Muslime wollen Parlamente erobern
Muslime wollen Parlamente erobern

Muslime wollen Parlamente erobern

Auch in Frankreich entstehen Muslimparteien. Und sie bringen das Ideengebäude der Sozialisten zum Einsturz,  die sich einst über jeden Einwanderer freuten.

Auch in Frankreich bilden sich erste Muslimparteien. Womit hat das zu tun? Zum Beispiel sind die Muslime in der französischen Nationalversammlung kaum vertreten. Lediglich die Afrika vorgelagerte Insel Mayotte entsendet einen islamischen Abgeordneten. In der Kommunalpolitik gibt es einige Muslime, sowohl bei den Sozialisten, wie auch bei der konservativen UMP.[1] Aber das ist nicht alleine das Problem. Die Regierungspolitik widerspricht teilweise diametral der islamischen Kultur, zum Beispiel in der Familienpolitik.

„Hemmungslose Ablehnung“

Zu den Wahlen für die Departements in der kommenden Woche haben neu gegründete Muslimparteien Kandidaten aufgestellt. Insbesondere im Elsaß und in Burgund rechnen sie sich Chancen aus. Die „Partei für gleiche Rechte“ will nach eigenen Angaben Menschen unterschiedlicher Herkunft erreichen.[2] „Lange haben sie ihre Stimmen den traditionellen Parteien geliehen. Es ist Zeit, sich zu emanzipieren“, heißt es im Wahlaufruf.

Die neue Partei will das Gesetz  von 2004 über das Verschleierungsverbot abschaffen, ist gegen die Homoehe als Projekt einer verschwindend kleinen Lobbygruppe und für Halal-Menüs in der Schule. Außerdem müsse der Tag des Fastenbrechens (Īd al-Fitr) unbedingt Feiertag werden.

Daneben gibt es noch die Union der Französisch-Moslemischen Demokraten (UDMF).[3] Sie hat vor allem in der Gegend von Marseille etwa 1.700 Mitglieder. In deren Internetauftritt heißt es: In einer Gesellschaft, die durch die total hemmungslose Ablehnung gegenüber Muslime gekennzeichnet ist, wird eine muslimische politische Partei nur als Provokation gesehen und sie werde ungerechtfertigt überwacht.

Vergleich mit Le Pen

Für Fatih Karakaya, einen Moslemkandidaten in Schiltigheim im Elsaß gibt es keinen Unterschied zwischen dem sozialistischen Ministerpräsidenten Manuel Valls und der Nationalen Front von Marine Le Pen was Islamophobie betrifft.

Die Sozialisten haben sich früher über jeden Einwanderer gefreut, weil sie dachten, dass sie eine treue Wählerschicht gewinnen. Mittlerweile geht es den Sozialisten wie dem Zauberlehrling. Die Moslems machen sich selbständig und den Sozialisten fehlt die konservative Programmatik, um sie wieder einzufangen.

Mittlerweile dürften die Sozialisten langsam das Gruseln bekommen. Das ganze sozialistische Ideengebäude aus Gendertanten und Frühsexualisierung, Sozialversprechen, körperlicher Orientierungslosigkeit, Photovoltaik und Dämmplatten wird unter dem Ansturm der Muslime eines nicht allzu fernen Tages grandios in sich zusammenbrechen.

„Absolut verabscheuungswürdig“

Die Ankunft der selbstbestimmten Muslime in europäischen Parlamenten wird sich noch etwas hinziehen. Wenn es soweit ist, darf man auf Koalitionsverhandlungen gespannt sein. Es wird gefeilscht werden wie im Libanon. Kopftuch gegen Karikaturen, Homoehe gegen Schafsfleisch und Kindergeld gegen Ramadan.

Vermutlich hat die Nationale Front mehr kulturelle Schnittmengen mit den frommen Muslimen, als die Grünen oder Sozialisten. Zumindest hat Frau Le Pen nicht behauptet, Charlie zu sein.

Für Günbay Mine, die stellvertretende Bürgermeisterin von Straßburg aus der sozialistischen Partei, ist das Programm der neuen  „Partei für gleiche Rechte“ deshalb ein „islamisch-konservatives Minimum“ und „absolut verabscheuungswürdig“. So wortgewaltig gehen Sozialdemokraten in Deutschland nur auf Pegida[4] los.

 

Anmerkungen

[1] Siehe Olivier Roy im Interview mit Günther Lachmann, „Kriminelle werden zu Salafisten“, GEOLITICO vom 1. Dezember 2014

[2]La France plus forte avec sa diversité“, Le Figaro vom 9. März 2015

[3]Départementales: le parti des musulmans fait marche arrière“, Le Figaro vom 17. Februar 2015

[4] Konrad Kustos, „Wie Pegida dämonisiert wird“, GEOLITICO vom 25. Januar 2015

Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel