihr sich losreißende) Hyperinflation. Ansonsten: Irgendwann ein Über-Nacht-Kollaps, der die Realwirtschaft auf einen Schlag verwüstet: stockender Zahlungsverkehr, reißende Versorgungsketten, wirtschaftliche Desintegration – und am Ende kehrt jeder vor der eigenen Tür, wobei die Frage offen bleibt, wer dabei den Besenschrank verwaltet: ein Staat, lokale Autoritäten oder mafiöse Banden.

    Damit geht – so oder so oder noch katastrophischer – ein Wirtschafts- und Lebensmodus zu Bruch, der allein auf die Illusion baute, daß Leistungen der Zukunft folgenlos und auf ewig zum Gegenstand heutigen Konsums gemacht werden könnten. Am Beginn dieser letzten wirtschaftlichen Hochfieberphase der »Emanzipationsmoderne« stand die Heilsbotschaft, daß von nun an der Brunnen zum Kruge kommen und, festgemauert, auch nimmermehr zerbrechen werde. Der ökonomische Hausverstand nahm das zwar mit Skepsis, ließ sich aber mit schwindendem Widerstreben einschenken. Er wird in Kürze, unter allerdings eher ungemütlichen Umständen, die Genugtuung erfahren, daß seine Skepsis hoch berechtigt war.

    Ein kleiner Schritt aus dem Alltag zur Seite auf einen imaginär-externen »point of view«, ein kleiner Moment der Besinnung, in dem man die Fähigkeit gewinnt, sich von der »Normalität« befremden zu lassen – und man blickt auf eine Szene gigantischen Mißlingens.
    Eine Ökonomie mit allerschwersten Stoffwechselstörungen, die nach letzter Luft und allem schnappt, was sich noch irgendwie verwerten läßt. Alle Quellen sind erschöpft, und die Senken laufen über von Müll und Schutt und Schlacken; überall Abfall, materieller Unrat, der auf der äußeren, und geistiger Unrat, der auf der inneren Epidermis Allergien provoziert. Man sehe sich in einem beliebigen 1950er-Jahre-Bildband Straßenszenen an und vergleiche die Gesichter der Passanten mit heutigen, um zu ermessen, wieviel seelische Verheerung da stattgefunden hat.
    Keine gesellschaftliche Institution, die den Status eines fortgeschrittenen, zumindest beginnenden Kollapses nicht erreicht hätte. Nichts funktioniert mehr in diesem System, und an jedem Tag, den es noch wackelnd steht, ruiniert es funktionszwangsläufig weiter seine Fundamente. Nichts mehr im Rückgriff (auf Reserven), alles im Vorgriff auf die Zukunft.

    Der Verlust an Form, sagt Sloterdijk besänftigend gegenüber dieser konservativen Dauerklage, werde immer durch einen Gewinn an »Freiheit« ausgeglichen. Wohl wahr – das ist das Wesen aller Erosions- und Korrosionsprozesse: Auf dem Weg vom Bauwerk zur Ruine befreien sich die Ziegel aus ihrem Verbund in einen Haufen, und im weiteren Zerfall der Ziegel gewinnen die Sandkörner ihre Freiheit im Wind, der sie verweht. (Thomas Hoof)

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