Gewerkschaft Verdi kämpft für Millionäre

Verdi für hoehere Rundfunkgebuehr; ARD Hauptstadstudio Berlin / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: falco, https://pixabay.com/de/photos/berlin-hauptstadt-architektur-4711945/ Verdi für hoehere Rundfunkgebuehr; ARD Hauptstadstudio Berlin / Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: falco, https://pixabay.com/de/photos/berlin-hauptstadt-architektur-4711945/

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Art Streikaufruf veröffentlicht, um Geld von unten nach oben zu verteilen: an die Millionäre im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Einst waren Gewerkschaften wie Verdi mal im Bemühen um höhere Löhne gegründet worden. Heute sind sie ganz vorne dran, wenn die Lohntüte der Geringverdiener von  höheren Ständen und Einkommensmillionären regelrecht geplündert wird. 

Für einen Intendanten wie Tom Burow ist der Rundfunkbeitrag nicht viel. 210 Euro GEZ-Gebühr von 395.000 € Gehalt im Jahr sind ein Fliegenschiss, etwas mehr als ein halbes Promille. 

Der Normalverdiener muss schon mehr als 0,6 % vom Brutto oder mehr als 1 % vom Netto abdrücken. Für den Mindestlöhner sind es gut 2 % vom Nettolohn in einer Zeit, in der man sich viele Ausgaben dreimal überlegen muss.

Das ZDF zahlte 45 Million Euro pro Saison

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Art Streikaufruf veröffentlicht, um Geld von unten nach oben zu verteilen. An die „IntendantInnen“, die Fußballmillionäre, die Showmaster und „StuhlkreisleiterInnen“ (Talkmasterinnen).

Erinnern wir uns: Die Fußballrechte von ARD und ZDF wurden in der Saison 1965/66 noch mit schlappen 0,65 Millionen DM erkauft. 1977/78 waren es schon 5,38 Millionen, und  2005/2006 zahlten ARD und Premiere bereits 300 Millionen Euro. Dasselbe Gespann zahlten dann 2007/2008 schon 407 Millionen Euro.

Seit 2017 zahlte ARD für die „Sportschau“-Rechte nach Informationen von „manager-magazin.de“ rund 134 Millionen Euro pro Saison und für Zusatzrechte (etwa Wiederholungen) war ein weiterer zweistelliger Millionenbetrag fällig. Das ZDF zahlte 45 Millionen Euro pro Saison. Pro Bundesligaprofi macht das etwa eine Million im Jahr.

Günther Jauch für 4600 Euro pro Minute

Die „Wirtschaftswoche“ hatte 2014 mal die Minutenkosten von Talkformaten veröffentlicht. Am geringsten waren dabei die Gesamtkosten (zusammengesetzt aus den Posten „direkte Fremdkosten“, „Kosten des eigenen Produktionsbetriebs“ und „Redaktionskosten“) je Folge der Talksendung von Markus Lanz: Hier kam die Sendeminute auf 1200 Euro.

Sandra Maischberger lag mit rund 1400 Euro auf dem sechsten, Maybritt Illner mit rund 1800 Euro auf dem fünften Platz. Nah beieinander lagen Reinhold Beckmann (rund 2300 Euro) und Anne Will (rund 2400 Euro). Das zweitteuerste Talk-Format war „Hart, aber Fair“ mit Frank Plasberg: Es schlug mit 2800 Euro pro Sendeminute zu Buche.

An der Spitze stand die Talkshow von Günther Jauch mit rund 4600 Euro pro Minute. 39 Jauch-Sendungen brachten damit Kosten von 11,1 Millionen Euro mit sich. Eine einstündige Sendung, in der ein paar Konformisten im Studio sitzen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, für 276.000 €!!! Und das ist schon wieder fast sieben Jahre her.

Verdi für grüne Einfalt statt bunte Vielfalt

Das alles schert Verdi nicht. Die Gewerkschaft hält eisern zu den Reichen und kritisiert die durch Sachsen-Anhalt blockierte Erhöhung der Rundfunkgebühr. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz erklärt das so:

„Die CDU in Sachsen-Anhalt bekommt nun die geforderten Programm-Einschränkungen, weil sie die sachgerechte Finanzentwicklung blockiert hat. Dieser Einfluss von Parteipolitik und einer Landesregierung auf die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten steht im krassen Widerspruch zum Grundgesetz – genau diesen politisch-motivierten Einfluss hatten die Verfassungsväter und -mütter ausschließen wollen. Ausgerechnet im Jahr 2021, das von fortgesetzten sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sein wird und in dem der Deutsche Bundestag sowie vier Landesparlamente neu gewählt werden, drohen Einschnitte bei der Berichterstattung und Programmvielfalt im Rundfunk. Das duale Mediensystem wird dies nicht auffangen. Die Vielfalt und Aktualität der Programminhalte dürfen nicht zum Opfer der kurzfristigen Sparprogramme der Rundfunk-Intendantinnen und – Intendanten werden. Sollte dies doch der Fall sein, werden wir uns mit unseren Mitgliedern deutlich Gehör verschaffen.“

Recht mutig, ja geradezu skurril ist die Behauptung, dass es eine Programmvielfalt gibt. Der Gewerkschaftsvorstand leidet unter Farbenblindheit und Sinnestäuschung, er verwechselt stupide eingehämmerte grüne Einfalt mit bunter Vielfalt. Journalisten aus ganz Europa kritisieren den deutschen Belehrungs-Journalismus. Da muss wohl mal ein „Rechtsstaatsverfahren“ her, um Deutschland die EU-Gelder zu entziehen.

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Über Wolfgang Prabel

Wolfgang Prabel über sich: "Ich sehe die Welt der Nachrichten aus dem Blickwinkel des Ingenieurs und rechne gerne nach, was uns die Medien auftischen. Manchmal mit seltsamen Methoden, sind halt Überschläge... Bin Kommunalpolitiker, Ingenieur, Blogger. Ich bin weder schön noch eitel. Darum gibt es kein Bild." Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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dragaoNordestino
26 Tage her

Ja so läuft Staatsmonopolkapitalismus…. um die diesbezüglichen Macht- und Politzombies am Ruder zu halten, braucht es eine kleine Armee von Helfer… ja und diese werden eben gut bezahlt.

Saxoniae
Saxoniae
23 Tage her

Juche stinkt schon immer gen Himmel !!!

Saxoniae
Saxoniae
23 Tage her

Alles hat ein Ende, auch dass wird`s haben ! !

Dieter Becker
Dieter Becker
14 Tage her

Während Hunderttausende nach 2maligen Lockdown um ihr Überleben kämpfen, geht es den Großverdienern der Mainstreammedien am A—-h
vorbei! Bin mal gespannt, wie lange der Michel noch schläft. 🙁

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