«Ab und zu ein Land an die Wand werfen» – Die Neokonservativen und ihre Ideologie

Neokonservative haben hier großen Einfluss: Kapitol in Washington DC / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 1778011; https://pixabay.com/de/photos/uns-kapitol-washington-d-c-amerika-4077168/ Neokonservative haben hier großen Einfluss: Kapitol in Washington DC / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: 1778011; https://pixabay.com/de/photos/uns-kapitol-washington-d-c-amerika-4077168/

Haben die Neokonservativen in den USA recht, wenn sie behaupten, gerade Russlands Krieg gegen die Ukraine zeige, dass die neokonservative Politik gerecht sei?

Unterschiedliche Interessen können Staaten auf einen Kollisionskurs führen, der im Nachhinein unvermeidlich erscheint, wie z.B. das von Christopher Clark beschriebene „Schlafwandeln“ Europas in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Hinter solchen Prozessen stehen jedoch immer Ideen und Entscheidungen von Eliten, die auch andere hätten sein können. Dies sollte unseren Blick für Eliten, ihr Wirken von und ihren Einfluss auf die Projektion politischer Macht im globalen Kontext schärfen.

Die sogenannten Neokonservativen (Neocons) in den beiden politischen Parteien der USA sind eine Elite, die wie kaum eine andere in den letzten Jahrzehnten einen fatalen Einfluss auf die Außenpolitik der USA ausgeübt hat. Die Neocons gehen zwischen Regierung, Nationalem Sicherheitsrat, diversen Nichtregierungsorganisationen und „Denkfabriken“ ein und aus, als Politik-Berater, Denkfabrikarbeiter, Journalisten und Regierungsmitglieder. In ihrem Streben nach der Weltdominanz der USA und ihrer Nichtachtung der Interessen anderer Länder hinterlassen sie überall ihre Spuren. Sie sind immer dabei, unabhängig davon, welche Partei den Präsidenten stellt oder über die Mehrheit den beiden Häusern des Kongresses verfügt.

Zum Beispiel Victoria Nuland: Damals Staatssekretärin für Europa-Angelegenheiten im US-Außenministerium unter Präsident Barack Obama, war sie die Sponsorin des Maidan-Aufstands in Kiew. Sie brachte es zu einer gewissen Berühmtheit, als Anfang Februar 2014 ein abgehörtes Telefongespräch mit dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, bekannt wurde. Es ging dabei u.a. um das vom Westen in der Ukraine zu installierende Führungspersonal. Auf Pyatts Hinweis auf die Wünsche der EU hatte Nuland die geflügelten Worte übrig: „Fuck the EU“[1]. Heute ist sie in der Regierung Biden wieder dabei.

Trotzki und die Neokonservativen

Was sich in den Köpfen der Neokonservativen abspielt, hat der investigative Journalist und Pulitzer-Preisträger Ron Suskind aufgedeckt. Suskind berichtet von einem Gespräch, das er im Sommer des Jahres 2002 mit einem Chefberater des Präsidenten George W. Bush führte. Was dieser zu ihm sagte, enthüllt die Gedankenwelt jener Kreise, die seit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion das Handeln der führenden Weltmacht bestimmen.

Der Berater sagte, dass Leute wie Suskind „zur ‚Gemeinschaft der Realitätsverhafteten‘ („reality-based community“) gehören, die er als Menschen definierte, ‚die davon überzeugt sind, dass Problemlösungen auf einer sorgfältigen Prüfung der Wirklichkeit beruhen‘. Ich nickte und murmelte etwas von den Prinzipien der Aufklärung und der wissenschaftlichen Durchdringung der Erfahrungswelt („empiricism“). Er schnitt mir das Wort ab. ‚So funktioniert die Welt aber nicht mehr‘, fuhr er fort. ‚Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, dann schaffen wir unsere eigene Wirklichkeit. Und während ihr diese Wirklichkeit untersucht – von mir aus sorgfältig – dann handeln wir aufs Neue und schaffen andere neue Wirklichkeiten, die ihr dann wieder untersuchen könnt. So geht es zu. Wir sind die, die in der Geschichte das Geschehen bestimmen … und euch, euch allen, bleibt nur, zu untersuchen was wir tun‘“[2]. Wir erschaffen die Wirklichkeit, wie sie uns gefällt.

