Alice Schwarzer und das liebe Geld

Der Feminismus ist ihr lieb und teuer. Dafür hat Alice Schwarzer, die Geld auf einem Schweizer Konto dem Fiskus entzog, den ehrlichen Steuerzahler zur Kasse gebeten.

In finanziellen Dingen hatte Alice Schwarzer offenbar immer ein glückliches Händchen. Nicht nur, weil sie seit den achtziger Jahren erfolgreich eine offenbar beträchtliche Summe auf Schweizer Konten vor dem deutschen Fiskus versteckte, sondern auch, wenn es darum ging, staatliche Fördermittelmittel für ihren FrauenMediaTurm einzusammeln. Das mit dem Schweizer Konto hat sie mit einer Selbstanzeige eingeräumt. „Ich habe für die letzten zehn Jahre gesamt rund 200.000 € Steuern nachgezahlt, plus Säumniszinsen“, schreibt sie dazu auf ihrer Internetseite. Damit sei das auch aus Sicht der Steuerbehörde bereinigt.

Dass es ihr gelang, beachtliche Summen vom Land Nordrhein-Westfalen und der Bundesregierung für die in ihrem FrauenMediaTurm (FMT) untergebrachten Projekte zu bekommen, kann ihr nun wirklich niemand vorwerfen. Und strafbar ist das schon mal gar nicht. Interessant daran erscheint vielmehr das fiskalpolitische Verständnis Deutschlands bekanntester Feministin, die einerseits dem Staat Steuern entzog, ihm aber andererseits überaus hartnäckig Subventionen in Millionenhöhe abverlangte.

Fast eine halbe Million aus dem Forschungsetat

Von 2008 bis 2011 wurde etwa das im Turm befindliche Archiv mit 210.000 Euro von der Landesregierung gefördert. Dann strich die rot-grüne Landesregierung die Subventionen zusammen. Aus dem Bundesforschungsministerium floss fast eine halbe Million nach Köln. „In der Zeit vom 1.12.2006 bis 31.12.2011 hat das BMBF das Projekt mit insgesamt 413.611 € gefördert“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Gezahlt wurde das Geld für die „Digitalisierung von Bildmaterialien sowie die Entwicklung einer Ausstellung ,FRAUEN DIE FORSCHEN“. Ziel der Förderung sei es gewesen, „ein dauerhaftes, visuelles Archiv der neuen und neuesten Frauengeschichte zu schaffen und wissenschaftlich so aufzubereiten, dass es durch Forschung, Wissenschaft und Medien zukünftig genutzt werden kann“.

Frau Schwarzer geht stiften…

Doch damit nicht genug. Weil die rot-grüne Landesregierung unter Hannelore Kraft in Düsseldorf die Mittel kürzte, wandte sich Alice Schwarzer an die frühere Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Mit Erfolg. Für 2012 bewilligte Schröder 87.500 Euro, für die Jahre 2013, 2014 und 2015 jeweils 150.000 Euro, und für 2016 noch einmal 62.500 Euro.

Möglich wurde das FMT-Projekt übrigens Mitte der neunziger Jahre durch eine Stiftung von Jan Philipp Reemtsma in Höhe von 10 Millionen D-Mark. Nun will Alice Schwarzer selbst eine Gemeinnützige Stiftung gründen. Sie wolle Projekte fördern, die der Chancengleichheit und den Menschenrechten von Mädchen und Frauen zugute kommen, teilte sie mit. Mit dem Bekanntwerden ihrer Selbstanzeige habe das nichts zu tun. Die Stiftung sei schon seit Monaten in Vorbereitung, der Satzungsentwurf des Notars liege bereits vor…

 

 

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Über Günther Lachmann

Günther Lachmann ist Journalist, Autor und strategischer Berater der Thüringer AfD-Fraktion. In seinen Beiträgen befasst er sich unter anderem mit dem Wandel des demokratischen Kapitalismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt gemeinsam mit Ralf Georg Reuth die Biografie über Angela Merkels Zeit in der DDR: "Das erste Leben der Angela M." Kontakt: Webseite | Twitter | Weitere Artikel