Rätsel um Tod von 5 Clinton-Gegnern

In den vergangenen Wochen sind fünf Clinton-Gegner auf rätselhafte Weise ums Leben gekommen. Dabei gibt es Verbindungen zu Wikileaks. Auch Assange wird bedroht.

Vor dem Hintergrund des US-Präsidentschaftswahlkampfes wird über vier mysteriöse Todesfälle im politischen US-Milieu gerätselt. Vermutlich stehen sie gar in unmittelbarem Zusammenhang mit der US-Wahlschlacht.

Bei den Toten handelt es sich allesamt um Männer, die entweder für die Demokratische Partei arbeiteten oder ihr nahestanden. Und allen Toten wird ein Spannungsverhältnis zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton nachgesagt.

Von Schüssen durchsiebt

Einer der Ermordeten ist der gerade mal 27 Jahre alte Mitarbeiter der Demokratischen Partei, Seth Rich. Er wurde am 10. Juli 2016 um 4.20 Uhr morgens in der Nähe seiner Wohnung in Washington DC tot aufgefunden. Sein Leiche war von Schüssen durchsiebt. Obwohl der Tote noch alle Wertgegenstände bei sich trug, geht die Polizei offiziell von einem Raubmord aus. Die Eltern des Getöteten bezweifeln das.

Überraschend meldete sich daraufhin Wiki-Leaks-Gründer Julian Assange in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen zu Wort. Darin deutet er enge Kontakte des Ermordeten zu Wikileaks an. Seine Organisation sei dabei, den Fall zu untersuchen. Hier ein Ausschnitt des Gesprächs:

„Assange: Unsere Whistleblowers machen erhebliche Anstrengungen, um uns Material zu versorgen. Dabei gehen sie oft erhebliche Risiken ein. Es gab einen 27-Jährige, der für die Demokratische Partei arbeitete, und der nun in den Rücken geschossen wurde (…) ermordet (…) aus unbekannten Gründen, als er zu Fuß auf einer Straße in Washington zu unterwegs war.
Moderator: Das war doch ein Raubmord, nicht wahr?
Assange: Nein. Darauf deutet nichts hin.
Moderator: Was war es Ihrer Ansicht nach?
Assange: Ich sage, dass unsere Quellen Risiken eingehen. Und sie sind betroffen, wenn sie solche Dinge beobachten.
Moderator: Aber war er einer Ihrer Quellen?
Assange: Wir sagen nicht, wer unsere Quellen sind.
Moderator: Aber warum treffen Sie diese Aussage?
Assange: Weil wir verstehen müssen, wie hoch der Einsatz unserer Leute in den Vereinigten Staaten ist und dass unsere Quellen ernsthaften Risiken ausgesetzt sind (…) Sie kommen zu uns, damit wir ihre Anonymität schützen.
Moderator: Sie deuten den Mord also im Grunde in diesem Zusammenhang (…)?“

Hier finden Sie das Gespräch im Original:

Assange setzt 20.000 Dollar aus

Twitter-Meldung

Twitter-Meldung

Inzwischen setzte Assange 20.000 Dollar für Hinweise aus, die zur Aufklärung des Mordes an Seth Rich, führen sollen. Daraufhin erhielt er prompt eine öffentliche Morddrohung. Der bekannte Stratege der Demokratischen Partei, Bob Beckel, rief im Fernsehsender Fox zur Ermordung von Assange auf. Wörtlich forderte er „the illegal assassination of that son-of-a-bitch“.[1]

Liste der Todesfälle

Neben Seth Rich zählen diese Personen zu den rätselhaften Todesfällen rund um die Kandidatur von Hillary Clinton:

  1. Shawn Lucas: Der Jurist war ein Unterstützer des Sozialisten Bernie Sanders und der Mann, der die Klage wegen Sabotage der Sanders-Kandidatur gegen Parteichefin Wasserman Schultz und damit gegen Clinton führte. Er wurde an einem Juli-Wochenende im alter von gerade mal 38 Jahren tot auf dem Fußboden seines Badezimmers aufgefunden. Wikileaks hatte zuvor die E-Mails, die den Sabotageakt aufdeckten, veröffentlicht.
  2. Victor Thorn: Clinton-Gegner, Journalist und Holocaust-Leugner, wurde ebenfalls tot aufgefunden. Er soll sich Anfang Augst erschossen haben.
  3. John Ashe: Der UN-Beamte soll sich angeblich beim Gewichtheben seine eigene Kehle zerquetscht haben. Er sollte als Zeuge gegen die Clintons und die Demokratische Partei aussagen, heißt es.
  4. Mike Flynn: Der politische Redakteur Breitbart Nachrichten starb an dem Tag, an dem er folgenden Artikel veröffentlichte: „Clinton Cash: Bill, Hillary schufen ihre eigene China-Stiftung im Jahr 2014“.[2]

 

 

Anmerkungen

[1] https://twitter.com/wikileaks/status/763380671796678656/video/1

[2] http://www.breitbart.com/big-government/2016/06/23/clinton-created-chinese-foundation/

Über Thomas Castorp

Thomas (Hans) Castorp blickt vom Zauberberg herab auf die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Fragenstellungen. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel