Darum wird der Ölpreis weiter steigen

Ölpreis / Benzin und Diesel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Andreas 160578: https://pixabay.com/de/photos/tanken-tankstelle-zapfs%C3%A4ule-benzin-2157211/ Ölpreis / Benzin und Diesel / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: Andreas 160578: https://pixabay.com/de/photos/tanken-tankstelle-zapfs%C3%A4ule-benzin-2157211/

Trotz Energiewende wird der hohe Ölverbrauch noch Jahre anhalten. In der Folge wird der Ölpreis weiter steigen und die Inflationsgefahr erheblich anheizen.

Der Wechsel von fossilen Brennstoffen auf sogenannte erneuerbare Energien ist nicht nur teuer, er nimmt auch sehr viel Zeit in Anspruch. Deshalb ist ein weiterhin hoher Ölverbrauch auch in den kommenden 10 bis 20 Jahren garantiert. Selbst wenn weltweit drastische Sparmaßnahmen ergriffen und Gesetze zur Reduzierung des Verbrauchs erlassen würden, käme es nach 10 Jahren nur zu einem Rückgang des Ölverbrauchs von etwa 10 Prozent, schätzt die zur OECD gehörende Internationale Energie Agentur IEA.

Andere Schätzungen kommen für die nächsten 20 Jahre sogar auf einen weiteren Anstieg. Dafür werde das immer noch anhaltende Bevölkerungswachstum und das verständlicherweise rund um die Welt angestrebte Wirtschaftswachstum sorgen, das die Voraussetzung für eine bessere Lebensqualität und eine bessere Welt von Milliarden derzeit noch in Armut lebender Menschen ist.      

Wende beim Ölpreis in einer frühen Phase 

Die Kurse zahlreicher Öl- und Gasaktien haben seit Ende vorigen Jahres bereits bis zu 40 Prozent zugelegt. Dennoch ist der Sektor in der Gunst der meisten Anleger nicht gestiegen. Er ist immer noch sehr unpopulär und völlig außer Mode.

Das ist ein überaus gutes Zeichen. Denn es zeigt, dass sich diese Hausse noch in einer sehr frühen Phase befindet. Entsprechend groß ist die Wahrscheinlichkeit weiterer hoher Kursgewinne.

Ein weiteres starkes Argument hat jetzt die Charttechnik des Ölpreises geliefert. Sie signalisiert eine wichtige Trendwende nach oben und weitere erhebliche Preissteigerungen. Das zeigt der folgende Chart. Abgebildet ist der Verlauf des Rohölpreises der Sorte West Texas Intermediate (WTI) in Dollar pro Barrel seit 2001.

Von seinem 2008 erreichten Höchstkurs von rund 150 Dollar ging es mit dem Ölpreis in drei heftigen Abwärtswellen nach unten. Mit dem Beginn der rabiaten Corona-Politik erreichte er im April 2020 ein von Panik begleitetes Tief bei rund 10 Dollar.

An den Terminmärkten kamen teilweise sogar negative Kurse zustande, weil es zeitweise keine Abnehmer für Rohöl mehr gab. Aus charttechnischer Sicht markierte dieser Paukenschlag ein geradezu perfektes Ende des langfristigen Abwärtstrends, der 2008 begonnen hatte.

Der Ölpreis hat seine lange Abwärtstrendlinie überschritten und anschließend auch die Nackenlinie einer großen Bodenformation. Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt
Der Ölpreis hat seine lange Abwärtstrendlinie überschritten und anschließend auch die Nackenlinie einer großen Bodenformation. Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Danach erholte sich der Ölpreis wieder, und auf dem Chart wurde eine große Bodenformation erkennbar, deren Obergrenze bei etwa 65 Dollar verläuft. Der im Februar 2021 erfolgte Anstieg über die blaugestrichelte Abwärtstrendlinie war ein weiterer charttechnischer Hinweis auf das Ende des Abwärtstrends.

Ölpreis treibt die Inflation an

Es folgte ein mehrwöchiges Hin und Her zwischen der überwundenen Trendlinie und der Obergrenze der bereits erwähnten Bodenformation, die wir vor zwei Monaten schon besprochen hatten. Inzwischen wurde diese Bodenformation auf überzeugende Weise mit einem Ausbruch nach oben beendet. Damit bestätigt die Charttechnik, dass sich der Ölpreis tatsächlich in einem noch jungen Aufwärtstrend befindet.       

Die steigenden Öl- und Energiepreise, die damit signalisiert werden, sprechen gegen die These der Zentralbanker, dass die begonnene Geldentwertung nur ein vorübergehendes Phänomen sei.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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