Historischer Anstieg der Zinsen

Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/ Boerse in New York / Quelle: Pixabay, lizenezfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/

 

Nach über 35 Jahren setzt eine historische Zinswende ein. Damit verändert sich einer der wichtigsten Einflussfaktoren der Finanzmärkte und der Realwirtschaft.

Der Kursverlauf des DAX zeigt eine geradezu perfekte Topformation, die ich hier schon mehrmals besprochen habe. Inzwischen hat er diese Formation mit einem dynamischen Ausbruch nach unten beendet. Aus charttechnischer Sicht hat er damit ein klares Baissesignal gegeben.

Zahlreiche Einzelwerte sehen übrigens ganz ähnlich aus und zeigen ebenfalls große Topformationen. Interessanterweise gilt diese Beobachtung nicht nur für deutsche Aktien, sondern auch für US-amerikanische. Einige der Wichtigsten werde ich in den kommenden Wochen besprechen.

US-Börse dramatisch überbewertet

Darüber hinaus hat sich die gesamte Markttechnik der US-Börse bereits seit geraumer Zeit deutlich eingetrübt. Auch das spricht für den Beginn einer Baisse. Der S&P 500 Index ist von seinem Höchstkurs rund 10 Prozent gefallen, der NASDAQ 100 Index rund 14 Prozent. Bezogen auf die sehr große fundamentale Überbewertung, die alle bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse unisono anzeigen, sind diese Kursrückgänge noch sehr bescheiden. Einige  dieser Kennzahlen, beispielsweise das Kurs-Umsatz-Verhältnis, haben sogar den Rekord des Jahres 2000 gebrochen. Damals folgte anschließend eine Kurshalbierung des S&P 500, während es mit dem DAX und der NASDAQ sogar über 70 Prozent nach unten ging.

Interessanterweise zeigt sich nicht nur an den Aktienmärkten eine Fülle von lehrbuchartigen Charts, sondern auch an den volkswirtschaftlich viel wichtigeren Anleihenmärkten. Der folgende Chart zeigt den Verlauf der Zinsen 30-jähriger US-Staatsanleihen. Seit Ende 2014 hat sich hier eine gewaltige Schulter-Kopf-Schulter-Bodenformation gebildet, die inzwischen mit einem Ausbruch nach oben beendet wurde. Damit haben die Zinsen eine Trendwende vollzogen, deren Bedeutung kaum überschätzt werden kann.

Denn dieses Signal steigender Zinsen ist langfristiger Natur. Es signalisiert das Ende eines Abwärtstrends, der 1981 begonnen hatte, das heißt vor mehr als 35 Jahren. Die Finanzgeschichte zeigt, dass derart langfristige Trends bei den Zinsen vollkommen normal sind – und zwar in beide Richtungen. Vor diesem historischen Hintergrund sollten Sie sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass die Zinsen in den kommenden Jahrzehnten steigen werden. Damit verändert sich einer der wichtigsten Einflussfaktoren der Finanzmärkte und der Realwirtschaft mit entsprechend weitreichenden Folgen.

Langfristige Trendwende

Der Chart zeigt eine lehrbuchartige Bodenformation, die eine langfristige Trendwende bei den Zinsen signalisiert. Quelle: StockCharts.com

Der Chart zeigt eine lehrbuchartige Bodenformation, die eine langfristige Trendwende bei den Zinsen signalisiert. Quelle: StockCharts.com

Es ist ganz bestimmt kein Zufall, dass sich auch beim Goldpreis in den vergangenen Jahren eine mächtige Bodenformation entwickelt hat. Denn steigende Zinsen und steigende Edelmetallpreise gehen häufig Hand in Hand. Somit dürfte der Goldpreis dem Vorbild der Anleihenmärkte folgen und seine Bodenformation schon bald mit einem Ausbruch nach oben beenden.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Gründer der Vermögensverwaltung Aequitas Capital Partners GmbH, einer auf vermögende Privatanleger und institutionelle Investoren spezialisierten Vermögensverwaltung. 2004 schrieb er zusammen mit Roland Leuschel das Buch "Das Greenspan Dossier". Gemeinsam schreiben sie nun den Börsenbrief „Krisensicher Investieren“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

