Was steigende Zinsen mit dem Goldpreis machen

Goldpreis / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library:PublicDomainPictures: https://pixabay.com/de/photos/gold-balken-reichtum-finanzen-163519/ Goldpreis / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library:PublicDomainPictures: https://pixabay.com/de/photos/gold-balken-reichtum-finanzen-163519/

Die Zinsen 10-jähriger US-Staatsanleihen sind seit August 2020 von 0,5 Prozent auf 1,7 Prozent gestiegen. Der Goldpreis fällt. Gibt es da einen Zusammenhang?

Steigende Zinsen seien schlecht für den Goldpreis, konnte man in letzter Zeit häufig lesen. Tatsächlich sind die Zinsen 10-jähriger US-Staatsanleihen seit August 2020 von 0,5 Prozent auf 1,7 Prozent gestiegen, während der Goldpreis von über 2.000 $ pro Unze auf 1.700 $ gefallen ist.

Auf den ersten Blick klingt die häufig vorgetragene Erklärung, der Zinsanstieg sei für diese Korrektur des Goldpreises verantwortlich, überzeugend. Bei genauerer Betrachtung steht diese These jedoch auf dünnem Eis und lässt sich mit Zahlen und Fakten nicht belegen. Um das zu erkennen, genügt ein kurzer Blick in die Finanzmarktgeschichte.    

Verlauf des Goldpreises

Beispielsweise kam es von Juni 2003 bis Juni 2006 bei 10-jährigen US-Staatsanleihen zu einem Zinsanstieg von 3,1 Prozent auf 5,2 Prozent. Und was geschah mit dem Goldpreis? Er stieg ebenfalls, von 345 $ pro Unze auf 650 $, was einem Anstieg von 88 Prozent entspricht. Die Details zeigt der folgende Chart, der den Verlauf des Goldpreises und der Zinsen abbildet.

Während die Zinsen damals von 3,1 Prozent auf 5,2 Prozent gestiegen sind, hat sich der Goldpreis fast verdoppelt. Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt
Während die Zinsen damals von 3,1 Prozent auf 5,2 Prozent gestiegen sind, hat sich der Goldpreis fast verdoppelt. Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Noch sehr viel deutlicher war das Geschehen in den 1970er Jahren. Damals stiegen die Zinsen in den USA von 6 Prozent auf ein Rekordniveau von fast 16 Prozent – und der Goldpreis vervierundzwanzigfachte sich in diesem Zeitraum.

Der Edelmetallsektor hat im August 2020 eine völlig normale Korrektur begonnen, nachdem er in den zwei Jahren zuvor um 70 Prozent gestiegen war. Völlig unabhängig von den Zinsen war eine Verschnaufpause überfällig, was auch mein Gold-Preisbänder-Indikator zeigte.       

Am Ende der Goldpreiskorrektur?

Im Rahmen dieser Goldpreiskorrektur haben meine Indikatoren und Prognosemodelle inzwischen starke Kaufsignale gegeben. Das gilt sowohl für Gold, Silber und Platin, als auch für die Minenaktien. Letztere gehören zu den ganz wenigen unterbewerteten Sektoren des US-Aktienmarktes, der sich ansonsten in einer riesigen Spekulationsblase befindet, die sogar die alten Rekorde der Jahre 1929 und 2000 hinter sich gelassen hat.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Greenhoop
Greenhoop
2 Monate her

13 Jahre nachdem ich mich das erste Mal für Gold interessierte sehe ich heute die Welt mit ganz anderen Augen. Es mag in absehbarer Zeit eine Goldpreiskorrektur geben und für ein kurzes Zeitfenster Schutz vor den anstehenden Verwerfungen bieten, allein die Zukunft wird die Menschheit in eine Öko-Diktatur führen und diese auf dem Weg dorthin kaum noch verschnaufen lassen. Auch wenn es für den ein- oder anderen Leser selbstverständlich zum Allgemeinwissen gehört, so dürfte der folgende DWN Artikel nochmals ein wichtiger Wachrüttler der zu erwartenden Probleme darstellen. Während man sich im DGF noch mit dem Debitismus herumschlägt bin ich der… Read more »

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