Greta und die „Kirche des ökologischen Glaubens“

Greta Thunberg / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder und Grafiken, open library; tiburi: https://pixabay.com/de/vectors/karte-design-erde-geographie-4695145/ Greta Thunberg / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder und Grafiken, open library; tiburi: https://pixabay.com/de/vectors/karte-design-erde-geographie-4695145/
 

Die Interessenten einer großen Transformation Europas könnten sich der „Kirche des ökologischen Glaubens“ mit Greta-Kult bedienen, um ihre Ziele zu erreichen.

 

Vorbemerkungen

Der vorliegende Artikel ist keine Kritik am Umweltschutz, gegen den kein vernünftiger Mensch etwas haben kann. Umweltschutz ist die Suche nach Lösungen für spezielle Umweltprobleme. Im Unterschied dazu ist die „Klimarettung“ das utopische Ziel einer „Kirche des ökologischen Glaubens“, welche die Katastrophenängste ihrer Mitglieder artikuliert. Ihre Kritiker werden mit quasireligiöser Wortwahl als „Klimaleugner“ ins Abseits gestellt. Die Bewegung um Greta Thunberg ist der neueste Spross am Stamm dieser immer intoleranter auftretenden „Umweltreligion“.

Bislang habe ich es nach Möglichkeit vermieden, den Namen Greta Thunberg in meinen Veröffentlichungen zu nennen, da ich in ihr eine von ihren Eltern und den hinter ihr stehenden Interessen ausgenutzte Jugendliche sehe, die Mitleid verdient und nicht die oft geschmacklosen und persönlich kränkenden Kommentare in vielen Blogs.[1] Allerdings ist sie nicht ohne eigenes Zutun zu einem Markenzeichen, einem „Logo“, für manche gar zu einer „Ikone der Klimarettung“ geworden, so dass es unvermeidlich ist, ihren Namen zu nennen, wenn man sich kritisch mit der organisierten Klimarettungsbewegung auseinandersetzt. So auch in diesem Artikel. Ich beziehe mich, soweit möglich, auf dieses „Logo“, nicht auf die Person.

 

In meinem vorausgegangenen Artikel habe ich dargestellt, wie ein vierhundertjähriger Emanzipationsprozess in der westlichen Welt den Typus des totalbefreiten, atomisierten, vereinzelten Einzelnen hervorgebracht hat.[2] Mit diesem Prozess ist das Nachlassen bzw. das Verschwinden der Bindekraft tradierter religiöser und politischer Überzeugungen und die Entstehung ersatzreligiöser Ideologien eng verknüpft.

Nachdem die totalitären, mit tabula rasa-Methoden wütenden Ideologien des 19. Und 20. Jahrhunderts Bankrott anmelden mussten, sehen wir uns seit den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiederum im Bann einer gefährlichen, aber raffinierter und global auftretenden Ideologie der von jedweder staatlichen Intervention totalbefreiten Marktkräfte, die zu einem harmonischen „Gleichgewicht“ der Interessen und zu allgemeinem Wohlstand führen sollen.[3] Die „unsichtbare Hand Gottes“ der calvinistischen Wirtschaftstheologie mutierte zur „unsichtbaren Hand des Marktes“ im „Kapitalismus als Religion“ – mit oder ohne Gott.[4]

Die verunsicherte, nach Orientierung suchende Psyche des totalbefreiten modernen Westlers ist für neue Heilslehren anfällig. Unter diesen Verhältnissen konnte in der westlichen Welt in jüngerer Zeit eine quasi-religiöse „Kirche des ökologischen Glaubens“[5] entstehen, die Interessen den Weg ebnet, die in einer radikalen Umwandlung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Verhältnisse neue Chancen der Profitmaximierung sehen. Neuester Austrieb dieser „Kirche“ ist die Greta-Bewegung, deren Anhänger und Förderer mit einem fragwürdigen Begriff von Wissenschaft ihrer These der baldigen Klimakatastrophe Glaubwürdigkeit verleihen wollen. Nur wenn man Gretas Botschaft befolgt und den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch herunterfährt, könne das Klima gerettet werden.

Das Kind und seine Botschaft; der bevorstehende Weltuntergang, der nur verhindert werden kann, wenn die Menschen, „umkehren“ und Buße tun (heute: von der Wissenschaft angeleitet CO² einsparen): sehr alte mystische Themen werden im Kreuzzug für die „Klimarettung“ aktiviert.[6] Der vorliegende Artikel versucht, den Wissenschaftsbegriff der Greta-Bewegung auf den Prüfstand zu stellen und das Greta-Phänomen durch seine Einordnung in politisch-ökonomische Trends der letzten Jahrzehnte verständlich zu machen.

Das göttliche Kind und seine Botschaft

Die Gestalt des außerordentlichen, göttlichen Kindes kommt in vielen Mythen und Religionen vor. Es wird als Urbild göttlicher Seinssicherheit und Selbstgewissheit gedeutet.[7] Es ist wohl die Antwort auf eine tiefe und universell-menschliche Sehnsucht nach Erlösung durch die göttliche Weisheit des unverdorbenen Kindes. Wie eine Gesellschaft mit diesem Urbild umgeht, verrät viel über ihren psychomentalen Zustand.

Nehmen wir ein Beispiel. Zur Zeit der Wintersonnenwende, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember heutiger Zeitrechnung, versammelten sich in Alexandria Gläubige in einem unterirdischen Versammlungsraum. Um Mitternacht fanden Einweihungszeremonien statt. Bei Tagesanbruch verließen die Mysten das Allerheiligste, dabei wurde ihnen die Statue eines Knäbleins als Symbol des neugeborenen Sonnengottes vorangetragen. Sobald die Strahlen der aufgehenden Sonne auf die Gläubigen fielen, brachen sie in den Ruf aus: „Die Jungfrau hat geboren, das Licht nimmt zu“. Schriftliche Zeugnisse für diese Zeremonie lassen auf ihr hohes Alter schließen, das bis in die Jahrhunderte vor Christi Geburt zurückreicht. Mit gutem Grund hat die Kirche das Fest der Geburt des Herrn auf dieses symbolträchtige Datum gelegt.[8]

Demonstration mit einem Transparent, auf dem Greta Thunberg als Präsidentin gefordert wird / Quelle: Pexels, lizenzfreie Bilder, Markus Spiske: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-menschen-strasse-manner-2058780/

Demonstration mit einem Transparent, auf dem Greta Thunberg als Präsidentin gefordert wird / Quelle: Pexels, lizenzfreie Bilder, Markus Spiske: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-menschen-strasse-manner-2058780/

Das Mythologem der wunderbaren Geburt des göttlichen Kindes und seiner späteren außerordentlichen Leistungen ist weltweit verbreitet. Nicht nur in Persien, Ägypten und Griechenland begegnen wir ihm, sondern auch im vorkolumbischen Mexiko. Es ist ein Symbol der Erneuerung, der Rückführung der Welt in ihre Ursprünge, aus dem heraus die Menschheit neue Kraft für Gegenwart und Zukunft schöpft. Das Kind tritt in unser Leben ein, wird alsbald auf wunderbare Weise erwachsen, vollendet mit uns seinen Lebenszyklus, bis alles wieder von vorne beginnt, wie die Jahreszeiten. In der Kultfeier wird dieser ewige Zyklus der Erneuerung, des Stirb und Werde, begangen.

