Die Welt stürzt sich in noch mehr Schulden

Da ist nichts mehr zu holen. / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/illustrations/kein-geld-schlecht-geld-nr-krise-2070384/ Da ist nichts mehr zu holen. / Quelle: Pixabay, lizenezfrei Bilder, open library: https://pixabay.com/de/illustrations/kein-geld-schlecht-geld-nr-krise-2070384/
 

Weltweit steigt die Verschuldung unaufhörlich. Und das Geschwafel von der „schwarzen Null“, die jetzt aufgegeben werden müsse, bedeutet noch mehr Schulden.

Es ist immer dasselbe an der Börse: Wenn die Kurse steigen bzw. gestiegen sind, nimmt das Anlegerinteresse deutlich zu, und wenn die Kurse fallen, nimmt es ab. Das führt dazu, dass viele Anleger erstens genau zum falschen Zeitpunkt kaufen und sich zweitens dann nicht trauen, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis am besten ist und die größten Gewinne erzielt werden können.

Letzteres ist im Moment an den Edelmetallmärkten der Fall. Wie der folgende Chart zeigt, ist der Goldpreis von Mai bis Anfang September 2019 stark gestiegen – und mit ihm das Anlegerinteresse. Dann folgte eine harmlose Korrektur, und schon verließ die meisten Anleger der Mut.

Nicht nur die Charttechnik spricht für die nächste Aufwärtswelle. Quelle: StockCharts / Claus Vogt

Nicht nur die Charttechnik spricht für die nächste Aufwärtswelle. Quelle: StockCharts / Claus Vogt

Geschwafel von der „schwarzen Null“

Wer jetzt noch hadert: Das Tief der Korrektur wurde schon vor vier Wochen erreicht. Seither ist der Goldpreis wieder leicht gestiegen. Er hat damit bereits ein charttechnisches Kaufsignal gegeben, indem er die für Korrekturen typische Formation eines bullishen Keils nach oben verlassen hat. Die Aussage dieses Charts ist klar:         

Und dafür gibt es sehr gute fundamentale Gründe: Weltweit steigt die Verschuldung unaufhörlich. Auch in Deutschland, wenn man alle Schattenhaushalte und Target-Salden einbezieht. Und das Geschwafel von der „schwarzen Null“, die jetzt aufgegeben werden müsse, bedeutet im Klartext natürlich noch mehr Schulden. Und die neue EZB-Präsidentin garantierte am 12.12.2019 in ihrer ersten Ansprache geradezu, dass es in Europa keine Rückkehr zu geldpolitischer Vernunft und Seriosität mehr geben wird. 

Reaktion der Märkte

Noch deutlicher wird das Bild, wenn man sich den Index der Goldminenaktien auf dem zweiten Chart anschaut. Hier haben die Kurse das Hoch von Ende August schon fast wieder erreicht.           

Die Minenaktien sind schon wieder stark gestiegen. Quelle: StockCharts/Claus Vogt

Die Minenaktien sind schon wieder stark gestiegen. Quelle: StockCharts/Claus Vogt

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

16 Comments
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hubi stendahl
hubi stendahl
10 Monate her

“Und das Geschwafel von der „schwarzen Null“, die jetzt aufgegeben werden müsse, bedeutet im Klartext natürlich noch mehr Schulden.” Ist der Ruf erst ruiniert, säuft es sich ganz ungeniert. Na ja, ganz so einfach ist es nicht. Ideologische Ziele, hier die Abschaffung der europäischen Staaten und ihrer Kulturen bzw. Identitäten, bedürfen der Bedienung außergewöhnlicher Kosten. Da der Staat kein Geld hat, sondern seine Kreditwürdigkeit aufgrund der Dummheit der noch bonitätsstarken Bürger per Zwang rekrutieren kann, hat er sich eine Reihe von erleichternden Maßnahmen einfallen lassen, um z.B. Angst und Schrecken vor dem Klimatod zu verbreiten. So ist Widerrede beim abzuschaffenden… Read more »

vier
vier
Reply to  hubi stendahl
10 Monate her

@hubi stendahl: “Da der Staat kein Geld hat, sondern seine Kreditwürdigkeit aufgrund der Dummheit der noch bonitätsstarken Bürger per Zwang rekrutieren kann, hat er sich eine Reihe von erleichternden Maßnahmen einfallen lassen, um z.B. Angst und Schrecken vor dem Klimatod zu verbreiten.” Richtig, richtig: “um z.B. Angst und Schrecken vor dem Klimatod zu verbreiten”- denn: “Angst verdunkelt die Vernunft, verstärkt Emotionen und erleichtert es Politikern, die Öffentlichkeit für genau die Politik zu mobilisieren, die sie betreiben wollen.” Das ist (auch) im Kampf gegen den Terror so: “Im Rahmen ihres Kampfes gegen den Terror haben die USA seit 2001 eine gigantische… Read more »

hubi stendahl
hubi stendahl
Reply to  vier
10 Monate her

@vier

Eines der besten Bücher das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Es zeigt womit für die Zukunft zu rechnen ist und zeigt, warum der Sozialismus menschenfeindlich ist. Ein Autor, der es wissen muss und Zweiflern die Augen öffnet:
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Friedolin
Friedolin
Reply to  vier
10 Monate her

