Trotz Energiewende bleibt der Westen vom Öl abhängig

Bohrinsel Oel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; keridjackson: https://pixabay.com/de/photos/bohrinsel-%C3%B6l-plattform-ozean-rig-5232047/ Bohrinsel Oel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library; keridjackson: https://pixabay.com/de/photos/bohrinsel-%C3%B6l-plattform-ozean-rig-5232047/

Wer jetzt die Investitionen in den klassischen Energiesektor zurückfährt, stärkt die Macht der OPEC gegenüber dem Westen, der weiter vom Öl abhängig bleibt.

Rohöl wird auch in den kommenden Jahrzehnten ein extrem bedeutender Rohstoff für die Weltwirtschaft bleiben. Daran führt selbst dann kein Weg vorbei, wenn es den wichtigsten Industrieländern gelingen sollte, ihren Ölverbrauch drastisch zu senken.

Im Zuge der Klimawandeldiskussion entscheiden sich viele Anleger – auch und gerade institutionelle Anleger – gegen Investments im Ölsektor. Ich halte diese Einstellung für falsch, da weniger Investitionen nicht zu einem geringeren Ölverbrauch führen, aber den technologischen Fortschritt bremsen.

Der Westen hängt weiter am Öl-Tropf

Darüber hinaus gefährden ungenügende Investitionen die Energie-Versorgungssicherheit mit potenziell verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft. Sie führen zu einem Machzuwachs der OPEC und der damit einhergehenden geopolitischen Abhängigkeit des Westens von einer Handvoll ihm nicht allzu wohlwollend gesonnener Länder.

Höhere Ölpreise dürften die unausweichliche Folge sein, deren Hauptleidtragenden – wie schon bei den rabiaten Covid-Maßnahmen – die Menschen armer Länder sind. Gut gemeint reicht alleine noch nicht aus, um tatsächlich Gutes zu bewirken.

Trendwende beim Öl-Preis   

Die Charttechnik kommt ebenfalls zu dem Ergebnis weiter steigender Ölpreise. Das zeigt der folgende Chart. Mit dem kürzlich erfolgten Anstieg über die in Rot eingezeichnete Linie wurde eine große Bodenformation mit einem klaren Kaufsignal beendet.

Mit dieser Bodenformation wird das Ende eines Abwärtstrends bestätigt, der 2008 begonnen und 2020 sein Tief erreicht hatte. Der Ölpreis fiel in dieser Zeit in der Spitze um rund 90 Prozent. Die Bodenformation signalisiert einen langfristigen Aufwärtstrend auf neue Hochs.

Oelpreis / Mit dem Anstieg über die in Rot eingezeichnete Widerstandslinie wurde eine große Bodenbildung abgeschlossen, womit deutlich höhere Ölpreise signalisiert werden. Quelle: StockCharts
Oelpreis / Mit dem Anstieg über die in Rot eingezeichnete Widerstandslinie wurde eine große Bodenbildung abgeschlossen, womit deutlich höhere Ölpreise signalisiert werden. Quelle: StockCharts
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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Skyjumper
Skyjumper
1 Monat her

Selbstverständlich bleibt der Westen, bleibt die ganze Welt, auch weiterhin vom Erdöl abhängig. Die Verbrennung von Erdöl zur Energiegewinnung ist schließlich nur ein Teilaspekt in der breiten Bedarfspalette dessen wofür wir alles erdöl basierte Produkte verwenden. Und insbesondere die europäischen Ressourcen (Nordseeöl) schwinden, bzw. sind bereits verschwunden. Gleichwohl sehe ich es nicht in Stein gemeißelt dass der Erdölpreis deswegen in den Himmel steigen wird. Zum einen nähert (bzw. ist schon wieder dort angekommen) sich der Preis je Barrel bereits wieder der Zone in der die amerikanischen Fracking-Öl-Türme anfangen profitabel zu werden. Amerika (bzw. die USA) könnte dann relativ schnell wieder… Read more »

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