Die Gedankenwelt der Neokonservativen besitzt eine bizarre Verbindung zu einer universalistischen Denkschule, die im 20. Jahrhundert von großem Einfluss auf Politik und Philosophie war, die man aber in der Regel nicht mit den machtpolitischen Interessen der USA in Verbindung bringen würde. Typisch für diese Denkschule ist folgende Behauptung: Es sei die „von der Geschichte“ gestellte Aufgabe „die Wirtschaft … auf der ganzen Oberfläche unseres Planeten planmäßig zu organisieren“. Der dies schrieb, hieß – Leo Trotzki.[3]

Trotzki plädierte für die permanente Weltrevolution und befand sich dadurch in scharfem Gegensatz zu Josef Stalin und der von den Vertretern des real existierenden Sowjetkommunismus verfochtenen Lehre vom Aufbau des Sozialismus zunächst in einem Land, um erst auf dieser Grundlage zur Weltrevolution fortzuschreiten. Um den Kommunismus verwirklichen zu können, glaubten dagegen Trotzki und seine Anhänger, dürfe man sich nicht auf ein Land als Ausgangsbasis konzentrieren. Nur die einheitliche, weltweite Durchsetzung des Kommunismus sei ein Garant für den Erfolg.

Trotzkistische Ideen von der permanenten Revolution erinnern an Vorstellungen, die immer wieder von den amerikanischen Neokonservativen propagiert werden, freilich mit anderen, kapitalistischen Vorzeichen: nicht Weltkommunismus, sondern Weltmarkt und „American leadership“; statt der Sowjetunion als „Vorreiter“ die USA als „gutmütiger Hegemon“. Auch die neokonservative Überzeugung, dass die USA nur in einer einheitlich nach amerikanischem Muster umgestalteten Welt sicher seien und sich nur in solch einer „neuen Weltordnung“ amerikanische Demokratie und freie Marktwirtschaft als Garanten dieser Weltordnung entfalten können, erinnert an trotzkistische Vorstellungen von der notwendigen Einheitlichkeit des globalen Umfelds. Die Wesensverwandtschaft zwischen Trotzkismus und neokonservativem Universalismus und Unilateralismus lässt es viel angemessener erscheinen, von „Neo-Trotzkisten“ zu sprechen und nicht von „Neokonservativen“.

Irving Kristol (1920-2009), einer der „Erfinder“ der neokonservativen Ideologie und Vater des ebenfalls einflussreichen Neocon William Kristol, war in seiner Jugend vor dem Zweiten Weltkrieg bekennender Trotzkist. Im Jahre 1940 wurde Irving Kristol zum B.A. am City College of New York graduiert, aber die Ehre, die er am meisten schätzte, war seine Mitgliedschaft in der trotzkistischen „Young People’s Socialist League“ (Vierte Internationale), wie er 1977 in einem Zeitschriftenartikel freimütig bekannte. Er sei auch „a member in good standing“ gewesen,[4] also ein vollberechtigtes, bewährtes Mitglied, das in gutem Ansehen stand, fügte er hinzu. „Ich bereue diese Episode in meinem Leben nicht. Sich in seinen jungen Jahren einer radikalen Bewegung anzuschließen ist so ähnlich wie sich zu verlieben, wenn man jung ist“.

Am Irak sollte ein Exempel statuiert werden

Neokonservative berufen sich heute natürlich lieber nicht auf Leo Trotzki, sondern gerne auf die Lehren eines anderen Leo, nämlich auf den deutsch-amerikanischen Philosophen Leo Strauss (1899-1973).[5] Etliche prominente Neokonservative wie William Kristol und Paul Wolfowitz waren Strauss‘ Schüler oder standen unter dem Einfluss seiner Gedankenwelt, daher werden sie auch als „Straussianer“ bezeichnet.[6] Parteilichkeit vor Wahrheit – so verstehen (bzw. missverstehen?) sie ihren Mentor.