@ vier “Angst verdunkelt die Vernunft,…”

passend dazu der heutige “Thought for the day”:

Fear dilutes clarity

https://www.premrawat.com/engage/news/15-news

hubi stendahl
hubi stendahl
Reply to  Friedolin
10 Monate her

@Friedolin Ganz richtig. Angst sollte man keine haben; im Gegenteil. Die Menschen sollten endlich begreifen, dass aktuell der Kontinent mit seiner Vielfalt europäischer Kulturen, die erst die Entwicklungen ermöglichten, abgerissen werden soll, gegen eine Mischrasse aus afrikanischen Stämmen, in einem kulturmarxistisch geprägten Europa. Ohne Befragung der Bevölkerung und seit 2.12. nun vom EU-Parlament beschlossen. Das gewünschte Hauen und Stechen geht in die nächste Eskalationsstufe und niemand kennt das am 8.12. verabschiedete Pamphlet, in dem einseitig der rote Teppich ausgelegt wurde. Auszug: ” .. fordert die Mitgliedstaaten auf, die rassistisch begründete Voreingenommenheit in ihren Strafrechts-, Bildungs- und Sozialsystemen zu überwachen und… Read more »

Claus Meyer
Claus Meyer
10 Monate her

Wann endlich begreift die Masse Mensch, welch ein Unsinn mit Geld getrieben wird. Da dürfen Banken aus dem Nichts Geld produzieren und dafür dann auch noch Zinsen nehmen. Wenn alles Geld aufder Welt gleichzeitig nicht mehr vorhanden wäre, dann blieben doch alle Güter dieser Erde weiterhin bestehen. Das zeigt dochdie eigentliche Wertlosigkeit. Was soll also dieser unsinnige Umgang mit Geld.

Waltomax
Waltomax
10 Monate her

@Stendal et al. Es ist ein billiger Trick, alle Mängel des Kapitalismus als “sozialistisch” abzutun. Sowohl der real existierende Sozialismus als auch der reale Kapitalismus haben versagt. Der Einwand, man habe die jeweilige Wirtschaftsform lediglich in ihrer reinen Lehre anzuwenden, ist empirisch klar ad absurdum geführt. Ein “dritter Weg” ist noch nicht formuliert und wird als Slogan leider inzwischen von Faschisten besetzt. Was muss eigentlich noch geschehen, um die Dualität von Kapitalismus und Sozialismus als die zwei Seiten der selben Ausbeutung von Mensch und Natur zu erkennen? In der Konsequenz bleibt es egal, ob der Monopolkapitalismus oder der Staatsmonopolismus jeweils… Read more »

dragaoNordestino
Reply to  Waltomax
10 Monate her

@waltomax …. Was muss eigentlich noch geschehen, um die Dualität von Kapitalismus und Sozialismus als die zwei Seiten der selben Ausbeutung von Mensch und Natur zu erkennen?

Nett auf den Punkt gebracht… Danke

vier
vier
Reply to  Waltomax
10 Monate her

Es sollte aber auch nicht verhindern klar zu sehen, was ist- in jedem der Systeme- trotz des immer größer werdenden Geschrei der PR- u. des “Anschwellenden Bocksgesang“. Ich bezweifle stark, dass es in einem autoritären System möglich wäre, eine solche Diskussion wie hier zu führen. Ideologien und fundamentale “Überzeugungen”sind wie (geistige) Gefängnisse, meinte einst Fr. Nietzsche in Bezug auf die katholische Kirche- gilt auch heute und hier für alle Ideologien (auch der “Klima-Ideologie”), die sich die Wirklichkeit ihrem Muster anzupassen versuchen, wie`s gerade gebraucht wird und falls es den Herrschenden opportun erscheint- mit Gewalt. Das, in Anbetracht dieses allseitigen Versagens… Read more »

vier
vier
Reply to  Waltomax
10 Monate her

@Waltomax, ihr: @Stendal et al. Es ist ein billiger Trick, alle Mängel des Kapitalismus als “sozialistisch” abzutun.