“Aus charttechnischer Sicht” Ja die technische Sicht. Eine Interpretation vergangener Abläufe, mathematisch auf die Zukunft projiziert. Manchmal passt diese Sicht, manchmal nicht. So verhält es sich auch mit der Elliott Wellen Theorie. Die meisten Prognosetools beinhalten den Fehler, dass sie nicht eintreten. In einer weltweiten Gemengelage, in der selbst die Eliten kaum mehr wissen, auf welche Probleme sie am nächsten Tag stoßen und reagieren müssen, ist eine Vorhersage der Börsenentwicklung unmöglich. Da hilft auch keine SKS Formation im Dax. In 2009 gab es sowohl im DAX als auch im S&P 500 eine noch deutlichere SKS. Wer drauf setzte, war ein… Read more »

Lotar Fleischer
Gast

Den Doktor Merz sehe ich noch nicht als denjenigen, den die Medien gerade zum “Führer Deutschlands” “hochjubeln”.
Merkel ist Psychopatin und hat schon einmal den Doktor “weggebissen”, der sich dann feige in der Wirtschaft versteckt hat. Als “Aufpasser” und Befehlsempfänger mag er ja taugen, als “Firmenmanager”, der einen Konzern erfolgreich lenken und führen kann, ist er sein Debut aber immer noch schuldig. Sollte er eines Tages Kanzler der BRD werden, hoffe ich dann im Ausland zu sein und den endgültigen Niedergang Deutschlands verfolgen zu können.

Drudenfuß
Gast
Drudenfuß

Hab mir gerade mal den DAX-Verlauf von 2009 angeschaut. Es stimmt nicht, was Sie schreiben. Es gab 2009 im DAX keine SKS, die auch nur annähernd so deutlich wäre, wie das, was der DAX seit rund anderthalb Jahren zeichnet.

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

“Es gab 2009 im DAX keine SKS, die auch nur annähernd so deutlich wäre,….” ….was definitiv nicht stimmt. Die Behauptung “deutlich” zeigt bereits, dass Sie die technische Analyse nicht beherrschen. “Deutlich” ist etwas für unwissende Investoren, die mit solchen Vokabeln zur Investition gelockt werden. Ein “deutlich” gibt es bei diesen Analysen überhaupt nicht. Es gibt nur ein einfaches Ja/Nein Szenario. Der Rest ist Voodoo, Roulette. S&P500 2009 http://img.boerse.de/trendausblick/S&P500SKS.gif DAX 2009 http://img.boerse.de/trendausblick/dax_SKS.gif und dann das aktuelle Szenario: Im übrigen habe ich im Zusammenhang mit S&P 500 und DAX, der untrennbar mit ihm verbunden ist, deutlich gemacht, dass selbst ich nun ein… Read more »

hubi Stendahl
Gast
hubi Stendahl

Sorry, Geolitico mag keine .gifs.

Hier der 2009er mit Empfehlung von damals. Was kam wissen Sie ja:
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fofo
Gast
fofo

Die angebliche SKS-Formation 2009 im Bild beruht eher auf “haette, koennte, wuerde, waere, sollte”, insofern hat Drudenfuss recht. Die im Artikel genannte allerdings ist ziemlich real, spekulieren wuerde ich darauf aber nicht.

Greenhoop
Gast
Greenhoop

@fofo

Es gab 2009 im DAX keine SKS, die auch nur annähernd so deutlich wäre, wie das, was der DAX seit rund anderthalb Jahren zeichnet.