Wolfowitz, der bei Leo Strauss in Chicago Seminare über Platon und Montesquieu besuchte, ist der Urheber der unter dem Namen „Defense Planning Guidance“ seit 1992 betriebenen Neufassung der globalen Militärstrategie der USA, die die absolute Vormachtstellung der „einzigen Weltmacht“ sichern soll.[7] Zbigniew Brzezinski, Guru und Graue Eminenz der amerikanischen Sicherheitspolitik, hat in seinem Buch „The Grand Chessboard“ diese sogenannte „Wolfowitz-Doktrin“ popularisiert, nachdem sie der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde.[8]

Der zweite Irak-Krieg war das Werk neokonservativer „Hardliner“. Sie wollten durch den Krieg und dem anschließenden Regimewechsel einerseits die irakischen Ölfelder unter westlichen Firmen zur Ausbeutung aufteilen sowie andererseits andere Staaten davon abschrecken, sich dem globalen Dominanzstreben der USA entgegenzustellen. Man dachte dabei vor allem an China, Russland, Nordkorea und den Iran. Am Irak sollte ein Exempel statuiert werden, denn der Irak war „machbar“: „Iraq is doable“, sagte Paul Wolfowitz zu Präsident Bush.[9]

Das erinnert an die dem Neocon-Intellektuellen Michael Ledeen zugeschriebene sognannte „Ledeen-Doktrin“, die besagt: „Die Vereinigten Staaten müssen sich etwa alle zehn Jahre irgendein kleines, beschissenes Land herausgreifen und es an die Wand werfen, nur um der Welt zu zeigen, dass wir es ernst meinen“[10]. Ledeen hat sich ferner mit seiner Spielart des Begriffs der „kreativen Zerstörung“ einen festen Platz in der Chronik der neokonservativen Destabilisierungsbemühungen auf der politischen Weltbühne erschrieben: „Tagtäglich brechen wir die alte Ordnung nieder, sowohl in unserer eigenen Gesellschaft, als auch im Ausland. Unsere Feinde haben diesen Wirbelwind an Energie und Kreativität, der ihre Traditionen bedroht, schon immer gehasst“[11].

Nicht nur Leo Trotzki ist daher wohl ein Tiefen-Inspirator neokonservativer Machtphantasien, wie wir diesen Worten entnehmen können, sondern offenbar auch Mao Tse-tung mit seiner „Kulturrevolution“, die keinen vertrauten Stein auf dem anderen lassen wollte: Neokonservatismus als Maoismus mit kapitalistischem Vorzeichen: Hier liegt gleichsam das „Drehbuch“ für die westlichen Interventionsszenarien unserer Tage vor.Condoleezza Rice, damals US-Außenministerin, machte deutlich, was im praktischen Sinn unter „kreativer Zerstörung“ zu verstehen sei, als sie beispielsweise im Jahre 2006 die Zerstörungen im Gaza-Streifen und dem Libanon nach Israels Angriffen mit dem berüchtigten Satz kommentierte, man erlebe hier die „Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“[12].

Abram Shulsky, ein weiterer neokonservativer Intellektueller, promovierte bei Leo Strauss in Chicago. Er war zunächst bei der „RAND-Corporation“ beschäftigt, der einflussreichen Denkfabrik, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um die Streitkräfte der USA zu beraten und in der manche Kritiker einen Aktivposten der CIA sehen.[13] Shulsky wurde zum Leiter des „Office of Special Plans“ (OSP) berufen. „Hardliner“ des Pentagon gründeten diese Behörde nach dem 11. September 2001. Sie waren davon überzeugt, dass die CIA und andere Geheimdienste entweder von Saddam Husseins Plänen für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen nichts wussten oder entsprechende Informationen weichspülten. Die Aufgabe des OSP war es u.a., sich mit dem „Frisieren“ von Geheimdienstinformationen zu befassen, um den Irak-Krieg des Präsidenten George W. Bush durch den „Nachweis“ der nichtvorhandenen Massenvernichtungswaffen zu rechtfertigen. Man war enttäuscht von der Arbeit der Geheimdienste, die trotz des insbesondere von Vizepräsident Cheney persönlich ausgeübten Drucks auf Geheimdienstmitarbeiter keine belastbaren Beweise für Absprachen zwischen Saddam Hussein und al-Qaeda liefern konnten.[14]

