Wie wir arabische Gettos verhindern

Wer die Spaltung der Gesellschaft in muslimische Clan-Strukturen und damit in Parallelgesellschaften verhindern will, muss  Asyl und Einwanderung entkoppeln.

Dieser Tage veröffentlichte das Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) eine Studie von Sebastian Braun vor, in der dieser sich mit der beruflichen Integration von Asylanten beschäftigt. Die Aussichten in der ersten Generation einen legalen Job zu bekommen seien nahe Null, so das Ergebnis seiner Studie.

Braun beschäftigte sich auch mit der interessanten Idee, die Asylanten dorthin zu verbringen, wo Wohnungen leerstehen, nämlich in strukturschwache Gebiete. Diese Idee, mit den Flüchtlingen die ausgebluteten Regionen Ostdeutschlands wiederzubeleben, würde nicht aufgehen, so der IfW-Forscher.

„Nicht zuletzt weil es in den Großstädten oft eine Community von Landsleuten gibt, werden viele Geflüchtete mittelfristig nach Berlin, Hamburg oder München ziehen.“

Ein Leben für die Großfamilie

Die Durchsetzung einer Wohnortbindung sei illusorisch. Sebastian Braun hat wohl Recht. Erfahrungen der Binnenwanderung in arabischen Staaten bestätigen seine Forschungsergebnisse. Die arabischen Gesellschaften sind letztlich planwirtschaftlich organisiert, wobei die Clan-, Familien- und Stammeszugehörigkeit die entscheidende Rolle spielt. Eine ungeplante und chaotische Binnenwanderung hat es in Arabien nie gegeben. Araber und Berber sind in der Regel nur umgezogen, wenn der Clan am anderen Ort bereits Fuß gefasst hatte und der Umzug innerhalb des Clans, der Familie oder des Stammes abgestimmt war.

Ein Leben ohne die Familien- oder Clanstruktur ist für Araber und Berber, aber auch beispielsweise für Somalis nicht auf Dauer denkbar. Familie und Stamm kommen noch vor der Katastrophe. Bei jeder Art von gesellschaftlicher Interaktion, wie Arbeit, Kriminalität, Feiern, Konflikte, Behördenerledigungen spielt die Großfamilie die entscheidende Rolle.

Die Kommunikation zwischen den Clans wird bei offiziellen und offiziösen Inhalten von Bedeutung über die Familienchefs abgewickelt. Man hau rayiysihu? (Wer ist hier der Chef) ist die wichtige Frage. Ein getrenntes Leben von dieser Familien- oder Stammes-Gemeinschaft ist für den einfachen Mann so unmöglich wie ein Weiterleben eines Körperteils nach der Amputation.

Wie ethnische Solidarität funktioniert

Ein Umzug in ein Wohngebiet, welches von anderen Familienverbänden, oder gar von fremden Stämmen bevölkert wird, ist zumindest riskant. Als Einzelner wird man sich hier nicht oder nur eingeschränkt gegen fremde Dominanz behaupten können. Natürlich gibt es Ausnahmen. Araber mit einem höheren Bildungsstand können sich durchaus erfolgreich abnabeln. Oft habe ich jedoch erlebt, dass sie in die Familie zurückkehren, wenn sie älter werden und die Gelegenheit dazu besteht, so dass die Emanzipation vom Stamm nur temporär war.

Der Geschichtsprofessor Peter von Sivers beschrieb in der „Geschichte der arabischen Welt“:

„Ethnische Solidarität bei der Eroberung eines Marktes oder der Verteidigung eines Marktvorsprungs war natürlich nichts Neues. (…) und so war es seit unvordenklichen Zeiten gewesen. (…) Ethnische Solidarität ist vielmehr das spontane Mittel all derjenigen, die nur mit ihrer Arbeitskraft, also ohne Kapital, in den Markt eintreten.“

Auf Marokko bezogen:

„Ganz unten in der Hierarchie der städtischen Bevölkerungsschichten befanden sich die Zuwanderer, die (…) ethnisch homogen und sozial strukturiert waren. In den vierziger Jahren etwa kam kein Zuwanderer nach Casablanca oder Rabat, der nicht wusste, wohin er in der bidonville (Anmerkung: Barackenstadt) zu gehen hatte. Ein Chleuh aus dem Antiatlas z.B. kannte genau den Gewürz- oder Gebrauchtkleiderladen, in dem er einen seiner Vettern ablösen und wo er leben, schlafen, verkaufen und sparen sollte (…) Andere ethnische Gruppen dominierten im Gartenbau, im Holzkohlen- oder Geflügelverkauf.“

Handels- und Gewaltmonopole

Nicht anders geht es in unseren Großstädten zu. Die Völker, Stämme und Clans sind Zusammenschlüsse, die gerade im Kampf gegen gleich strukturierte Verbände unentbehrlich sind. Denn der Kampf um die knappen Ressourcen findet vor allem unter den verschiedenen Einwanderern statt, erst danach mit den deutschen Eingeborenen. Der Kampf bei den Tafeln um abgelaufenes Essen oder die Konkurrenz um Wohnraum sind da eher Ausnahmen.

[poll id=“2″]Wenn von Mord und Totschlag berichtet wird, so sind vorrangig Ausländer untereinander betroffen. Rauschgifthandel und alle Arten von harter Ausländerkriminalität fordern zunächst Einwanderer als Todesopfer. Wenn zum Beispiel in Berlin ein Fahrzeug in die Luft gesprengt wird, kann man davon ausgehen, dass kein Deutscher drin saß.

Im Kampf um Gebiete, in denen auf deutschem Boden Handels- und Gewaltmonopole errichtet werden, ist die ethnische bzw. familiäre Struktur unverzichtbar. Aber auch im legalen Handel und bei seriösen Dienstleistungen deuten sich Monopole an, die auf Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnissen beruhen. Und zwar nicht zwischen Arbeiter und Unternehmer, sondern zwischen Ethnien. Schwer zu verstehen von spätmarxistischen Soziologen, die immer noch auf einer historisch-materialistischen Endmoräne hocken und Stammessachen unter „alles Nebenwidersprüche“ verorten.

Wunschbild von der Welt

Eine konsequente Trennung von Asyl und Einwanderung steht unmittelbar auf der Tagesordnung, um die Spaltung der Gesellschaft in Familienstrukturen zu beenden. Asylanten sollten ihr Asyl wieder verlassen, wenn der Bürgerkrieg zu Hause beendet ist.

Der Kampf gegen die Gettoisierung ist wegen diesen afrikanischen und asiatischen Bräuche und Gewohnheiten ein Kampf gegen Windmühlenflügel.

Den tonangebenden Politikern wie Claudia Roth, Katrin Göring-Eckardt und Angela Merkel erschließen sich diese Gesetzmäßigkeiten nicht wirklich, die darauf basieren, dass Blut dicker als Tinte ist. Obwohl seit Jahrzehnten Ausländer in Deutschland leben, ist das nächste Getto terra incognita, unbekanntes Land. Die Damen haben ein Weltbild, welches sich an Wünschen und nicht an Realitäten orientiert.

Eine russische Anekdote behandelte die Zweifel an der politischen Bildung der Staatsführung. Anfrage an Radio Jerewan: „Trifft es zu, dass die Hälfte der Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Idioten sind?“ Antwort: „Unsinn. Die Hälfte der Mitglieder sind keine Idioten.“

 

Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel