US-Börse vor dem Absturz

New York Stock Exchange Boerse /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/ New York Stock Exchange Boerse /Quelle: Pixabay, lizenzfreie Bilder, open library: https://pixabay.com/de/photos/b%C3%B6rse-handelssaal-new-york-738671/
 

Die US-Börse steht am Abgrund: Alles deutet darauf hin, dass der NASDAQ 100 wie im März 2000 seinen Höhepunkt erreicht hat. Damals stürzte er um 86 Prozent ab.

Die massiven Marktmanipulationen der Zentralbanken haben in Kombination mit auf Pump finanzierten gigantischen Konjunkturprogrammen zu ähnlich ausgeprägten spekulativen Exzessen geführt wie am Höhepunkt der Technologieblase im Frühjahr 2000. Unter ihrem damaligen Präsidenten Alan Greenspan hatte die Fed im Dezember 1999 die Spekulation noch einmal neu befeuert, indem sie aus Panik vor der kalendarischen Umstellung auf das Jahr 2000 ein weiteres Mal die Geldschleusen öffnete.

Das war der letzte Streich im damaligen Zyklus, der die bereits stark überbewerteten Aktienkurse an der NASDAQ noch weiter nach oben trieb. Dann war die Party vorüber, und die Blase platzte. Die Rezession und die sie begleitende schwere Aktienbaisse konnten weder die Fed noch die Regierung verhindern.

US-Börse am oberen Wendepunkt

Bezogen auf die NASDAQ und die Börsenlieblinge jener Zeit wurde durch diesen letzten steilen Kursanstieg, der im März 2000 seinen Höhepunkt erreichte, lediglich die Fallhöhe ausgeweitet. Während sich der S&P 500 halbierte, stürzte der NASDAQ 100 um 86% ab. Mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich die US-Börse jetzt an einem ähnlichen oberen Wendepunkt wie damals.         

Zwischen den wichtigen US-Indizes haben sich ausgeprägten Diskrepanzen entwickelt. Während der NASDAQ 100 in den vergangenen Wochen auf Rekordhochs gestiegen ist, befinden sich nahezu alle anderen Indizes deutlich unter ihren Höchstkursen.

Verantwortlich für diese ausgeprägten negativen Divergenzen ist die extrem ungesunde Konzentration des NASDAQ 100 auf eine Handvoll Indexschwergewichte. Die zehn größten Werte kommen im NASDAQ Composite gemeinsam auf eine Gewichtung von 48% und im NASDAQ 100 sogar auf 58%.

Die anderen Indizes, in denen diese Aktien eine geringere oder gar keine Rolle spielen, haben einen erheblich schwächeren Verlauf genommen, allen voran der wichtige Banken Index und der Nebenwerte Index. Eine ganz ähnliche Entwicklung zeigte sich auch am Top des Jahres 2000. Heute ist sie sogar noch ausgeprägter als damals. Die hier beschriebenen negativen Divergenzen stehen beispielhaft für die extrem bearishe Markttechnik der US-Börse. Jetzt mehren sich die Zeichen, dass sich die negative Energie, die sich hier aufgebaut hat, bald in einer starken Abwärtswelle entladen wird.  

BU: Die ausgeprägte negative Divergenz zwischen diesen beiden Indizes ist ein sehr starkes Warnsignal für die Börse und die Wirtschaft. Quelle: StockCharts.com / Claus Vogt

Neue Rekorde

Einen sehr guten Eindruck von der euphorischen Stimmung, die an der Wall Street herrscht, liefern die Sentimentindikatoren. Von besonderer Bedeutung sind dabei Kennzahlen, die auf dem Geschehen an den Optionsmärkten basieren. Zu ihrer Ermittlung werden nämlich keine Meinungen abgefragt, sondern die tatsächlich getätigten Geschäfte der Optionsspekulanten ausgewertet. Diese Kennzahlen haben obere Extremwerte erreicht und teilweise sogar neue Rekorde aufgestellt.