Ein Aufsatz, den Shulsky 1999 veröffentlicht hat – zusammen mit Gary J. Schmitt, einem Mitarbeiter der neokonservativen Denkfabrik „Project for the New American Century“ – gibt einen weiteren Einblick in die Denkwelt neokonservativer Eliten. Es geht um den Zusammenhang von Geheimdienst und Philosophie![15] Das Faible der Neokonservativen für einen politischen Philosophen wie Leo Strauss wird verständlich, wenn man in Rechnung stellt, welche Botschaften sie Strauss‘ Werk für ihre Tätigkeit entnehmen. Vor allem die antihistorische Tendenz der Ablehnung des kulturellen Relativismus übte eine große Anziehungskraft aus, also des Versuchs, die Welt auch aus der Sicht der anderen zu verstehen. Des Weiteren die Überzeugung, genau zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können. Die Strauss zugeschriebene Weltanschauung lieferte den Neokonservativen die Legitimierung der eigenen Machtansprüche und ermutigte sie, durch „kreative Zerstörung“ alte Eliten und kulturelle Traditionen zu diskreditieren und zu eliminieren, die ihrer globalen Machtprojektion zum Zweck der Schaffung einer „neuen Weltordnung“ im Wege stehen.[16] Die Geheimdienstarbeit, der eine wichtige Aufgabe in diesem Streben zufällt, erfährt daher in ihren Augen die Weihe einer höheren Rechtfertigung im Lichte des Werkes von Leo Strauss.[17]

Die Neokonservativen und Carl Schmitt

Aber der Einfluss der Gedanken Trotzkis und Strauss‘ auf die Überzeugungen der Neokonservativen ist noch nicht alles, wenn man den Worten des Neocon-Renegaten Francis Fukuyama folgt, der sich 2006 in der „New York Times“ vom Neokonservatismus lossagte.[18] Sein Buch „The End of History“, so Fukuyama, habe gleichsam eine „marxistische These“ vertreten und die Existenz eines langandauernden Prozesses der sozialen Evolution vertreten – freilich eines Prozesses, der in die universelle liberale Demokratie und nicht in den Kommunismus einmündet. Andere führende neokonservative Intellektuelle wie William Kristol und Robert Kagan, Ehemann der notorischen Victoria Nuland, würden dagegen eine „leninistische“ Position vertreten: Sie glaubten, wie Lenin, die Geschichte könne durch die richtige Anwendung von Macht und Willensstärke vorangetrieben werden.

„Macht“, „Willensstärke“: Hinter diesen Begriffen verbirgt sich noch eine weitere Inspirationsquelle neokonservativen Denkens, aber nicht unbedingt eine linke. Auf die Beziehungen zwischen Leo Strauss und Carl Schmitt und die Bedeutung Schmitts für das Verständnis der amerikanischen Gegenwartspolitik wurde 2004 auch die amerikanische Leserschaft aufmerksam gemacht.[19] Strauss und Schmitt kannten einander; Schmitt unterstützte Strauss‘ Bewerbung um eine Fellowship, d.h. ein Forschungsstipendium der „Rockefeller Foundation“ in Paris im Jahre 1932. Im gleichen Jahr veröffentlichte Strauss eine umfangreiche Rezension von Schmitts grundlegendem politiktheoretischem Werk „Der Begriff des Politischen“[20]. Wenig später trennten sich bekanntlich ihre Wege: Strauss emigrierte in die USA und Schmitt wurde 1933 Mitglied der NSDAP. Die Affinität der Neokonservativen zu Schmitt wird durch Schmitts Politikbegriff verständlich, der ja das Politische auf die strikte Trennung von Freund und Feind zurückführt.

Washingtons War Party

Wer sich durch die seit 1992 aus neokonservativem Geist und mit neokonservativer Feder geschriebene offizielle und inoffizielle amerikanische Politik-Prosa hindurchliest, in der die tonangebenden Kreise von Washingtons War Party ihre Absichten kundtun, begegnet jedenfalls dieser Dichotomie ständig: Wir und die Verbündeten stehen auf der richtigen Seite der Geschichte, für das Gute, für Demokratie und Freiheit; sie, die Gegner, für das Böse, für Tyrannei und Unfreiheit. „Freiheit“ und „Demokratie“ werden nicht definiert; sie dienen als Leerformeln für die Unterscheidung von Freund und Feind.

Die Krise in der Ukraine und der Krieg Russlands sei ein „Neokonservatives Moment, meint John Podhoretz, der Sohn von Norman Podhoretz, ebenfalls ein führender Intellektueller der Neocon-Bewegung. John Podhoretz diente u.a. als Redenschreiber für die Präsidenten Ronald Reagan und George H.W. Bush. Russlands Krieg gegen die Ukraine rechtfertige den Neokonservatismus, denn er zeige, dass der neokonservative Ansatz richtig und die neokonservative Sache gerecht sind („our approach is right and our cause is just“). Wer nach Reflexionen über den Zusammenhang zwischen NATO-Osterweiterung und Russlands Reaktion darauf sucht, findet sie bei Podhoretz nicht, dafür aber das Bekenntnis zu Amerika als Kraft für das Gute, die es weiterhin bleiben solle.[21]

Solange die Neokonservativen in der Außenpolitik der USA den Ton angeben, wird es keinen Frieden geben. Nirgendwo.