Das Kind in Mythos und Ritus ist aber nur als mythische Figur ein Quell höherer Weisheit und außerordentlichen Könnens. Kein erwachsener Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte in nichtwestlichen Kulturen der Gegenwart käme auf den Gedanken, in den Verlautbarungen real existierender Kinder Botschaften zu erkennen, die von besserer Weltkenntnis Zeugnis ablegen und denen wir folgen sollten. Das hat sich geändert, jedenfalls in Teilen der westlichen Welt. Begeisterte junge Leute, darunter auch Kinder, demonstrierten im vergangenen Jahr mit der Parole „We believe in science“, wir glauben an die Wissenschaft. „Hört auf die Wissenschaft“, mahnte die damals 16-jährige Greta Thunberg im September 2019 die Mitglieder des US-Kongresses, denn sie beweise, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist.

Über Urmenschen, Klimaleugner und wissenschaftliche Beweise

Gretas Botschaft findet nicht nur bei ihren Altersgenossen Resonanz. Frühmorgens im August 2019 hörte ich gezwungenermaßen im Radio einen Kommentar zu ihrer Reise mit dem Segelboot über den Atlantik nach New York. Gezwungenermaßen, weil ich dort, wo ich wohne, am besten BR 2, BR 5 oder den Deutschlandfunk einstelle, wenn ich mich beim Rasieren schnell über das aktuelle Weltgeschehen informieren möchte. Einer dieser drei Sender muss es also gewesen sein – leider habe ich es mir nicht notiert.

Mit Empörungsbeben in der Stimme rechnete der Kommentator mit den Greta-Kritikern ab. Wo sind diese Finsterlinge zu finden? Natürlich unter den üblichen Verdächtigen, also in den Reihen der „Rechten“ und „Populisten“. Die würden doch tatsächlich behaupten, dass hinter der ganzen Schulstreik-Kampagne und Gretas Aktivitäten handfeste wirtschaftlich-politische Interessen stünden! „Beweise?“ frug er rhetorisch, um sogleich selbst die Antwort zu geben: „Keine“. Dass aber die junge Dame ihre Reisen quer über die Meere und Kontinente und ihre längeren Aufenthalte in fremden Ländern wohl kaum von ihrem Taschengeld bestreiten kann – diesen Schluss zog der wackere Nachrichtenmann nicht.[9]

Wer stellt sich gegen Rechte, Populisten und vor Greta und rettet uns vor dem Klimawandel? Die Wissenschaft. Mit quasireligiöser Wortwahl verkündete Stefan Raue, der Intendant des Deutschlandradios im September 2019, nicht jeder Beitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk müsse hinfort noch die Position der „Klimaleugner“ wiedergeben, denn es gebe kaum noch Wissenschaftler, die den menschengemachten Klimawandel „leugnen“.[10] In der anschließenden Nachrichtensendung tat der Sprecher mit ehrfürchtig-belegter Stimme die Worte des großen Radiovorsitzenden der Zuhörerschaft kund. – Wer solche Staatsmedien hat, braucht kein Wahrheitsministerium mehr.

Hätte es das Deutschlandradio schon im 19. Jahrhundert gegeben, dann hätte wohl Johann Carl Fuhlrott keine Chance bei dieser Anstalt gehabt. Im Jahr 1856 wurden im Neandertal bei Düsseldorf Knochenfragmente gefunden, die der Lehrer und Naturforscher Fuhlrott korrekt einem Urmenschen zuordnete.

Fast die gesamte Gelehrtenzunft seiner Zeit lehnte seinen Befund ab, darunter auch der berühmte Pathologe Professor Rudolf Virchow. Bei den Skelettresten aus dem Neandertal, meinte Virchow, handle es sich um Überreste eines kranken Mannes aus jüngerer Zeit. Die leicht gebogenen Oberschenkelknochen, die später als ein spezifisches Merkmal des Neandertalers anerkannt wurden, deutete Virchow als Folgen einer rachitischen Erkrankung. Er beharrte auch dann noch auf seiner Meinung, als sich die Überzeugung durchzusetzen begann, dass man es bei den Funden aus dem Neandertal wirklich mit den Überresten einer Urmenschenart zu tun hat, weil sich auch in anderen Teilen Europas Knochenfunde von der Art des Menschen aus dem Neandertal häuften.[11]

Wissenschaftler sind sich selten einig, und wenn sich eine Mehrheit unter ihnen doch einmal auf eine bestimmte Position einigt, dann bedeutet dies also noch lange nicht, dass diese Mehrheit auch recht hat. Die Minderheiten-Meinung kann sich als die richtige durchsetzen und anscheinend unerschütterliche wissenschaftliche Wahrheiten können ins Wanken geraten. Die Geschichte der Wissenschaft ist eben nicht nur eine Geschichte des Erkenntnisfortschritts, sondern auch eine Geschichte der wissenschaftlichen Irrtümer.[12]

Der Streit um den Neandertaler ist ferner ein Beispiel für die durch die Wissenschaftsgeschichte gut belegte Tatsache, dass sich neue Erkenntnisse oft durchsetzen, weil die ältere Wissenschaftler-Generation einfach ausstirbt. Anhänger einer unhaltbar gewordenen Lehrmeinung, wie Virchow, neigen dazu, sich gleichsam an ihre Theorien zu klammern und diese durch neue und immer raffiniertere Überlegungen zu immunisieren und gegen Kritik zu verteidigen. Dies gilt gerade auch dann, wenn neue Theorien und Erkenntnisse von Jüngeren oder von Außenseitern vorgebracht werden.[13]

Wissen auf Widerruf

Oft – wie auch im Falle des Streits um den Klimawandel – treten Vertreter bestimmter Interessen mit der Behauptung auf, die Wissenschaft habe dies oder das „bewiesen“. Wissenschaft und Beweis – das strahlt Autorität aus. Dabei ist die unter Nicht-Wissenschaftlern weitverbreitete Meinung, die Wissenschaft liefere für ihre Theorien und Ergebnisse Beweise, ein Irrtum, dem freilich auch viele Wissenschaftler anhängen. Vereinfacht gesagt: Beweise im strengen Sinne gibt es nur in der Logik und der Mathematik.

Die Erfahrungswissenschaften, von der Physik bis zur Kunstgeschichte, verfügen dagegen über Erklärungs- und Begründungsverfahren, die sich je nach den Erfordernissen und Möglichkeiten des jeweiligen Fachs und seiner Forschungsgegenstände voneinander unterscheiden. Sie bestehen beispielsweise aus Experimenten, Spektralanalysen, der Auswertung von Urkunden im Rahmen von Archivstudien, archäologischen Ausgrabungen und Befundanalysen auch unter Heranziehung naturwissenschaftlicher Techniken, Befragungen und anderen Verfahren der Datenerhebung und Datenanalyse, die mit bereits „gesicherten“ Erkenntnissen und Erfahrungsregeln zu einem Befund führen sollen.

Wissenschaftliche Erklärungen und Begründungen in den Erfahrungswissenschaften folgen dem Modell des Konditionalsatzes: „Wenn – dann“: Wenn dies und dies und dies der Fall ist, dann folgt daraus das und das. So werden zukünftige Ereignisse vorausgesagt, wie etwa der Zeitpunkt einer Sonnenfinsternis. Historiker erklären auf diese Weise vergangene Entwicklungen wie beispielsweise die Entstehung des Nationalstaates oder Großereignisse wie den Zusammenbruch des Römischen Reichs.

Der kritische Bestandteil einer erfahrungswissenschaftlichen Erklärung und Begründung ist die Wenn-Komponente, denn hier können höchst unterschiedliche Grundannahmen in das Argument eingehen. Es kann sich um mathematische Gesetze oder Axiome handeln, die selbst oft nicht beweisbar sind, aber der Erklärung notwendig zugrunde liegen müssen, wie etwa die Axiome der euklidischen Geometrie bei Messungen.

