Öl-Aktien schmieren die Börsen

Bohrinsel Oel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; keridjackson: https://pixabay.com/de/photos/bohrinsel-%C3%B6l-plattform-ozean-rig-5232047/ Bohrinsel Oel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; keridjackson: https://pixabay.com/de/photos/bohrinsel-%C3%B6l-plattform-ozean-rig-5232047/

Gerade die politisch angetriebene Dekarbonisierung der Weltwirtschaft, also die Abkehr von fossilen Energieträgern, führt aktuell zu einer höheren Ölnachfrage.

Investitionen in Öl zahlen sich aus. Verschiedene Ölaktien sind in den vergangenen Wochen zwischen 20 Prozent und 35 Prozent gestiegen. Die jüngste Aufwärtswelle dieser Aktien ist noch jung, es werden weitere Kursgewinne folgen. Das längerfristige Kurspotenzial ist außerordentlich hoch, da die Aktien im Unterschied zum großen Rest der Börse extrem attraktiv bewertet sind.

Darauf habe ich übrigens schon im November 2020 aufmerksam gemacht. Damals standen die Ölwerte noch ganz am Anfang eines langfristigen Aufwärtstrends. Jetzt haben sie ihre erste große Korrektur in diesem Trend beendet. Sie befinden sich also auf dem Weg zu neuen Hochs, das manche von ihnen sogar jetzt schon erreicht haben.

Nachfrage nach Öl steigt durch die Klimaschutzpolitik

Die langfristigen Rahmenbedingungen, die ich damals analysiert und als überaus lohnenswert bezeichnet habe, sind nach wie vor intakt. Durch die Russlandsanktionen werden sie sogar noch verstärkt.

Die Ölnachfrage wird in den kommenden zehn bis 20 Jahren weiter steigen. Erst dann wird eine ehrgeizige Klimaschutzpolitik vielleicht für eine sinkende Nachfrage sorgen. Ironischerweise führt gerade die politisch vorangetriebene Dekarbonisierung der Weltwirtschaft, also die Abkehr von fossilen Energieträgern auf sogenannte erneuerbare Energien zunächst zu einer höheren Öl- und Rohstoffnachfrage. Denn der Bau von Windrädern, Solaranlagen, Stromleitungen und Elektromobilen und deren Infrastruktur verschlingt riesige Mengen an Rohstoffen wie Kupfer, Nickel, Silber, Lithium oder Kobalt, deren Gewinnung und Verarbeitung wiederum sehr energieaufwendig ist.

Während die Ölnachfrage steigen wird, kann das Angebot vermutlich nur noch geringfügig erhöht werden. Darauf lassen die jüngsten Äußerungen des saudi-arabischen Prinzen Mohammed schließen, der kürzlich ein lang gehütetes Staatsgeheimnis gelüftet hat, dessen Bedeutung für die weltweite Energieversorgung kaum zu überschätzen ist.

Frühe Phase einer großen Hausse

Meine Analysen lassen keine Zweifel: Der klassische Energiesektor befindet sich in der frühen Phase einer langfristigen Hausse, die wahrscheinlich viele Jahre anhalten wird. Dafür sprechen neben der fundamentalen Bewertung auch die Sentimentindikatoren und die sehr bescheidene Resonanz, die meine Ausführungen zu den großen Chancen in diesem Sektor bisher hervorgerufen haben. Genau das ist typisch für die frühe Phase einer großen Hausse.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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