Albert II. von Monaco feiert seinen 65. Geburtstag!

Wachabloesung in Monaco / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: lecreusois; https://pixabay.com/de/photos/wache-wachablösung-monaco-1816905/ Wachabloesung in Monaco / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: lecreusois; https://pixabay.com/de/photos/wache-wachablösung-monaco-1816905/

Albert II. von Monaco, Chef der Grimaldis und des zweitkleinsten Staats der Welt, blickt auf lebhafte sechseinhalb Jahrzehnte zurück und startet noch mal durch.

Mit seiner Geburt am 14. März 1958 in Monaco hat Albert Alexandre Louis Pierre Rainier Grimaldi seine ältere Schwester Caroline als Thronerbin abgelöst. So hart sind die Thronfolgesitten in Europas regierenden Dynastien fast nur noch im Fürstentum an der Côte d’Azur.

Andere Höfe haben sich vom Prinzip „Männer zuerst“ abgewandt und lassen erstgeborene Töchter die Krone tragen. Monaco bleibt zumindest in der Frage konservativ, was sich auch bei Alberst Kindern zeigt. Die Zwillinge Jacques und Gabriella unterscheiden nur wenige Minuten bei der Geburt, wobei das Mädchen die Nase vorn hatte. Trotzdem ist ihr jüngerer Bruder der Nachfolger des Vaters.

Laptop und Lederhose auf monegassisch

Albert zeigt sich bei anderen Themen wie Umweltschutz, Klima und Soziales um einiges progressiver. Er hat High-Tech-Labore im Land angesiedelt, die sich um biotechnologische Entwicklungen kümmern. Albert ist leidenschaftlicher Kämpfer für eine saubere Umwelt, insbesondere in den Meeren. Sein Ur-Ur-Großvater Albert I. war ein international anerkannter Meeresforscher, der das Fürstentum hauptsächlich auf hoher See per Funk regierte. Eine ungewöhnliche Variante der Machtausübung, die der amtierende Fürst eher digital ausübt. Albert steht technologischen Neuerungen offen gegenüber und nutzt sie, um sein kleines Land voranzubringen.

Sein Namensvetter Albert I. ist sein erklärtes Vorbild. Er ahmte dessen Nordpol-Expedition nach, der er eine an den Südpol folgen ließ. Dort stattete er der auf der vorgelagerten subantarktischen Anvers-Insel mit Kap Monaco einen Besuch ab, um auf den Klimawandel hinzuweisen. Seine Stiftung „Prince Albert II of Monaco Foundation“ nimmt sich dieses Themas an und setzt Schwerpunkte gegen die Überfischung der Meere und gegen die Jagd auf Robben, Haie und Wale.

Selbst das berühmte Formel-1-Rennen im Fürstentum war Inspiration für eine neue Variante: die Weltmeisterschaft der Formel E für Elektromobilität. Trends zu erkennen und für die PR des Fürstentums zu nutzen, liegt fast schon in den Genen der Grimaldis. Albert gab dazu beim „Ludwig Erhard Gipfel“ ein Interview.

Der Fürst, der als Sohn der Hollywood-Ikone Grace Kelly neben fließendem Englisch und Französisch auch ausgezeichnet Deutsch spricht, hält sich privat wie offiziell oft in Deutschland auf. Er ist durch seine Vorfahren mit deutschen Familien wie dem Haus Baden und der herzoglichen Linie Urach verwandt, die fast den monegassischen Thron bestiegen hätten. Glück gehabt!

Vom Playboy zum Staatsmann

Sein lange regierender Vater Rainier III. galt durch seine Ehe mit Grace Kelly als Märchenfürst, der das Fürstentum zwischen den 1950er und 70er-Jahren zum Inbegriff des Jet-Sets machte. Albert machte sich als junger Thronfolger als begeisterter Bob-Fahrer einen Namen und nahm an fünf olympischen Winterspielen teil mit einem 25. Platz als bester Rang. Außerdem ist er schwarzgegürteter Judoka und dürfte das sportliche Talent von seinem Großvater mütterlicherseits geerbt haben. Jener John B. Kelly triumphierte als dreifacher Olympia-Sieger im Rudern. Und natürlich ist er heute für sein Land Mitglied im Exekutivkomitee des IOC.

Der Fürst galt bis zu seiner Thronbesteigung 2005 als Enfant terrible der internationalen Party-Szene mit zwei unehelichen Kindern, die er inzwischen anerkannt hat. Hartnäckige Gerüchte um homosexuelle Neigungen dürften damit widerlegt sein.

Charlène / Monaco / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Hans; https://pixabay.com/de/photos/stadt-hochh%c3%a4user-hafe-schiffe-187488/
Charlène / Monaco / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Hans; https://pixabay.com/de/photos/stadt-hochh%c3%a4user-hafe-schiffe-187488/

Bereits unter seinem Vater entwickelte sich Monaco als Ort für Investitionen in hochwertige Immobilien sowie Spitzentechnologie. Albert setzt diesen Kurs energisch fort und flankiert ihn mit sozialem Wohnungsbau, um die eigenen Bürger stärker zu entlasten.

Insgesamt wirkt der Fürst deutlich gesetzter, seit er in Amt und Würden ist. Dazu beigetragen hat sicherlich auch seine Familiengründung. Seit 2011 ist er mit der Südafrikanerin Charlène Wittstock, deren Vorfahren aus Wittstock an der Dosse stammen, verheiratet. Ohne deutsche Zutaten scheint es an Europas Höfen nicht zu laufen. Über die Ehe gibt es zahllose Geschichten und nicht zuletzt zurückliegende ihre mehrmonatige Abwesenheit in ihrer alten Heimat fachten die Gerüchteküche an. Inzwischen hält sich die Fürstin wieder an Alberts Seite auf und nimmt offizielle Termine in Monaco wahr.

Geld stinkt nicht

Über die Vermögensverhältnisse des Fürsten wird immer wieder gerne und ausgiebig spekuliert, und die Zahlen schwirren um die 900 Millionen Euro. Klar ist: Die Grimaldis halten eine Beteiligung an der „Societé des Bains de Mer et du Cercle des Étrangers à Monaco“. Die weit verzweigte und milliardenschwere Gesellschaft betreibt unter anderem die berühmte Spielbank von Monte-Carlo, vier Luxushotels, die Oper von Monaco, einige Edel-Diskotheken, mehrere Sterne-Restaurants, das Kurhaus Thermes Marins, den berühmten Monte Carlo Sporting Club sowie den exklusiven Beach Club. Alles sehr edel – und sehr teuer.

Albert dürfte also keine schlaflosen Nächte haben ob der finanziellen Zukunft seiner Familie. Auch nicht wegen des früheren Schutzpatrons Frankreich, der inzwischen mehr ein kollegiales Miteinander mit dem Fürstentum pflegt. Also, tout bon à Monaco? Ob alles gut läuft, das werden die weiteren Jahre mit ihm auf dem Thron zeigen, denn mit 65 Jahren ist längst nicht Schluss. Sein Sohn und Nachfolger ist erst acht und muss noch lange auf sein Amt vorbereitet werden. Elizabeth II. wurde 96, da sind für ihn noch gut dreißig Jahre drin – lang lebe Albert II.

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