Andere Stimmungsindikatoren bestätigen die starken Warnsignale, die von den Optionsmärkten kommen. An der NASDAQ kam es im Lauf der Woche zu einer sehr interessanten Entwicklung. Es bahnt sich eine Trendwende wie im Jahr 2000 an. Dieses Muster hatte es zuvor nie gegeben.

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Über Claus Vogt

Claus Vogt ist Chefredakteur des Börsenbriefs „Krisensicher Investieren“. Zusammen mit Roland Leuschel schrieb er die Bücher „Das Greenspan-Dossier“, „Die Inflationsfalle“, „Bitcoin & Co. - Finte“ oder „Neugestaltung des Geldsystems?“. Kontakt: Webseite | Weitere Artikel

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dragaoNordestino
15 Tage her

……..
Ja nun, das kommt davon, wenn alles so extrem Überbewertet wird.

Im Jahre 2016 war dieser nette Index bei 4000 Punkten …. heute bei fast 11000 Punkten….. also alles halb so schlimm… denn es geht ja allenfalls zurück in die Realwirtschaft ….. vermutlich nützt dies wesentlich mehr, als die stumpfen Wolkenkukuksheim Höhenflüge des Finanzcasinos.

https://fred.stlouisfed.org/series/NASDAQ100

In diesem Sinne, scheint die nette Apokalypsenshow von Claus Vogt durchaus erträglich

Last edited 15 Tage her by dragaoNordestino
Incamas SRL
15 Tage her

Physisches Gold An der US-Warenterminbörse COMEX ist die Nachfrage nach einer physischen Auslieferung von Gold seit März förmlich explodiert. Die Börsenbetreiber setzten alle Hebel in Bewegung, um Goldbarren zu beschaffen, bevorzugt in der speziellen Barrengröße von 100 Unzen. Diese Anstrengungen sind nun auch in den Außenhandelsdaten der USA sichtbar. 58 Tonnen Gold Laut dem aktuellen Monatsreport des U.S. Geological Survey (USGS) kamen im vergangenen März 58,4 Tonnen Gold ins Land. 21,6 Tonnen Gold wurden exportiert. Daraus resultieren Netto-Goldimporte im Umfang von 36,8 Tonnen. Das ist der höchste Wert seit mindestens 2016, seit diesem Zeitraum betrachten wir die monatlichen Daten detailliert.… Read more »

Frido
Frido
Reply to  Incamas SRL
14 Tage her

Wenn der Aktienmarkt crashed wird auch Gold in Mitleidenschaft gezogen, da Investoren alles verkaufen,um ihre Verluste auszugleichen. Das wird dann auch die Aktienkurse von Gold-und Silberminen betreffen. Aber die Edelmetalle und die entsprechenden Minen werden nicht so stark fallen wie die Aktienmärkte und werden sich auch schneller erholen. Deshalb werde ich die nicht verkaufen.

der-5-minuten-blog.de
11 Tage her

Kein schlechter Nostradamus Beitrag

Claus Vogt veröffentlichte den Artikel am Montag. Da stand der Nasdaq tatsächlich bei knapp 11.000.

Und seitdem ging es mit ihm den Bach runter. Jetzt, am Freitagvormittag notiert er nur bei 10.600

dragaoNordestino
Reply to  der-5-minuten-blog.de
11 Tage her

…..
@der-5-minuten-blog.de …..

Und seitdem ging es mit ihm den Bach runter. Jetzt, am Freitagvormittag notiert er nur bei 10.600

Wow…. und jetzt, was soll man davon halten.? … Vor allem wenn man weis, das der Nasdaq 2016 bei 4000 stand…..

Einen Weltuntergang hatten wir 2016 nicht…. wenigstens ist mir davon nichts bekannt

Last edited 11 Tage her by dragaoNordestino
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