[1] Gregor Peter Schmitz: Fauxpas einer US-Diplomatin: „Fuck the EU“. Spiegel Online, 6. Februar 2014. https://www.spiegel.de/politik/ausland/diplomatischer-fauxpas-von-obama-beraterin-nuland-fuck-the-eu-a-952005.html. Zugriff 23. Dezember 2019 Die entsprechenden Gesprächspassagen sind auf „You Tube“ nachzuhören.

[2] Ron Suskind: Faith, Certainty and the Presidency of George W. Bush. The New York Times Magazine, 17. Oktober 2004. https://www.nytimes.com/2004/10/17/magazine/faith-certainty-and-the-presidency-of-george-w-bush.html. Zugriff 12. Dezember 2019. Übersetzung von mir, ThB.

[3] Leo Trotzki: Verratene Revolution. Zürich 1937. In: Der Sowjetkommunismus. Dokumente Bd. I, S. 233.

[4] Irving Kristol: Memoirs of a Trotskyist. New York Times Magazine, 23. Januar 1977. https://www.nytimes.com/1977/01/23/archives/memoirs-of-a-trotskyist-memoirs.html. Zugriff 25. August 2015.

[5] Claes G. Ryn: Leo Strauss and History: The Philosopher as Conspirator. Humanitas 18 (1-2), 2005.

[6] Thierry Meyssan: Russland erklärt den Straussianern den Krieg. Voltaire Netzwerk, 8. März 2022. https://www.voltairenet.org/article215903.html. Zugriff 19. April 2022.

[7] Siehe Thomas Bargatzky: Der große Wahn. Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens. – Baden-Baden: Tectum/Nomos 2020, S. 131-153.

[8] Zbigniew Brzezinski: The Grand Chessboard. American Primacy and Its Geostrategic Imperatives. – New York: Basic Books 1997. Der deutsche Titel lautet bezeichnenderweise „Die einzige Weltmacht“!

[9] Ron Suskind: The Price of Loyalty. George W. Bush, the White House, and the Education of Paul O’Neill. – New York: Simon & Schuster 2004, S.187 f.

[10] „Every ten years or so, the United States needs to pick up some small crappy little country and throw it against the wall, just to show the world we mean business“. Jonah Goldberg: Baghdad Delenda Est, Part Two. National Review, 23. April 2002. https://www.nationalreview.com/2002/04/baghdad-delenda-est-part-two-jonah-goldberg/. Zugriff 6. Dezember 2019; s.a. Ajsan I. Butt: Why did Bush go to war in Iraq? Al Jazeera, 20. März 2019. https://www.aljazeera.com/indepth/opinion/bush-war-iraq-190318150236739.html. Zugriff 6. Dezember 2019.

[11] Michael A. Ledeen: The War Against the Terror Masters. Why It Happened. Where We Are Now. How We’ll Win. – New York: St. Martin’s Press 2002, S. 212 f. Übersetzung von mir, ThB.

[12] Special Briefing on the travel to the Middle East and Europe of Secretary Condoleezza Rice. – Pressekonferenz, U.S. State Department, Washington D.C., 21. Juli 2006.

[13] Paul Craig Roberts: Will the November US Presidential election Bring the End of the World? PaulCraigRoberts.org, 24. Mai 2016. https://www.paulcraigroberts.org/2016/05/24/will-the-november-us-presidential-election-bring-the-end-of-the-world-paul-craig-roberts/. Zugriff 12. Dezember 2019.

[14] Siehe Seymour M. Hersh: Selective Intelligence – Donald Rumsfeld has his own special sources. Are they reliable? The New Yorker, 12. Mai 2003. https://www.newyorker.com/magazine/2003/05/12/selective-intelligence. Zugriff 13. Dezember 2019; Walter Pincus u. Dana Priest: Some Iraq Analysts Felt Pressure From Cheney Visits. The Washington Post, 5.Juni 2003. https://www.washingtonpost.com/archive/politics/2003/06/05/some-iraq-analysts-felt-pressure-from-cheney-visits/4afb2009-20e7-4619-b40f-669c9d94dcf3/ Zugriff 24. Februar 2020.