Die Voraussetzungen, die darüber hinaus in historische, wirtschaftswissenschaftliche oder andere erfahrungswissenschaftliche Erklärungen eingehen, sind Erfahrungsregeln, psychologische Annahmen oder ökonomische Gesetze und für selbstverständlich angesehene Sachverhalte, die selbst oft nicht hinterfragt werden. Man muss bei einer Erklärung ja irgendwo beginnen. Ohne von bestimmten Voraussetzungen auszugehen, kann man keine wissenschaftlichen Erklärungen geben.

Der Knackpunkt ist: Auch bei falschen Annahmen in der Wenn-Komponente kann man in bestimmten Bereichen zu richtigen Aussagen gelangen. Das kann man mit einem einfachen fiktiven Beispiel erläutern. Nehmen wir an, ein aufmerksamer Beobachter stelle fest, dass immer dann, wenn ein Wassersprengwagen durch seine Straße gefahren ist, die Straße hinterher nass ist.

Nun komme er in einen anderen Stadtteil und sieht, dass die Straße dort nass ist. Er erklärt sich diesen Umstand mit der gut bestätigten Hypothese: „Wenn ein Sprengwagen durch die Straße fährt, dann wird die Straße nass“. Was er nicht weiß: Es hat dort zuvor geregnet. Die Wenn-Komponente enthält also eine falsche – weil nicht zutreffende – Aussage, aber unser Beobachter kann dennoch den Zustand der Straße auf eine ihn zufriedenstellende Weise erklären, obwohl seine Voraussetzung falsch ist.

Auch Tiefen-Überzeugungen religiöser oder weltanschaulicher Art, die in der Persönlichkeit eines Wissenschaftlers verankert sind oder zu den unhinterfragten Denkvoraussetzungen seines Zeitalters gehören, gehen in die Wenn-Komponente einer wissenschaftlichen Erklärung ein, obwohl das den Forschern in der Regel nicht bewusst ist.

Die Waldsee-Mueller-Karte von 1507. Auf ihr ist erstmals der Name America für den neuen Kontinent angegeben. Außerdem werden vier Teile Indiens benannt: India intra Gangem flu(men) ‚Indien innerhalb des Ganges-Flusses‘, also etwa der Indische Subkontinent, India extra Gangem ‚Indien außerhalb des Ganges‘, ungefaehr Myanmar, India Meridionalis ‚Suedliches Indien‘, etwa die Indochinesische Halbinsel und India Superior ‚Oberes Indien‘, der Suedosten Chinas. Quelle: Wikipedia; Martin Waldseemüller, Public domain, via Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Waldseemuller_map_2.jpg

Die Waldsee-Mueller-Karte von 1507. Auf ihr ist erstmals der Name America für den neuen Kontinent angegeben. Außerdem werden vier Teile Indiens benannt: India intra Gangem flu(men) ‚Indien innerhalb des Ganges-Flusses‘, also etwa der Indische Subkontinent, India extra Gangem ‚Indien außerhalb des Ganges‘, ungefaehr Myanmar, India Meridionalis ‚Suedliches Indien‘, etwa die Indochinesische Halbinsel und India Superior ‚Oberes Indien‘, der Suedosten Chinas. Quelle: Wikipedia; Martin Waldseemüller, Public domain, via Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Waldseemuller_map_2.jpg

So herrschte noch lange nach der europäischen Entdeckung Amerikas die biblisch begründete Meinung vor, die Welt bestehe aus drei – und nur aus drei – Kontinenten: Europa, Asien, Afrika. Für jeden Sohn Noahs und seine Nachkommen ein Teil. Der neue Kontinent wurde nicht als solcher begriffen, sondern als Bestandteil Asiens. Nur unter erheblichen „theologischen Bauchschmerzen“ konnte man aus den Beobachtungen der Navigatoren und Konquistadoren allmählich die richtigen Schlüsse ziehen, sich dem wahren Charakter des Doppelkontinents stellen und entsprechende Landkarten und Globen anfertigen.

Um zu unserem Ausgangsbeispiel zurückzukehren: Der Widerstand gegen die Thesen Fuhlrotts lässt sich aus der Überzeugung von der Unveränderlichkeit der Arten herleiten, die im 19. Jahrhundert weit verbreitet war. Man glaubte ja, diese Unveränderlichkeit sei durch die wörtlich zu verstehende biblische Lehre bestätigt. Die Überzeugung von der Unveränderlichkeit der Arten beherrschte das allgemeine Bewusstsein so sehr, dass auch Wissenschaftler, die nicht religiös gebunden waren, sie wie selbstverständlich voraussetzten. Es war ja die Zeit der Auseinandersetzung mit der Evolutionstheorie, die von der Veränderlichkeit der Arten ausgeht.

Ein weiteres naturwissenschaftliches Beispiel ist die Äthertheorie, die bis in das 20. Jahrhundert hinein eine wichtige Rolle beim Versuch spielte, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen zu erklären. Das Licht und andere elektromagnetische Wellen sollen sich gemäß dieser Theorie im Äther ähnlich wie Schallwellen in der Luft ausbreiten. Aufgrund der Einstein’schen speziellen Relativitätstheorie wissen wir, dass es keinen Äther gibt. Dennoch konnten Wissenschaft und Forschung seit dem 17. Jahrhundert, als die Äthertheorie aufkam, mit zahlreichen Erkenntnissen auf den Gebieten der Optik und Elektrotechnik aufwarten, auch wenn die Grundannahme dieser Erkenntnisse, also die Existenz eines Äthers, falsch ist.

Wir tun also gut daran, Behauptungen, die Wissenschaft habe dies oder das „bewiesen“, grundsätzlich mit Vorsicht zu begegnen, gerade auch dann, wenn sie in der medial durchgesetzten Meinung eine große Rolle spielen. Die Erfahrungswissenschaften liefern keine unumstößlichen Wahrheiten, sondern Wissen auf Widerruf, das grundsätzlich von neuen Erkenntnissen abgelöst werden kann.

Wenden wir nun diese Erwägungen auf das Problem der mutmaßlich vom Menschen verursachten Erderwärmung an. Dabei maße ich mir keine fachliche Kompetenz in Sachen Erderwärmung an, da ich weder Physiker noch Meteorologe bin. Meine Überlegungen stützen sich allein auf allgemein bekannte Tatsachen, methodische Regeln und Erwägungen.

Ist der vom Menschen verursachte CO²-Ausstoß am Treibhauseffekt und der Erderwärmung schuld? Bekanntlich macht der Anteil des Kohlendioxids nur 0.03 – 0,04 Prozent des Gesamtvolumens der Erdatmosphäre aus.[14] Ein verschwindend geringer Teil davon ist vom Menschen gemacht, aber ein großer Teil der Wissenschaftler operiert, vereinfacht gesagt, mit dem Konditionalsatz: „Wenn Menschen mit ihrer Landwirtschaft und Industrie vermehrt CO² ausstoßen, dann erwärmt sich die Erde“.

