Proll Royal mit Harry und Meghan

GEOLITICO ROYAL

Queen Elizabeth II. / Harry und Meghan / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: MonicaVolpin;https://pixabay.com/de/photos/k%c3%b6nigin-elizabeth-ii-polo-tasse-1203465/ Queen Elizabeth II. / Harry und Meghan / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: MonicaVolpin;https://pixabay.com/de/photos/k%c3%b6nigin-elizabeth-ii-polo-tasse-1203465/

Prinz Harry feiert Kündigungen von Mitarbeitern, Herzogin Meghan lässt neue Bilder von Tochter Lilibeth veröffentlichen. Und ganz Hollywood lacht über sie.

Von Steven West

Prinz Peinlich und seine Herzogin Bling-Bling pfeifen aus dem vorletzten Loch. Aber die Dollars fließen und alles ist ganz woke (super politisch korrekt). God save the Queen.

Jetzt also doch! Auch GEOLITICO Royal kommt nicht mehr um das scheußlich-schöne Duo herum. Allerdings ist es nur noch eine einzige Qual dieser royalen Seifenoper zuzuschauen. Und das liegt nicht allein an den aktuellen Hot News aus Santa Barbara, dem feudalen Sitz des Pärchens: Prinz Harry feiert Kündigungen von Mitarbeitern wegen Burn-out, Herzogin Meghan lässt neue Bilder von Tochter Lilibeth veröffentlichen, und ganz Hollywood lacht über sie. Das ist verständlich, daher die ultimative Abrechnung um zwei unglaubliche Nervensägen.

Schöner kündigen mit Harry

Wenn man Prinz Harry bei Google oder Bing eingibt, kommen Vorschläge wie: Scheidung, enterbt, Kinder, Job und Intelligenz. Die beiden letzten Begriffe sind die interessantesten. Job? Ja, Harry hat sogar mehrere. Neben seinen Millionenverträgen, die er mit Netflix haben soll, ist er auch Chief Impact Officer bei einer Beratungsfirma für Führungskräfte.

Die Position, die er bei Better up bekleidet, ist schwerlich ins Deutsche zu übersetzen. Wahrscheinlich trifft es Frühstücksdirektor in sozialer Weltmission am besten. In dieser Funktion hat er sich jüngst zu den gestiegenen Zahlen von Kündigungen wegen Born-out in den USA geäußert: Leute, die ihre Jobs kündigten, weil sie ihnen „keine Freude“ bereiteten, sollten „gefeiert“ werden.

Tja, da ist His Royal Highness das beste Beispiel. Er und seine Gattin lassen sich seit ihrem Abschied vom britischen Hof genau dafür feiern. Schaut her, all ihr Unglücklichen und Ausgebrannten in euren dummen Jobs, macht es wie Meghan und ich und schmeißt den Bettel einfach hin.

Kundige Kommentatoren wie die Hofexpertin des NZ Herald aus Neuseeland verweisen auf die privilegierte Situation des royalen Glamour-Paares und nennen Harry „weltfremd“. Das ist schön gesagt, aber zu kurz gesprungen. Harry ist nicht nur weltfremd, sondern auch ziemlich dumm. Das passt als sein Gegenteil zum häufigen Suchbegriff „intelligent“ bei Harrys Google-Treffern, was nichts anderes bedeutet, dass es um Harrys geistig-mentale Fitness wohl nicht zum Besten steht. Oh my goodness.

It’s only your family, stupid!

Insider des Hauses Windsor wissen es schon lange, dass Dianas und Charles Zweitgeborener nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. So überzeugten seine schulischen Leistungen im Nobel-Internat Eaton wenig, worüber böse Zungen behaupten, dass er den Schulabschluss lediglich seinem königlichen Status zu verdanken habe. Ein Umstand, der in Familien wie seiner an sich kein Problem ist oder war.

Insbesondere die jüngeren Geschwister des jeweiligen Thronerben müssen, genauer gesagt sollen sich keine großen Gedanken über intellektuelle Dinge machen, sondern fügsam und funktionierend in der royalen Reserve leben. Akademikertum, Intellektuelle, Forschung und Erwerbsarbeit überhaupt – das sind Sphären des Bürgertums. Solchen Leuten überreichen die Royals Orden und Ehrenzeichen, aber sie machen sich nicht mit ihnen gemein.

Bislang jedenfalls, aber dass auch Königliche Hoheiten dem Zeitgeist zum Opfer fallen, sieht man an Harrys Beispiel besonders gut. Wenn er schon ein Einfaltspinsel ist, dann bitte in seiner ihm zugedachten Rolle, als Unterstützer an der Seite seines den Thron dereinst erbenden Bruders William. Sozusagen ein allseits beliebter Prinz Charity der Herzen in der Nachfolge seiner Mutter. Wieso versteht er das nicht (mehr)?

Dianas Werk und Meghans Beitrag

Eine Antwort darauf kann zum einen das tragische Ende der Princess of Wales 1997 sein und zum anderen die Profession seiner Frau. Diana fühlte sich im Goldenen Käfig gefangen und nahm im Laufe der unglücklichen Ehe mit Prinz Charles auf ihre Weise Reißaus: Sie küsste Aids-Kranke in den 80ern, sie sprach ihrem Gatten öffentlich die Eignung als König ab und sie setzte sich medienwirksam gegen Landminen ein.

