Sparer darben, die Banken kassieren Milliarden Zinsen

Sparer / Schuldenkrise / Skyline Frankfurt / Deutschland / Banken / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 12019;https://pixabay.com/de/photos/frankfurt-deutschland-panorama-1804481/ Sparer / Schuldenkrise / Skyline Frankfurt / Deutschland / Banken / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 12019;https://pixabay.com/de/photos/frankfurt-deutschland-panorama-1804481/

Bis zu 27 Milliarden Euro dürften die deutschen Banken allein in diesem Jahr an der neuen Geldpolitik der EZB verdienen. Die Sparer indes gehen leer aus.

Die Bank gewinnt immer. Ob die Wirtschaft den Bach runtergeht oder ob die Geldhäuser mit hochriskanten Spekulationen ihre gesamte Existenz aufs Spiel setzen, am Ende sind sie immer fein raus. Und ihre Vorstände kassieren in den schwersten selbst verschuldeten Notzeiten noch satte Boni. Dafür muss dann der Steuerzahler herhalten, da die Bankhäuser ja angeblich „too big to fail“ sind.

Als die Notenbanken nach der großen Bankenkrise in den Nullerjahren zuerst Nullzinsen und später sogar Negativzinsen einführten, wussten sich die Banken auch schnell wieder zu helfen. Ruckzuck purzelten die Sparzinsen bis auf null, gleichzeitig stiegen die Kosten der Verbraucher für Bankgeschäfte zum Teil beträchtlich.

Sparer leiden

Zudem konnten die Banken der EZB in großem Stil Staatsanleihen verkaufen. Dazu hatte die EZB extra ein Ankaufprogramm aufgelegt mit dem Ziel, die Konjunktur zu stimulieren. Mit diesen Verkäufen häuften die Banken zum Teil gewaltige Überschussreserven an. Und diese hohen Reserven können die Banken jetzt für 2,5 Prozent vollkommen risikolos wieder bei der EZB parken! Es ist doch schön, wenn es immer jemanden gibt, an dem man sich schadlos halten kann.

Leider können die Steuerzahler und Sparer das nicht. Sie leiden unter den bisher höchsten Inflationsraten seit Bestehen der Bundesrepublik und erhalten nach wie vor so gut wie keine Zinsen auf ihre Spareinlagen. Gerade 0,71 Prozent erhalten sie im Schnitt aufs Tagesgeld, obwohl die EZB aufgrund der von ihr entscheidend mitverursachten Inflation inzwischen auf besagte 2,5 Prozent erhöhte, so hoch wie zuletzt im Jahr 2008. Sparer verlieren also weiterhin täglich bares Geld in beträchtlichem Ausmaß. Die Banken hingegen verdienen prächtig.

Banken kassieren 27 Milliarden Euro

Sollte die EZB die Leitzinsen wie erwartet im März noch einmal um 0,5 Prozentpunkte anheben, verdienen allein die deutschen Banken auf diese Weise im laufenden Jahr 27,4 Milliarden Euro, errechnete laut einem Bericht des „Spiegel“ die Bürgerbewegung Finanzwende. Und auch wenn der Leitzins nicht mehr angehoben werden sollte, dürfte die Kreditinstitute demnach rund 25 Milliarden Euro einstreichen.

Und was geschieht mit dem vielen Geld? Die Banken erhöhen damit ihren Gewinn und geben einen Teil an die Aktionäre weiter. Ihre Kunden jedoch gehen leer aus. Nicht einmal die Sparkassen, von denen sich in den vergangenen Jahren nicht wenige ziemlich rüde ihren Sparern gegenüber verhalten haben, sind bereit, diesen nun wieder Zinserträge einzuräumen. Es bleibt, wie es war: Die Sparer darben, und die Bank gewinnt immer.

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Über Günther Lachmann

Der Publizist Günther Lachmann befasst sich in seinen Beiträgen unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel

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Voltaire
Voltaire
1 Jahr her

Wer heute noch Banken sein Geld anvertraut ist selber schuld, denn „Papiergeld kehrt früher oder später stets zu seinem inneren Wert zurück – NULL“ (Zitat wird Voltaire zugeschrieben).

Da Papiergeld keinen inneren Wert besitzt – die Währungsreformen lassen grüßen – gilt es Rücklagen in Form von Sachwerten, welcher Art auch immer, zu bilden. Einfach mal darüber nachdenken und aus den gewonnenen Erkenntnissen seine Schlüsse ziehen sowie die zukünftigen Handlungen darauf abzustellen. Wer sein Portfolio noch nicht auf materielle Güter umgestellt hat, wird bei dem kommenden Crash mit Sicherheit das Nachsehen haben und zu den Verlierern gehören.
Carpe diem.