Der vom Menschen verursachte CO²-Ausstoß kann dafür verantwortlich sein, muss es aber nicht. Aus der Feststellung des Befunds folgt eben nicht, dass auch die Prämisse richtig ist. Eine Vielzahl von anderen Faktoren können für den Befund verantwortlich sein, etwa Veränderungen in der Intensität der Sonneneinstrahlung oder der Stellung der Erdachse. In diesem Sinne hat beispielsweise ein 1971 erschienenes Buch für Aufsehen erregt, in dem eine neue Eiszeit vorhergesagt wird.[15] Wir müssen ferner auch die im Sinne der sogenannten Chaos-Theorie „chaotische“ Struktur der Erdatmosphäre und des Klimas berücksichtigen.

Klima und Chaos

Man unterscheidet zwischen linearen und nichtlinearen Systemen. Der spätere Zustand eines linearen Systems lässt sich vorausberechnen, wenn man die Parameter der Körper bestimmen kann, die sich in ihm bewegen: Masse, Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit eines Körpers im dreidimensionalen Raum. Ein Spiel mit Billardkugeln oder unser Sonnensystem sind Beispiele für lineare Systeme, Erde und Mond bilden ebenfalls ein lineares System. Der stabile Zustand solcher Systeme verändert sich in der Regel nur durch eine Einwirkung von außen. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn ein Himmelskörper von erheblicher Größe in die Nähe der Erde gelangen oder gar auf ihr einschlagen sollte. Der stabile Rhythmus der Bewegungen von Erde und Mond um den gemeinsamen Schwerpunkt würde dann empfindlich gestört werden.

Als nichtlineare Systeme gelten dagegen so unterschiedliche Dinge wie Konjunkturzyklen, das Wetter, aufsteigender Zigarettenrauch und, ganz allgemein, historische Vorgänge. Anders als in linearen Systemen bestehen in solchen Systemen keine langfristigen Gleichgewichtszustände, sondern nur temporär stabile Zustände, zwischen denen das System pendelt.

Die hohe Zahl unbekannter Parameter, Akteure und die Vielzahl unbekannter Gesetzmäßigkeiten sorgen dafür, dass sich Veränderungen und deren Verlauf in nichtlinearen Systemen nicht präzise vorhersagen lassen. Kleinste Bewegungen können größte Wirkungen haben. Der sogenannte „Schmetterlingseffekt“, also das beinahe schon sprichwörtliche Beispiel des Flügelschlags eines Schmetterlings, der Wirbelstürme auslösen kann, die ganze Städte verwüsten, ist ein populäres, aber treffendes Beispiel.[16] Auch das Klima ist ein Beispiel für solch ein chaotisches System.

Es kann also im Prinzip nicht ausgeschlossen werden, dass ich die Erderwärmung vorantreibe, wenn ich in mein Auto steige und den Zündschlüssel drehe. Es könnte aber auch ganz anders kommen: Ich könnte damit den Vormarsch der Gletscher auslösen. Der Meteorologe Edward Lorenz, der Entdecker des Schmetterlingseffekts, formulierte es in einem bahnbrechenden Vortrag 1972 so: „Einerseits kann ein Schmetterling durch seinen Flügelschlag einen Wirbelsturm auslösen. Umgekehrt birgt sein Flattern aber auch die Möglichkeit, daß die Entstehung eines Wirbelsturms verhindert wird und statt dessen die Sonne scheint“[17].

Die Vorgänge im Klima beruhen also auf höchst komplizierten, chaotischen Prozessen, die sich wissenschaftlichen Erklärungen nicht so ohne weiteres fügen. Wer daher von sich sagt, er glaube an die Wissenschaft, ist vielleicht nur falsch informiert, was die Möglichkeiten der Wissenschaft angeht, und vertraut ihren stets vorläufigen Erkenntnissen zu unkritisch.

Wer aber unter der Parole „Wir glauben an die Wissenschaft“ Kinder demonstrieren lässt, will manipulieren: „Wir glauben nur an die Aussagen von Wissenschaftlern, die unseren Vorurteilen und Interessen entgegenkommen. Und wir möchten nicht, dass die Menschen etwas anderes glauben“. Hiermit stellt sich die Frage nach den möglichen Interessen hinter den Forderungen der Klimaretter.

Ökoreligion und Interessen

Es wäre das Thema einer eigenen umfangreichen Abhandlung, den vielfältigen wirtschaftlichen und politischen Interessen hinter der neuen Ökoreligion nachzugehen. Das kann an dieser Stelle nicht geschehen, aber man kann Mosaiksteinchen zusammensetzen und versuchen, sich daraus ein Bild zu machen. Was oben dargelegt wurde, gilt natürlich auch für die folgenden Erwägungen: Sie zeichnen ein vorläufiges Bild, es kann auch alles ganz anders sein. Aber es entspricht meinem gegenwärtigen Kenntnisstand und ist nach meinem Dafürhalten plausibel.

Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass seit den 1950er Jahren die überaus einflussreiche, von Ökonomen der University of Chicago verbreitete neokonservative Wirtschaftsphilosophie die radikale Deregulierung der Märkte als Allheilmittel propagiert – jene eingangs erwähnte Ideologie der totalbefreiten Märkte. Ihre praktischen Empfehlungen wurden 1989 im sogenannten „Washington Consensus“ gebündelt. Darunter versteht man ein wirtschaftspolitisches Programm zur Förderung von wirtschaftlicher Stabilität und Wachstum. Es wurde von in Washington ansässigen Institutionen wie dem US-Finanzministerium, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank unterstützt.

Schmelzendes Polareis / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, barni1: https://pixabay.com/de/photos/eisberge-meer-eis-gr%C3%B6nland-932963/

Mit diesem Wirtschaftsprogramm sind jene immer wieder in die Kritik geratenen Maßnahmen zur „Strukturanpassung“ verbunden, die die in Verschuldung geratenen Staaten immer weiter in die Krise führen, statt ihnen zu helfen: die Gewährung von Krediten und im Gegenzug die Kürzung der Staatsausgaben, der Abbau von Handelsbeschränkungen, die Deregulierung von Märkten und Preisen bis hin zur Abschaffung von Preissubventionen für Nahrungsmittel und andere Grundbedarfsartikel, die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und der Infrastruktur.[18]

Der radikale Umbau der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen Europas, die Schleifung alter Industrien und der Aufbau völlig neuer Produktionssysteme versprechen immense Gewinne für die beteiligten transnationalen Banken, Konzerne und Dienstleister. Die „Schock-Therapie“ des „Washington Consensus“ kann in Europa aber wegen der eingespielten, populären sozialstaatlichen Regulierungs- und Sicherungssysteme nicht so einfach durchgedrückt werden, wie in der Dritten Welt oder in den Ländern des postsowjetischen Raums. Die Verwüstungen im Vereinigten Königreich Margaret Thatchers mit seinen Industriebrachen, der privatisierten Infrastruktur und den gebrochenen Gewerkschaften luden nicht zur Nachahmung ein. In Griechenland hatte man im Namen der Bankenrettung („Euro-Rettung“) mehr Erfolg.

Um die Bereitschaft zu einer durchgreifenden tabula rasa-Umwandlung bestehender Verhältnisse zu wecken, bietet sich die Methode an, eine Krisenstimmung zu erzeugen. Ein Beispiel ist die gut dokumentierte, künstlich erzeugte „Defizit-Hysterie“ in Kanada im Jahr 1993. Nur durch die Bereitschaft der Kanadier, wohlfahrtstaatliche Errungenschaften abzubauen, hieß es, könne der bevorstehende Finanzkollaps verhindert werden.[19]

Setzen wir dieses Beispiel zur aktuellen Debatte um die Klimarettung in Beziehung. Das Klima wandelt sich ständig. Das Vorrücken des Eises in Grönland war eine Umweltkatastrophe aus der Sicht der Wikinger; es brachte im 16. Jahrhundert das Aus für Landwirtschaft und Viehzucht und damit das Ende der 500 Jahre alten Siedlerkultur. Heute geht das Eis wieder zurück. Ist es nicht denkbar, dass wir es hier mit einem klimageschichtlich normalen Pendeln zu tun haben, auf das der Mensch keinen Einfluss hat? Und dass die gegenwärtige Erwärmung benutzt wird, um eine Krisenstimmung zu erzeugen, die nach drastischen „Schutzmaßnahmen“ ruft, wie etwa die Schleifung der Flugzeugindustrie oder der deutschen Automobilindustrie im Interesse der sogenannten Elektromobilität?

