Aktienmärkte vor dem großen Sturz

Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/ Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/
 

Die Lage ist ernst: Die deutsche Börse ist mitten in einer Baisse. Sämtliche US-Märkte haben sich erheblich eingetrübt. Keine Frage: Etwas Großes steht bevor!

Der DAX ist von seinem Ende Januar erreichten Hoch bereits um 20 Prozent gefallen. Damit befindet er sich auf demselben Niveau wie vor gut drei Jahren. Trotzdem deutet fast alles darauf hin, dass dieser Kursrückgang nur der Beginn einer Baisse ist und den Anlegern noch sehr viel größere Kursrückgänge bevorstehen.

Am letzten Wochenende habe ich mir wie üblich die Charts der DAX- und MDAX-Werte angeschaut – und hunderter ausländischer Aktien. Sich regelmäßig einen solchen Überblick zu verschaffen, ist eine wichtige Übung für jeden ernsthaften Börsianer. Erstens sorgt sie dafür, dass man immer wieder frühzeitig auf interessante Kauf- oder Verkaufskandidaten aufmerksam wird. Zweitens vermittelt sie einen besseren Eindruck vom Gesamtzustand des Aktienmarktes, als die Analyse der Indizes allein.

Beim DAX überschlagen sich die Ereignisse!

Das Ergebnis meines jüngsten Überblicks ist sehr ernüchternd – Die Kurseinbrüche dieser Woche lassen Schlimmstes befürchten. Beim DAX überschlagen sich die Ereignisse! So rutschte der deutsche Leitindex letzten Donnerstag unter die wichtige Marke von 11.000 Zählern. Kein Wunder, befinden sich die meisten deutschen Aktien doch in klaren Abwärtstrends. Es sind fast keine Charts mehr vorhanden, die ein bullishes Bild zeigen. Und viele populäre deutsche Aktien sind schon weit stärker gefallen, als die Indizes vermuten lassen.

Die Lage ist ernst: Die deutsche Börse befindet sich bereits mitten in einer Baisse. Und Baissen dauern gewöhnlich rund zwei Jahre, manchmal auch länger. Und die größten Verluste entstehen gewöhnlich erst in der Schlussphase einer solchen Abwärtswelle. Anleger sollten sich also auf ein turbulentes Börsenjahr 2019 einrichten und ihr Depot einem Krisen-Check unterziehen.

Etwa Großes steht bevor

Über die sehr hohe Überbewertung des US-Aktienmarktes und die Extremwerte, die fast alle wichtigen Kennzahlen auf dem Weg nach oben angenommen hatten, habe ich an dieser Stelle mehrmals unterrichtet.[1]

Jetzt sind die US-Märkte einen bedeutenden Schritt weiter, indem sich die gesamte Markttechnik erheblich eingetrübt hat. Das gilt auch für die wichtige Zinsstrukturkurve. Darüber hinaus haben in den vergangenen Wochen einige weitere sehr wichtige Veränderungen am US-Aktienmarkt und – ganz wichtig – auch am Immobilienmarkt stattgefunden. Diese Entwicklungen sind typisch für die Frühphase einer Baisse. Einer Aktienbaisse und auch wieder einer Immobilienbaisse! Die fallenden ökonomischen Frühindikatoren, über die ich hier vorige Woche geschrieben habe, bestätigen dieses Bild. Keine Frage, etwas Großes steht bevor.

Passend zu den deutlichen Warnsignalen, die eine Aktien- und Immobilienbaisse, eine Rezession und eine neue Krise wahrscheinlich erscheinen lassen, erwacht Gold zu neuem Leben. Das sehen Sie auf dem folgenden Chart.  

Der Goldpreis steht unmittelbar vor dem Ausbruch aus der eingezeichneten Dreiecksformation, eine bullishe Entwicklung. Quelle: StockCharts.com/Claus Vogt

Der Goldpreis steht unmittelbar vor dem Ausbruch aus der eingezeichneten Dreiecksformation, eine bullishe Entwicklung. Quelle: StockCharts.com/Claus Vogt

Der Goldpreis kratzt gerade an der oberen Begrenzung einer viereinhalbmonatigen Bodenformation, die selbst nur ein kleiner Teil einer sehr mächtigen mehrjährigen Bodenbildung ist. Auch diese Konstellation lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Etwas Großes ist im Anmarsch.

Die Bitcoin-Blase ist schon geplatzt

Wer immer noch denkt, dass die Aktienmärkte nach den aktuellen Schockwellen direkt wieder nach oben gehen, sollte einen Blick auf die Kryptowährungen und insbesondere den Bitcoin werfen. An der Kursentwicklung von Bitcoin sehen Anleger ein weiteres interessantes Beispiel dafür, dass jede Spekulationsblase irgendwann einmal platzt.

Vor ziemlich genau einem Jahr erreichte Bitcoin einen Höchstkurs von knapp 20.000 $ und löste auch in Deutschland eine Welle der Euphorie aus. Seither ist der Kurs um 80% gefallen, und vielen anderen Kryptowährungen ist noch schlechter ergangen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage „kaufen“ oder „Finger weg“.

