Deutsche Bank sieht Deutschland in der Rezession

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Nach Ansicht der Deutschen Bank steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland bereits in eine Rezession gerutscht ist. Auch die US-Wirtschaft stürzt ab.

In den vergangenen Wochen habe ich wiederholt auf die zunehmenden Rezessionsgefahren hingewiesen. Inzwischen haben auch die letzten wichtigen US-Frühindikatoren klare Rezessionssignale gegeben. Damit ist die Entscheidung endgültig gefallen: Die US-Wirtschaft befindet sich auf dem Weg in eine Rezession.

Deutschland steckt nach Ansicht der Deutschen Bank bereits in der Rezession. Ihr Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden, Dr. Ulrich Stephan, schreibt heute dazu: „Nach den Einkaufsmanagerindizes von Freitag bestätigte gestern auch der ifo Geschäftsklimaindex für September eine weitere Verlangsamung des Wachstums in Deutschland im Vergleich zum Vormonat. Nach 88,6 Punkten im August ging das Stimmungsbarometer auf 84,3 Indexpunkte deutlich zurück.“ Damit stehe der Indikator so tief wie zuletzt im Mai 2020. Von dem Rückgang seien alle befragten Branchen betroffen. Stephan: „Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Deutschland bereits in eine Rezession gerutscht ist. Im zweiten Quartal dieses Jahrs wuchs die deutsche Volkswirtschaft noch mit 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.“

Folgen der Rezession

Das Außergewöhnliche an der aktuellen Situation sind die hohen Inflationsraten. Dadurch werden die amerikanische und die europäische Zentralbank trotz dieser drastischen Entwicklung zu weiteren Zinserhöhungen gezwungen. In der Vergangenheit konnte die Fed in vergleichbaren Situationen bereits damit beginnen, die Zinsen zu senken, um der sich anbahnenden Rezession entgegenzuwirken. Diese Möglichkeit hat sie durch ihre verantwortungslose ultralaxe Geldpolitik der vergangenen Jahre verspielt.

Um ihre Glaubwürdigkeit nicht völlig zu verlieren, muss sie jetzt die Inflation bekämpfen. Dieses Ziel kann sie nur noch erreichen, indem sie die schwere Rezession, die sie aufgrund ihrer geldpolitischen Fehlentscheidungen zu verantworten hat, noch zusätzlich befeuert.

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft und Finanzmärkte von den Vorgaben aus den USA ist ungebrochen hoch. Darüber hinaus entfalten die Russlandsanktionen in Europa geradezu verheerende Wirkungen, während die US-Wirtschaft davon kaum betroffen ist. Der jetzt zusätzlich aus den USA kommende Rezessionsdruck trifft also auf eine bereits extrem geschwächte europäische Wirtschaft. Für die Aktienmärkte Deutschlands und anderer europäischer Länder verheißt das nichts Gutes – und das, obwohl die US-Börse fundamental extrem überbewertet ist.

Alle Rezessionen belasten die Börsen

Für Anleger lautet die wichtigste Botschaft dieser Entwicklungen, dass alle Rezessionen mit schweren Aktienbaissen einhergehen. Wie von mir vorhergesagt, handelte es sich bei dem Kursanstieg der vergangenen Wochen lediglich um eine vorübergehende Aufwärtsbewegung in einem übergeordneten Abwärtstrend. Dieses Zwischenhoch ist jetzt vorbei, die Aktienkurse werden wieder fallen.

Die Bearmarketrally, die im Juni 2022 bei rund 3.650 Punkten begonnen hatte, ist vorüber. Bereiten Sie sich auf erheblich niedrigere Kurse vor. Quelle: StockCharts.com
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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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Ulrich Bohl
Ulrich Bohl
1 Monat her

„Darüber hinaus entfalten die Russlandsanktionen in Europa geradezu verheerende Wirkungen“. Wir haben den Russen aber gezeigt wie maneine Wirtschaft ruiniert. Das ist doch auch schon etwas.Man muß auch
Mißerfolge feiern können.
„Ein Mensch kann viele Male scheitern. Aber er ist erst dann gescheitert, wenn er jemand anderem die Schuld gibt.“
John Burroughs, NaturforscherDas tun unsere Politiker gerade, an allem ist Putin Schuld. Die Fehler
wurden schon lange vor dem Ukrainekrieg von deutschen und europäischen Politikern gemacht.
Sie müssen dafür Putin danken,denn nun können sich hinter ihm verstecken.
So unglaubwürdig dieser Versuch auch erscheint

Wolfgang Wirth
Wolfgang Wirth
1 Monat her

Ich lese Herrn Vogts Analysen durchaus mit Interesse, aber der heutige Text bringt eigentlich nur dem etwas Neues, der gerade ein paar Monate bei Aborigines im Busch oder mit Eskimos in der Arktis verbracht hat.

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