Da kommt es freilich ungelegen, wenn beispielsweise der renommierte amerikanische Umweltschützer Michael Shellenberger, der immerhin 2008 vom „Time Magazine“ zum „Hero of the Environment“ ernannt wurde, sich öffentlich für die Klimahysterie der vergangenen 30 Jahre entschuldigt, für die er sich mit in der Verantwortung sieht. Shellenbergers Widerruf trug ihm erwartungsgemäß zahlreiche Anfeindungen ein. In den deutschen Medien wurde er so gut wie totgeschwiegen.[20]

Die Verunglimpfung der Skeptiker als „Klimaleugner“ zeigt, dass wir es nicht mehr nur mit einem wissenschaftlichen Problem zu tun haben, sondern auch mit einem pseudoreligiösen. Karl Marx bezeichnete bekanntlich den Kapitalismus als Religion der bürgerlichen Gesellschaft, Walter Benjamin sprach vom „Kapitalismus als Religion“[21]. Die „Spiritualität der Märkte“[22] kann die menschliche Sehnsucht nach Seinsgewissheit jedoch stets nur vorläufig durch das Immer-Mehr des Konsums befriedigen.

Die „Kirche des ökologischen Glaubens“, mit der Klimarettung als heiliger Handlung, ist der Versuch, die spirituell heimatlos gewordenen Westler einzufangen und für den großen Umbau zu aktivieren. Die Interessenten einer großen Transformation Europas hin zu einer „postindustriellen Gesellschaft“ könnten sich der „Kirche des ökologischen Glaubens“ mit dem Greta-Kult als neuester Ausprägung bedienen, um die soziale Akzeptanz für ihre Ziele zu schaffen.

Das Handeln des Westens präsentiert sich jedoch als Doppelstrategie der ökologischen Apartheid: Der Norden soll durch neue Industrien und Technologien reicher und sauberer werden und den transnationalen Banken und Konzernen immense Gewinne bescheren, für den Süden sind höhere Armut, höhere Verschuldung und mehr Umweltverschmutzung vorgesehen. Der Export unseres Schrotts zum Abwracken sorge in den Ländern der Dritten Welt ja schon heute für Arbeitsplätze und Einkommen, wie manch zynischer „Experte“ meint![23]

Greta ist für den Norden gedacht, nicht den Süden, die „weniger entwickelten Länder“ („less developed countries“, LDGs). Die Begeisterung für Europas neue Klimarettungsreligion hält sich daher dort spürbar in Grenzen: Man weiß genau, wo die Ressourcen (Lithium!) für die Herstellung der „klimafreundlichen“ Produkte der neuen Industrien herkommen und wo diese landen, wenn sie einmal ausgedient haben.

Mehr noch: Das medial gehypte Auftreten von Kindern und Jugendlichen als Klimaweise in Davos, vor den Vereinten Nationen usw., gibt den Westen in den Augen der nichtwestlichen Welt der Lächerlichkeit preis. Man sieht darin ein Zeichen zunehmender Infantilität der westlichen Gesellschaften: „Das Phänomen Greta steht für die Verblödung unserer Zivilisation“, meint Henryk F. Broder, und diesem Urteil dürften sich die Menschen in den „weniger entwickelten Ländern“ der Welt anschließen.[24]

In Zeiten kollektiver Krisen drückt man gerne Kindern und Jugendlichen das Banner der totalen Erneuerung in die Hand. Afrikas Kindersoldaten, Maos Rote Garden und Pol Pots Schulkinder, die ihre Lehrer aufhängten: Von den göttlichen Kindern in Mythos und Religion zu den Kindersoldaten säkularistischer Ideologien.

Bei uns denkt man vorerst nur daran, den Rentnern Führerschein und Wahlrecht zu nehmen, damit sie den Jüngeren nicht länger im Wege stehen.[25] Gretas „Follower“ sollten aber bedenken, dass auch sie einmal älter werden und eine andere Generation nachwächst. Und was dann? Auch Zauberlehrlinge können nicht vorhersagen, wohin die Reise geht, die anzutreten sie uns zwingen wollen und in der Regel werden sie die Geister, die sie riefen, nicht so einfach wieder los.

 

Anmerkungen

[1] https://www.youtube.com/watch?v=0bwLt_5t73g

[2] Thomas Bargatzky: Der totalbefreite Mensch. Geolitico, 3. Oktober 2020. https://www.geolitico.de/2020/10/03/der-totalbefreite-mensch/

[3] Joseph Stiglitz: Im Schatten der Globalisierung. – Berlin: Siedler, 2002; Naomi Klein: The Shock Doctrine. – London: Penguin, 2007.

[4] Marshall Sahlins: The Sadness of Sweetness. The Native Anthropology of Western Cosmology. Current Anthropology, Band 17, 1996.

[5] Jan Fleischhauer: Kirche des ökologischen Glaubens. Spiegel Online, 12. März 2012. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-der-schwarze-kanal-kirche-des-oekologischen-glaubens-a-820751.html (Zugriff 14. Oktober 2020).

[6] Norman Cohn: The Pursuit of the Millennium. Revolutionary Millenarians And Mystical Anarchists of the Middle Ages. – London: Paladin, 1970.

[7] Paul Schwarzenau: Das göttliche Kind. Der Mythos vom Neubeginn. – Stuttgart: Kreuz Verlag, 1988.

[8] Eduard Norden: Die Geburt des Kindes. Geschichte einer religiösen Idee. – Leipzig: B.G. Teubner, 1931.

[9] Dabei hätte er doch beispielsweise nur den Aufsatz von Ansgar Neuhof konsultieren müssen: „Gretas Milliardäre – Millionen für den Klimawandel“. Tichys Einblick, 20. August 2019. https://www.tichyseinblick.de/meinungen/gretas-milliardaere-millionen-fuer-den-klimaaufstand/ (Zugriff 20. August 2019), oder die ach-so-schreckliche-und-gefährliche Junge Freiheit, die bürgerlich-konservative Wochenzeitung, deren Autor Hinrich Rohbohm vormacht, wie journalistisches Handwerk geht. In mehreren Artikeln gibt er einen guten Überblick über die Interessen hinter „Greta“. Sie wurden in einer Dokumentation zusammengefasst: „Die Akte Greta. Hintergründe und Hintermänner des Klimawahns“. JF Spezial, Herbst/Winter 2019. Die Skeptiker von gestern sind die „Rechten“ von heute.

[10] „Deutschlandfunk-Intendant erklärt, wie beim DLF zensiert wird“. Science Files, 22. September 2019. https://sciencefiles.org/2019/09/22/deutschlandfunk-intendant-erklart-wie-beim-dlf-zensiert-wird/, Zugriff 6. Juli 2020. Siehe dazu auch meinen Artikel „Wissenschaft & Ersatzreligion. Über Wissen und Scheinwissen“. Z für Zukunft, 3/2020, S. 16-18.

[11] Siehe Martin Kuckenburg: Lag Eden im Neandertal? Auf der Suche nach dem frühen Menschen. – Düsseldorf: ECON, 1997.

[12] Eine gut lesbare, anschauliche Zusammenstellung bietet Heinrich Zankl: Der große Irrtum. Wo die Wissenschaft sich täuschte. – Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2004.

[13] Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (2., revidierte und ergänzte Auflage). – Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1976.

[14] Die bei Wikipedia zugänglichen Grafiken veranschaulichen diese Mengenverhältnisse eindrucksvoll.

[15] Peter Kaiser: Die Rückkehr der Gletscher. Die Welt vor einer Naturkatastrophe. – Wien: Fritz Molden, 1971.

[16] Norbert Lossau: Ein Schmetterling kann Städte verwüsten. Die Welt, 18. April 2008. https://www.welt.de/wissenschaft/article1914384/Ein-Schmetterling-kann-Staedte-verwuesten.html. (Zugriff 13. Januar 2020).

[17] Zitiert nach Dirk Maxeiner und Michael Miersch: Lexikon der Öko-Irrtümer. – Frankfurt am Main: Eichborn, 1998, S. 143.

[18] Siehe die Enthüllungen des ehemaligen „ökonomischen Auftragskillers“ John Perkins: Confessions of an Economic Hit Man. – London: Random House, 2005; Ders.: The Secret History of the American Empire. – London: Plume/Penguin, 2007.

[19] Siehe Naomi Klein: The Shock Doctrine, 2007, S. 257-259.

[20] „On Behalf Of Environmentalists, I Apologize For The Climate Scare“. Environmental Progress, 29. Juni 2020. https://environmentalprogress.org/big-news/2020/6/29/on-behalf-of-environmentalists-i-apologize-for-the-climate-scare (Zugriff 13. Oktober 2020). Ein kurzer Bericht wurde von der Redaktion der „Tagespost“ veröffentlicht: „Klimawandel: US-Umweltschützer vollzieht Kehrtwende“. Die Tagespost, 3. Juli 2020. https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/klimawandel-us-umweltschuetzer-vollzieht-kehrtwende;art315,209860 (Zugriff 13. Oktober 2020). Die Plattform „Deutsche Wirtschaftsnachrichten“ veröffentlichte die deutsche Übersetzung seines Artikels in „Environmental Progress“, sie ist aber hinter einer Bezahlschranke und nur Abonnenten zugänglich.

[21] Walter Benjamin: Kapitalismus als Religion. In: Dirk Baecker (Hrsg.): Kapitalismus als Religion. – Berlin: Kadmos, 2009, S. 15-19.

[22] Dazu kritisch Eugene McCarraher: The Heavenly City of Business. In Andrew J. Bacevich (Hrsg.): The Short American Century. A Postmortem. – Cambridge: Harvard University Press, 2012.

[23] Vandana Shiva: International Institutions Practicing Environmental Double Standards. In: Kevin Danaher (Hrsg.), 50 Years Is Enough. The Case Against the World Bank and the International Monetary Fund. – Boston: South End Press, 1994; G. Forster und B. Sprengel: Unterwegs mit unserem Elektroschrott: Von Hamburg nach Ghana. Heise Online, 29. September 2018. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Unterwegs-mit-unserem-Elektroschrott-Von-Hamburg-nach-Ghana-4176261.html (Zugriff 16. Oktober 2020).

[24] Henryk M. Broder: Infantilisierung der Gesellschaft. Die Weltwoche, 28. August 2019. https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2019-35/titelgeschichte/infantilisierung-der-gesellschaft-die-weltwoche-ausgabe-35-2019.html (Zugriff 18. April 2020).

[25] Johanna Roth: Rentner, gebt das Wahlrecht ab. taz, 1. Juni 2019 https://taz.de/Kolumne-Der-rote-Faden/!5597166/ (Zugriff 14. Oktober 2020).

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Über Thomas Bargatzky

Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte von 1990 bis zu seiner Pensionierung 2011 Ethnologie an der Universität Bayreuth. Zuvor hatte er Lehrstuhlvertretungen in Tübingen und Heidelberg inne. Er unternahm Forschungsreisen in den Südpazifik und den Südwesten der USA. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit sicherheitspolitischen Fragen. Gegen Ende des Jahres soll sein neues Buch "Der Große Wahn. Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens" erscheinen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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fufu
fufu
1 Monat her

Das Bild Gretas sieht ja schon schoen gespenstisch aus… geheimnisvolle Maechte? Spass beiseite, wir lernen ja heute einiges aus der KI-Forschung ueber das menschliche Denken und seine Fallstricke. Bekanntes Beispiel, ein Bild mit viel blau kann von einem neuronalen Netz im Laufe des Lernprozesses unter Umstaenden als Schiff interpretiert werden, Kindern geht es im Rahmen des Spracherwerbs manchmal aehnlich. Ein Gedankensprung. Manche hier auf GEOLITICO betrachten die befuerchtete dystopische Zukunft wo globale Konzerne die Menschen kontrollieren als Kommunismus, aber wuerde man es nicht eher als Monopol- oder Spaetkapitalismus bezeichnen? Die arme Greta ist also fuer die einen Heilsbringerin die die… Read more »

Gustav
Gustav
Reply to  fufu
1 Monat her

“Unstreitig ist doch, dass unsere auf Kohlenstoff basierte Wirtschaft zu unzaehlichen Kriegen gefuehrt hat….” …und wenn der Ostwind bläst, steigen an der Wallstreet die Kurse…. “An der Frage ob sich hoehere Bewusstseinsstufen, die niedere Reflexe und Emotionen kontrollieren, durchsetzen wird sich die Zukunft der Menschheit entscheiden…..” Na klar, die “neue” Umschreibung für den utopischen Menschen der Marxisten…. Der Kapitalismus in seinem ursprünglichen und korrekten Sinne bedeutet das Privateigentum an Gütern und Produktionsmitteln sowie den freien Wettbewerb bei der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen. Der Superkapitalismus, der als in ganz wenigen Händen konzentrierter Finanzkapitalismus bezeichet werden kann, ist nicht nur grundverschieden… Read more »

fufu
fufu
Reply to  Gustav
1 Monat her

Sie sehen scheint’s hinter jeder Ecke Kommunisten, ich kenne keinen einzigen mehr. Geld braucht man im echten Kommunismus nicht, Putin meint das waere sowas wie das Christentum. Ich hoffe Ihnen damit weitergeholfen zu haben.

Aspasia
Aspasia
Reply to  fufu
1 Monat her

Mao, Stalin, Hitler, Honnecker… sie alle wußten, wie man Kinder und Jugendliche für ihre Ideologien schreien, tanzen, brüllen lassen konnten.

Und wenn die Macht um Acht und die anderen Hofberichterstatter lange genug dem untertänigen und allgläubigen Volk eintrichtern, daß die Erde eine Scheibe ist, dann – so ist zu fürchten – wird das auch wieder geglaubt…

dragaoNordestino
1 Monat her

Nach Monaten der lodernden Brände und Hitzerekorden von Sibierien bis Südamerika, kommt dieser Artikel eher schräg rein. …..

Last edited 1 Monat her by dragaoNordestino
Konrad Kugler
Konrad Kugler
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

Der Wald fängt auch bei 60 Grad nicht zu brennen an und Sibirien ist ein klein wenig größer als daß dort überall Hitzerekorde erfolgen.

