Im Shutdown bricht der Arbeitsmarkt ein

Klein- und Mittelbetriebe / Arbeit am Bau / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/geb%C3%A4ude-professional-mitarbeiter-2762319/ Klein- und Mittelbetriebe / Arbeit am Bau / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/geb%C3%A4ude-professional-mitarbeiter-2762319/

Der Shutdown im Frühjahr 2020 und der andauernde Shutdown haben erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg stark an.

Die Wirtschaftstätigkeit hat sich im zweiten Shutdown deutlich verringert. Der Trend der Kurzarbeit zeigt wegen der sogenannten “Maßnahmen” wieder nach oben. Die Zahlen liegen bis Dezember 2020 vor.

Zahl der Arbeitslosen im Shutdown

Februar 2021 2,90 Millionen 509.000 mehr als im Vorjahresfebruar
Januar 2021 2,90 Millionen 475.000 mehr als im Vorjahresjanuar
Dezember 2020 2,71 Millionen 480.000 mehr als im Vorjahresdezember
Juli 2020 2,91 Millionen 635.000 mehr als im Vorjahresjuli
April 2020 2,64 Millionen 415.000 mehr als im Vorjahresapril

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (1,01 Millionen) stieg besonders stark: Um 41,4 % von Februar 2020 auf Februar 2021. Auch die der Bedarfsgemeinschaften ist um rund 70.000 gestiegen, nachdem sie jahrelang gesunken war.

Unterbeschäftigung im Shutdown

Februar 2021 3,69 Millionen 359.000 mehr als im Vorjahr
Januar 202 3,68 Millionen 354.000 mehr als im Vorjahr
Dezember 2020 3,53 Millionen 363.000 mehr als im Vorjahr
Juli 2020 3,66 Millionen 465.000 mehr als im Vorjahr
April 2020 3,47 Millionen 184.000 als im Vorjahr
In der Unterbeschäftigung werden die Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung und Malade gezählt.

Kurzarbeitergeld

Monat Kurzarbeiter Mio Arbeitsausfall % Arbeitsausfall Vollzeit Mio
April 6,01 48 2,88
Mai 5,73 40 2,29
Juni 4,63 39 1,80
Juli 3,32 38 1,26
August 2,55 36 0,92
September 2,22 36 0,80
Oktober 2,01 38 0,76
November 2,38 48 1,14
Dezember 2,39 51 1,22

Kosum durch Shutdown massiv gedämpft

Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand an offenen Arbeitsstellen im Februar auf 583.000. Das waren 107.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Bewerber für Lehrlingsstellen ist auf 294.000 gefallen, von 334.000 im Vorjahr. Auch hier spielte der Shutdown eine Rolle:

„Ein Grund für die sinkenden Bewerbermeldungen dürfte darin bestehen, dass sich Jugendliche trotz vorhandenen Ausbildungsinteresses nicht bei der Berufsberatung/Ausbildungsvermittlung melden, weil die gewohnten Zugangswege wegen der Pandemie versperrt sind und persönliche Beratungsgespräche kaum möglich sind. Auch die fehlende Präsenz der Berufsberatung an den Schulen in Form von Berufsorientierungsveranstaltungen oder Schulsprechstunden spielt ebenso eine große Rolle wie weitere Kontaktbeschränkungen. Digitale Angebote können dies nicht vollständig ersetzen.“

Bundesagentur für Arbeit

Der Monatsbericht der Arbeitsagentur ist zum privaten Konsum etwas ehrlicher als die Lügenmedien: „Der Konsum wurde durch den zweiten Lockdown massiv gedämpft. Im vierten Quartal 2020 sank der private Konsum um 3,3 Prozent (vermutlich gegenüber dem dritten Quartal). Und auch der Staatskonsum, der den Konsum bis zuletzt stützte, gab im Schlussquartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach.“

Seit dem Novembershutdown hat sich die teure Kurzarbeit auf mittlerem Niveau verfestigt. Irgendwann wird durch die Gesamtbelastung des Arbeitsmarktes der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ansteigen, vermutlich erst nach der Bundestagswahl. Auch die Anzeige der Insolvenzen wird wohl bis dahin vertagt. Es warten zahlreiche Überraschungseier. Die ersten drakonischen Steuererhöhungen sind bereits zum 1.1.2021 in Kraft getreten.

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Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

2 Comments
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Uwe Borchert
Uwe Borchert
4 Monate her

Der Arbeitsmarkt ging bereits im Jahr 2019 in den Sinkflug und im Herbst 2019 konnte man so etwas wie einen sich abzeichnenden Kollaps sehen. Damals habe sich, wie im Vorfeld der Finanzkrise 2008ff, die Banken untereinander kein Geld mehr geliehen. Die Arbeitslosenzahlen sind seit vielen Jahren auch stark „geschminkt“. In den Jahren 2016 bis 2018 fand man bei genauerer Suche in den Zahlen von Destatis und der BA rund 5 Mio. (Kern-) Erwerbspersonen mit einem Einkommen von Null Euro in den Daten, also echte Erwerbslose. Trotzdem vermeldete schon damals die BA glänzende Zahlen vom Endsieg gegen die Arbeitslosen. Wirtschaft und… Read more »

dragaoNordestino
Reply to  Uwe Borchert
4 Monate her

Ja so sehe ich dies auch.. Danke