ABBA-Voyage mit Dancing Queen Silvia

GEOLITICO ROYAL

Schweden / Koenigspalast / ABBA-Voyage /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Giraffew; https://pixabay.com/de/photos/der-k%c3%b6nigliche-palast-schweden-377913/ Schweden / Koenigspalast / ABBA-Voyage /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Giraffew; https://pixabay.com/de/photos/der-k%c3%b6nigliche-palast-schweden-377913/

Schwedens Königspaar Carl Gustav und Silvia flogen zur ABBA-Voyage-Premiere nach London ein. Und Spaniens Ex Juan Carlos durfte wieder einmal nach Hause.

Erneut erreichten uns Fragen von Lesern, diese Woche zum Auftritt des schwedischen Königspaares bei der ABBA-Voyage-Premiere in London und zum Blitzbesuch von Juan Carlos in Spanien: Haben Silvia und Carl Gustav tatsächlich zu den ABBA-taren geschwoft? Besucht haben sie die Show in Erinnerung an einen Auftritt der Band 46 Jahre zuvor auf jeden Fall. Und hat Spaniens Juan Carlos diese Behandlung durch seine Familie verdient? Die Bourbonen sind nervös:

 „Warum sind Carl Gustav und Silvia extra zu ABBA nach London gereist?“, fragt Alexandra W. aus Rostock.

Das dürfte sich die Queen auch gefragt haben, die selbst nicht eingeladen war im Gegensatz zu ihren schwedischen Kollegen. Die Antwort lautet: ABBA und die schwedischen Royals verbindet eine Premiere, die fast schon ein halbes Jahrhundert zurückliegt. Am Vorabend der Hochzeit zwischen dem jungen König Carl XVI. Gustav und Silvia Sommerlath aus Heidelberg gab es in der Königlichen Oper in Stockholm eine glanzvolle Soirée mit klassischen Darbietungen und den jungen, erfolgreichen Popstars von ABBA. In barocken Kostümen sangen und tanzten die fabelhaften Vier auf der Bühne vor dem illustren Publikum mit der Premiere ihres neuen Hits „Dancing Queen“.

Anders als vielfach über die Jahre kolportiert haben ABBA das Lied nicht extra für Silvia geschrieben, es ist aber anlässlich der Gala 1976 uraufgeführt worden. Die musikalische Weltpremiere war gleichzeitig die Premiere für die Heidelbergerin auf der royalen Bühne, die sie mit ihrem Mann bis heute glänzend bespielt. Bei der ABBA Voyage-Show in London sollen König und Königin zu Dancing Queen das Tanzbein geschwungen haben – zumindest raunen davon Stars wie das australischer 80er Popsternchen Kylie Minogue oder Ex-Supermodel Kate Moss.

ABBA 1976…
…und heute als „ABBA-tare“.

Der Hit hat den beiden Royals Glück für ihre lange Ehe gebracht, jedenfalls überwiegend! Vor Jahren kam es in Schweden zu einem mittleren, medialen Erdbeben als in dem Buch „Der widerwillige Monarch“ (Geolitico Royal berichtete) enthüllt wurde, dass Seine Majestät sich angeblich gerne im Rotlichtmilieu der Hauptstadt aufgehalten und Affairen wie jene mit der „Army of Lovers“ Frontfrau Camilla Henemark gegönnt hätte. Pop meets Crown!

Silvia soll nicht sehr amüsiert gewesen sein ob der Untreue des edlen Gatten. Ein Familienrat soll einberufen worden sein, um dem König die Leviten zu lesen und über eine Imagekampagne zu beraten. Dem Monarchen haben letztlich seine Familie und die schwedische Öffentlichkeit verziehen und er ist nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Hoffentlich tanzt er mit Silvia zu ABBA nur noch zu zweit.

„Wieso war Juan Carlos so kurz in seiner Heimat und durfte angeblich nicht mal im Palast übernachten?“, wundert sich Peter K. aus Meiningen.

Also, Juan Carlos hat und macht seiner Familie leider immer wieder Probleme. Für nicht wenige Spanier ist der einst beliebte Herrscher inzwischen ein rotes Tuch, das wie beim Stierkampf bei seinen Landsleuten zu gewissen Aggressionen führt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sein Sohn und Nachfolger König Felipe möglichst wenig Aufhebens um den Kurzbesuch des Vaters machen wollte.

Nach seiner Flucht vor gut zwei Jahren zu seinen Scheich-Freunden in Abu Dhabi wegen diverser Ermittlungen der spanischen Staatsanwaltschaft (Geolitico Royal berichtete) ist dem Alt-König seitens der Justiz vergeben wegen Verjährung und mangels Beweisen. Einem Besuch in der Heimat stand somit juristisch nichts im Wege. Wenn da nicht die aufmüpfige linke Presse, seine gekränkte Gattin, Königin Sophia, und ein um den Fortbestand der Monarchie bangender Felipe VI. wären. Juan Carlos hat mit seinen zahllosen außerehelichen Eskapaden, Elefantenjagden und nicht zuletzt dubiosen Millionengeschäften seine einstige über Jahrzehnte aufgebaute Beliebtheit in kurzer Zeit ramponiert.

In den späten 70er und frühen 80er Jahren hatte er eine integrierende Funktion beim Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie eingenommen, für die er in Spanien wie international hohe Anerkennung genoss. Doch dieses Image wurde durch die in den vergangenen Jahren ans Tageslicht gekommenen Skandale erheblich ramponiert. Nicht nur er persönlich, auch die Familie und die Monarchie als Institution leidet bis heute darunter.

Bei seinem jüngsten Besuch ging es an die galizische Küste zu einer Regatta bei alten Freunden, mit denen der passionierte Segler früher selbst oft mitschipperte. Zu seiner wohl eigenen Überraschung kam es zu spontanem Beifall von Schaulustigen, die ihn haben hochleben lassen. Wahrscheinlich waren es hartgesottene Monarchisten, die Juan Carlos die Fettnäpfchen der Vergangenheit verzeihen und seiner Lebensleistung Respekt zollen wollten.

Beim anschließenden Blitzbesuch im vor den Toren Madrids gelegenen Zarzuela-Palast bei der Familie soll die Stimmung unterkühlt gewesen sein. Kenner des spanischen Hofs behaupten gar, dass sich Ehefrau Sophia geweigert haben soll, den Kurzzeit-Heimkehrer zu treffen. Die Verletzungen müssen tief sitzen und auch Felipe hatte kein Interesse, den Vater noch ein paar Tage im Palast zu beherbergen. Inzwischen weilt der Ex-Monarch wieder in den Emiraten und soll an einem längeren Aufenthalt in Spanien feilen. ¡Viva España!

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