Macht keiner hier- aber es ist ein billiger Trick, dies hier “@Stendal et al” zu unterstellen…

hubi stendahl
hubi stendahl
Reply to  Waltomax
10 Monate her

@waltomax “Es ist ein billiger Trick, alle Mängel des Kapitalismus als “sozialistisch” abzutun.” Sie sollten die Contenance bewahren und mir keine “Tricks” unterstellen. Mir und den älteren Foristen ist bekannt, dass Sie Kommunist sind. Das sollte aber Ihre, zwar meist mit wenig Tiefgang verfassten Kommentare nicht dahingehend abgleiten lassen, dass Sie mir Tricks, also ein ethisch verwerfliches Verhalten, vorwerfen. Ich würde Ihnen so etwas nicht unterstellen. Schließlich kenne ich Sie nicht persönlich. Ich unterstelle Ihnen lediglich Fehlsichtigkeit fern Ihres Fachbereichs, was sich mit Fleiß und Offenheit beheben ließe. Wenn ich kürzlich in einem anderen Artikel zu der Meinung kam, dass… Read more »

waltomax
waltomax
Reply to  hubi stendahl
10 Monate her

@Hubi, nanu… Keiner hat sie persönlich angegriffen. Dies ist doch nur ein anonymes Forum. Wer die Dualität von Kommunismus und Kapitalismus erkennt, wird sich doch wohl kaum in einem der Extreme bewegen, oder…? Wenn Ihnen meine Einlassungen zu wenig Tiefgang aufweisen, dann lesen Sie diese halt nicht.
Nix für ungut.

Konrad Kugler
Konrad Kugler
Reply to  Waltomax
10 Monate her

Das was der Kapitalismus betreibt ist Hirn- und Charakterlosigkeit und damit eigentlich das Gegenteil der freien Marktwirtschaft.
Dagegen ist der Sozialismus ein ideologischer Hirnschaden inkl. Charakterlosigkeit.
Weil Sozialisten nur “in Kapitalgesellschaften denken” können, der Handwerksmeister ist nur für die Herstellung des Personals zuständig, deshalb erzwingen sie gemeinsam die Globalisierung.

Natürlich muß ein großer Geldhaufen wachsen.
Warum muß ein großer Geldhaufen noch größer werden, wenn der Besitzer mit dem Vielen eigentlich nichts mehr anfangen kann?

Friedolin
Friedolin
Reply to  Konrad Kugler
10 Monate her

@ Konrad Kugler Warum muß ein großer Geldhaufen noch größer werden, wenn der Besitzer mit dem Vielen eigentlich nichts mehr anfangen kann? Sehr treffend. Vielleicht, weil derjenige, der viel Geld hat, seinen Reichtum nicht wertschätzen kann. Deswegen ist er weiter auf der Jagd nach mehr. Wenn die Fa. gut läuft, ist man hoffnungsfroh: noch mehr davon, noch mehr Wachstum, noch mehr Geld verspricht noch mehr Sicherheit und dann endlich wird man glücklich sein. Dummerweise hört das Wachstum dann auf, eine leichte Panik bricht aus oder der Krebes kommt dazwischen oder der Tod eines nahen Angehörigen. Mein Vater wurde sehr alt… Read more »

Friedolin
Friedolin
10 Monate her

Der Kapitalismus entspricht dem natürlichen Streben vieler Menschen nach materiellem Gewinn, er muss aber eingehegt werden, es müssen ihm immer wieder Schranken gesetzt werden, damit er sozial- und umweltverträglich bleibt. Das wäre die Aufgabe des Staates. Damit er diese wahrnimmt, müssen genug Menschen Verantwortung zeigen, für ihr eigenes Leben, für die Gemeinschaft, für den Staat, für die Umwelt, letztendlich so etwas wie Verantwortung für diese Schöpfung spüren. Voraussetzung dafür ist wiederum, dass man innerlich zufrieden und erfüllt ist, aus diesem Gefühl heraus erwächst Dankbarkeit und da heraus erwächst quasi automatisch die Eigenschaft, die man letztendlich menschlich nennen kann. Menschsein bedeutet,… Read more »

Kafka
Kafka
10 Monate her

Claus Meyer hat einen guten Anfang einer sinnvollen Einschätzung von Geld gemacht. Dies sie hinzugefügt. Geld ist ein Tauschwert, der es erleichtern soll, reale Güter (Waren/Dienstleistungen) zu tauschen (kaufen/verkaufen). Es ist wie ein Zertifikat, auf dem steht, dass man dafür Güter im Wert des aufgedruckten Betrages tauschen kann. Eigentlich eine gute Idee, wenn, ja wenn das Recht auf die Ausgabe dieses Tauschmittels bei der Gesellschaft liegen würde und nicht bei privaten Unternehmen / Banken. Warum? Wer über die Zertifikate bestimmt, bestimmt alles. Menschen können sich noch so abrackern und Güter erschaffen, wenn man sie zwingt, diese Güter nur gegen Geld… Read more »