 

Anmerkung

[1] Vergl. „US-Wirtschaft vor Rezessionswarnung“ und „Finanzexzesse wie im Jahr 2000“

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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waltomax
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waltomax

Der Börsencrash ante Portas? Nicht so wichtig! Deutschland, oder besser das, was noch davon übrig ist, muss sich zur geistigen Großmacht entwickeln. Vom dem Erbsenzählen der Krämerseelen müssen wir wegkommen. Um das zu erreichen, bedarf es einer Generalrevision, welche das bisherige Weltbild radikal in Frage stellt. Um die Axt an den Grundlagen und Wurzeln unseres Denkens anzusetzen, kann man bei der Euklidischen Geometrie und der Aristotelischen Logik ansetzen. Alles was und begegnet, besitzt eine dreidimensionale Ausdehnung und strukturelle Tiefe, am einfachsten (und letztendlich leider auch falsch) zu messen durch die spezifische (innere) Oberfläche. Wir leben in eine Welt der Schwämme… Read more »

Wayne Podolski
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Falsch zu glauben ist vielleicht auch, das die Rothschild-Familie auf der Spitze der Pyramide hockt und den ganzen Zirkus lenkt. Darüber gibt es wie es aussieht noch die Payseur-Familie, Abkömmlinge des französischen Adels.

Gast
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Eigentlich ist so eine Charttechnik ja nichts ungewöhnliches nach einer Zinserhöhung bei der FED?

Gust
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Gust

“Die Lage ist ernst: Die deutsche Börse ist mitten in einer Baisse” Ja und? Die Deutschen brauchen kein Privates- die sollen arbeiten und Steuern abdrücken, solange sie das noch dürfen-diese ewigen Erbschuldner. Solange die Deutschen eine Merkel an der Spitze beklatschen, klappt das alles sehr gut. Merkel ist weniger deutsche Kanzlerin als Chefdirigent der Reducation und A.K.K. ihr politischer Homunkulus- ein perfekter Apparatschik. Und als General haben sie nun einen wie Salihamicic. Alles nach Plan- gut versteckt, als innerparteiliche “Demokratie” getarnte Rache. Wenn sie sagen, sie wollten Deutschland voranbringen, es im Erfolg gestalten- nehmt das Gegenteil und ihr liegt 100%… Read more »

omacourage
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Deutscher Soldat zum Offizier: ” Herr Hauptmann, die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos…!” Österreichischer Soldat zum Offizier:” Herr Hauptmann,die Lage ist hoffnungslos, aber net ernst!”-Der Witz ist sicher bekannt;) Ich bin durchaus für neues Denken und da können wir gern mal bei den Anthroposophen(Rudolf Steiner)und Axel Burkart, der erfolgreich einen Youtube-Kanal betreibt, nachschlagen und nachhören. Das ist fundiertes Wissen – in der Praxis erprobt seit Menschengedenken und jenseits von Hokuspokus und “Esoterik”. Wie sonst hätte die Menschheit je überlebt? Hier die Vita von Axel Burkart, Diplomierter Mathematiker, Steiner Kenner und vieles mehr, falls die Anthroposophie als Wissenschaft und “Denkschule”… Read more »

omacourage
Gast

BTC beruht auf Mathematik, viele Fake-Coins, die nur auf den Zug aufgesprungen sind, um das schnelle Geld zu machen, verschwinden wieder. Zentralbank-Kryptos sehe ich als echte Gefahr an, da sie nicht dezentral sind und die Bargeldabschaffung beschleunigen könnten.Ganz aktuell:
https://www.btc-echo.de/bargeldloses-schweden-heisst-die-antwort-bitcoin-oder-e-krona/?utm_source=browser&utm_medium=push-notification&utm_campaign=cleverpush-1544456647
Und für alle Anhänger des gewaltlosen Widerstandes:
https://youtu.be/q-Ut3CpjDiQ

Verwaltungsrat
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Wer sich überhaupt noch mit solchem überflüssigen Mumpitz wie “Börse” aufhält, ist ernsthaft zu bedauern. Warum Deutschland und seine Bevölkerung der Vernichtung entgegen geht, ist historisch und geschichtlich zu belegen. Warum das deutsche Volk sich dieser Tatsache nicht bewußt wird und dagegen ankämpft, ist international von anderen Völkern nicht zu verstehen. Welche Rolle die Banken bei diesem Exitus spielen wird hier beleuchtet. Warum sich das deutsche Volk in einer Denunziantenkultur befindet und sich darin auch noch wohl zu fühlen scheint, ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erfassen. Daß scheinbar Willkür, Gesetzlosigkeit und Raubtierkapitalismus herrscht, ist nur dem unverständlich, der die… Read more »

incamas SRL
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Das bekommt Ihr demnächst noch dazu: Die Zurückdrängung von Bargeldbezahlungen ist in Italien bereits seit 2011 gang und gebe. Bis 1.000 Euro gilt dort die Obergrenze von Bezahlungen mittels Bargeld. Es gibt Überlegungen, das Limit auf 300 Euro zu senken. Die Eindämmung der Schattenwirtschaft und der einhergehenden Steuerhinterziehung ist das angebliche Ziel. Dazu hat der italienische Fiskus auch hochgerüstet: Das spezielle Überwachungsprogramm Serpico (hat nichts mit dem berühmten Kriminalfilm zu tun, sondern ist die Abkürzung für Servizi per i contribuenti = Dienstleistungen für die Steuerzahler) überwacht sämtliche(!) italienischen Bankkonten. Und nicht nur das – unter anderem werden auch die Grundbuchämter,… Read more »