Camilla erhält die Krone!

GEOLITICO ROYAL

Camilla / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: WikimediaImages; https://pixabay.com/de/photos/herzogin-cornwall-camilla-k%c3%b6niglich-837889/

Queen Elizabeth macht den Weg frei: Camilla darf Queen Consort werden. Über die Spitzfindigkeiten royaler Titel und Diskriminierungen bei royalen Männern.

Jetzt also doch! Camilla darf bei der Thronbesteigung ihres Gatten Charles den Titel einer Queen Consort tragen. In einer offiziellen Stellungnahme zu ihrem 70. Thronjubiläum am 6. Februar schrieb die Queen die entscheidenden Worte:

„And when, in the fullness of time, my son Charles becomes King, I know you will give him and his wife Camilla the same support that you have given me; an it’s my sincere wish that, when the time comes, Camilla will be known as Queen Consort as she continues her own loyal service.“

Männer sind doch die besseren Prinzgemahle

Nun, was ist daran so bemerkenswert und was ist eine Queen Consort im Vergleich zur Queen? Letzteres ist einfach erklärt: Die Queen ist die Königin als Souverän, also das Staatsoberhaupt in einer Monarchie wie seit sieben Dekaden Elizabeth II. Queen Consort, direkt übersetzt mit „Königin-Begleiterin“ beziehungsweise etwas poetischer mit Königsgemahlin. Es handelt sich um einen Ehrentitel für die Frau des Königs und sie wird mit Majestät angesprochen. Allerdings sind damit keine staatsrechtlichen Funktionen verbunden, sondern sie repräsentiert die Krone und das Land an der Seite ihres Mannes.

Pikanterweise stehen die Ehemänner von Königinnen als Staatsoberhaupt im Schatten ihrer Kolleginnen. So ist die bürgerliche Silvia Sommerlath durch Heirat mit König Carl Gustaf zur Königsgemahlin von Schweden aufgestiegen. Hingegen ist der hochadelige verstorbene Mann Elizabeth II., Philip, lediglich zum Prince Consort gemacht worden, also Prinzgemahl. Philip nahm es gelassen, auch dass er bei offiziellen Anlässen protokollarisch drei Schritte hinter seiner Queen gehen musste.

Sein dänischer Kollege Henrik, ein ins Prinzgemahlen-Amt aufgestiegener französischer Graf, haderte mit seinem schlimmen Schicksal immer wieder (GEOLITICO ROYAL berichtete). Seiner Angetrauten, Königin Margrethe II., und der genervten dänischen Öffentlichkeit nölte er in die Ohren, wie diskriminierend das doch sei: wieso nicht Königinnengemahl mit der Anrede Majestät?!

Traditionen sind bei den Royals bekanntermaßen sehr wichtig, und aus vormodernen Zeiten haben Staaten schlechte Erfahrungen gemacht mit eingeheirateten Königinnengemahlen, wie das Beispiel Maria Stuarts anschaulich zeigt.

Viele verschlungene Wege führen Camilla auf den Thron

Aber zurück zur lebenden und künftigen Königsgemahlin Camilla. Nach Dianas tragischem Ende und einer von Charles PR-Gurus über Jahre inszenierten Image-Kampagne für seine Dauerfreundin durfte der Thronfolger seine Camilla mit dem Segen der Queen und der englischen Boulevardpresse endlich heiraten. Bei der Ankündigung der Hochzeit 2005 hat der Hof noch betont, dass bei Charles‘ Thronbesteigung ihr der Titel einer Princess Consort verliehen werden soll, analog zum Prinzgemahl. Auch das hatte damals noch mit den Nachwirkungen der Tragödie um Diana zu tun, doch dass es so kommen wird, glaubten wohl die wenigsten. Denn Camillas Fleiß, ihre Disziplin und Bodenständigkeit haben sie zu einer der wichtigsten Protagonistinnen der Monarchie gemacht.

Die Duchess gilt als nahbar und unprätentiös, was sie in den Augen ihrer Schwiegermutter zu einem perfekten Ausgleich für den oft als etwas sonderbar wirkenden Sohn und zu einer künftigen treuen und unterstützenden Queen Consort macht. Den ihr zustehenden Titel der Princess of Wales verwendet sie in der Öffentlichkeit bis heute nicht, obwohl sie ihn automatisch bei der Heirat mit Charles mitgeheiratet hat. Aus Rücksicht auf Dianas Schicksal und ihre hohe Beliebtheit in der Bevölkerung damals nutzt Camilla öffentlich einen anderen Titel ihres Mannes, den der Herzogin von Cornwall. Aber was lange währt, wird endlich gut: Future Queen Consort Camilla, may she consort forever.

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