Der Abstieg der Börsenriesen

Tesla Elektroauto / Boersenriesen / Aktienmärkte / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; Blomst: https://pixabay.com/de/photos/tesla-tesla-model-x-aufladen-1738969/ Tesla Elektroauto / Boersenriesen / Aktienmärkte / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; Blomst: https://pixabay.com/de/photos/tesla-tesla-model-x-aufladen-1738969/

An den Aktienmärkten wird Optimismus verbreitet. Unser Autor ist ganz anderer Ansicht. Er prophezeit den Abstieg von Börsenriesen wie Apple, Amazon und Tesla.

Die große Mehrheit der Fondsmanager sagt – wie immer – steigende Aktienkurse für das kommende Jahr vorher. Von 134 Fondsmanagern, die von Bloomberg befragt wurden, prognostizieren 71 Prozent steigende Kurse und 19 Prozent fallende, der Rest erwartet eine Seitwärtsbewegung. Im Durchschnitt rechnen die Fondsmanager mit Kursgewinnen von 10 Prozent an den Weltaktienmärkten.

Konsequenterweise beträgt die Cash-Quote der US-Investmentfonds nur 2,8 Prozent. Sie beginnen das neue Jahr also voll investiert. Als Käufer können sie folglich nur noch aktiv werden, wenn sie neues Geld erhalten. Sollte es hingegen zu Mittelabfüssen kommen, weil Anleger Kasse machen wollen, dann müssen sie verkaufen.

Zinserhöhungen wirken zeitverzögert an Aktienmärkten

Ich teile diesen Börsenoptimismus nicht. Und dafür gibt es gute Gründe. Erstens zeigt die mittelfristige Markttechnik, die auf einer Vielzahl von Indikatoren basiert, eindeutig sinkende Kurse. Sie spricht also für eine Fortsetzung des Kursverfalls.

Zweitens gilt das auch für die Charttechnik. Die wichtigen Indizes befinden sich in klaren Abwärtstrends und zeigen Muster, die für Bärenmärkte (Kursrückgänge) charakteristisch sind.

Drittens schließlich sprechen die geldpolitischen Rahmenbedingungen ebenfalls ohne Wenn und Aber für fallende Aktienkurse. Zinserhöhungen wirken mit einer langen Zeitverzögerung. Die Folgen der stark gestiegenen Zinsen werden erst im Lauf des nächsten Jahres spürbar, sowohl in der Realwirtschaft – in Form einer vermutlich schweren Rezession – als auch an den Finanzmärkten.

Abstieg der Börsenriesen

Im Oktober habe ich hier bereits auf die Topformation der Apple-Aktie hingewiesen. Jetzt hat sich der Kurs erneut der unteren Begrenzung dieser Formation genähert und droht nach unten auszubrechen. Die Aktie ist fundamental hoch bewertet und in einer ganzen Flut von Fonds, ETFs und Indizes mit einer sehr hohen Gewichtung enthalten. Sobald hier Mittelabflüsse beginnen, wird es automatisch zu Verkäufen der Apple-Aktie kommen.

Auch auf das Börsenschwergewicht Amazon hatte ich im Herbst hingewiesen. Die Aktie ist seither zwar schon um 25 Prozent gefallen. Aus fundamentalen Gründen erwarte ich bei dieser immer noch extrem überbewerteten Aktie erheblich niedrigere Kurse. Der Bereinigungsprozess im Bereich Cloud-Computing, in dem Amazon hohe unternehmerische Risiken eingegangen ist, hat gerade erst begonnen.

Abschließend möchte ich an dieser Stelle auch noch Tesla nennen, ein weiteres fundamental extrem überbewertetes Börsenschwergewicht. Die Tesla-Aktie ist gerade aus einer sehr mächtigen Topformation nach unten ausgebrochen. Im dritten Quartal hat das Unternehmen 22.000 Autos mehr produziert als ausgeliefert, und auf der Beliebtheitsskala hat der Wind für das Verkaufsgenie Elon Musk gedreht.

Die nächste Abwärtswelle rollt

Die kurzfristige Markttechnik deutet jetzt ebenso wie die Chartanalyse darauf hin, dass die kurzzeitige Erholung der Märkte in den vergangenen Monaten vorüber ist und die nächste Abwärtswelle begonnen hat. Mit ausgewählten Short-Positionen können Anleger von fallenden Aktienkursen profitieren. Darüber hinaus hat der Edelmetallsektor entgegen dem allgemeinen Börsentrend starke Kaufsignale gegeben.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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