Der Börsen-Boom von Apple, Amazon und Facebook endet

New York Stock Exchange Boerse /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/ New York Stock Exchange Boerse /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/

Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook, haben die Börsen im vergangenen Jahrzehnt befeuert. Nun wenden sich Leute wie Bill Gates und Warren Buffet ab.

Mit ein paar kryptischen Bemerkungen über die eventuelle Möglichkeit vielleicht steigender Zinsen hat die ehemalige Kassandra der FED und derzeitige US-Finanzministerin Janet Yellen den Pulk der stark kreditfinanzierten eigenkapital- und ertragsschwachen Elektro-, Wasserstoff-, Solar- und Veganaktien in den Keller geschickt. Glaubhaft ist ihr Orakel, weil die Zinsen tatsächlich steigen. Unternehmensanleihen und Hausfinanzierungen werden derzeit teurer.

Ein weiterer Faktor, der Anleger dazu bringt, sich von teuren und jahrelang innig geliebten Tech-Titeln zu trennen, besteht in den Steuerplänen von US-Präsident Joe Biden. Dieser möchte die Steuern für wohlhabende Steuerpflichtige erhöhen. Er hat vor, die Kapitalertragssteuer von 20 auf 39,6 Prozent anzuheben für die Anleger, die mehr als eine Million US-Dollar im Jahr verdienen. Fällig wird die Steuer, wenn Anlagen wie Aktien oder auch Immobilien verkauft werden. Da ist es für manche Lieblinge der Pseudoelitenmedien hohe Zeit umzuschichten, zum Beispiel in intransparente Anlagen wie physisches Gold oder Bitcoin.

Gates und Buffet trennen sich von Apple

Jeff Bezos hat sich der guten Ordnung halber schon mal fix von größeren Aktienpaketen im Wert von 6,7 Milliarden Dollar getrennt, auch über Verkäufe von Bill Gates wird berichtet. Aus seinem letzten Bericht an die Börsenaufsicht geht hervor, dass Gates Aktien von neun Unternehmen teilweise oder komplett verkauft hat. Zu den Komplettverkäufen zählten Uber Technologies, Alibaba und Boston Properties. Er verkaufte zudem die Hälfte seiner Positionen von Apple, Amazon und Alphabet. Warren Buffet hat massenweise Apple-Aktien abgestoßen.

Solche Entwicklungen jenseits des großen Teichs konterkarieren die naiven Wünsche von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, Nachhaltigkeitsinvestments zu puschen. Denn ihre planwirtschaftliche Investitionslenkung läuft genau auf jene Bereiche hinaus, die gerade wertmäßig den Bach runtergehen.

Elon Musk richtet seit Mitte Februar ein Massaker unter seinen Investoren an, nicht viel besser läuft es bei seinen chinesischen Konkurrenten. Mit etwas Verzögerung schwächelt auch der E-Autobauer VW. Der Wasserstoffbereich ist ein zuverlässiger Kapitalvernichter, der Gleichrichterhersteller SMA Solar ist genauso eine Fehlinvestition wie die Windmühlenbauer Vestas oder Nordex. Sämtliche bekannten Hersteller von Veganhappis schwächeln. Selbst der Energielieferant der Energiewende – GAZPROM – hat 2020 kein gutes Jahr gehabt.

Elite hofft auf Joe Biden

Die ganze elitistische Blase frohlockte, als Joe Biden sein Amt antrat. Nun würde alles wunschgemäß reibungsfrei in die richtige Richtung laufen, so die Spekulation. Thetis, die Meeresgöttin, hatte dem Achill prophezeit, dass er in der Blüte seiner Jugend sterben würde.

Die Big Five – Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Facebook – die ihre Schwachpunkte wie Achilles haben, müssen zwar nicht sterben, aber sie welken. Noch hat die internationalen Haltungs- und Cancelkamarilla keinen Blick aus dem Wolkenpalast ihrer Ideale auf die profane Welt der Wirtschaft geworfen und nicht erkannt, dass Übermut und Phantasterei schaden. Es dürfte ein böses Erwachen geben.

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Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel