Darum überlebt das auf Dollar basierende Weltwährungssystem

Inflationsstrategie: Fed setzt die lockere Geldpolitik fort /Dollar / Geld / Quelle: Picxabay, lizenzfreie Bilder, open library: pasja 1000: https://pixabay.com/de/photos/eine-der-dollar-w%C3%A4hrung-finanzen-3125379/ Inflationsstrategie: Fed setzt die lockere Geldpolitik fort /Dollar / Geld / Quelle: Picxabay, lizenzfreie Bilder, open library: pasja 1000: https://pixabay.com/de/photos/eine-der-dollar-w%C3%A4hrung-finanzen-3125379/

Trotz der vielen Krisen besteht keine akute Gefahr für den Dollar und das auf ihm basierende Weltwährungssystem. Gleichwohl lauern im Finanzsektor hohe Risiken.

Durch den Aufstieg Chinas wird die geopolitische und ökonomische Vormachtstellung der USA, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unangefochten war, zunehmend in Frage gestellt. Mit dem Einfrieren russischer Devisenreserven, der Abkoppelung russischer Unternehmen von SWIFT, dem Abwicklungssystem grenzüberschreitender Zahlungen, und der Beschlagnahme russischer Privatvermögen wurden die Zweifel am auf Dollar basierenden Weltwährungssystem in großen Teilen der Welt erheblich verstärkt.

Schon im April 2022 habe ich diese Entwicklung vorhergesagt, also kurz nach der Verhängung der ersten Russlandsanktionen. Inzwischen wird dieses durchaus wichtige Thema auch in den Medien diskutiert, und in den etwas schrilleren Publikationen wird bereits der Niedergang des Dollars verkündet.

Bedingungen, die eine Weltreservewährung erfüllen muss

Ich teile diese Untergangsphantasien nicht. Bei nüchterner Betrachtung der Situation muss man nämlich zu dem Ergebnis kommen, dass trotz dieser Entwicklungen keine akute Gefahr für den Dollar und das auf ihm basierende Währungssystem besteht.

Zurzeit existiert keine Währung – weder der Yuan noch der Euro – die die notwendigen Voraussetzungen für eine Ablösung des Dollars erfüllt. Das kann und wird sich in Zukunft natürlich ändern. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist jedoch keine leichte Aufgabe, die auf die Schnelle zu bewerkstelligen wäre.

Der Dollar und der Goldstandard

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin ein ausgesprochener Gegner des staatlichen Geldmonopols, ganz gleich, von welchen Ländern es beherrscht wird. Schließlich ist die gemeinsame Geschichte des Geldes und des Staates eine Aneinanderreihung von Lügen, Betrug, Staatsbankrotten und Inflationen.

Ich bin aber Realist genug, um eine Abschaffung dieses Staatsmonopols für geradezu unmöglich zu halten. Ich halte es sogar für nahezu ausgeschlossen, dass sich die Regierungen dieser Welt wenigstens auf eine Rückkehr des Goldstandards einigen könnten. Schließlich wollen sie alle weiter Schulden machen und Krisen mit dem Einsatz der Gelddruckmaschine begegnen. Kein Politiker dieser Welt möchte sich dem disziplinierenden Mechanismus des Goldstandards unterwerfen.

Ruf nach neuen Rettungsprogrammen

Und so wird die unseriöse Geld- und Schuldenpolitik der vergangenen Jahre weitergehen. In den USA hat die von mir prognostizierte Rezession bereits begonnen, das zeigen meine Modelle inzwischen, und die Bankenkrise wird sich weiter zuspitzen. Vor diesem Hintergrund wird es nicht allzu lange dauern, bis der Ruf nach neuen Rettungsprogrammen der Regierungen und ihrer Zentralbanken laut wird. Dann wird man die Inflation ganz schnell wieder als das kleinere Übel in Kauf nehmen.

Zweitens zwingen die drakonischen Russlandsanktionen Politiker und Zentralbanker dazu, ihre Währungsreserven zu diversifizieren und vor dem Zugriff der US-Regierung in Sicherheit zu bringen. Deshalb haben die Goldkäufe zahlreicher nicht-westlicher Zentralbanken bereits deutlich zugenommen und werden das auch weiterhin tun.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Quotenholländer
Quotenholländer
11 Monate her

Die Frage ist, ob wir überhaupt eine Leitwährung brauchen, noch dazu eine die das Papier nicht wert ist auf der sie gedruckt wird. Der Widerspruch zwischen der „disziplinierenden“ Wirkung des Goldes und der immer noch zunehmenden Goldkäufe nicht-westlicher Länder erschließt sich mir nicht. Vielleicht wird die Weisheit mancher Geld und Goldexperten auch einfach nur zu hoch bewertet. Immerhin, Gold ist anscheinend immer noch die „Mutter der Schatzkiste“.

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