Also weniger TV-Glauben, dafür weitere Infomöglichkeiten nutzen. Ich kann EIKE und ScienceFiles sehr empfehlen.

dragaoNordestino
Reply to  Konrad Kugler
1 Monat her

@Konrad Kugler ….

Also weniger TV-Glauben, dafür weitere Infomöglichkeiten nutzen

Einige scheinen die Zeichen nicht zu erkennen, selbst wenn die Rauchschwaden rund um den Globus düsen…… und in Sibirien die Permafrostböden auftauen… was so einige Verankerungen von Öldepots einfach umkippen lies…

unter anderem versteht sich.

Aspasia
Aspasia
Reply to  Konrad Kugler
1 Monat her

Zur Erinnerung an alle, die immer noch auf der Schiene der “menschengemachten Klimahysterie” herumorgeln: Der Klima-Guru Michael Shellenberger hat sich bereits vor einem Jahr für seine klimahysterischen Äußerungen bezügl. CO2 öffentlich entschuldigt. Es stimme hinten und vorne nicht. (Das wurde allerdings – wie zu erwarten – nicht durch die staatlich subventionierte Systempresse kommuniziert.) Ebenso sagt es Prof. Fritz Vahrenholt (Uni HH), der CO2 als Pflanzennahrung hervorhebt, die zur Sauerstofferzeugung notwendig ist in seinem Buch: “Die unbequeme Nachricht”. oder Wahrheit? ich muß mal nachsehen. Der CO2 Mythos eignet sich hervorragend für unverantwortliche Politiker zur Steuerabpressung des verängstigten und mittlerweile durch Dauermanipulation… Read more »

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
1 Monat her

Wieder ein lohnender Artikel. Die Ausführungen zum “göttlichen Kind” mögen für Außenstehende etwas übertrieben erscheinen, doch sind sie der Sache angemessen. Auch die Formulierung „Kirche des ökologischen Glaubens“ beschreibt sehr schön das, was ist. Wir leben eben wirklich in einer Zeit der Wiederkehr des Religiösen und des Irrationalen – freilich in neuem Gewand. Die Kultstätten sehen ja heute anders aus als früher und die Priester ebenfalls. Der Geist der Aufklärung ist aber – wenn man den ganzen Globus betrachtet – so sehr am Ende wie noch nie seit 1800. — @ DragaoNordestino Haben Sie den Artikel eigentlich genau gelesen? Herr… Read more »

dragaoNordestino
Reply to  Wolfgang Wirth
1 Monat her

@Wolfgang Wirth ….. Vielleicht haben Sie auch überlesen, in welchem Maße der unwissenschaftliche(!) Klimakult mit den Interessen neoliberaler Oligarchen kompatibel ist. Nein dies habe ich nicht überlesen…. jedoch muss dazu eben auch festgehalten werden, dass auch jede Menge neoliberaler Maximal-Profit-Kapitalisten davon profitieren, wenn die Klima-Dessidenten alles, in Form dieses Artikels oder gar a la “EIKE” zerreden können. Die heute gängige eindimensionale lineare Fixierung auf das Kohlendioxid dürfte dieser Kompelexität ebenfalls nicht gerecht werden. Ausser den Klima- und Umweltdissidenten, ist kein Mensch auf das Kohlendioxid fixiert…. die meissten wissen, dass dies alles weit aus komplexer ist…. gerade jetzt in Coronazeiten kommt… Read more »

Last edited 1 Monat her by dragaoNordestino
Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

@ DragaoNordestino Was Sie mir mit dem Link zu Fritz Reheis präsentieren bzw. empfehlen, das ist Sozialismus, allerdings ohne dass das Wort dort verwendet wird. Also Neosozialismus. (Eigentlich auch kein Wunder, gehört Reheis doch mit dem Jahrgang 1949 der geistig gefährdeten Generation an – doch das nur am Rande.) Was mich an Reheis´ Ausführungen am meisten irritiert oder auch zurückschrecken lässt, das ist keineswegs die Zielrichtung seines Wollens: also Entschleunigung oder auch die Resonanz zu den Dingen. Das sind durchaus vernünftige und fast schon weise Vorstellungen. Jetzt kommt das Aber: Derartiges Wollen soll nur jeder Einzelne für sich selbst auf… Read more »

fufu
fufu
Reply to  Wolfgang Wirth
1 Monat her

@Wirth

Es gibt nichts Neues unter der Sonne, aber wir arbeiten dran. Bald wird die Sonne auf Erden erstrahlen in Form des Fusionsreaktors, das ewige Leben, die Schaffung virtueller Welten… sonst waere es doch langweilig.

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  fufu
1 Monat her

Da ich nicht ironiefähig bin, hätte ich gerne eine sprachlich verständlich Fassung Ihres kryptischen Kommentars

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

@dragao

Die “Klimaleugner” werden sich halt mit den Konsequenzen der Oelkriege und der Trockenheit in gewissen Regionen auseinandersetzen muessen. Alles kommt zurueck.

fufu
fufu
1 Monat her

Von Jesus gibt es scheint’s so einen Spruch “Sehet die Welt wie die Kinder…”. Kann ich als Nichtchrist nachvollziehen. Von der vorigen Generation haben Greta und ihre Juenger nichts zu lernen.

Greenhoop
Greenhoop
Reply to  fufu
1 Monat her

Das Christentum ist lediglich eine Metapher, Jesus ist der “Sohn = Sonne” Gottes und einem schon 15x vorher nahezu identisch sich wiederholendem Handbuch folgend. Jesus hat mit Sicherheit gar nichts gesagt, totales Mißverständnis des Alten- und Neuen Testaments. Wäre schön, auf GEOLITICO auch hierzu einmal einen entsprechenden Artikel lesen und diskutieren zu können.

fufu
fufu
Reply to  Greenhoop
1 Monat her

Jesus=Sonne, nicht unmoeglich. Heidnische Elemente und Fragmente griechischer Philosophie, im Zitat die Epistemiologie Epicurs.

Martina Grundig
Martina Grundig
Reply to  fufu
1 Monat her

Solch ein langer Artikel über die heutige “Umweltkatastrophe”; die nichts anderes ist als ein Lauf der Zeit. Wir, die Deutschen, die Europäer, Amerika und alle anderen leben in einem Zeitraum, der besser ist als vorherige. Wenn es nicht so wäre, gäbe es keine 7 Mia. Menschen auf der Erde. CO2 ist das Lebenselexier der Pflanzen, die uns und unsere Nutztiere letztendlich am Leben erhalten. Wir haben dieses Potential in den Griff bekommen, sonst wären wir nicht so viele geworden. Könnt Ihr lieben alternativen Medien nicht endlich dieses nervige Kompetenzvakuum, namens Greta aus Eurer Berichterstattung weg lassen. Alle wissen, von wem… Read more »

fufu
fufu
Reply to  Martina Grundig
1 Monat her

Haben Sie den Trick nicht verstanden? In der “Klimareligion” steckt ein wahrer Kern. Der Trick liegt in der Perversion der Inhalte.

der-5-minuten-blog.de
1 Monat her

Greta und Die Kirche des ökologischen Glaubens

ein guter Titel! Interessant wird es aber erst, wenn deren Gläubigen klar wird, wie hoch auch für sie persönlich diese spezielle Kirchensteuer anfallen wird.

Ich denke da an zum Beispiel eine sich drastisch ausweitende CO2-Steuer. Oder die tatsächliche Einführung einer Kerosinsteuer (Theoretisch gibt es die übrigens bereits. Wird nur nicht genutzt)

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
Reply to  der-5-minuten-blog.de
1 Monat her

Gefällt mir – “Kirchensteuer für die Kirche des ökologischen Glaubens”. Aber keine Bange, die werden wir gerne entrichten – schließlich geht es ja um “Höheres” (siehe meinen Kommentar unten zur deutschen Krankheit namens “Hegelitis”).