Die Eintagsfliege @Drudenfuß hatte behauptet, in 2009 hätte es keine SKS Formation gegeben, dies hat @hubi entsprechend widerlegt. Insofern ist Ihre Aussage erneut unwahr und kann getrost als bewußt eingestreute Fehlinformation angsehen werden.

fofo
Gast
fofo

@greenhoop alias

Leider schon wieder daneben. Einer aussagekraeftigen SKS-Formation geht ein jahrelanger Trend voraus. Das ist derzeit sowohl bei Zinsen als auch Aktien gegeben, nicht aber beim Beipiel von Stendahl. Trotzdem.. ich will Sie ja nicht ins Unglueck stuerzen und mir ist SKS sowieso egal.

Greenhoop
Gast
Greenhoop

@fofo

Es ging um das Jahr 2009 und nichts anderes. Wenn Sie von sich behaupten, die SKS Formation verstanden zu haben, zeigt dies einmal mehr in welchem Paralleluniversum Sie leben.

Besides: Ihre Unterstellung der Greenhoop wäre der 2. Nick von anderen Foristen kann nicht bestätigt werden, Sie liegen einmal mehr daneben.

fofo
Gast
fofo

Klar, nachdem man jahrelang mit seinen Crashprognosen daneben gelegen hat wird man halt vorsichtig. Vielleicht seit ihr beiden? auch als Kontraindikatoren brauchbar. Ich werde das weiterbeobachten.

Greenhoopn
Gast
Greenhoopn

@fofo

Ihre Fakes werden schon lange beobachtet, insofern sind diese (Fakes) Ihre einzige nachweisbare Konstante.

firenzass
Gast
firenzass

“…in Form von ungedecktem
Geld”
Taugen aus ihrer Sicht norwegische Kronen oder Schweizer Franken als Wertanlage?

waltomax
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waltomax

Die Kopflos – Arschgebrause – Fersengeld – Formation kündet von der Panik der
Babyboomer in den USA. Deren Renten und Pensionen lösen sich langsam in Luft auf, weil die entsprechenden Fonds pleitieren. Bald wird man seine Häuser, Aktien und sonstigen Wert – Klo – Papiere verkaufen müssen, sonst nix Happahappa und wohnen im Zelt. Und das plötzlich in Massen.

Und genau da wird dann der Crash scharf aus dem Hintern derer schießen, denen dieser heftig auf Grundeis geht.

Mit Immobilienpreisen im III. Untergeschoß, Aktien zur gepflegten Analreinigung und Bonds zum Ofenanzünden.

heinss
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Lustig formuliert. Gibt ja Gründe, sich mit der Börse zu beschäftigen, aber solche? Hatte vor einiger Zeit – als es hieß der $ stürzt ab – mal angemerkt daß ich das (aufgrund der politisch/wirtschaftlichen Gegebenheiten) eher für sehr unwahrscheinlich halte. Spökenkikerei für Fortgeschrittene.

fofo
Gast
fofo

Mal was interessanteres als die Boerse : George Soros, der angebliche Sponsor der Migrationsbewegungen, ein libertaerer Anarchist, kein Sozialist wie haeufig angenommen, die Obsolenz der Grenzen als sein libertaeres Credo ?

https://www.zerohedge.com/news/2018-11-06/hungarian-billionaire-peterffy-blasts-wanna-be-socialists-says-soros-anarchist

Andererseits aber, dass eine Massenimigration aus Osteuropa, Mittleren Osten und Afrika in europaeische Sozialsysteme nicht auf Dauer tragbar ist ist wohl klar. Aber die angebliche “Verpflichtung” jeden Neuankoemmling rundumzuversorgen waechst doch nur auf dem Mist linker, staatsglaeubiger Phantasten. Vielleicht liegt das Problem und die Loesung der Massenmigration hier begraben. Was allerdings fuer breite Kreise ein Umdenken erfordern wuerde.

https://www.zerohedge.com/news/2018-11-06/europes-immigration-imbroglio-mo-money-mo-invasion