[15] Gary J. Schmitt and Abram Shulsky: Leo Strauss and the World of Intelligence (By Which We Do Not Mean Nous). In: Kenneth L. Deutsch u. John Albert Murley (Hgg.): Leo Strauss, the Straussians, and the American Regime. – Lanham (Maryland): Rowman & Littlefield 1999, S. 407-412.

[16] Da ich mit Leo Strauss‘ komplexem Werk nur unzureichend vertraut bin, kann ich nicht beurteilen, inwieweit die zu den Neokonservativen zählenden Schüler und Anhänger sein Werk verstehen, missverstehen oder für ihre Ideologie missbrauchen. Es liegt mir daher fern, ein Urteil über Strauss‘ Gedanken zu äußern.

[17] Siehe James Mann: Rise of the Vulcans, 2004, S. 27-31.

[18] Francis Fukuyama: After Neoconservatism. The New York Times, 19. Februar 2006. http://zfacts.com/zfacts.com/metaPage/lib/Fukuyama-2006-After-Neoconservatism.pdf. Zugriff 30. Juni 2017.

[19] Alan Wolfe: A Fascist Philosopher Helps Understand Contemporary Politics. The Chronicle of Higher Education – The Chronicle Review. 2. April 2004. https://web.stanford.edu/~weiler/Wolfe_on_Schmitt_044.pdf. Zugriff 13. Dezember 2019.

[20] Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen. – Berlin: Duncker & Humblot, 1932. – Strauss‘ Text „Anmerkungen zu Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen“ ist erschien zuerst im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Band 67 (Heft 6), 1932, S. 732-749. Nachdruck in Heinrich Meier: Carl Schmitt, Leo Strauss und „Der Begriff des Politischen“. Zu einem Dialog unter Abwesenden. – Stuttgart: J.B. Metzler 1998, S. 97-125.

[21] John Podhoretz: Neoconservatism: A Vindication. Commentary, April 2022. https://www.commentary.org/articles/john-podhoretz/neoconservatism-ukraine-russia/ Zugriff 20. April 2022.

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Über Thomas Bargatzky

Prof. Dr. Thomas Bargatzky lehrte von 1990 bis zu seiner Pensionierung 2011 Ethnologie an der Universität Bayreuth. Zuvor hatte er Lehrstuhlvertretungen in Tübingen und Heidelberg inne. Er unternahm Forschungsreisen in den Südpazifik und den Südwesten der USA. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit sicherheitspolitischen Fragen. m Juni 2020 ist sein Buch "Der große Wahn – Der neue Kalte Krieg und die Illusionen des Westens" im Tectum-Verlag erschienen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Skyjumper
Skyjumper
3 Monate her

Deprimierend so geballt zu lesen, was man zwar schon „wußte“ aber immer nur als Stückwerk mal hier und mal dort aufgenommen hat. Diesen Satz: „Solange die Neokonservativen in der Außenpolitik der USA den Ton angeben, wird es keinen Frieden geben. Nirgendwo.“ darf man nach meinen Verständnis im Geiste aber gerne etwas universeller formulieren: Solange Ideologen mit missionarischen Ansatz irgendwo in der Gesellschaft den Ton angeben, wird es keinen Frieden geben. Nirgendwo.“ Allerdings hätte er dann zugegebenerweise nicht so gut als Abschluß zum Thema gepaßt. Früher war es die Religion mit ihren Kreuzzügen und der Inquisition. Heute ist es die Politik… Read more »

Last edited 3 Monate her by Skyjumper
Konrad Kugler
Konrad Kugler
3 Monate her

Warum nennt man diese Verbrecher Konservative. Das sind doch charakterlose Zerstörer.

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
Reply to  Konrad Kugler
3 Monate her

@ Konrad Kugler Gute Bemerkung! Ja, konservativ sind sie eben gerade nicht, denn sie bewahren ja nichts, sondern reißen nur ab. Leider sind genauere Benennungen für diesen Typus von Machtpolitiker aber oft zu wortreich. Mir fällt auf die Schnelle auch wenig ein. *** In gewisser Weise könnte man die Neocons ja auch als schlichte Ideologen der US-Hegemonie bezeichnen. Andererseits unterscheidet sie von normalen Ideologen der Mangel an Visionen und positiv dargestelltem Gestaltungswillen. Sie wähnen sich offenbar dermaßen sicher, dass sie noch nicht mal ein überzeugendes beschönigendes Narrativ für ihre knallharte und zynische Machtpolitik bemühen. Sie wollen einfach nur die Macht… Read more »

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