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
1 Monat her

An alle Foristen, mit der Bitte um Kenntnisnahme:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article13466483/Die-CO2-Theorie-ist-nur-geniale-Propaganda.html

dragaoNordestino
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

@Thomas Bargatzky

An alle Foristen, mit der Bitte um Kenntnisnahme:

Hmmmm … Veröffentlicht am 04.07.2011 

da sind wir eigentlich schon lange dran vorbei……

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

Eben, so lange ist das schon bekannt! Aber machen Sie sich nichts daraus, ich habe es auch erst vor drei Tagen von einem Freund zugeschickt bekommen – schien mir wichtig genug, es mit den Foristen zu teilen. Für den gegenwärtigen Diskussionsstand verweise ich auf die Fußnote 20 meines Artikels und auch auf Michael Shellenbergers in diesem Jahr erschienenes Buch “Apocalypse Never. Why Environmental Alarmism Hurts Us All”. Ich werde es aber wohl nicht selbst lesen, aus Gründen, die ich in meinem jetzt gleich zu schreibenden Kommentar kurz schildern werde.

fufu
fufu
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

Die Fixierung auf das CO2 mit grosser Wahrscheinlichkeit falsch. Unbestritten ist wohl, dass CO2 seit Beginn der Industrialisierung angestiegen ist und dass es waermer geworden ist. Das beweist natuerlich nicht, dass diese Erwaermung menschengemacht ist und dass hier ein kausaler Zusammenhang mit dem CO2-Anstieg zu sehen ist. Aber der CO2-Anstieg koennte z.B. ein allgemeiner Indikator fuer menschliche Aktivitaet sein, Kohle und Erdoel als Basis der Wirtschaft in den entwickelten Laendern und Abholzung von Waeldern in Entwicklungslaendern aufgrund der steigenden Bevoekerungszahl und zur Energie- und Landgewinnung zum Zweck der Viehzucht oder fuer die Futtermittelerzeugung. Das Argument, mehr CO2 sei ja gut… Read more »

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
1 Monat her

Anmerkungen zur Diskussion Vorab meinen Dank an Wolfgang Wirth – Sie haben 100%ig richtig dargestellt, was ich sagen wollte (sogar in wenigen Worten noch klarer) und auch versucht, Ihrem Dialogpartner zu vermitteln, daß ich eben keine naturwissenschaftlichen Aussagen zur Frage des menschlichen Faktors bei der Erderwärmung mache, sondern den Umgang mit dieser Frage kritisch erörtere. Nun lese ich aus vielen Kommentaren aber die Sorge um die Folgen der Erderwärmung (Brände, Sibirien, etc.) heraus, was ja verständlich ist. Ich möchte mich aber weder jetzt noch später inhaltlich dazu äußern, einfach weil mir die Kenntnisse fehlen. Ich gestehe zwar, ein Skeptiker zu… Read more »

dragaoNordestino
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

@Thomas Bargatzky ….

Ich möchte aber gerne mit einem politischen Aspekt nachlegen, den ich mir im Artikel erspart habe, um ihn nicht noch länger zu machen, als er schon ist. Es geht um die Absichtserklärungen der politischen Klasse, bis 2035 die benzingetriebenen Autos abzuschaffen und bis 2050 Europa zu einem “klimaneutralen Kontinent” zu machen.

Ihrer Konklusion dazu, möchte ich mich fast uneingeschränkt anschliessen. …..

mit einer kleinen Einschränkung zu Batterien….

Plastikbatterien, die kein Feuer fangen, werden für die Massenproduktion eingestellt

https://asia.nikkei.com/Business/Electronics/Plastic-batteries-that-won-t-catch-fire-set-for-mass-production

Last edited 1 Monat her by dragaoNordestino
Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

Vielen Dank für den Hinweis!

fufu
fufu
Reply to  dragaoNordestino
1 Monat her

Es gibt Batteriekonzepte die nicht auf Lithium basieren sondern auf dem in der Erdkruste weitverbreitetsten Metall Aluminium. Ich befuerchte fast sie werden zurueckgehalten um die Investitionen in konventionelle Energietraeger nicht vorschnell abschreiben zu muessen.

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

Nachtrag zu meinem Kommentar

Gerade gefunden: Polen baut Kernkraft aus:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/507103/Renaissance-der-Kernkraft-in-Europa-Polen-steigt-in-die-Atomenergie-ein-Deutschland-mit-Energiewende-isoliert?utm_content=link_6&utm_medium=email&utm_campaign=dwn_telegramm&utm_source=mid458&f_tid=3a31f643bf760b33ec9967b0252179cf

fufu
fufu
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

Benzinmotoren wird es 2050 nicht mehr geben. Das hat keine ideologischen Gruende sondern ist eine Frage des Preises.Die Zeit billigen Oels ist vorbei, wenn es auch derzeit nicht so scheint. Oel und Erdgas werden zu schade zum Verbrennen sein und fuer andere Zwecke genutzt werden. Die Kernenergie koennte ein come-back sehen.

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
Reply to  fufu
1 Monat her

Benzinmotoren wird es 2050 nicht mehr geben.

Vielleicht doch, wenn sich die Minderheitenmeinung von V.A. Krajuschkin und William Engdahl als richtig erweisen sollte: dass Öl anorganischen Ursprungs ist und noch in reichen Mengen zur Verfügung steht (Engdahl: Es klebt Blut an euren Händen. Die geheimen Machenschaften der Öl-Multis, 2012, Kap. 10). Was aus Minderheitenmeinungen werden kann, wissen wir ja. Allerdings würden wir uns dann mit ganz anderen Kriegen um das Öl konfrontiert sehen: nicht um den Zugang zu sichern, sondern um ihn zu verhindern, zur Bewahrung des Petrodollar-Systems.

fufu
fufu
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es geht aber nicht darum ob es kein Oel mehr gibt sondern billiges Oel. Einfach mal “energy return on invested energy” oder EROI googlen. Die einfach auzubeutenden Vorhaben sind erschlossen.

fufu
fufu
Reply to  fufu
1 Monat her

Ich muss der Vollstaendigkeit halber ergaenzen, dass “energy return on invested energy” ein voellig anderes Konzept als EROI (energy return on investment) ist. So konnten die USA in den USA ein reales Produkt, shale oel, mittels grossem Einsatz von Papier produzieren. Und selbst das rechnet sich nur ab einem Oelpreis von ueber 50$.

fufu
fufu
Reply to  fufu
1 Monat her

Bitte die Fragmentierung meines Kommentars zu entschuldigen. Bei shale oel wird die Erdkruste nach den Resten von Kohlenwasserstoffen ausgequescht. Und dann geht darum zu den ueberteuerten Preisen Abnehmer zu finden, wer wohl?

Na die die auch Monsanto gekauft haben.

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  Thomas Bargatzky
1 Monat her

Merci !

Thomas Bargatzky
Thomas Bargatzky
1 Monat her

PS: Tippfehler in meinem Kommentar bitte ich gnädig zu übersehen.

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8 Tage her

[…] ein, ohne deren Tun einmal grundsätzlich zu hinterfragen. Auf GEOLITICO haben wir das Phänomen hinlänglich durchleuchtet. Will heißen, die geringe Wertschätzung und Unterstützung der Bewegung und das geringe Interesse […]

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