Die Kaufkraft des Geldes wird vernichtet

Inflation / Geld / Quelle: Pixabyay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/euro-dollar-die-europ%C3%A4ische-union-1974711/ Inflation / Geld / Quelle: Pixabyay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/euro-dollar-die-europ%C3%A4ische-union-1974711/

Die Kaufkraft des Geldes schrumpft. Das spiegeln jetzt die jüngsten offiziellen Inflationszahlen für Deutschland wider. Die Zentralbanken sind handlungsunfähig.

Bitcoin und anderen Kryptowährungen sind lediglich die besonders kuriose Spitze der riesigen Spekulationsblase, die sich an den Finanz- und Immobilienmärkten gebildet hat. Viele behaupten zwar, Kryptowährungen seien das neue unabhängige Zahlungsmittel. Dem ist aber nicht so.

Tesla-Gründer und bisheriger Bitcoin-Cheerleader Elon Musk, der erst vor kurzem ein Bitcoin-Paket in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar erworben hatte und auch Zahlungen in Bitcoin für seine Elektroautos befürwortete, hat nun einen Rückzieher gemacht und Bitcoin als Zahlungsmittel wieder aufgehoben. Grund: Weil beim Mining sehr viel Strom verbraucht wird! Ich bin gespannt, ob dieser geniale Verkäufer irgendwann bemerkt, dass auch Elektroautos sehr viel Strom verbrauchen.

Geld soll immer weniger Kaufkraft besitzen

Die Flucht in Bitcoin und Kryptowährungen hatte und hat eine Ursache: Die völlig unseriöse Geld- und Staatsschuldenpolitik, die nahezu weltweit unter der Führung der US-Zentralbank betrieben wird. Diese soll ausdrücklich zu Geldentwertung führen – und das tut sie auch. Das spiegeln jetzt sogar die jüngsten offiziellen Inflationszahlen auch hier in Deutschland wider, obwohl die amtliche Inflationsberechnung stark geschönte Ergebnisse liefert.

Jetzt geben die Zentralbanker die Parole aus, die Inflation, die sie herbeigeführt haben, sei ein vorübergehendes Phänomen. Und wenn nicht, dann hätten sie die Mittel, die Geldentwertung jederzeit zu beenden.       

Diese Geldpolitik ist eine selbstgestellte Falle

Diese Propaganda ist gefährlich. Es ist zwar richtig, dass die Zentralbanken über das Mittel verfügen, die Geldentwertung zu bekämpfen. Doch wenn sie dieses Mittel – und das heißt Zinserhöhungen – zum Einsatz brächten, würde die riesige Spekulationsblase an den Aktien-, Immobilien- und Rentenmärkten sofort platzen, die Weltwirtschaft würde in eine schwere und langanhaltende Depression gestürzt und überschuldete Staaten und angeschlagene Unternehmen würden Pleite gehen. Kurz, das ganze Kartenhaus, das mit dem ständigen Einsatz der Gelddruckmaschine geschaffen wurde, würde kollabieren.           

Weil das so ist, werden die Notenbanker mit voller Rückendeckung der Regierungen ihre ultralaxe Politik fortsetzen – und die Kaufkraft Ihres Geldes vernichten.

Print Friendly, PDF & Email
5
6
votes
Article Rating

Unser Newsletter – Ihr Beitrag zur politischen Kultur!

Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments
Gerolf
Gerolf
4 Monate her

“… werden die Notenbanker mit voller Rückendeckung der Regierungen ihre ultralaxe Politik fortsetzen – und die Kaufkraft Ihres Geldes vernichten.” Denn würden die Notenbanken versuchen, den Geldwert zu stabilisieren, müssten sie u. a. die Zinsen erhöhen, das würde bedeuten, dass z. B. auch die Verschuldung der Staaten über den Zinsdienst nicht mehr tragbar wäre (von Tilgung ganz zu schweigen) und dass außerdem die alten Staatsanleihen mit zum Teil Negativverzinsung als Anlageform toxisch würden. Ja, aus der selbstgestellten Falle gibt es kein Entkommen, jedenfalls nicht mit Mitteln, die für die Bürger ein gutes Ende bedeuten würden. Seit gut 10 Jahren rast… Read more »