Harry zog anfangs nach und hospitierte in Elendsvierteln in Afrika, herzte arme, schwarze Kinder und kümmerte sich um Kriegsversehrte, in dem er die Invictus Games gründete. Alles noble, eben typisch adlige Aktivitäten. Seiner Frau Meghan, scheint das nicht mehr ausgereicht zu haben.

Aus der kalifornischen Mittelschicht stammend, mit afrikanischen und deutschen Vorfahren, letztere hat sie zumindest mit Clan ihres Mannes gemein, waren ihr hochadlige Gepflogenheiten eher fremd. Ihr fielen das höfische Leben und die Spielregeln der Royal Family schwer, was man ihr nicht vorwerfen sollte. Indes durchaus den fehlenden Anpassungswillen und Lernprozess.

Vielleicht wollte sie das ganzen Zirkus auch nie ernsthaft mitmachen. Und vielleicht hat sie ihrem psycho-labilen Mann den großen Plan, nach Hollywood zu gehen und ein royales Celebrity-Paar zu werden, von Anfang an eingeflüstert. Meghan kann also mit Fug und Recht, als eine der einflussreichsten Influencer:innen der Welt bezeichnet werden. So woke! Aber wieso lacht dann Hollywood?

Einmal Hollywood und nie mehr zurück

Meghan Markle gehörte vor ihrer Eheschließung und dem Auszug aus dem Palast nie zu Hollywood. Sie war eine Nebendarstellerin in einer mäßig erfolgreichen Anwaltsserie, die dazu noch in Kanada gedreht wurde. Durch die Ehe mit Prinz Harry ist sie in eine internationale Edel-Liga katapultiert worden und ausschließlich deshalb für Hollywood interessant.

Alles, was mit den Windsors zu tun hat, steht in den USA generell und speziell bei den Film- und TV-Promis hoch im Kurs. Die britische Königsfamilie, einst aus den nordamerikanischen Kolonien verbannt, ist heute für viele Amerikaner eine Projektionsfläche für alles wahrhaft Edle, Schöne und Gute. Darauf versuchen Harry und Meghan zu setzen und möchten diese Tugenden direkt in den USA repräsentieren oder eher verkaufen.

Jedoch haben sie die Rechnung ohne die Queen und Charles gemacht. Den königlichen Status haben die Exilanten bereits verloren, wenn auch die Herzogswürde behalten. Für ihre großen Pläne ist es ein Rückschlag, sitzt doch damit eine tiefe Delle in der Marke Harry und Meghan. Daher sollen weitere lukrative TV-Verträge, das berühmt-berüchtigte Fernsehinterview mit Oprah Winfrey und anderen US-Talkern die Glamour-Marke retten. Ob das gelingt?

Das Empire schlägt zurück

Niemals beklagen, niemals erklären. Dieses Credo der Königsfamilie treten Harry und Meghan seit ihrer Flucht ständig mit Füßen. Es scheint zu ihrem Geschäftsmodell zu gehören, wie anders sollte man es sich zumindest rational noch erklären. Sie hätten sich das Schicksal ihrer Vorgänger, des Herzogs und der Herzogin von Windsor, zu Herzen nehmen sollen.

Edward, der abgedankte König und seine gar nicht standesgemäße US-Frau Wallis Simpson, sind mir ihrem Geschäftsmodell damals gründlich baden gegangen. Die Fettnäpfchenliste ist ansehnlich: Der Ex-König im Exil beim Tête-à-Tête mit Hitler, mit dem er die Rückkehr auf den Thron besprochen haben soll. Dann von der britischen Regierung als Generalgouverneur auf den Bahamas kaltgestellt und nach 1945 blieben dem Glamour-Paar seiner Zeit nur noch Partys, Bridge-Abende und selbst ausgedachte Krawattenknoten, die nur der Herzog perfekt binden konnte.

Jedoch war sich Edward seiner Herkunft und familiärer Privilegien bewusst. Seine Ex-Majestät verzichtete nach der Britannien erschütternden Eheschließung auf weitere Skandale. Vorbildlich!

Harry hingegen will nicht so recht erwachsen werden und schießt gegen seine Familie und ihr Prestige, denen er letztlich alles zu verdanken hat – inklusive seiner ehrgeizigen Frau. Wen würde ein Harry Smith aus Dorset schon reizen? Weder Meghan noch Hollywood. Dort wissen das alle, anfangs noch königlich amüsiert, jetzt mehr und mehr ironisch-belustigt. Die Beiden bringen bislang nicht den erhofften Ausstoß an Produktionen, die über Klatsch, Tratsch und persönliche Befindlichkeiten hinausgehen.Wenn sich das nicht bald ändert und Harry seinen Frieden mit der Royal Family macht, dann dürften sie zu einem beliebigen Celebrity-Paar rund um die Hollywood Hills herabsinken.

Was soll sein Großvater Prinz Philip über die Gästeliste für die Trauerfeier von Diana gesagt haben? Meine Güte, Homosexuelle und Celebritys. Also, Harry und Meghan, erweist dem Autor und der ganzen Welt einen Gefallen – entweder werdet erwachsen oder kündigt, bitte!