Immer neue Spekulationen über Queen Elizabeth

GEOLITICO ROYAL

Queen Elizabeth / Harry und Meghan / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: MonicaVolpin;https://pixabay.com/de/photos/k%c3%b6nigin-elizabeth-ii-polo-tasse-1203465/ Queen Elizabeth / Harry und Meghan / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: MonicaVolpin;https://pixabay.com/de/photos/k%c3%b6nigin-elizabeth-ii-polo-tasse-1203465/

Geistig gilt Queen Elizabeth als fit, allerdings nehmen die körperlichen Zipperlein zu. Erstmals hat Prinz Charles an ihrer Stelle das Parlament eröffnet.

In dieser Woche erreichten uns Fragen zum Thema der Eröffnung des Parlaments in London, die Medien als historisch einstuften, da nicht die Queen selbst, sondern Thronerbe Charles die „Queen‘s Speach“ verlas. Nur zwei Mal in ihrer langen Amtszeit hat Elizabeth II. diesen für die Briten höchst symbolischen Akt ausfallen lassen müssen – sie war schwanger.

„Prinz Charles hat das britische Parlament eröffnet. Heißt das jetzt, dass die Queen abdankt?“, fragt Gisela H. aus Essen

Ob die Queen abdankt, hängt sehr wahrscheinlich von ihrem weiteren gesundheitlichen Zustand ab. Jedoch hat sie bei ihrer Krönung geschworen, auf Lebenszeit die royale Rolle auszufüllen, komme, was da wolle. Bereits als junge Prinzessin hat sie in einer Ansprache an die Mitgliedsstaaten des Commonwealth gelobt, ihr Leben lang im Dienst für die Krone und der mit ihr verbundenen Länder zu wirken. Elizabeth II. ist dafür bekannt, dass sie das hält, was sie versprich und unterscheidet sich darum wohltuend von den Stürmen des Zeitgeists, der immer weniger verbindlich weht.

Prinz Charles hat als Thronfolger die Aufgabe, das Parlament zu eröffnen, dieses Jahr übernommen, da die Königin mobilitätseingeschränkt sei, wie der Buckingham Palast offiziell erklärte. Als ihr Nachfolger hat er in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben von seiner Mutter übernommen, wie beispielsweise die wichtigen Reisen in die Commonwealth-Staaten in denen die Queen teilweise noch Staatsoberhaupt ist.

Geistig gilt Elizabeth als fit, allerdings nehmen die körperlichen Zipperlein dem hohen Alter gemäß zu. Wenn sie künftig  bei klarem Verstand bleibt, dann dürfte es zu keinem Rücktritt kommen. Aber dafür kennt die ungeschriebene britische Verfassung ein Instrument, dass sie Königin bis zuletzt bleibt, aber die Amtsgeschäfte als Staatsoberhaupt offiziell auf Charles übergehen: die Prinzregentschaft. Dafür muss letztlich ein zentrales Kriterium erfüllt sein – die Königin ist geistig und körperlich nicht mehr in der Lage, ihre Amtsgeschäfte auszuüben. Dieser Fall muss vom Kronrat und der Regierung festgestellt werden, die dann Charles als Prinzregenten einsetzten.

In der aktuellen Situation, also eine gewisse Einschränkung in der Beweglichkeit der Queen, kann davon noch keine Rede sein. Eine Abdankung muss durch eine Prinzregentschaft also gar nicht sein, zumal ein Rücktritt vom Thron durch die Abdankungskrise von 1936 mit Elizabeth Onkel Edward VIII. als unpopulär gilt. Und daher ist auch künftig, mit Elizabeth zu rechnen.

„Schreibt die Queen ihre Rede selbst?“, fragt Angela S. aus Aschersleben

Normalerweise sind die Reden der Königin von ihr selbst oder genauer gesagt von ihrem Team, zu dem auch Redenschreiben gehören. Sie hat aber sicherlich die letzte Entscheidung, was gesagt wird. Bei der „Queen’s Speach“ hat die Regierung das letzte Wort, und die Rede entsteht im Umfeld des Premierministers. Die Königin ist bei der Parlamentseröffnung so etwas wie ein Herold für die Vorhaben des Kabinetts mit den jeweiligen Schwerpunkten für das kommende Jahr. Man könnte auch etwas flapsig sagen, dass sie die oberste Pressesprecherin der jeweiligen Regierung ist.

Die Rede zur Parlamentseröffnung ist ein zeremonieller Akt, der jährlich wiederkehrt und zu den Traditionen der Monarchie und des Parlamentarismus gehört. Bei der Eröffnung versammeln sich die Mitglieder beider Kammern des Parlaments – die gewählten Abgeordneten des Unterhauses und die Lords des Oberhauses im Palast zu Westminster im Herzen Londons.

Zeremoniell sind die Lords privilegiert, da sich die Versammlung im Oberhaus trifft und deren Mitglieder im Vergleich zu den Abgeordneten sitzen dürfen und prunkvolle Roben tragen. Die tatsächliche Macht liegt in den Händen der stehenden Volksvertreter, die wie der Premierminister und der Oppositionsführer stets etwas demütig schauen. Auch das gehört zum Schauspiel Parlamentseröffnung.

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