Grexit-Gefahr treibt Goldpreis

Die zunehmende Furcht vor der Zerstörung des Euros und der Wirtschaft durch Zentralbankbürokraten der EZB treibt Investoren in werthaltige Anlagen wie Gold.

Die Zeichen für den baldigen Staatsbankrott und/oder „Grexit“, wie der Austritt Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion in den Medien genannt wird, mehren sich. Beides habe ich schon 2010 als unausweichlich bezeichnet. Für die Entwicklung des Goldpreises sind der griechische Staatsbankrott und der Austritt des maroden Landes aus der Europäischen Währungsunion rundum bullish, wobei diese sich immer deutlicher als die Schwachsinnsunion entpuppt, die ihre Kritiker von Anfang an in ihr gesehen haben.

Sowohl der offizielle Staatsbankrott als auch der „Grexit“ werden den Völkern anderer maroder Nationen innerhalb und außerhalb Europas demonstrieren, was am Ende des Tages eine werthaltige Geldanlage in Zeiten unseriöser Geld- und Staatsschuldenpolitik ausmacht – und was im Unterschied dazu Schein und platte Propaganda ist.

Atemberaubende Kursgewinne?

Die Finanzgeschichte hat immer wieder gezeigt, dass Zentralbankbürokraten nur eines perfekt beherrschen: Die Zerstörung einer Währung und die damit einhergehende Auslöschung des Mittelstandes. Dennoch wurde kürzlich ausgerechnet EZB-Präsident Mario Draghi in einer deutschen Tageszeitung in einer völlig absurden Verdrehung der Wahrheit als „Magier der Märkte“ bezeichnet. In Wirklichkeit ist Draghi ein Planwirtschaftler, ein verkappter Sozialist, und als solcher kein Magier, sondern ein Terminator freier Märkte, um einen treffenden Begriff zu verwenden, den mein Freund und Kollege Roland Leuschel in diesem Zusammenhang verwendet hat.

Dass der zweite Teil der langfristigen Goldhausse in Euro gerechnet längst begonnen hat, habe ich an dieser Stelle in den vergangenen Monaten bereits ausführlich dargelegt.[1] Inzwischen hat mit dem Preis-Momentum-Oszillator ein weiterer wichtiger Indikator diese Lagebeurteilung auf beeindruckende Weise bestätigt, indem er sich während der jüngsten Korrektur erstmals seit dreieinhalb Jahren auf eine Weise bewegt hat, die für Haussezeiten typisch ist.

Auch die Goldminenaktien haben eine bedeutende Veränderung erfahren und während der jüngsten Korrektur an den Edelmetallmärkten relative Stärke gezeigt. Das bestätigt nicht nur meine Prognose einer neuen Goldhausse. Es deutet auch darauf hin, dass dieser Aktiensektor in den Startlöchern für atemberaubende Kursgewinne steht – wie sie in allen früheren Haussen auch schon an der Tagesordnung waren.

Japan erfand das „Quantitative Easing“

Japan hat uns bereits einiges voraus. In der jüngeren Geschichte war Japan das erste Land, das bereits Ende der 1980er Jahre eine atemberaubende Aktienblase erlebte und kurz darauf auch eine Immobilienblase. Und es war nicht etwa der ehemalige Fed-Präsident Ben Bernanke, der „Quantitative Easing“ als geldpolitische Antwort auf geplatzte Spekulationsblasen wiederentdeckt und salonfähig gemacht hat, sondern japanische Zentralbankbürokraten, deren Namen inzwischen schon vergessen sind.

Außerdem hat Japan die älteste Bevölkerung und die höchste Staatsverschuldung aller Industrienationen. Ja, das Land der aufgehenden Sonne hat eindeutig die Nase vorn auf dem neokeynesianischen Weg der Linkspopulisten in den Niedergang.

Entwicklung Goldpreis pro Unze in Yen © Claus Vogt

Entwicklung Goldpreis pro Unze in Yen © Claus Vogt

Auch im Hinblick auf die Goldhausse hat Japan eine Führungsrolle inne. Wie auf dem obigen Chart zu sehen, ist der Goldpreis in Yen Ende vorigen Jahres aus einer Bodenformation nach oben ausgebrochen und anschließend bis in den Bereich seines Allzeithochs gestiegen. Es folgte eine charttechnisch geradezu perfekte Korrektur zurück an die Ausbruchslinie, wo inzwischen auch die steigende 200-Tage-Durchschnittslinie verläuft. Die nächste größere Kursbewegung wird den Goldpreis in Yen auf neue Allzeithochs führen. Schauen Sie nach Japan, wenn Sie wissen möchten, wohin die Reise auch im Rest der Welt gehen wird.

Anmerkung

[1] Claus Vogt, „Trendwende beim Gold möglich“, GEOLITICO vom 28. März 2015

Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel